Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 3 (1930)
- Issue
- Heft 131 (19.6.1930)
- Date
- 1930-06-19
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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h Preis 3S firotthan Sensation «II« Wieder srOmtitnii des altrenommierten Raafliinis Rilmticl Oegr. 1899 Gegr. 1899 Inhaber: Pani Weinstock. II., Untere Angartenstr. 18 Bitte, nnsere Schaufenster zn besichtigen und sich ron den billigen Preisen zu ebenen gen ^jfefcaaiBeBtpraiset Mi OMtamtofci Vänstl. 8 1JO, vtartelj. 8 IW, ■MW}. 8 IS.— /Dentschlandt Monatl. Goldmark 1.—• viertel] Qiäfnark 8.— I Taohaotaoslowakei: Monatlich Ke 7.S rlertelj, Ke 19.- / Jugoslawien: Meoatlleb Dlna1,14.—. rlerteljAhrlleh Dinar 40.- < Jüdisdke Zeitung Ernftdinl >«fe«tewi Po«mcr»fqtf AedoMion und Jtdmtntatratton: 'Wien, 1.. AouAen«idnsas«e V — defepAon dt 2fl-3*S% Polen: Monatl. Zloty 2.30, ▼lertelj. Zltoy. 6.50 I Ungarn: Monatl. Pengö 1.50, vlertelj. Pengd 4.20 I Rutn&nion: Monat). Lei 45.—, viertel], Lei 125.— I Bulgarien: Monatl. Lewa SO.—, viertel]. Lewa- SO.— Belgien: Monatl. Belga 2.—,. vlertelj., Belga 6.— I Uebriges Ausland: Monatl. Schwerer'Franken 1.50 3. Jahrgang ESSESE3BEEESE Wien, Donnerstag, 19. Juni 1930 (23. Siwan 5690) Nummer 131 /f pie politische Lage l)le>PaSstlnatagung der Mandatskommission beendet — «Jüdisches Heim, aber nicht ein jüdischer StaafWsagt Shiels — Die Formulierung der «Obser vations» — Simpsons Bericht — in acht Wochen — Shiels^her die gesetzgebende Versammlung — Das Memorandum des Großmufti und des Waad Leumi * f — Luke geht — Abdullah kein König von Palästina den soll, ausfallen wird. Nichtsdestoweniger scheint die Meinung begründet zu sein, daß die Kommission nicht geneigt sei, dem Wortbruche der englischen Regierung ihre Sanktion zu geben. Im großen und ganzen können wir, wenn alles nicht täuscht, mit einer gewissen Zufriedenheit auf das Ergebnis der Genfer Tagung schauen und die Hoffnung ausdrücken, daß der Völekrbund Mittel und Wege finden wird, um die Zurücknahme der Einwanderungssperre zu erwirken. Tie Palästinatagung der Mandatskommission des Völkerbundes, die am 10. Juni beendet wurde, hatteden offiziellen CommuniquSs zufolge folgenden Verfcuf: Am 6. Juni befaßte sich die Mandatskom- , mislon mit der Prüfung der Ursachen der Augustun^hen, wie auch mit der Frage der jüdischen Einwaderung und der Zuteilung von Böden an jüdische .K|bnisten. . Bei dieser Gelegenheit betonte Doktor Sri,eis, daß die Politik der britischen Regierung . sjt 1922 danach gerichtet ist, die wirtschaftliche ^jsorptipnsfähigkeit des Landes bei der Zulassung ‘.Ar Einwanderer zu berücksichtigen. 7 AhV'7. Juni prüfte die Mandatskommission die ,iroh der JVlandatsregierung ergriffenen Maßnahmen, /die1 zu£ Verhütung einer Wiederkehr ähfilichef tlh- / ruhen fahren sollen. / Ueber die Verhandlungen der Mandatskom- / , missiori am 10. Juni wurde offiziell mitgeteilt: ■ Nachdem die Permanente Mandatskommission die von de\ britischen Regierung ergriffenen Maßnahmen zur Verhütung einer Wiederkehr von Ereignissen, ähnlich dinen vom August und September 1929 untersucht Hat, befaßte sie sich mit der Politik, die die Mandatar rmcht in Zukunft zu befolgen beabsichtigt, um dem Mandat für'Palästina Wirkung zu verleihen; ebenso befaßte sich die Kommission (nit cUn von der Mandatar macht zur Verwirklichung 'dieser Politik ins Auge gefaßten Maßnahmen. Der beglaubigte Vertreter der Mandatarmacht Dr. T. Drum-, monifS hi eis legte in einem Expose die von der Mandaiamacht zu befolgende Politik dar. ■ I ' Erj erklärte, daß die britische Regierung das Man- "j dat voll durchführen wird. Die Politik wird keine Aenderung erfahren. Es sind nur Maßnahmen ergriffen worden oder es werden solche erdfiffen werden, um diese Politik wirksamer zu gesielten.: .Die militärischen und die polizeilichen Kontingente bieten jetzt größere Sicherheit. Die Verstöße eher gewissen Presse und die aufrührerische Propaganda werden in Zukunft einer strengen Kontrolle begegnen. Man habe, sagte Dr. Shiels, oft behauptet, daß die Verpflichtungen der britischen Regierung positiv, während diejenigen gegen die Araber negativ seien. Die britische Regierung hält diese Art Einwendungen für gefährlich und ist der Ansicht, daß es im wahren Interesse des jüdischen Nationalheims gelegen ist, daß der nichtjüdische Teil der Bevölkerung das Gefühl hat, daß die Mandatarmacht auch um. sein Wohl besorgt ist. Der Enderfolg wird keineswegs von der Haltung der Regierung abhängen, sondern von dem Willen der beiden Bevölkerungselemente zur Zusammenarbeit. Die arabischen Führer müssen so handeln, daß Ereignisse wie die vom letzten August niemals wiederkehren. Die britische Regierung ist vernünftigen Argumenten zugänglich, sie hat aber kein Verständnis , für Taten, die mit der Zivilisation unvereinbar sind. Andererseits müßten die jüdischer Führer verstehen, daß man demjenigen, der feierliche Verpflichtungen übernommen hat, mehr Kredit geben soll. [ Die Juden der Welt sollten auch wissen, daß dir Mandatarmacht die Errichtung eines jüdischen Heimes in Palästina, nicht aber eines jüdischen Staates übernommen hat. Zusammenfassend kann gesagt werden, daß Anlaß besieht, hoffnungsvoll in die Zukunft zu schauen, In einem zweiten CommuniquS über die Sitzung der Mandatskommission am 10. Juni wird mitgeteilt:- Die Mandatskommission ging nach Beendigung der Prüfung der Ereignisse in Palästina in den Monaten August und September 1929 .zur Diskussion .des Jahresberichtes der Mandatarmacht für das Gesamtjahr 1929, betreffend die Verwaltung in Palästina und Transjordahien, über. Seitens der britischen Regierung waren der Generalsekretär des Oberkommissariates in Palästina, Herr Luke, und Herr Clauson vom Colonial Office anwesend. Die Vertreter der Mandatarmächt gabenrder Kommi$slon ergänzende Mitteilungen über die Bodenverhältnisse, das - Reohtssystem, - die gleiche Bchapdlpnf^ii^wirtschaf tlitherJLbvstNit, die Arbeiten äni bau des Hafens in Haifa, die Tote Meer Konzession, 'den Handel und die Wirtschaftslage in Palästina und Trans Jordanien; die Verhältnisse im Unterrichtswesen, in der öffentlichen Gesundheit, in den Finanzen, im Handel mit Rauschgiften usw. Die Kommission schritt sodann an die Ausarbeitung eines Berichtes über die Ergebnisse ihrer außerordentlichen Session an den Rat des Völkerbundes. Die Mandatskommission des Völkerbundes befaßte sich, wie der J. T. A.-Vertreter erfährt, auch nach Beendigung der speziellen PahgUinasession mit den Fragen Palästinas. Am 11. Juni begann die Kommission mit der Abfassung des Berichtes für den Völkerbundrat und der Formulierung ihrer «Observations». Ueber den Verlauf dieser Sitzungen erscheinen keine Communiqu£s. Der J. T. A.-Vertreter erfährt, daß die Mandatskommission beschlossen hat, daß jedes Mitglied seinen persönlichen Standpunkt schriftlich zu präzisieren hat. Sodann hat die Kommission die Fragen formuliert, zu denen sie in den «Observations» Stellung nehmen wird. Es wurde ein Redaktionskomitee eingesetzt, dem Van Rees, Rappard, Orts und Merlin angehören. Das Redaktionskomitee tagte am 12. Juni den ganzen Tag über. Man spricht davon, daß die Mandatskommission den Text ihres Berichtes über die Palästinafragen, den sie jetzt ausarbeitet, noch in einer speziellen Sitzung nach Beendigung der ordentlichen oession endgültig bestätigen wird. Der Unterstaatssekretär für die Kolonien, Doktor Shiels, teilte am Tage seiner Abreise aus Genf der Mandatskommission mit, daß der Bericht von Sir John Hope Simpson über seine Untersuchungen in Palästina der britischen Regierung nicht vor acht Wochen vorliegen wird. Die Nachrichten über die Sitzungen der Mandatskommission sind, da sie geheim geführt werden, nicht allzu erschöpfend. Es wäre auch schwer, heute mit Bestimmtheit vorauszusagen, wie der betreffende Beschluß der Mandatskommission, der dem Völkerbundrate vorgelegt werrccru WmEim muß Vh mKAfSBRSTR.m P(. Alserstr. 6 Wir haben in unserer letzten Nummer die Nach-* rieht des «New York World» über die Errichtung eines palästinensischen Parlaments mitgefeilt. . Dr. Drummond Shiels erklärte aber in einem Interview mit Pressevertretern, daß ihm von einem Plan der Errichtung eines Legislative Council, wie ihn der Genfer, Korrespondent der «New York World» mitgeteilt hat, nichts bekannt .sei. Er gab jedoch zu, daß die englische Regierung eine bestimmte Form einer Legislative Assembly (Gesetzgebende Versammlung) in Erwägung zieht, die zu den den Juden auf der Grundlage des Mandats gegebenen Versprechungen nicht in Widerspruch stehen wird. Wie der J. T. A.-Vertreter erfährt, hat der (proßmufti von Jerusalem, als der Vorsitzende des Obersten Moslemitischen Rates, nach seinem Gespräch mit dem Generalsekretär des Völkerbundes diesem . ein Memorandum zur Weiteiieitung an den Völkerbundrat durch den Vertreter des Syrisch-Palästinensischen Komitees,iEl Djabri, überreichen lassen, in welchem das Gespräch fixiert wird, ln dem Memorandum erklärt der Mufti, daß die Situation in Palästina, abnormal sei, sowie «dem gesunden Menschenverstand und der Gerechtigkeit» zuwider ist. Die in Palästina geschaffene Lage stehe in Widerspruch mit den von den kriegführenden Mächten verkündeten Prinzipien, mit den von Großbritannien und seinen Alliierten den Arabern gegebenen Versprechungen, sowie mit Artikel 22 des Völkerbundpaktes. Der Text des Palästinamandats, erklärt der Mufti, ist nicht das Werk des Völkerbundes, sondern er enthält eine Verpflichtung, die die englische Regierung gegenüber dem Völkerbund eingegangen ist und die aus diesem Grunde als eine internationale Verpflichtung angesehen wird. Das Paläsiinamandat ist ohne .jede juristische Grundlage und basiert lediglich auf dem Willen eines «allmächtigen Mitgliedes des Völkerbundes». Die Depossedierung eines Volkes zwecks Einwanderung von Juden und Erwerbs von Boden für Juden sei geeignet, in einem Lande, in dem der Stern des Friedens aufgegangen ist, zu einem Herd der Unruhe zu schaffen. Palästina ist ebenso arabisch, wie England englisch ist. Die 'judaisierung dieses Landes, das ein Heiligtum des Islams und eine heilige Stätte des Christentums ist, ist ebenso schwierig, wie es zum Beispiel die «Germanisieiung Großbritanniens» sein würde. Die jüdische Einwanderung ist beseelt von einem religiösen Geiste, der sich in nichts von dem Geist der Kreuzzüge im Mittelalter, die der Menschheit unsagbare Leiden gebracht haben, unterscheidet. Dieser Geist hat zum Ziele/ den Platz des einstigen Tempels Salomo, der heute das dritte Heiligtum des Islams ist, wieder in Besitz zu nehmen. Die Klagemauer, das höchste Ziel der zionistischen Invasion, ist unbestreitbares Eigentum der Moslems. Wir protestieren gegen jeden Versuch, den seit der Türkenzeit bestehenden Status quo abzuändern. Bei aller Achtung vor der Ehrlichkeit der Mitglieder der Klagemauerkommissiönhalten wir es für unsere Pflicht, zu erklären, daß dieser Kommission keinerlei Urteil in dieser Angelegenheit zusteht, da die ganze Sache nicht der Kompetenz und der Autorität des Völkerbundes unterliegt. Nichtsdestoweniger, heißt es zum Schluß des Memorandums, wünschen wir, mit allen nichtarahi- H G k-j -1 H* V cf i O , CO H” CO er