Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 3 (1930)
- Issue
- Heft 140 (28.8.1930)
- Date
- 1930-08-28
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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e JQUV o DIE STIMME Mr. 140 i/ |:i $,.; r. ' ¥! r Grabsteine Friedländer & Deutsch Wien, L.Seltengtettengasse Nr. 2 Tel. ü 28-1-28 II., Zentralfriedhof, neben dem 1. Tor, Tel. Ü 18*0-85 ist. Unter «Garage» sehen wir wie man sich bemüht, das «Problem» Auto auch hinsichtlich der Raumfrage zu lösen. «Frankreich» wird überflogen (12 Karten, viele Statistiken, Uebefsichten usw., «Französische Kunst» mit 47 teilweise bunten Bildern). Ein Besuch bei einem Kunstgeschichtler unterrichtet uns über «Fälschungen in der Kunst». Die soziologischen Verhältnisse in Deutschland erscheinen in unserem Blickfeld: «Frauenarbeit im Kulturleben»: 11,4 Millionen erwerbstätige Frauen gab es 1925 in Deutschland. Frankfurt am Main (Stadtplan), Freiburg i. Br., der Gardasee (Karte und buntes Bild), «Fischerei» mit 32 Abb., «Forstwirtschaft», «Forstschädlinge» (32 Abb.) werden überflogen. Weiter geht der Geistesflug durch alle Erscheinungen des menschlichen Lebens, die von den Buchstaben F bis Gar umspannt werden. Eine Hebräische Dissertation an der Budapester Universität. Die Budapester Peter-Pazmany-Univers|tät hat in diesem Jahre zum erstenmal eine in hebräischer Sprache abgefaßte Arbeit als Doktor-Dissertation angenommen. Es handelt sich um die Arbeit des Hörers des Landesrabbinerseminars Paul Hirschler, der zum Buche «Esther» in hebräischer Sprache einen Kommentar geschrieben hat. Er hat seine Prüfung mit summa cum laude bestanden. Der Fall Dreyfus im Tonfilm. Am 16. August fand im Cloria-Palast, Berlin, die Uraufführung des Tonfilms «Dreyfus» von Heinz Goldberg und Df. Fritz Wendhausen, Produktion Richard Oswald-Tobis, statt. Die jüdischen Hauptfiguren des Films, Alfred und Lucile Dreyfus, werden von den bekanntesten jüdischen Vertretern ihres Rollenfachs, Fritz Kortner und Gfete Mosheim, dargestellt. Am tiefsten erschüttert zeigten sich die Zuschauer bei dem wunderbar gesteigertem Rufe Kortners nach der Verhaftung «Ich bin unschuldig, unschuldig ... .!» und dem Aufschrei des Obersten Picquart (Albert Bassermann) gegen die heuchlerischen Vertreter der «Ehre der Armee»: «Ob Jude oder Christ — Wahrheit, Gerechtigkeit und Gleichberechtigung der Bürger sind unsere Aufgabe. — Ich werde dieses Geheimnis nicht mit ins Grab nehmen!» Spontan ertönte hier aus dem Zuschauerraum der Ruf: «Denkt an Philipp Halsmann!» Tonfilm in Palästina. Vor einiger Zeit wurde in Palästina; der erste Tonfilm aufgeführt. Zunächst wurde seitens des Stadtrates von Tel-Awiw und seitens der «Liga zur Verteidigung der hebräischen Sprache» gegen die Aufführung englischer Tonfilme in Tel-Awiw protestiert, schließlich aber wurde die Aufführung doch zugelassen. Dies wurde erleichtert durch die Zusicherung, daß auch hebräische Tonfilme in Vorbereitung sind. Die erste in Palästina vorgeführte hebräische Töhfilmaufnähme war die Einweihung des neuen Gebäudes der Nationalbibliothek. Gleichzeitig wird mitgeteilt, daß Aufführungen der «Habimah» und des «Ohel» tonfiTmisch aufgenommen werden sollen. Der erste Tonfilm dieser Art soll der «Dyfuk» sein. Es gibt auch schon ein hebräisches Wort für Tonfilm, nämlich «Sch’ma-noa». (Das stumme Kino heißt «Rei-noa».) Es soll in Jerusalem auch ein Historischer Film aufgenommen werden und zwar von einer neugegründeten «Judaca Pictures Corporation». AUS ALLER WELT Was ist das, ein Rabbiner? Rabbi Abraham Burstein sieht sich genötigt, diese Frage in der Zeitschrift «The Jewish Tribüne» vom 16. Juli ru beantworten, um damit ein «Krebsübel im religiösen Leben der amerikanischen Juden» aufzuzeigen. Er erzählt: Während einer Bahnfahrt sprach ihn ein Christ an und ersuchte ihn, da er doch ein Rabbiner sei, ihm Whisky zu besorgen. Rabbi Burstein hatte nun Mühe, den Bittsteller darüber zu belehren, daß ein ehrenhafter Rabbiner mit Alkoholschmuggel oder-Verkauf nichts zu tun habe. Diesen beschämenden Vorfall führt Burstein auf den Mißbrauch der Bezeichnung «Rabbi» zurück, behauptet, daß nicht einmal die Juden in Amerika wissen, wer das Recht habe, sich als Rabbi zu bezeichnen und führt aus: Nicht jeder Jude mit einem weißen Bart, langem Rock, schwarzem Seidenkäppchen, auch nicht jeder altmodische Lehrer, der Privatstunden zu niedrigen Preisen gebe, auch nicht der Beschneider, Schächter, Verkäufer von Gebetbüchern usw. sei Rabbiner. Es komme allerdings häufig vor, daß Schächter, Kantoren usw. sich den Titel Rabbiner anmaßen, da der Titel gesetzlich nicht jenen Männern Vorbehalten sei, die ihn auf Grund ihres Lebenswandels und ihrer langjährigen jüdischer- Ausbildung verdienen. Burstein erzählt von dem schmutzigen Konkurrenzkampf dieser Pseudorabbiner, die oft gute Stellen ergattern, und von der hiebei betriebenen Reklame, die sich sogar des Radios bedient. Der Ansager verkündet zum Beispiel: «Rabbi, der eben sprach, wohnt ..... seine Telephonnummer lautet . . . ., er bietet seine Dienste für Hochzeiten und andere Zeremonien an und garantiert seinen Klienten, daß sie zufrieden sein werden.” Rabbi Burstein erzählt noch ändere skandalöse Fälle auf, erwähnt die Bemühungen der wirklichen Rabbiner und ihrer Organisationen um die Ausmerzung der Schädlinge und ruft die Juden Amerikas zur Mithilfe und damit zur Reinigung des religiösen Lebens auf. Seltsamkeiten aus der jüdischen Geschichte Poppaea, die Gemahlin Neros, wurde in einem jüdischen Sarge, dem einzigen unter den vielen Urnen, in der Gruft der Julier beigesetzt. Karl der Große gründete in Narbonne eine talmudische Hochschule. Die französischen Juden des Mittelalters pflegten Ihre Särge aus dem Holze der Tische zimmern zu lassen, auf denen sie die Armen gespeist hatten. Sultan Soliman der Große bemannte seine Flotte hauptsächlich mit Juden und Griechen, weil diese damals im Türkischen Reich als die besten Seeleute galten. Bei der Straßburger Judenverfolgung Anfang des 15. Jahrhunderts wurden 6000 Juden auf ihrem Friedhofe lebendig verbrannt. Früher wurden in Polen alle Juden, die sich zum Christentume bekehrten, dadurch, sofort adlig. Das reichsunmittelbare Burggrafentum Rheineck verfügte über dreizehn Untertanen, darunter einen Juden, der allein die Steuerlast dieses ganzen «Vaterlandes» zu tragen hatte. Die Aebte von St. Blasien und die Aebtissin von Lilienthal verboten bei Todesstrafe, Geld von Juden zu leihen. Jüdischer Sport Ein schlechter Anfang Hakoah—Simmering 2:2 (2:1). Meisterschaft, Wacker- Platz, 2000 Zuschauer, Schiedsrichter Meznik. Gleich im ersten Meisterschaftsspiele in der zweiten Klasse leisteten sich die Blau-Weißen einen vollständigen Versager und mußten an den als Außenseiter betrachteten Gegner einen wichtigen Punkt abgeben. Der Umstand, daß die Hakoahner eine volle Halbzeit mit 10 Mann spielen mußten, da Berson gleich nach half-time wegen einer Fußverletzung ins Spital gebracht wurde, kann nicht als Entschuldigung vorgebracht werden. Durch 45 Minuten spielte die jüdische Mannschaft komplett und konnte während dieser Zeit absolut keine Ueberlegenheit geltend machen. Es hat den Anschein, daß die Mannschaft zum ersten Kampfe bereits überspielt angetreten ist. Jeder einzelne der Simmeringer war seinem Gegner in punkto Schnelligkeit und Aufopferung überlegen, so daß die Hakoahner noch von Glück sagen können,,aus deisem Unglücksmatch wenigstens einen Punkt gerettet zu haben. In Zukuijft werden sie von der ersten Minute an ehrlich kämpfen müssen, wenn sie nicht ähnliche unliebsame Ueberraschungen erleben wollen, da die heurige Meisterschaftskampagne keinesfalls als strategischer Spaziergang gewertet werden darf. Tempora mutantur! Der einzige vollwertige Spieler der Hakoah war Oppenheim, die Verteidiger waren schlecht bei Stoß und taktisch auch nicht immer auf der Höhe. Unter jeder Kritik spielte die noaininiapianiaiaiaiDino mm® Lebensversicherungs- Gesellschaft 2500 Millionen Schilling 300 Millionen Schilling m GEGRÜNDET IM JAHRE 18 82 Versicherangsbestand per Ende Juni 1930 Garantiemittel per Ende 1929 . Prämien- und Zinseueinnahmen im Jahre 1929 125 Millionen Schilling Auszahlungen an die Versicherten im Jahre 1929 .„•••• 287t Millionen Schilling Tätigkeitsgebiet der Gesellschaft: Oesterreich, Deutsches Reich. Tschechoslowakische Republik, Belgien, Holland, Frankreich, Spanien, Italien, Ungarn, Polen, Jugoslawien, Bulgarien, Griechenland, Rumänien, Palästina, Syrien, Türkei, Aegypten. Die Gesellschaft schließt zu billigen Prämien und günstigen Bedingungen Kapitels- und Rentenversicherungen jeder Art ab Neueingefflhrt: . : . KINDER-VERSORGUNGS-VERSICHERUNG (Auszahlung eines Kapitals bei Verheiratung, Studienbeitrag, Rückerstattung der eingezahlten Prämien bei Ableben des Kindes) Invaliditätsversicberung (Zahlung einer Rente bei Eintritt der Erwerbsunfähigkeit uiul Auszahlung des versicherten Kapitals nach dreijähriger Dauer der Invalidität) i s. $ i ‘ iUBM SS Halves-Reihe, in der nicht ein Mann wirkliches Können z:' Löwinger war in seiner diesmal gezeigten Form alles eher .. s ein idealer Mittelläufer und konnte in den zerfahren arbeitenden Sturm kein System bringen. Liebermann spielte ambitioniert, aber schlecht, so daß Placzek der’"einzige Läufer war, der bescheidenen Anforderungen entsprechen konnte. Wenn aus dem Sturm ein Mann hervorgehoben werden soll, so ist dies Katz, der noch schlechter war als seine Nebenleute. Es ist bezeichnend für die Unfähigkeit dieses Sturmes, daß beide Tore Zufallsprodukte waren. Ströß und Mausner, die Amerikagelüste haben, wirkten bei diesem Match als Tribünenbesucher mit. Es hat den Anschein, daß die Hakoah auf diese gerade für die zweite Klasse sehr wichtigen beiden harten Spieler nur sehr schwer wird verzichten können. Spielverlauf: In der 11. Minute erzielt Stern aus einem Elfer die Führung, die nach einer unnötigen Spielerei Heß in der 30. Minute verloren geht. Eine Minute vor Halbzeit geht Katz aus klarer off-side-Stellung davon, flankt und Heß er- :r!elt neuerlich die Führung. Dieser irreguläre Treffer sollte den Hakoahnen zum Verhängnis werden. Nach Halbzeit arbeiten die erbitterten Simmeringer mit ungeheurer Wucht und kühlen sich ihr Mütchen zunächst an dem H’akoah-Verteidiger Berson, der mit einer Knochenabsplitterung ins Spital gebracht werden muß. Gleich darauf erhält Löwinger einen saftigen Tritt, der seine Kampffähigkeit für die restliche Spielzeit erheblich vermindert, so daß er mit Placzek Platz tauschen muß. Heß ging für Berson in die Verteidigung. Eine glänzende Chance bietet sich Stein anläßlich eines Frontaborstoßes, doch verliert er in aussichtreicher Stellung den Ball. In der Folge haben die Hakoahner schwer zu kämpfen, um das Resultat zu halten, können es aber nicht verhindern, daß die Simmeringer in der 12. Minute das Spiel neuerlich einstellen. Die Simmeringer sind bis Zum Schlußpfiff überlegen. Aufstellung: Oppenheim, Feldmann, Berson, Liebermann, Löwinger, Placzek, Katz, Donnenfeld, Stern, Heß, Fischer. Im Spiele der Reserven trat die Hakoah mit 7 Jungmannscbaftsspielern an, die ein glänzendes Spiel -vorführten und 8:0 siegten. Sensation erregte das glänzende Spiel des rechten Flügels Nazi Fischer—Häusler II, Wortmann III als Mittelläufer glänzte durch seine ansehnliche [Technik und durchdachtes Zuspiel. Außer den Genannten ist nqch Ehrlich und der Verteidiger Kohn zu erwähnen. Die .Flügelläufer Reiter und Schock befriedigten. Tore: Ehrlich (3), Häusler (2), Fischer, Eckstein, Schock. Kommenden Sonntag Meisterschaft Hakoah gegen Weiße Elf. Sp. Amtliche Verlautbarungen der Israelitischen Kultusgemeinde Wien Gottesdienst Der Vorstand der Wiener israelitischen Kultusgemeinde veranstaltet anläßlich der diesjährigen hohen Feiertage im Großen Musikvereinssaal, I., Dumbagasse,3 sowie ira Soflensaale, III., Marxergasse 13 und Hotel Continental, II., Taborstraße 4, feierliche Gottesdienste. Jene Parteien, welche auf die im Vorjahre benützten Sitzplätze reflektieren, können die neuen. Karten gegen Vorweisung der vorjährigen an der Kartenkassa der israelitischen Kultusgemeinde, I., Seitenstettengasse 4, I. Stock in der Zeit vom 2. September bis 11. September d. J. während der Amtsstunden von 9—1 Uhr vormittags beheben. Der allgemeine Verkauf beginnt am 12. September d. J. Betsitzkarten für den Leopoldstädter GemeindetempeL . Die freigebliebenen Betsitzkarten für den Leopoldstädter Gemeindetemp.el gelangen an der Betsitzkartenkassa der israelitischen Kültusgemeinde, I., Seitenstettengasse 4, 1. Stock, täglich während der Amtsstunden von 8 bis 1 Uhr mittags und von . 6 bis 8 Uhr abends zum allgemeinen Verkaufe. Der Bethausvorstand ist ermächtigt, in berücksichtigungswürdigen Fällen Ermäßigungen zu gewähren. Austritte aus dem Judentum Att geb. Adele Weiß, 21. September 1897, V., Nestroygasse 5; Att Edith, 16. März 1930, V., Nestroygasse 5; eutsch Lilly, 19. Juni 1909, IX., Porzellangasse 54; Pribram Rudolf, 21. Februar 1909, XIX., Billrothgasse 32; Weiß, geb. Regine Tellermayer, 7. August 1890, X., Kepplerplatz 1; Weiß Elisabeth, 25. November 1923, X., Kepplerplatz 1; Weiß Marianne, 3. August 1925, X., Kepplerplatz 1; Weisz Sigmund, 12. September 1887, X., Kepplerplatz 1; Eljschek Therese, 20. November 1894, XVIII., Anastasius Grüngasse 23; Fischer Marie, 28. August 1902, V1L, Neubaugürtel 22; Gotdfarb Friedrich, 12. Juni 1900, VIII., Satiellygasse 1; Rosenbaum Viktoria, 2. November 1870, IV., Preßgasse 1; Goldhammer, geb. Rosa Flora Koschabek, 26. Mat 1900, VIII., Lerchengasse 7/12; Schrey, geb. Selma Wertheimer, 19.r Oktober 1884, IV., Rubensgasse 5; Torggler Martha, 20. Oktober 1896, III., Obere Viaduktgasse 28/14; Kahane-Josefa, 20. Februar 1895, III., Drorygasse 19; Kahane Wilhelniine, 20. Dezember 1924, III., Drorygasse 19. Anwaltswitwe nimmt 1 bis 2 Studenten aus gutem jüd. Hause in Pension Wien, XVIII«, Währlnflcrstraße 115 / 15, Tel. B-45-8-82 Bernhard Kohn WIEN, I., HIMMELPFORTGASSE 20 KLAVIERE ln allen Preislagen, neu von 81440 an eeeeeoorasttadaeeoeeeaeeooeeeeeeeeeoeefte vom einfachsten bis zum tel/ielen Genre erzeugt ENGELBERG xx>» w#,,w^lnPlat* * JJltUwUUUllU F'lfaie. XX... Klosterneuburgerstre6» 9 Billigste Elpkaulsquelle. Ueberzougen Sie eich i^i.juihi. I II .. in. . Ml I... .Ul ml... II ■... ■> I... ..»Ul M'simny iiiihki'hiijih iiii min—iwiwwiiijiiiwii »iihs w-wem iw ,.i. i! ■.mm.— .. .1.1 ■■ I »me n ■■ ■ Eigentümer. Verleger und Herausgeber: Zionistischer Landesverband für Oesterreich, Wien. L. Kärntnerstralie 38. — Verantwortlicher Redakteur: Dr. Sigmund Finkeistein, Wien. L, Rauhensteingasse 1. —r Druck: «Inva». Wien, VIL, Lcichenfelderstraße 1.