Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 3 (1930)
- Issue
- Heft 150 (6.11.1930)
- Date
- 1930-11-06
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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V. b. b, Preis 39 Groschen Coupon 2 für den I BEWERB der “STIMM Abonnementpreise; Für Oesterreich: Monatl. 8 1.50, viertel]. 8 4.20. ganzj. 8 16.— / Deutschland: Monatl. Uoldmark 1.—, viertel] Gold mark 3.— i Tschechoslowakei: Monatlich Ke 7.—, viertel], Kc 19.— / Jugoslawien: Monatlich Dinar 14.—. vierteljährlich Dinar 40.— Jüdisdke Zeitung Crgdusli»* PonncrsBotl dtedflfttton und 4dminis<toMoii: Wien, I.. JVärnfnevsfiafse 2S — üefepAon iH 27-4-S0 o 4-3 o •H r-i £> * •H 4^ rQ :aJ CO 4-3 -P -H CO -P •H o 02 |> ti ''“OG rH > -P *H •H d « p Gh Polen: Monatl. Zloty 2.30, viertclj. Zloty G.i>u / Ungarn: Monatl. Pcngö 1.00. viertel]. Pengli 4.20 I Rumänien: Monatl. Lei 45.—. viertel], Lei 12Ö.— I Bulgarien: Monatl. Lewa 30.—. viertel], Lewa 80.— Belgien: Monatl. Belga 2.—, viertel], Belga 9.— I Uebriges Ausland: Monatl. Schweizer Franken 1.50 3. Jahrgang Wien, Donnerstag, 6. November 1930 (15. Marcheschwan 5691) Nummer 150 der jüdischen Welt I l Churchill für Rückgabe des Palästinamandats an den Völkerbund London, 3. November. In einem Artikel über die Palästinafrage im „Sunday Ckronicle“ fordert Churchill die Regierang auf, entweder die Versprechungen der Balfour-Dcklaration ganz zu erfüllen und den Bestimmungen des Mandats nachzukommen oder aber das Mandat an den Völkerbund zurückzugeben und auf die strategischen, moralischenulr und materiellen Vorteile, aus dem Mandat zu verzichten. Die Amerikanische Regierung will Intervenieren Washington, 1. November. (J. T.-A.) Eine von «United Press» verbreitete Mitteilung besagt: Im Zusammenhang mit dem englischen Weißbuch über Palästina wird fvpji der amerikanischen Regierung die Erhebung von Vorstellungen in London erwogen. Zu diesem Zwecke wird iqnfeit im Staatsdepartement das englisch-amerikanische - Palästina- Abkommen einer eingehenden Prüfung unterzöget^ um festzustellen, ob die amerikanische Regierung auf, Gründ dieses Abkommens berechtigt sei, in Anbetracht der, beträchtlichen Erregung unter den amerikanischen Juden über die Einstellung der englischen Regierung einen Schrift in London zu unternehmen. Das fragliche Abkommen enthält einen Passus, nach dem zu grundlegenden Aenderungeq in der Verwaltung und Regierung des Mandatsgebietes Palästina die Zustimmung der Vereinigten Staaten erforderlich ist. Revision des Palästinamandates? Die «Frankfurter Zeitung» glaubt, daß die (Mandatskommission des Völkerbundes sich erst in (der Frühjahrssession mit der Palästinafrage befassen jund, wenn es einmal so weit ist, zum Ausdruck (hingen wird, daß die britische Palästinapolitik mit den Richtlinien des Mandats ohne Zweifel nicht lübereinstimmt. «Man nimmt sogar an,» schreibt die ^Frankfurter Zeitung» weiter, «daß sich die Beratungen der Mandatskommission bis;u der Frage einer Revision des Mandatsvertrages erstrecken könnten. Denn, auch das ist anzunehmen, daß die Mitglieder der Kommission sich nicht genieren (werden, ihre Meinung offen auszusprechen. Es steht freilich dahin, ob das zu praktischen Konsequenzen führen würde, denn die Regierungskunst der Engländer hat es oft schon verstanden, die Dinge so zu (drehen, wie es ihren Wünschen entspricht.» letzung der Mandatsbestimmungeil darsteHt, angerufen werden. Die zur 16. Session des Haager Internationalen Gerichtshofes versammelten Richter haben die frage erwogen, ob die Jewish Agency die Möglichkeit besitzt, zu verlangen, daß die englische Mandatsinterpretation dem Haager Internationalen Gerichtshof zwecks Fällung eines Konsultativurteiles darüber, ob sic den Mandatsbestinmiiingen und den von der englischen Regierung gegenüber dem jüdischen Volke über nommenen Verpflichtungen entspricht, vorgelegt werde. Die Mehrzahl der Richter war der Anschauung, daß der Jewish Agency das Recht zustehe, vom Völkerbun^ die Befragung des Häager Schiedsgerichtes in dieser Sache zu fordern. Einige Richter haben sich auch dahin geäußert, daß Ministerpräsident Macdonald, der bekannten stets für eine Erweiterung der Machtbefugnis des Haager Internationalen Gerichtshofes eingetreten ist, sich einer Untersuchung der Angelegenheit durch diesen Gerichtshof kaum widersetzen werde. Ende der „Seventli Dominion League“ Ein Schreiben Wedgwoods an die «Times» Vor ungefähr zwei Jahren beteiligte ich mich an der Gründung einer aus Engländern und Juden zusammengesetzten «Seventh Dominion League», die sich die Schaffung eines englandfreundlichen Palästina, das eine feste Stütze des Reiches werden sollte, zum Ziele nahm. Heute ist die Freundschaft der Juden für England und damit die Liga tot. Es erscheint unglaublich, daß mittelalterliche Rassenvorurteile unsere Aussichten in Palästina zerstören, die Juden der ganzen Welt zu unseren Feinden machen und unseren Ruf als ehrliche Sachwalter schänden durften. Was wird geschehen, wenn die Regierung ihre Politik nicht ändern wird? Die Juden werden die neue Verfassung und die Palästina-Regierung boykottieren. Das Budget Palästinas, bisher zum großen Teil von Arbeit und Kapital getragen, die von Juden ins Land gebracht wurden, wird ins Wanken geraten. Statt in Jerusalem und Whitehall um Gerechtigkeit zu bitten, wird die Jewish Agency alle Uebelstände in der englischen Presse der ganzen Welt beleuchten und alle Beschwerden vor die Mandatskommission des Völkerbundes bringen. Sie wird sich möglicherweise in Genf für die Uebertragung des Mandats an eine andere Macht einsetzen. Heute wollen auch jene, die all dies Unheil heraufbeschworen haben, das Mandat nicht aufgeben — das Mandat, wie sie es auffassen. Die Argumentation, daß keine andere Macht das Mandat übernehmen werde, weil kein Staat geneigt sein werde, zum Schutze der Juden in Palästina eine Armee zu unterhalten, ist falsch. Die jüdischen Siedler sind fähig, sich selbst zu verteidigen, wenn man ihnen nur die dazu nötigen Eine Intervention des Haager Gerichtshofes? Haag, 3. November. (J. T.-A.) Wie dem Haager Vertreter der Jüdischen Telegraphen-Agentur aus den] Haager Internationalen Gerichtshof nahestehenden Kreisen mitgeteilt (wird, wird möglicherweise der Haager Internationale Get.’chtshof um eine Entscheidung darüber, ob die im neuen cigü elie.ii YVviljbuch gig;b;ne Interpretation eine Verm KAI5ER5TR. )23 K. Alserstr. 6 »HAftSfiUftG« an rufender bequemste II ■■ quemsre # waschiag! £ 2V5-20 S€RI€ * Mittel zur Verfügung stellt. Um weitere Schaden abzuwenden, genügt es nicht, das Weißbuch ainuändern. Der Geist der Verwaltung im allgemeinen muß eine Wandlung erfahren. Warburg und Melchett an den Jischuw Jerusalem, 28. Oktober. (J. T. A.) Felix M. Warburg hat an die Exekutive der Jewish Agency in Palästina ein Telegramm gerichtet, in dem er erklärt, daß die amerikanische Judenheit entschlossen sei, den Palästinaaufbau' „tapfer fortzusetzen“. Lord Meichett hat seinem Bureau in Palästina telegraphische Weisungen erteilt, in denen es u. a. heißt: „Ich sehe keinen Grund, warum die politische Lage unser Aufbauwerk''beeinflussen sollte. Ich wünsche, daß das Pflanzungsprogramm in seinem gesamten Umfang fortgesetzt werde1 und hoffe, in naher Zukunft meine palästinensischen Unternehmungen erweitern zu können.” Diese beiden Telegramme haben auf die gesamte Judenbeit Palästinas äußerst ermutigend gewirkt. Kein Bodenverkauf an Jaden in Transjordanien Jerusalem, 2. November. (J. T.-A.) Der transjordanische Premierminister Hassan Khaled Pascha, der sich auf der Rückreise aus London gegenwärtig in Jerusalem aufhält, erklärte ln einem Gespräch mit einem Vertreter des «Falastin», daß zwar ln Transjordanien kein gesetzliches Verbot des Verkaufes von Boden an Juden bestehe, daß aber dort gewohnheitsrechtlich keine Bodenverkäufe an Ausländer getätigt werden und die Regierung daher Bodenkaufe von zionistischer Seite nicht zulassen werde. Fahnenverbot in Palästina Jerusalem, 2. November. (J. T.*A.) Die Polizei hat eine Verordnung erlassen, der zufolge das Entfalten und A«- hängen von Fahnen und Emblemen, durch die die Öffentliche Ordnung gestört werden könnte, innerhalb des -Di*: strikt» Jerusalem auf Urei Monate verboten wird. 396591