Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 3 (1930)
- Issue
- Heft 136 (31.7.1930)
- Date
- 1930-07-31
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Preis 35 Groschen v. b. b Leset Abonnieret Verbreitet . Abomiementpreise: Für Oeaterrefoh: Mofafltl. S 1.50, viertel]. S 4.30, g&arj. 8 ■lß.-n / DeattCcbland: Mopafl. ' Goldtpark l.r-» viertel/. Goldmark. 3.— I Tschechoslowakei: Monatlich viertel]. Ko 19.— I Jugoslawien: Monatlich'Dinar 14,*-.'vierteljährlich Dinar 40.—)■ ISrscgi^ini fc«lei Pogmucr&iqg, _ ■ Jfteriafttt©»« und jadmtntstvation: Wien. I., ttaufkeinateinttasse I - (iefenfkon 1S0-3-S* Polen: -\tonatl. Zloty 3.30, viertelj. Zitoy 6J>0 / Ungarn: MoriatL PengG L50, viertelj. Pengß 4:20-1 Röinänien: Monatl. Lcl 45.—. viertel].'Lei 123.— ) Bulgarien: Mönatl. Lewa 30.—, viertel], Lewa $Ö.— Belgien: Moriatl.-Belga 2.—, viertel], Belga 5.— I Vebriges Anstand: Monat], Sehweizer Franken 1:60 3. Jahrgang Wien, Donnerstag, 31. Juli 1930 (6. Ab 3690) Nummer 136 An unsere verehrten Leser und Abonnenten 1 .'Infolge, dtör .passiven Resist^z iü der Druckerei, in der unsere Zeilnng* gedrückt wird, konnte7 die Vpryvöchige Nummer der „Stimme“ nicht erscheinen. Wie es unseren Lesern wahrscheinlich bekannt ist,, ist im Buchdruckergewerbe ein Konflikt zwischen den Arbeitgebern ^uüd Arbeitnehmern ausgebröchpn, der große Schwierigkeiten beim Drucken der perior . (lisclien Zweitschriften verursachte. AJs tins die Unmöglichkeit, rechtzeitig zu erscheinen, von der. Druckorci bekanntgegeben würde,, ließen wir Flugzettel drucken, in denen wir unseren Abonneiiten mitteilten, daß infolge der passiven Resistenz die „Stimme“ verspätet erscheinen wird. Nun Kauften sich aber in dfeii . letzten Tajgen der verflossenen Woche die Schwierig- - kcitentlermaßeit an, daß allen unseren Anstrengungen zum Trotze die betreffende Nummer der „Stimm©“ überhaupt nicht erscheinen konnte. . ■; Diese Schwierigkeiten wirkten sieh iiicbt mir bei der „Stimme“, sondern auch "bei vielen anderen .Wochenschriften aus. Wir hoffen, daß unsere Leser und Abonneiiten verstehen werden;, daß es nicht unser Verschulden, sondern „höhere Gewalt“ war und daß wir nach wie vdr auf ihre Sympathie werden rechnen «können. , Die Vorliegende Nummer der „Stiptme“ erscheint in vergrößertem Umfang. Pie nächste Nummer erscheint wie gewöhnlich Mittwoch, den 6. August, abends. 'i‘ / „Die Stimme“. Palästina auf der britischen Labour Löpdon, 27,. Juli. (J. T. A.) „ Bel '4# britisehen Läboiu;-.Reiehäkonferenz, die uhter .Beteiligung von Vertretern aus den Dominien,1 Kolonien-upd, Mandatsgebieten in der vergangenen. Woche iii London abgehalten würde, war, /bei; einer. Gesämtbeteiügung von SO Delegierten, Palästina durch drei Delegierte,.den VörsitZen-. den der, Jüdischen Arbeiterpartei Palästina, Ben Gnfiöh, Ddy Hos und Golda Meyerson ver-, treten. In Jüngeren; Ausführungen über die politische ‘ Gesaint^itüation Palästinas Im. gegenwärtigen,, Augenblick sagte Ben; Güilon; u. a.: Es versteht sich Von selbst, daß das Grundproblem des Nattenalheims Einwanderung .ist. Die jüdische Einwanderung haöh Palästina unterscheidet Sich 'Weitgehend von: der- Ei-iyWahderung. in-andere Länder. Die jüdische '.Einwanderung. hat die Steigerung der Einnahmen -der Regierung / sowohl wie auch die allgemeine Prosperität I. des . Landes verursacht/ -Pie jüdische Einwanderung ist es, auf ‘ welche die Steigerung des Lehensstandards aller Teile: der; palästinensischen/ Bevölkerung zürückznfUhren .ist. : ■ ■// : / Es ist uns gelungen, nach den Unruhen den Frieden im Lande, wieder herzustellen und die Beziehungen zwischen den beiden1 Völkern: verbessern sich zunehmend. Auch die wirtschaftlichen Verhältnisse verbessern sich schnell. Die Suspendierung der Einwanderung hat im Landtvv eine lastende Ungewißheit erzeugt, Sie stärkt jene Elemente, die auf den Konflikt der beiden Völker hinarbeiten und sie hatte einen sehr ungünstigen Einnuß auf die wirtschaftliche Entwicklung. Es ist für'.uns besonders peinvoll, daß diese Maßnahme', die im; besonderen den organisierten Arbeiter;trifft,:' uiiter einer Arheiterregierung getroffen würde, . deren Mitglieder immer eine positive und freundschaftliche Haltung gegenüber unserem Siedlungswerk und. der Arbeiterbewegung IjP Palästina bekannt haben. Pas Mandat .imd das Jüdische Nätionalheim haben ohne ununterbrochene und im Rühmen der vollen ökonomischen .Aufnahmefähigkeit des durch jüdische Anstrengungen fortschrittlich eptwikkölten Landes stetig ansteigende Einwanderung ■ keine Bedeutung. i G.olda M;e. y er’sö n schilderte den durch die Suspendierung. . der jüdischen./ Einwanderung 'und die anderen. Unrechten Handlungen gegen die Juden seit dem August’ vergangenen Jahres entstandenen Eindruck. Dov Ho.s. sprach über die Ärbeitergesetzgebung. Palästinas und . trat den unbegründeten, Anklagen; gegen die ‘jüdischen Arlmitm-einwanderef entgegen.’ Die, Mehr-- -heit der .Konferenz nahm die Argumente der palästinensischen Delegierten .mit - viel Sympathie auf.;; ■ Dr. ’Sliiels antwortet den Pälästinadelcgierten Der Unterstaatssekfetär für die Kolonien in dör Arbeiterregierung, Dr. -Shiels, kani in längeren Ausführungen auf die strittigen Era-’. gen der •Palästinäpofitik zu sprechen, j um den K lägen der palästinensischen Delegier ten den Standpunkt der Afbeiterregierung entgegehzusetzen. Er sprach mit Bitterkeit und einer gewissen Erregung über die „sogenannte“ Sperre der jüdischen /Einwanderung nach Palästina und sägte, daß d 1 e S a e h e ü b e r G e b ü h r a u f g e b a u s c h t w i r d. Er betonte, daß von einer/Sperre der jüdischen' Einwanderung nicht die Rede sein kann, daß die Einwanderung vielmehr nur vorübergehend, bis zur Erstattung des Berichtes Sir John Hope Simpsons, unterbrochen worden, ist/ Dr.. Shiels beklagte sich über die jüdischen Angriffe gegen britische Beamte in Palästina und gegen die. britische Arbeiterregierung und sagte, daß die Juden die positiven Leistungen der'Regierung und der Beamten in Palästina zu wenig würdigen. Er beklagte ferner, daß das Weltjudentum das von der Regierung geleistete Werk nicht genügend einschätzt und die Schwierigkeiten nicht in Erwägung zieht, denen die Palästinaregierung gegenübersteht. Dr. Shiels betonte ferner die Notwendigkeit, eine Verständigung zwischen Juden und Arabern im Lande zu erzielen. Zum Schluß seiner Rede bat er di# palästinensische Delegation, keine Zweifel darüber zu haben, daß die kritische Regierung an ilirer Absicht festhält, das Jüdische Nationalheim in Palästina im Einklang mit den Bestimmungen des Mandates, zu errichten, Orphalis Petition abgelehnt Das Todesurteil bleibt in Kraft London, 291 Juli. (J. T. A.) Der königliche Geheimrat hat auf /seiner gestrigen Sitzung die Petition des zum Tode verurteilten Jaffafer Juden auf Erteilung des Appellationsrechtes gegen das Todesurteil abgelehnt. Der Beschluß des Geheimen Rates ist identisch mit'der Bestätigung des Todesurteiles. Vor dem Beschluß wurden die Plädoyers der Verteidiger Orphalis, und zwar des Rechtsanwaltes Sir Böyd Merriman und Lord Erleighs äbgehalten. »Im Namen der Staatsanwaltschaft sprach Kenetm Preedy..'1 ' ""n; . t ■ •* ‘ r * •’ Warburg kündigt neue Bautätigkeit in Palä-! . stinä an Der Präsident des Administrative Committee .der Jewish Agency, Felix M. Wärbiirg, empfing anläßlich seines Aufenthaltes in, Paris einen, Vertreter/der; J. T. A. und machte ihm 'fojgenda/Mitteiiungen:: /;';.,:V . In nächster Zeit;. W^r4®n in Palästina um- ‘fangreiche. .Bäitvorhaben ausgeführt; werdeü. 'Der . Bauplan :für; •. ein;neue| Gebäude der Hebräischen Universität; .istbereits genehmigt worden. Wir erwatten:ferner.fn kürzester; -^eit die Kostenvorahschläge .für die Durehführurig .eines Bauprogfamms,; das, wie ich glaube, in einem nahen Zeitpunkt verwirklicht werden Wird. . .Das, Bauprograipin wird Ausgaben , im Betrage vpn annähernd; 400.000 Dollar erfpr-, dern.; Auch die yom.-Palästinahilfsfoiids. (Pa-,; lestine. Emergeney Foijnd) beschlossenen. Bau-, arbeiten, werden bald in Angriff genommen werden. . _; - Die Suspendierung'der Einwanderung übte zweifellosJ einen deprimierenden Einfluß aus; trotzdem ist die wirtschaftliche Situation: Palästinas normal. ’ ’ Warburg gab. feiner Befriedigung darüber -Ausdruck, daß es/.Brapdeis gelungen ist; den iFHbden in der Ziönistiisclien Organisätdon Amerikas herzustellen. Er erwartet von dieser .Einigung eine Verstärkung der ziopistischen Front. Der Stand der von der Jewish Agency geleiteten, Angelegenheiten wurde bei. der vor einigen Tagen in Paris abgehaltenep Konferenz 'besprochen, an der Prof. Weizmapn, Felix Warhurg, Dr. Gyr.us Adler, Colonel Kisch und Pinchas Ruthenbeig, teilnähmen.: Warhurg konferierte während' s^ues' Pariser Aufenthältes auch mit Baron Rothschild. Felix M. Warhurg machte dann Mitteilung von dem vollzogenen Austritt Ruthenbergs aus dem leitenden Komitee des Palästinahilfsfonds. Er sagte erläuternd,- daß die Arbeit des Komitees nahezu beendet’ ist und daß Ruthenberg den Wunsch habe, sich für andere wichtige Arbeiten, freizuhalten. „In Rutheirberg,“ sagte Warhurg, „besitzt das jüdische Volk eine kraftvolle Persönlichkeit/dercn ungehemmte Enei’gie und Ergebenheit für die Palästihäsache ein großes Aktivum darsteilen.“ m KAt5ER5T%m # AlSSBSTB. 6