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Die Stimme · 1930-09-04 · Heft 141 (4.9.1930) · page 8

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Journal
Die Stimme
Volume
3 (1930)
Issue
Heft 141 (4.9.1930)
Date
1930-09-04
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
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Sette & OIE STIMME ■MÜNftiMMi Nf. 141 Grabsteine Friedländer & Deutsch Wien, L, Settenstettengass« Sr. 8 Tel. ü 88-1*28 XI.» Zantralfriedhof, neben dem t. Tor, Tel. Ü 18-0-85 Sprechsaal der „Stimme“ (Für die MRtenungea, die In dieser Rubrik erscheinen, Übernimmt die Redaktion keine Verantwortung.) Sehr geehrte Redaktion! Ich ersuche höfl. um Aufnahme folgender Zeilen in Ihrem gesch. Blatt. «Die Neue Welt» hat letztens ihr Interesse für hebräische Literatur entdeckt. Aber nicht etwa, wie man es, da es sich doch ufn ein zionistisches Blatt handelt, vermuten könnte, durch Uebersetzungen aus der hebräischen Literatur, durch Artikel, oder wenigstens Notizen über die Entwicklung der hebräischen Kultur, des palästinensischen Schrifttums u. dg!. Welt gefehlt! Ein Mitarbeiter dieser Zeitung hat für nötig gefunden, den palästinensischen Dichter Schlionsky wegen eines Vor kurzem in der «Neuen Freien Presse» veröffentlichten Interviews anzugreifen, weil er es wagte, über die speziell palästinensische Literatur zu sprechen, ohne u. a. die Dichter Bialik und Tschernichowsky zu nennen, deren Schaffensperiode ia gar nicht in den palästinensischen Rahmen hineingenört. (Nebenbei gesägt, jener Tschernichowsky, dessen sich «Die Neue Welt» bei dieser unrichtig gewählten Gelegenheit annimmt, wurde in eben dieser Zeitung, als er sein Jubiläum in Wien feierte, vollständig totgeschwiegen.) Ebenso war der Mitarbeiter der «Neuen Welt» entrüstet, daß Schlionsky in seinem Interview die nicht mehr bestehende palästinensische Oper wie auch das «Theatron Haiwri», das schon vor mehreren Jahren zu spielen aufgehört hat, nicht erwähnte. Ich versuchte, gegen diese oberflächliche Kritik in einem Brief an «Die Neue Welt» Stellung zu nehmen. Mein Schreiben wurde aber nicht veröffentlicht, und da ich inzwischen in der «Neuen Welt» angegriffen wurde, bin ich gezwungen, diesmal pro domo sua, in einem anderen zionistischen Blatt das Wort zu er- , greifen. ’ In der letzten Nummer der «Neuen Welt» erschien in der Rubrik «Rundschau» eine nichtgezeichnete Glosse, deren; Verfasser sich über meinen Aufsatz über die «österreichische Tanzkunst», der in der palästinensisch-literarischen Zeitschrift «Ketubim» erschien, aufregt. Daß ich für den anonymen Verfasser dieser Glosse ein «Literat aus Tel Aviv» i bin, dagegen kann ich nichts machen. Aber daß ich auch i ein Verbrecher bin, weil ich mir erlaubte, über «Rhythmus, -Impuls, Spannung» also rein künstlerische. Angelegenheiten, zu berichten, ist zumindest — interessant. Der anonyme Verfasser findet es nämlich empörend, idaß ich über Tanzprobleme in einem palästinensischen! J Blatt berichte, und dichtet mir bei dieser Gelegenheit sogar an, daß ich die Vertreter dieses Tanzgeistes aus Wien in 'das «gesperrte Palästina» hinüberzuschmuggeln gedenke. jZur Zeit, als Palästina für Chaluzim gesperrt ist, ist es eben! einem «Literaten» nicht gestattet, über Kultur- und Kunstprobleme zu schreiben. Bei dieser Gelegenheit gibt der erlwähnte Herr auch seiner Empörung Ausdruck, daß man Ibei uns mit «einem Herrn Werfel tiefsinnige Gespräche jführt». Den Lesern dieses Blattes will ich die Entscheidung überlassen, ob Boshaftigkeit oder Ignoranz den Verfasser Ider Glosse veranlaßten, das zu schreiben. An dieser Stelle;möchte ich bloß feststellen, daß die schaffenden Künstler -von Erez Israel immer wußten und auch heute wissen, was |sie zu tun haben. Wenn «Die Neue Welt» auf Suche nach einem «Material» ist, so bin ich gerne bereit, ihr noch so manches zu [liefern. So erschien' letzten Sonntag im «Neuen Wiener -Journal» ein Interview mit mir über das Theater in Palä- [stina. Es wäre ja so leicht, mich deshalb anzugreifen, da idoch vieles, was in diesem Interview veröffentlich worden ist,; einer Richtigstellung bedürfe. So z. B. daß die Habimah in 'Moskau von Zemach geleitet war und nicht von Gnessin, dem Leiter des Hatheatron Haarzi-Israeli u. v. a. Ich würde mich keinesfalls mit dem anonymen Verfasser der obenerwähnten Glosse in eine Polemik eingelassen! haben, wenn nicht die Notwendigkeit, meinem tiefen Schamgefühl Ausdruck zu geben, daß es nach einem Jahrzehnt positiver Aufbauarbeit und Kulturlebens in Erez Israel zionistische Blätter gibt, die sich bemühen, dem hebräischen Schriftsteller auf jede mögliche Weise zu beweisen, drß sie noch immer im finstersten Galuth stecken. Dies und nichts anderes hat mich veranlaßt, diesen Brief zu verfassen. Mit dem Ausdruck vorzüglicher Hochachtung- Dr. Jakob H o r o w i t z, Tel-Aviv, dzt. Wien. I Jüdischer Sport Hekoah—Weiße Elt 2:1 (0:1). Wftcker-Platz. 1500 Züschatter. Schiedsrichter Deiks Nach hartem und aufregendem Kampfe konnten die Hakoahner ihren mit unglaublicher Zähigkeit kämpfenden Gegner nur mit knäpper Mühe niederzwingen, und. es verdient, festgehalten zu werden, daß selbst dieser keineswegs eindrucksvolle Sieg bis zur letzten Minute in Frage stand. Die Weiße Elf, die erst kürzlich vom B. A. C mit 8:0 abgeführt wurde, trat diesmal wesentlich verstärkt an und kämpfte überdies, wie eingangs erwähnt wurde, mit verbissener Energie, so daß die Hakoahner das Siegen nicht so leicht hatten als ihre Konkurrenten aus der Brigittenau. Das Antreten von Mausner und Stroß war für den Erfolg entscheidend und speziell der kolossale Eifer Mausners verdient ganz besonders hervorgehoben zu werden. Diese beiden sind nebst Feldmann die einzigen Spieler der Mannschaft, die bereits vollkommen fit zu sein scheinen. Alle Übrigen sind in keineswegs blendender Kondition, und dies dürfte nebst dem Erstarken der konkurrierenden Vereine auch der Grund hleftir sein, daß die jüdische Mannschaft heuer um Punkte, die ihr vor zwei Jahren nahezu mühelos zufielen, wirklich kämpfen muß. Hakoah beginnt mit schönen Angriffen, wobei scharfe Schüsse Amsters, Mausners und Donnenfelds vom Vorzüglichen gegnerischen Toi ater mit Glück und Geschick, öfters auch mit Hilfe der Torstangen, abgewehrt werden. Trotzdem gefällt die Hakoah weitaus besser als in der Vorwoche, hat aber wenig Glück. Als ’die Gegner in der 27. Minute nach einem Durchbruch in Führung gelangen, wächst ihr Selbstvertrauen im gleichen Maße, als die Zuversicht der Hakoahner einer nicht ganz berechtigten Nervosität Platz macht. Fifr die Blau-Weißen folgen nun bange Minuten und erst gegen Schluß der ersten Halbzeit erholen sie sich anscheinend von ihrem Echec. Nach Halbzeit stürmen die mit umgestellter Angriffsreihe antretenden Hakoahner mit großer Energie und speziell Stroß und Mausner arbeiten mit Volldampf, während die Flügelhalves zeitweise ganz auslassen. Gelegentlich eines Gegenangriffes der Weißen Elf kickt Scheuer den Ball über das halbe Feld zum freistehenden Mausner, der nach kurzem Frontalvorstoß aus geringer Entfernung das Spiel einstellt. Hakoah ist in Schwung und endlich gelingt es Stroß, aus einem Corner Fischers m-it prächtigem Kopfstoß den siegbringen len Treffer zu erzielen. Gegen Schluß werden die Gegner offensiv underzwingen einige Corner, die aber zur großen Erleichterung der Hakoahner erfolglos bleiben. Schiedsrichter Deiks beging zahlreiche Fehler , durch die speziell die jüdische Mannschaft stark betroffen wurde. Sp. Amtliche Verlautbarungen der israelitischen Kultusgemeinde Wien Hebräische Sprach- und B.beschule der Israelischen Kultusgcmeinde, Wien, XX., Othma.gasse 46. Die Einschreibungen für das Schuljahr 1930 31 f:nden an folgenden Tagen statt: 1. Für die hebräischen Sprach- und Bibelkurse (Methode iwrth b’iwr!th): Moniag. den 15. September, Dlensla;, den 16. Sjptejibcr, unu Mittwoch, den 17. September, ’ jedesmal von 3 bis 7 Uhr nachmittags, im Saale 1. 2. Für die Leceun-d B'rbelkurse (Melfnde der Wie-ner öffent ichen Schulen) : Montag, den 15. September, und Mittwoch, den 17. September, jedesmal von 3 bis 5 Uhr nachmittags, im Saale II. 3. Für den Talmud- und Barmizv/c.hkurs: Sonntag, den 14. September, von J2P b!s JO Uhr vormittags, ird Montag, den 15. September, von 2 bis 3 Uhr nachmittags ledesmal im Saale II. Wien, 1. Scp ember 193Ö. Der Vo-stand der Israel. Kultusgemeinde Wien, Austritte aus dem Judentum Temer Adolf, 6. August 1905, II., Gr. Sperlgasse 8/25.— Temer Rathon, 17. Mai 1930, II., Gr. Sperlgasse 8/25. — Broch Paul, 22. Juni 1897, II., Schiffmühtenstraße 58/10. — Daffas Emil, 30. Dezember 1897, I., Schottenring 3. — Abeies Elsa, 2. Juli 19Ö0, VII. Keffermanngässe 3. — Dr. Jung Hermann, 10. August 1873, Mannswöfth. — Kätjsta öirete, 30. Februar 1905, XVII., Hauptstraße 113. — Steiner Marie geb. Stehar, 14. Dezember 1903, XX., Wintecgasse 21/7. — Schmerzier Hermine, 18. Jänner 1901, IX., Seegasse 17. Mitteilungen des Keren Kajemeth Wien, Kärntnerstraße 28, Telephon R 27-3r20, Postsparkassenkonto 100.208. Ausweis Nr. 21. Summe der Eingänge vom 11. bis 28. August 1930 S 614.08; Summe der Eingänge von Rosch Haschanah 5690 S 127.380.53. Spezifikation der Eingänge nach Spendenarten. Allgemeine Spenden S 278.38; Büchsen S 190.11; Bauinspenden S 139.40; Imitaschen S 3.10; Gold. Buch S 3.09. Spezifikation der Eingänge nach Bezirken und Gruppen geordnet: Zentrale: S 400.51; B e t i r ke: II. 5.—; III. 10.50; Föderationen: «Hitachduth» 2.—; Sonderverein i g u n g e n: Verband demokr. Zionisten 23.90; «WIZO» 2.—; Akad. Verbindungen und Vereine: J. A. V. «Makkabäa» 12.49; ‘Aktionskomitee der Zion. Mittelschülerschaft Ofrsterreichs: V, Z. M. 26.—; V. Z. M. Sektion IX. 2.68; Jugendvereine: «Brith Trumpeldor» 28.78; Gdud Zirim 2.—; Histadruth Gordonia 3.09; J. S. A. J. 2.—; Makkabi 49.63; Provinz; Erlaa 10.—; Krems 2.—; Mödling 31.50.. Allgemeine Spenden S 278.38. Dr. Rudolf Berl 10.—; Dr. Heinrich. Hammer 3;—; Dr. Michael Feuerstein 10.—; Sammlung, bei Hochzeit Steiner-Kaufer durch Ing. Mährer 34.—; Heinrich Käufer 10.—, diverse 24.—; Berta Ekstein 10.—r-;. Grete Zellinek. 5.—; Cipe und Chana Müller 4.—; Feuerversicherungs-Vergütung 116.20; A. Haftmann 10.—; Berl Padawer 5.—; Josef Safier 3.—; Bernhard Giünhut 5.—; V. Z.- M. durch Isäk Blumenfeld Sammlung am Semmering 26.—; Siegmünd Salomon 10.—. jl BÜCHSEN «n 1 Büchsen S 190.11. III. Bezirk: Frau Hermine .Spitzer,46.—; Bethau* «Schomer Israel» 42.92; X 1X. B e z i r k: durch med. Oswald Chalzel: Leerung in der Grinzinger Baracke 12.49. BAUMSPENDE t ChaJes-Wald (78. Liste). Für Jetty Mamber-Garten: Bernhard Ma.mber 2 Bäume a. N. Fanni und Arthur Wolfmann anl. lOjähr. Hochzeit 21.—; Heinrich Wolfmann, Haifa 10.50; Für Relly Infeid s. A.-Garten: Gustav Infeld 2 Bäume a. N. Abraham Meier Infeld an!, s. Todestages 21.—; Familie Halbersiamm a. N. Frau Pauline Halberstmm anl. d. Begräbnisses 10.50; NI N. 10.50; Nissan Taffet 1 Baum a. N. Emanuel Kampf anUBar. Mizwah 10J50; Für Hauptinann-Hain; durch Wittlin: Dr. Hellmann 23.90; Dr. Sukmann, Mödling, 3 Bäume a. N. s. Tochter Gerda Sukmann 31.50, Imitaschen S 3.10. Benno Posaner S 3.10. Lebensversicherungs- Gesellschaft res GEGRÜNDET IM JAHRE 1889 . , . 2500 Millionen Schilling , , . . 800 Millionen Schilling . . 125 Millionen Schilling . * . * 28 V» Millionen Schilling Versicherangabestand per Ende Juni 1980 . . . Garantiemittel per Ende 1929 . ... Prämienand Zinaenewnabmen im Jahre 1929 . Auszahlungen an die Versicherten ira Jahre 1929 Tätigkeitsgebiet der Gesellschaft: Oesterreich, Deutsches Reich. Tschechoslowakische Republik, Belgien, Holland. Frankreich, Spanien. Italien. Ungarn. Polen. .Jugoslawien. Bulgarien, Griechenland, Rumänien, Palästina, Syrien. Türkei, Aegypten, Die Gesellschaft schließt zn büligen Prämien und günstigen Bedingungen Kapitals- und Rentenversicherungen jeder Art ah Neuetngefiihrt; kindbr-versorgungs-versicherung (Auszahlung eines Kapitals bei Verheiratung, Studienboitrag, Rückerstattung der eingezahlten Prämien bei Ableben des Kindes) , Inraliditätaveraicherung (Zahlung einer Kente bei Eintritt der Erwerbsunfähigkeit und Auszahlung des versicherten Kapitals nach dreijähriger Lauer der Invalidität) BV7K1 GOLDENES SUCH Tn 130^ Goldbuch S 3.09. Ester Schwarz für Goldbuch Stella Meller-Ing. Siegfried Horowitz 3.09. Plcimift aus gutem jüdischen Hause bittet um Arbeit gegen mäßigste Kntlohnuny. Gfl. Zu schritten erbeten unter „Ehrlich und fleißig“ an die Kxp! d. Blattes. E^rnhard Kohn mr WIEN, I., HIMMELPFORTGASSE 20 jßk KLAVIERE ln allen Praialagen, neu von 81440 an ' Kinder was en *om emlavhsisn Di* /um '*iQ*ian Q*«r* «r«*ugl ENGELBERG $ UälUUUVUllU F'llei« XX. KtO.i*mWJ»vre«r*tr.0* 01 BJUipt* EinifautM|u«ll*. U4b«rx«ugim S((» aid« Eigentümer. Verleger und Herausgeber; Zioiusi.^iier L ndej>veibaniJ lür Oestmeicb. Wien. I., Ka.mneiswaise 28. — Verantwortlicher Redakteur; Dr. Sigmiind PinkeisteiiL Wien. I.. Raubensteingasse l. - Druck Mim». Wien. VU.. LeicbcnfeWerstraße 1. *«*«««*• ^igmmw mastem.

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