Mannheim
Compact Memory

Die Stimme · 1930-08-21 · Heft 139 (21.8.1930) · page 8

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Stimme
Volume
3 (1930)
Issue
Heft 139 (21.8.1930)
Date
1930-08-21
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/3053752-3053859-3053892--1878-3057264
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Seite 8 DIE STIMME Nf. 189 Friedländer & Deutsch Wien. I.,Seiten8t«ttens*sse Nr. 3 Tel. ü 28-1-28 XIM Zentrftlfriedhof, neben dem 1. Tor, Tel. ü 18-0^85 Grabsteine Funk s. a. Sr. Ehrwürden Herr Rabbiner Dr. Zwi Taubes aus Neu-Oderberg, welcher durch seine glänzenden Gastpredigten den ungeteilten Beifall und die Begeisterung aller Zuhörer erzielte, gewählt. Der neugewählte Rabbiner, ein Schüler des Wiener Seminars, entstammt einer berühmten Rabbierfamilie und geht ihm der Ruf eines Gelehrten sowohl der jüdischen als auch der profanen Wissenschaften voraus. Dr. Zwi Taubes wird sein Amt noch vor den hohen Feiertagen antreten. Betsiztkarten für den Leopoldstädter Gemeindetempcl. Die freigebliebenen Betsitzkarten für den Lopoldstädter; Gemeindetempel gelangen an der Betsitzkartenkassa der israelitischen Kultusgemeinde, I., Seitenstettengasse 4, 1. Stock, täglich, während der Amtsstunden von 8—1 Uhr mittags und von 6—8 Uhr abendszum allgemeinen Verkaufe. Der Bethausvorstand ist ermächtigt, in berücksichtiguflgswürdigen Fällen Ermäßigungen zu gewähren. Gbttesdfenst. Der Vorstand der Wiener israelitischen Kultusgemeinde veranstaltet anläßlich der diesjährigen hohen Feiertage «m Großen Musikvereinssaal, I., Dumbagasse 3, sowie im Sofiensaale, IIK, Marxergasse 13, feierliche Gottesdienste. Jene Parteien, welche auf die im Vorjahre benützten Sitzplätze reflektieren, können die neuen Karten gegen Vorweisung der vorjährigen an der Kartenkassa der israelitischen Kultusgemeinde, F., Seitenstettengasse 4, 1. Stock, in der Zeit vom 2. September bis 11. September d. J. während der. Amtsstunden von .9-^1 Uhr vorm? .ags beheben. Der allgemeine Verkrui beginnt am 12. September d. J. Reichsverfassung8feier im Wiener Haupttempel. Auf Wunsch des deutschen Gesandten Grafen Lerchenfeld wurde im Haupttempel der Wiener israelitischen Kultusgemeinde am Montag, den 11. August, ein offizieller Gottesdienst anläßlich der Verfassungsfeier des Deutschen Reiches abgehalten. Hohe Beamte der Gesandtschaft und zahlreiche in Wien lebende reichsdeutsche Juden wohnten der Feier bei. 6000 Pf. angewachsen. Inzwischen ist aber die jüdische Gemeinde durch Auswanderung auf fünf Mitglieder — russische und arabische Juden — zusammengeschrumpft, die sich wie «The Jewish Guardian» berichtet, in einer wohl einzig dastehenden Situation befinden: sie wissen nicht, was sie mit den 6000 Pf., welche die Fünfmännergemeinde nicht braucht, beginnen sollen. Eine Synagoge vor der Umwandlung in eine Negerkircho Nach einem Bericht der J. T. A. steht die Synagoge Ansche Tifereth Israel und die Mastbaum Talmud Thoraschule in Philadelphia vor der Umwandlung in eine Negerkirche. Die Synagoge wurde 1926 mit einem Kostenaufwand von 90.000 Dollars gebaut und gelangt zur Versteigerung, weil eine Hypothek von 30.000 Dollars nicht bezahlt werden kann. Ein Negerverein beabsichtigt, die Synagoge zu kaufen und zu einer Kirche umzugestalten. AUS ALLER WELT Will der Pariser Rothschild die Klagemauer abkaufen? «Evening World» veröffentlicht einen Bericht ihres Pariser Korrespondenten Pierre van Paasen, in dem mitgeteilt wird, daß der Pariser Zweig der Familie Rothschild die Klagemauer abkaufen wolle. Van Paasen gibt keine Einzelheiten über das angebliche Anbot an, ebensowenig berichtet er, wem die Rothschilds dieses Anbot gestellt haben. Es st überhaupt ziemlich zweifelhaft, ob unter den gegenwärtig herrschenden Umständen eine Möglichkeit bestehe, die Klagemauer abzukaufen. Im Zusammenhang mit diesem Gerücht bringt das New Yorker «Jiddische Morgenjournal» eine Geschichte von vor 50 Jahren in Erinnerung. Damals hat der alte Baron Edmund Rothschild den Boden um die Klagemauer erwerben wollen. Er unterhandelte mit dem Sultan und der Sultan war sowohl rollen verwendet werden. Die friedfertige Atmosphäre in diesem schönen Lande mit seinem Gemisch wilder Völker, ist ein Verdienst der ioiefanten holländischen Regierung. Ein seltener Fall: man braucht kein Geld! Im Jahre 1830 kaufte eine Bagdader Jüdin namens Asra in Penang Britisch Malacca einen Platz zur Anlage eines jüdischen Friedhofes um 30 Pfund. Seither wuchs Penang derartig, daß sich der jüdische Friedhof mitten in der Stadt befand. Die Stadtvorstehung kaufte nun vor 15 Jahren der jüdischen Gemeinde ein Viertel des Friedhofes um 2300 Pf. ab. Diese Summe ist durch den Zinsenzuwachs heute auf Dr. Danneberg über die österreichischen Poalezionisten In Amerika weilt jetzt eine Gruppe österreichischer sozialdemokratischer Führer, die die Lage in U. S. A, studieren. Die New Yorker jiddische Tageszeitung «Morgenjournab veröffentlicht ein Interview mit Dr. Danneberg. In dem Gespräch lobte Dr. Danneberg die poalezionistischen Führer in Wien und erklärte, daß die jüdische Arbeiterschaft in Oesterreich auf Leben und Tod mit der sozialdemokratischen Partei verbunden ist. Drei Juden im Kanadaparlament Wie «The Jewish Guardian» meldet, wurden bei den Parlamentswahlen, die vorige Woche in Kanada stattfanden, drei Juden gewählt, und zwar S. W. Jacobs und Samuel Factor als Liberale, A. Heaps als Arbeiterkandidat. liiaraiur und Kunst mit dem Kauf wie auch mit dem Kaufpreis einverstanden. Der Baron fuhr selbst nach Jerusalem und erzählte dort, daß er die Umwandlung der engen Gäßchen um die Klagemauer in blühende Gärten plane. Dies hat eine starke Gegnerschaft seitens der frommen Juden hervorgerufen, die in diesem: Plane einen Angriff auf die Heiligkeit der Mauer sahen. Der Vermittler zwischen Baron Rothschild und dem Sultan war Dr. Albert Kohn. Wenn nicht die jüdische Gegnerschaft wäre, so wäre die Klagemauer heute in jüdischen Händen. Nähere Einzelheiten, warum der Kauf damals nicht zustande gekommen ist, sind nicht bekannt. Ein historisches Dokument ist vorhanden, und zwar ein Brief des Sultans an Dr. Albert Kohn, in dem der Sultan seine Bereitschaft, die Klagemauer an die Juden zu verkaufen, Ausdruck gibt. Die Tatsache, daß das damalige Oberhaupt des Islam bereit war, die Klagemauer an die Juden zu verkaufen, straft die heutigen Behauptungen der Araber, denen zufolge die Klagemauer ein mohammedanisches Heiligtum sei, Lügen. Noch über jüdischen Einfluß in Afrika Die Frage des jüdischen Einflusses in Westafrika kommt nicht zur Ruhe. Dr. Morton C. Kahn, ein Bakteriologe, der an der Comeli University Medical School tätig ist, behauptet, ien Keim des jüdischen Einflusses in Holländische-Guyana entdeckt zu haben. Es scheint, daß unter den ersten Kolonisten einige Juden waren. Einer von ihnen hieß Levi und . als sich nach der Negerrevoite die Neger in Stämme spalteten, nannten sie diejenigen Neger, die von Levis. Farmstammten, nach ihrem Herrn. Die Mitglieder dieses Stammes nennen das, was Tabu ist «trefar». Das macht diese Neger natürlich nicht «koscher». Es gibt aber jedenfalls eine jüdische Kolonie in Holländisch-Guyana, die zirka 100 Personen zählt. In der Hauptstadt Paramaribo gibt es eine entzückende, im 18. Jahrhundert erbaute Synagoge, in welcher die T-hora- Die literarische, in Palästina erscheinende hebräische Wochenschrift «Ketuwim» bringt in der letzten Nummer einen Aufsatz von Dr. Jakob Horowitz über die Wiener Tanzkunst. Besonders gewürdigt wird in dem Artikel die Persönlichkeit und das Wirken der bekannten Wiener Künstlerin Gertrud Kraus. Mark Schweid, der bekannte New Yorker Schauspieler, der viele Jahre im jiddischen Kunsttheater tätig war, hat die Leitung des Schildkraut-Theaters übernommen. Cnaim Nachmari Bialik hielt kürzlich in Jerusalem eine Rede, in der er sich über das kalte Verhältnis des hebräischen Lesepublikums zum hebräischen Schriftsteller beklagte. Selbstmord, des Regisseurs Samuel Großman. Der bekannte jüdische Dramatiker und Regisseur Samuel Großman beging in Boston Selbstmord. Er veröffentlichte zahlreiche Theaterstücke und ist der Autor der «Fünfzig Gesänge aus der Bibel». An verschiedenen Theaterunternehmungen war er nacheinander als Mitdirektor und Regisseur beteiligt. Buber — Professor in Frankfurt. Der Lehrbeauftragte für Jüdische Religionslehre und Jüdische Ethik Schriftsteller Dr. Martin Buber ist zum Honorarprofessor in der Philosophischen Fakultät der Universität Frankfurt eranrit worden. Unsere geschätzten Leser werden auf die jüdische Buchhandlung Hermann Tuchner (siehe Inserat) Besonders aufmerksam gemacht, wo jetzt zu Beginn des netjen Schuljahres für -alle Lehranstalten sämtliche Schulbücher,, auch antiquarisch, zu ermäßigten Preisen erhältlich sind. Für Anfragen Telephon R 41-4-20. ■; Amtliche Verlautbarungen der Israelitischen Kultusgemeinde Wien Israel. Kult usgem ein de Wien. Z. 5842 ex 1930. Wien, den 12, August 1930. Konkursausschreibung' Im Spitaleder I s r a e i i t i s c h e n K u 11 u s g emeinde, Wien, XVIII., Währinger Gürtel 07,. gelangt an läl[Slfiiräll<HW151l51l51[Qll®l[¥l[ttllgläl[®l[«M!l«H£ .lSMlBDSBUiK morn @ 1 m i □ 0 0 0 0 0 0 0 0 0 □ □ 0 □ 0 □ Lebensversicherungs- Gesellschaft GEGRÜNDET IM JAHRE 1882 Versichenmgsbestand per Ende Juni 1980 2500 Millionen Schilling Garantiemittel per Ende 1929 . ... 300 Millionen Schilling Prämien- und Zinfleneinnabroen im Jahre 1929 .. ■ 125 Millionen Schilling Auszahlungen an die Versicherten im Jahre 1929 281/* Millionen Schilling Tätigkeitsgebiet der Gesellschaft: Oesterreich, Deutsches Reich. Tschechoslowakische Republik, Belgien, Holland, Frankreich, Spanien, Italien, Ungarn, Polen, Jugoslawien, Bulgarien, Griechenland, Rujnänien, Palästina, Syrien, Türkei, Aegypten. Die Gesellschaft schließt zu billigon Prämien und günstigen Bedingungen Kapitals-und Rentenversicherungen jeder Art ab Neueingeführt: KINDER-VERSORGUNGS-VBRS1CHERUNG (Auszahlung eines Kapitals bei Verheiratung', Studienbeitrag, Rückerstattung der eingezahlten Prämien bei Ableben des Kindes) InvaliditätsverBicherung (Zahlung einer Rente bei Eintritt der Erwerbsunfähigkeit und Auszahlung des versicherten Kapitals nach dreijähriger Dauer der Invalidität) S 36n 0 0 0 der chirurgischen und u r o 1 o gi s c h e n. Ab t ei* I u n g je eine Sekundararztenstelie zur Ausschreibung. Zur Anstellung sind erforderlich:1 Die österreichische Staatsbürgerschaft, lediger Stand, die Berechtigung zur Ausübung der Heilkunde in der österreichischen Republik, die körperliche Eignung (nachgewiessn durch ein durch den Vorstand einer medizinischen Abteilung des eigenen Spitaies ausgestelltes Zeugnis) lind ein Alter von unter 35 Jahren. Mit der Stelle ist nebst dem in der Besoldungsordnung für die Abteilungsärzte des Spitaies der Israelitischen Kultusgemeinde fixierten Barbezug die Benützung einer möblierten Naturalwohnung samt Beleuchtung, Beheizung und Bedienung, sowie die volle Verköstigung verbunden. Für die letztere werden die Eigenkosten von den Monatsbezügen in Abzug gebracht, wobei der Abzug ein Viertel der Bezüge nicht überschreitet. - Mit den Personaldokumenten (Geburtsschein.. Heimatschein, Dipiom, Nachweis der Zugehörigkeit zum Judentum, Zeugnisse über die bisherige fachliche Verwendung) belegte Gesuche sind an den Vorstand der Israel. Kultusgemeihde, Wien, I., Seitenstettengasse 4, bis längstens 10. September 1930, m i 11 a gs zu überreichen. Der Vorstand der Israel. Kultusgemeinde Wien. Austritte aus dem Judentum Freiberger Zita, 17. Juli 1911, XVII., Lorenz Bayerplatz Nr, 5; Silber Hermine, 24. Jänner 1905, XII., BÖckgasse 4; Herschmann Otto, 16. Jänner 1907, XIV., Sodengasse 12; Zwilling Franz, 25. Jänner 1894, XIX., Heiligenstädterstraße Nr. 82; Zwilling Hermann Hans, 7. Junri924, XJX., Heiiigenstädterstraße 82, . Anwaltswitwe nimmt 1 bis 2 Studenten aus gutem jüd. Hause in Pension Wien, XVIII., Währingersiraßc 115 / 15, Tel; B-45-8-82 Pension fdr Volks- und Mittelschüler Zwei bis drei Volks- oder Mittelschüler werden von distinguierter Dame, deren Sohn und Tochter bestens erprobte Pädagogen sind, in volle Pension genommen and findeu daselbst bei müßigen Preisen erstklassige Verpflegung und mütterliche Fürsorge. Für äcbaluschhilfu, Sprachunterricht und Musikunterricht ist Vorsorge getroffen. Unter „Streng rituell und prima Referenden“ an d.Exped. d,Bl. Bernhard Kohn WIEN, I., HIMMELPFORTGASSE 20 KLAVIERE In allen Preislagen, neu von $1440 an Kinderwagen vom einfachsten bis zum feinsten Genre erzeugt RFRß xx> Wallenstcinplatz 3 JwAl.läleMwIellU FWai*; XX., Kloelepneuburgerelraße 91 Billigst» Einkaufsquelle, Ueberzeugen Sie eicht Eigentümer Verlege uuti U-rober: Zionistischer ’L - ndesverband für' Oesterreich. Wien. I.. Kärntnerstraße 38. — Verantwortlicher Redakteur: Dr. Sigmund FihkeiSteln, Wien, U Rauhensteingasst 1. Druck: «Jrtva». Witwj. VIL, Leichenfelderstraße i.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.