Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 3 (1930)
- Issue
- Heft 147 (16.10.1930)
- Date
- 1930-10-16
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Heuie: Die Stimme «ler fOdlsclaei« Frau V. b. b. Preis 35 Groschen Leset Abonnieret Verbreitet W V.j; CT CO 33: CT Aboaaemeolprelflo: Bür Oostarraieh: MooatL S 1.60, viertel]. S i^o, ffansj. 8 16.— / Dontachland: Monatl. Goldmark 1.—, viertelj. Goldmark 8.— / Tschechoslowakei: Monatlich Ke 7.—, viertelj. Ke 19.— 1 Jugoslawien: Monatlich Dinar 14.—. vierteljährlich Dinar 40.— I Jüdisdte Zeitung BysdiPiiS jeden PoMm«rgtf<wfc und Jtdtmtnistwatiom: Wien, V.. (ftautiuenmietnUwame V — defepAon!0t 20-3*8% um# Polen: Monat!. Zloly 2.30, viertelj. ,4Ioty 6.bo I Ungarn: Monatl. PengS 1.60, viertelj. .'eng« 4.20 1 Rumänien: MonatL Lei 45.—. viertelj. Lei 126.— / Bulgarien: Monatl. Lew* 80.—. viertelj. Lewa 80.— Belgien: Monatl. Belga 2.—, viertelj. Belga 6.— I Uehriges Ausland: Mönatl. Schweizer Franken 1.50 3. Jahrgang Wien, Donnerstag, 16. Oktober 1930 (24. Tlschri 5691) Nummer 147 Prof. Albert Einstein über jüdisch-arabische Verständigungsmöglichkeiten Ein Gespräch unseres Sonderberichterstatters Dr. J. R. mit dem Gelehrten Berlin, lü. Oktober 1930. Professor Albert Einstein empfing in seiner Villa in Caputh bei Potsdam Ihren Berichterstatter und äußerte sich in einem längeren Gespräche über die Frage einer jüdisch - arabischen Verständigung wie folgt: „Ich halte es für unmöglich, daß zwei Völker in ein und demselben Lande leben, so Heu, ohne eine regelmäßige Zusammenarbeit auf ökonomischem und politischem Gebiet. Im Prinzip ist daher die Belegung des „Brith- Bchalom“ eine richtige.1 * Eine besonders wichtige Aufgabe besieht darin, daß man mit den arabischen. Massen in Fühlung kommt.' und bewirkt, daß in ihnen das Vertrauen geweckt werde, daß man ihre ökonomische Basis nicht antasten will. Durch geduldige politische Arbeit muß man suchen, den Einfluß der unversöhnlichen Elemente, also jenes Teiles der Berufspolitiker unter den Arabern zu brechen, und ihnen auf diese Weise ihr Wirkungsfeld zu entziehen. Jedenfalls muß man sich vor Augen halten, daß England uns nur helfen kann, wenn wir ihm die Aufgabe dadurch erleichtern, daß wir uns selbst mit den Arabern ins Einvernehmen setzen. Es wird auch notwendig sein, der Pflege der arabischen Sprache ein besonderes Augenmerk zu schenken, weil es unmöglich ist, nvt einer Bevölkerung ohne Kenntnis ihrer Sprache in einen wirksamen Kontakt zu gelangen. Ich möchte hier noch etwas hervorheben, loh bin noch immer der Meinung, daß man versuchen soll, die gemäßigten und politisch nicht akti vis tischen Kreise sowohl der Juden als auch der Araber — also die, welche nicht durch ihren Beruf irgendwie politisch führende Funktionen haben — in regere Beziehungen zu bringen, zwecks Beratung der strittigen Punkte und der gemeinsamen Interessen. Jede Prestigepolitik muß vermieden werden. Es ist klar, daß, weil das jüdische Volk oder vielmehr die Judenheit in erster Linie eine kulturelle Gemeinschaft bildet, man die wirklich wertvollen Elemente unter den Juden nur dann dauernd für das Palästinawerk gewinnen kann, wenn es gelingt, die Araberfrage im Sinne ehrlicher Völkerverständigung zu lösen. In der unmittelbar folgenden Zeit kommt es hauptsächlich auf die wichtige Kleinarbei tslei stung an, und zwar auf das enge Zusammenarbeiten zwischen den arbeitenden jüdischen und arabischen Massen auf gewerkschaftlichem Gebiete. Der Weg, den die „Histadruth“ in dieser Hinsicht einschlägt, ist der richtige. Aber nicht nur ihr allein fällt diese Aufgabe zu. Es mxAlSERSTR. m /**. Alse&str.. * muß in diesem Zusammenhänge.hervorgehoben werden, daß auch der Weg, des Arthur Ruppin mit seinem Kolonisationssystem — Intensivierung der Landwirtschaft usw. — insoweit sein Einfluß ein genügend starker ist,, sowohl in wirtschaftlicher als auch politischer Beziehung der richtige ist. ' Durch fortwährenden Kampf in Palästina werden jene besseren Elemente der Juden abgestoßen, für die dää Paläs&nawbrk als eine Sache, auf idealistisoher1 Basiö 'von größter Bedeutung ist, fwetm isfeh die politischen Fragen im Sinne gütlicher Uebereinkun^t lösen lassen.“ Wien, l„ Herreng. 2 (Ecke Miehaelerplatz) en gros Fabrikspreise en detail Autobus III, 4, 6, 9 Die Aussichten der neuen jüdischen Einwanderung Jerusalem, 8. Oktober. (J. T. A.) Wie die J. T. A. erfährt, finden innerhalb der Exekutive der Jewish Agency Beratungen über die neue Einwanderungsquote statt. Wahrscheinlich wird bei der Regierung um Ausstellung von 2000 Zertifikaten angesucht werden. Die palästinensische Arbeiterorganisation (Histadruth Haowdim) hatte die Anforderung von 2800 Zertifikaten vorgeschlagen. Die Bewilligung dieser Einwanderungsquote für das erste Halbjahr wird nicht eine Freigabe der im vorigen Mai eingezogenen Einwanderungszertifikate zur Folge haben, obwohl schon früher die Forderung an die Regierung gestellt worden war, die eingezogenen Zertifikate vor Einbringung eines neuen Quotenvorschlages freizugeben. Resolution zugunsten der Errichtung des Jüdischen Nation&lheims auf der Konferenz der Labour-Party angenommen Llandudno, 10. Oktober. (J. T. A.) Die von den Poale Zion eingebrachte Resolution, welche sich für die Errichtung des Jüdischen Nationalheims in Palästina äusspricht, wurde von der gegenwärtig in Llandudno tagenden Konferenz der britischen Arbeiterpartei mit großer Mehrheit angenommen. Die Resolution wurde dem Plenum durch Mr. Rosetti vorgelegt und von dem früheren Bürgermeister von Stepney, Stadtrat Frankel, befürwortet. Der Unterstaatssekretär für auswärtige Angelegenheiten, Dr. Hugh Dalton, stimmte der Resolution namens der Exekutive der Arbeiterpartei zu und sprach sich für ein Zusammengehen der jüdischen und der arabischen Arbeiter in Palästina aus. WICHTIG FÜR STOTTERER Dr. S. Uw, Wl»a. V., MItt«r»t«lg 4, lelepbon-Nummer B-37-2-14, betrell St« von dl«*e•» unsngenei'mcn SpraehieiCeo nach eigener Methode. Sprechstunden täglich Von 2 bla 8, Sonntag von w bU (1. Zahlreiche Dankschreiben sowie viele anerkennende Zeitungsartikel »HÄBSBURG« an rufender bequemste quemsre waschragi TEL4 , 12*1-5-20 SERIE t Keine Kandidatur des Zionistischen Landesverbandes für Oesterreich Das Zionistische Landeskömitee teilt mit: Ln der Sitzung des Zionistischen Parteirates vom 9. Oktober 1930 wurde Dr. Georg Weiner zu dessen Obmann gewählt. Nach einem ausführlichen Bericht des Doktor Desider Friedmann über die Wahlen zum österreichischen Nationalrat und über die Stellungnahme der Zionistischen Organisation zu den Wahlen, wurde mit Stimmenmehrheit der Beschluß gefaßt, in der jetzigen Wahlkampagne keine Kandidatur der Zionistischen Organisation Oesterreichs aufzustellen. Für den Antrag stimmten die Allgemeinen Zionisteu und die Hitachduth; gegen ihn stimmten die Revisionisten; die demokratischen Zionisten haben sich der Stimme enthalten. Das Zionistische Landeskömitee behält sieh vor, weitere Weisungen zu erteilen. Zionistenkongreß im Jänner London, 12. Oktober. (J. T. A.) Wie die J. T. A. erfährt, soll der IS. Zionistenkongreß vorzeitig, wahrscheinlich schon im Monat Jänner 1931, einberufen werden. Der Zionistcnkongreß wird vor allem die Aufgabe haben, zur politischen Situation, wie sie sich aus der der nächst erfolgenden englischen Regierung erklärung über die künftige Politik in Palästina - und dem Bericht Sir Hope Simpsons ergeben wird, Stellung zu nehmen. Vor ihrer Wiederwahl durch den Kongreß und ohne Befragung des Kongresses wird die Zionistische Exekutive keinesfalls Schritte von entscheidender politischer Bedeutung unternehmen. Kein freiwilliges Kompromiß iu der Klageinauerfrage Jerusalem, 8. Oktober. (J. 1*. A.) Dienstag, den 7. Oktober, ist die Frist, welche die internationale Klagemauer-Kommission des Völkerbundes den Juden und Mohammedanern zur Erreichung eines freiwilligen Kompromisses in der Klagemauer-Frage gestellt hat, abgelaufen, ohne daß eine Ein* ig erzielt worden wäre. Die Entscheidung wird nunmehr durch die Kdmmissloit autoritativ gefällt werden.