Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 3 (1930)
- Issue
- Heft 146 (9.10.1930)
- Date
- 1930-10-09
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Vitt ■ Um Di Preis 35 CrosdiM lUuieret H * ,3 Verbleite ö C H' 4 <} 03 G i-Ji hS rt- Leset r.* r AbMueneatpralee: Für Oesterreieh: Monatl. 8 1.60, vtsrtelj. 8 4.30. f&Bzj. . 8 10.” / Daulschland: Monatl. Goldnark l.—, rlertelj. Gold mark 3.— I Tseheehtatsitaket: Monatliek Ke 7.—, riertalj. Ke 19.— / Jngioalawtani Monatlich Dinar 14.—. Tierteljflhrllch Dinar 40.— Crsdieliitf 'imft HgdalMloii ttn«f 4itwi«i»faWhr1lw« j "Wiem, I„ JV<iMftcnerc<n«»<»e T — JcfeirUNW li gg-3-a» Pofra: Monatl. Zltty 2.30, Tierielj. Zloty i.BO Dnfear» Monatl. Peng» 1.M, riertelj. Peng» 4.28; Ramäaiaa: Monatl. Lei 45.—. rlertelj. Lei 18».— , Dnlgariea: Monatl. Lewa 80.—. rlertelj. Lewa 80.— Battfan: Monatl. Belga , riertelj. Belga I üebrigw Ausland: Moaail. Schweizer Franken 1.R0 3« Jahrgang Wien, Donnerstag, 9. Oktober 1930 (17* Tischri 5091) Nummer 146 Jtus dem Cestewreitfi vom dien WaMen Itsäiacfktkin in Wien 'Wettüontbveß ftIr das ovlcifeiide ÜVirdttinii lOcie/e Jians Jiewmfs Eine Regierungsverordnung über die Regelung der Klagemauerfrage Jerusalem, 3. Oktober. (J. T. A.) Die von Oberstaatsanwalt Norman Bentwich entworfene Verordnung über die Regelung der Klagemauerfrage wurde vom Bureau der Obeirstaatsanwälts^haft endgültig textiert und wird nach Abschluß des Uebereinkommens zwischen Juden und Mohammedanei^i |n Kraft, treten. In dem Verordnungsentwurf wird ija£ Hecht der Juden, an def klagemauer zu beten, anerkannt, unabhängig davon, ob die Mohammedaner über .ihre Anerkennung des bloßen Rechtes der Juden; auf freien Zugang zur Klagemauer hinausgehen werden! Oder nicht. Weitere Verhandlungen zwischen Juden und Mohammedanern über die'Frage des Gebetsrechtes werden nicht geführt werden, da Rabbinat und Agudah unter dem Drucke der jüdischen öffentlichen Meinung außerhalb Palästinas es vörziehen, die Entscheidung in dieser Frage den Bevollmächtigten des Völkerbundes zu überlassen. Daniel Hopkin über den voraussichtlichen Inhalt des Simpson-Berichtes London. (J. T. A.) ln einer zionistischen Versammlung machte der Abgeordnete der Labour-Partei, Daniel Hopkin, Andeutungen über den voraussichtlichen Inhalt des Berichtes von Sir John Hope Simpson. Der Bericht, meinte Hopkin, werde der englischen Regierung die Auswertung eines größeren Betrages zur Förderung der Einwanderung nach Palästina empfehlen, da Palästina genügend Raum für eine Einwanderung größeren Maßstabes biete. Gleichzeitig aber wird in dem Bericht eine heue Bodengesetzgebuhg und die Schaffung einer gesetzgeberischen Körperschaft vorgeschlagen werden. Abgeordneter Hopkin teilte weiter mit, daß die Regierung demnächst das Programm ihrer künftigen Politik in Palästina veröffentlichen werde; dieses Programm werde wohl die wichtigsten Grundsätze für den Aufbau des Jüdischen Nationalheims berücksichtigen. Jüdische Einwanderung auf breitester Basis und enge Kooperation zwischen Palästina-Administration und Jewisti Agency seien seiner Meinung nach unerläßlich für die Sicherheit der jüdischen Kolonien. Die Palästina- Regierung, sagte Hopkins zum Schluß, muß sich die Politik der britischen Zentralregierung zu eigen machen und ihre Maßnahmen Im Hinblick auf diese Politik treffen. Ist sie dazu nicht imstande, so hat sie die Pflicht, zu demissionieren. mKAlSERSTR.W «C.ALSE&STB. 6 Jom Kippur in Polen Kommunistische Provokationen War sch au. . (J. : T. A;>: . Die Versuche, von kommunistischer Seite, anläßlich des Jom Kippur in Warschau und Lodz antireligiöse pemonsirätionen zu veranstalten, sind gescheitert. Die.Küche des «Bund» in der. Nähe der «Tlontazkir.; Synagoge» in Warschau war -nin J«it Kippttr gje- ' Öffnet . riteiöso die KlubkficU*i vbn «Hund* und linken «PoalelZibii»» zW teU desKol Nidre-Gebetes wurden Arbelteryebahtmlu'hgen abgehalten.In dem Städtchen Gura-Kalvarjä, der Residenz des. «Gerer Rebbe», einem großen chassidischen Zentrum, hißten Kommunisten auf dem Beth Hamidrasch de» Wien, I.i H errengasseZ (Ecke Michaelerplatz) Einführungsschlager: Sole Lavabie ist wasdie noa Blasen . . . . s 3.70 Garantiert eehtfärbig, 100?/, Naturseide riamenao lacaane Krawotfeitseide . . . . S 16.90 Autobus III, 4, 6, 9 'wmnmmmmmmmmmmmmmmmmmmmm «Gerer Rebbe» eine rote.Fahne, die dann von der Polizei entfernt wurde. Sodann hielten die Kommunisten eine Versammlung auf einem Platee zwischen dem Beth Hamidrasch und der Synagoge ah. Während; des Knien« beim Gebete (Korim) drangen zwei unbekannte junge Leute in das Beth Hamidrasch. ein. und versuchten, photographische Aufnahmen zu machen* Die Chassidim wollten dies nicht zulassen, es kam zu heftigen Auseinandersetzungen, in deren Verlauf die Eindringlinge Revotverschüsse abgaben, wodurch eine Panik entstand. Schließlich konnten die Chassidim die Eindringlinge überwältigen und der Polizei übergeben. Der Warschauer jüdische Friedhof beschossen Warschau. (J. T. A.) Am Vorabend des Jom Kippur, während tausende Andächtige nach jüdischer Tradition die Gräber ihrer Angehörigen auf dem Warschauer jüdischen Friedhof itn Gensza- Viertel besuchten, wurde der Friedhof einige Minuten lang von draußen beschossen. Der 58jfthrige Kaufmann Jacob Lewinsky wurde in die Hüfte, die 21jährige Salia Rotstein ins Bein getroffen. Es entstand eine ungeheure Panik, die Andächtigen verbargen Sich hinter, den Grabsteinen, wodurch weiteres Unheil vermieden wurde. Zahlreiche Grabsteine wurden durch die Gewehrkugeln beschädigt. Als die Schießerei aufhörte, traf Polizei ete, konnte aber dicht mehr feststellen, wer die Schützen waren. Eines aber steht fest, daß es sich nicht tun verirrt* Engeln, sondern tun ein verbrecherisches Attentat handelte. «UAfiSfiUSG« anruferv- TEL* * «24-5*90 SSJ1E* Keine jüdische Einheitsfront r bei den Sejmwahlen s Warscha u. (J: T.A.) Der vor kurzem zustande gekommene zionistische .Wahlblock hat beschlossen, mit >der Agudas Jisroel kein Bündnis än-! läßlich der kommenden Wählen zum < Sejm zu : schließen; Somit werden die Zionisten und die Agudisten getrennt zur Wahl marschieren, wobei jede der beiden Gruppen je einige wirtschaftliche Organisationen hintersich haben wird. Das Wahlkomitee der Agudah macht; ip einem Aufruf die Zionisten für das Nichtzustandekommen der jüdischen Einheitsfront verantwortlich, während der Führer der radi-; kalen Zionisten, Grünbaum, und der Misrachiführer . Farbstein: in einer Pressekonferenz darlegten, daß die Einheitsfront darum nicht zustande kommen kdünte,' Weil die Zionisten von ihrem Standpunkt, daß eine' unabhängige jüdische Politik geführt werden müsse, nicht abweichen konnten. ' Antisemitische Kundgebung in Paris Paris. (J. T. A.) Am 28. September kam es in Paris zu antisemitischen Kundgebungen, wie sie seit den Tagen der Dreyfus-Affäre nicht mehr vorgekommen sind. Im Mittelpunkt des jüdischen Viertels, dem sogenannten Tenmelcarreau, bedrohten sechs Camelots du Roi (Mitglieder der Royalistenliga) jüdische Passanten, indem sie Knotenstöcke schwangen und «Nieder mit den Juden!» riefen. Drei Camelots wurden verhaftet und werden vor Gericht gestellt werden. Jüdische und nichtjüdische Passanten nahmen gegen die antisemitischen Demonstranten Stellung, von denen einer durch einen jungen Juden namens Josef Rudetzki niedergeschlagen winde. Konflikt /wischet! Mohammedanern mmi Christen in Jaffa Jaffa. (J. T.-A.) Der von dem HaUaer Friedhofstreit ausgegangene Konflikt zwischen mohammedanischen und christlichen Arabern hat nunmehr auch auf Jaffa Ubergegriffen, wo ein christlicher Araber während des Mittagsgebetes öffentlich die mohammedanische Religion beschimpfte. Dem entstandenen Tumult wurde durch die Polizei ein Ende bereitet. Der christliche Araber Je ward Mansour hat auf den He** ausgeber der Zeitung «Seraat», Abdallah Kalkilieh, ein Attentat verübt Kalkilieh hat zahlreiche Sympathiekundgebungen von Glaubensgenossen aus dem ganzen Lande erhalten. Die Zeitung «Falastin» gibt der Vermutung Ausdruck, daß es sich bei dem Attentat m* einen Racheakt wegen der Ermordung de« Hatfaer christlichen Redakteurs Jamil Bakhri handelt obwohl die Motive de« Attentäters bisher noch nicht aufgBkläät samt*