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Die Stimme · 1930-09-22 · Heft 144 (22.9.1930) · page 1

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Journal
Die Stimme
Volume
3 (1930)
Issue
Heft 144 (22.9.1930)
Date
1930-09-22
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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Elui 5690) Nummer 144 Zionistische Zielsetzung Erklärung der Zionistischen Exekutive über die Ziele des Zionismus London, 15. September. Die Diskussion über zionistische Zielsetzung auf der letzten Tagung des Aktionskomitees in Berlin hat eine Reihe von irrigen und irreführenden Kommentierungen in der Presse gefunden. Um die öffentliche Meinung authentisch über die Ziele der Bewegung zu informieren, verlaoitbart das zionistische Zentralbureau neuerlich die folgende Erklärung, die Naihum Sokolow auf der Berliner Tagung in Uebereinstimmung mit Dr. Weizmann abgegeben hat: Das Grundprinzip des Zionismus findet seinen Ausdruck im ersten Satz des Baseler Programmes von 1897: «Der Zionismus erstrebt für das jüdische Volk die fcöhäffting einer öffentlich-rechtlich gesicherten Heimstätte in Palästina.» Dieses Programm fand auch in der Baifour-Deklaration Berücksichtigung, welches die Er* richtung eines jüdischen Nationalheimes in Palästina proklamierte, und wurde später in das Palästina-Mandat aufgenommen. Dieses Programm bildet auch in Zukunft die Grundlage zionistischer Politik. In ihrer Antwort auf die Interpellation des Misrachi bezieht sich die Exekutive auf die Aussage, die Harry Sacher auf Grund von Instruktionen seitens Dr. Weizmanns vor der Shaw- Kommission gemacht hat: «Wir verlangen freie Einwanderung ohne künstliche Beschränkung, damit wir als jüdisches Volk in die Lage kommen, alle unsere Kräfte zur größtmöglichen Entwicklung dieses Landes zu verwerten und Juden zu ermöglichen, in das Land; zu kommen und hier Zivilisation zu schaffen. Auf Grund des Mandates erwarten und verlangen wir von der Regierung, daß sie ihre Aufgabe, unser Werk zu erleichtern, erfülle. Als Ergebnis dieses natürlichen Entwicklungsprozesses ist es möglich und, ich sage es frei heraus, es ist unsere Hoffnung, daß dieses Land einmal eine jüdische Mehrheit haben wird. Welche politische Formen diese Gemeinschaft annehmen wird, weiß ich nicht und will es auch nicht Voraussagen. Eines ist auf aWß Jälle si^heri-lk.^ Absicht der Juden., irgendein anderes^Lande mbeheftsote,; wie sie sich auch nicht von einem änderen Volke beherrschen lassen wollen.» Die Mitteilung des zionistischen Hauptbureaus stellt fest, daß die vorstehende Erklärung der Exekutive vom Aktionskomitee gutgeheißen wurde, und daß das Aktionskomitee mit 24 gegen 2 Stimmen Dr. Weizmann aufforderte, seine Demission zurückzuziehen. Beachten Sie in unserer heutigen Rosch-Haschanah-Festmimmer u. a. folgende Aufsätze und Berichte: Dr. A. J. Brawer (Jerusalem): Schana ba Aretz. Dr. David Feuchtwang: Zur Jahreswende. Dr. Z. F. Finkeistein: Hans Herzls letzte Nacht. Ein Schattenbild. Dr. Oskar Grünbaum: Ein Jahr zionistischer Arbeit. Dr. Martha Hof mann: Des jungen Börne Abschied von Berlin. Kuczynska: Die Seele Israels. Dr. Löwenstein: Rosch Haschanah. Benno Neumann: Gerschele Handle. Dr. Th. Nussenblatt: Die Tragödie Hans Herzls. Dr. Jakob Rosenth&l: In memoriam Louis Marehall. David Rothblum: Der Seiher. Marek Scherlag: Erinnerungsblatt. Irma Singer: Drei Gedichte aus „Licht im Lager“. S. Weinreb: Die Bedeutung des arbeitenden Palästina. Prof. Julius Wolfsohn: Erziehung zur jüdischen Musik. Hoovers Glückwunsch an die Juden Amerikas Vnläßlich des jüdischen Neujahrsfestes Präsident Hoover hat anläßlich des bevorstehenden jüdischen Neujahrsfestes nachstehende Botschaft an die amerikanische Judenschaft erlassen: „Ich sende der loyalen und dem Staate ergebenen jüdischen Bevölkerung, die in den nächsten Tagen das Neujahrsfest feiern wird, meine herzlichsten Glückwünsche. Das jüdische Volk hat durch zahllose, unschätzbare Werke zum menschlichen Fortschritt beigetragen. Unter diesen Werken ist ihr Beitrag zum geistigen Leben der Menschheit der bedeutendste. Alle Mitbürger, ohne Unterschied von Glaubens- und Stammeszugehörigkeit, vereinigen sich, um CESCHKA m KAtsER5TR. m # Alserstr, 6 »HÄBSfiUftG« anrufenäschtagf TBL* * ' 8 2<t-5-20 SffilG *. der Judenschaft, anläßlich des bevorstehenden Neujahrsfestes, ihre freundschaftliche Gesinnung und Glückwünsche zum Ausdruck zu bringen.“ Kanada hat für Antisemitismus nichts übrig,— Aeußerungen des neuen kanadischen Ministerpräsidenten Banff, Kanada, 9. September. Der neue Ministerpräsident von Kanada, R: B. Bennett, gab der Berichterstatterin der J. T. A., Betty Roß, ein Interview, das namentlich im Hinblick auf die jüngsten antisemitischen Manifestationen im französischen Bevölkerungsteil Kanadas von Bedeutung ist Der neue Regierungschef präzisierte seine Stellung zu den. Juden in folgender Weise: Wir können es in Kanada nicht verstehen, wenn wir hören, wie andere Länder durch antisemitischen Apfruhr und judenfeindliche Unruhen aufgewühlt werden. Wir wissen nicht, wohin die judenfeindlichen Empfindungen eigentlich zielen. In diesem Lande arbeiten Menschen jeder Herkunft gemeinsam für die Wohlfahrt de;j gemeinsamen Vaterlandes. Wir haben keine Zeit, unsere Energien in Streitigkeiten untereinander zu vergeuden. Wir müssen nur das Buch Leviticus vornehmen, um die Weisheit der alten Juden zu erkennen. Wir schätzen uns glückKch, ihr geistiges Erbe, als ein Aktivum unseres Landes zu besitzen. Seit unvordenklichen Zeiten haben die Schätze det Vergangenheit dieses Volkes Schönheit und Kunst m jedes Land gebracht, in das sie gelangt waren. Neuregelung der Flüchtlingsfragen durch den Völkerbund Gent (J. T. A.) Die interstaatliche Ftüchtlingskommission hat in ihrer Sitzung vom 4. September die dem Völkerbundrat zu unterbreitenden Vorschläge über die künftige Organisation des Flüchtlingswerkes endgültig formuliert. In Zukunft soll es dem Generalsekretär des Völkerbundes obliegen, Status und rechtlichen Schutz der Flüchtlinge zu sichern, während die Aufgabe der Flüchtlingshitfe in Form von Erleichterung der Niederlassung und Existenzgrflndung einem selbstständigen Institut zufaUen wird, das hn Rahmen des Völkerbundes errichtet werden solL * TuOTZ- B'L^KEIT-QUAt|TAr5W^n^ iS JLä TU h (

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