Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 3 (1930)
- Issue
- Heft 127 (23.5.1930)
- Date
- 1930-05-23
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 12t (WMn'i ii ■ i ■ Ankündigungen und Mitteilungen Jüdisch« Volksbibliothek «Zion». Am 19. Juni, 5 Uhr *ich.m.t findet im Kasino Zögernit« ein Gartenfest statt. Misrochi-Zentrale, Wien, II., Praterstraße 11. Aus An* laß der Ftinfzigjahrseicr des Präsidenten der Misrachi-Welfr* zentrale, Herrn Rew Meir Berlin, findet Dienstag, den 27. Mai i. J., 8 Ulir abends, im Misrachi-Heim eine Festversammiung statt, wozu alle Mitglieder und Gesinnungsgenossen höflichst eingeladen werden. Die Festrede wird Herr Rabbiner Horowitz halten. Histadruth Iwrith, II., Kleine Mohrengasse 3, veranstaltet Sonntag, den 8. Juni (Pfingsten) eine Gesellschaftsreise (hebr. Sprechende) nach Eisenstadt, Burgentand, unter Führung bekannter Fachmänner, Historiker und Forscher. Reisekosten hin und retour 2irka 6 S. Anmeldungen bis zum 3t. Mai jeden Samstag abends bei der Histadruth. Teilnahme des Zion. Jugendverbandes Oesterreichs an der Tagung der Jugendverbände Europas in Budapest. Der Zion. Jugendverband nimmt an der Tagung der parteipolitisch nicht organisierten Jugendverbände Europas in Budapest zu Pfingsten dieses Jahres teil. Aus diesem Antaß veranstaltet der Jugendverband eine Reise nach Budapest, welche Freitag. den 7. Juni, mittags, ihren Anfang nimmt und bis Montag nachts dauert. Je größer die Tellnehmerzahl, desto Weiner die Reisespesen. Diese Reise wird vom Jugendverein «Erez Israel», II., Zirkusgasse 33, Tel. R 49-8-98, arrangiert, woselbst auch die Auskünfte erteilt werden. Chajes-Realgymnasium, ü., Castellezgasse 35. Aufnahmen in die 1. bis 8. Klasse täglich von 12 bis 1 Uhr in der Direktionskanzlei. Misrachi-lugendzetitrale. Sonntag, den 8., und Montag, den 9. Juni 1. J. (Pfingsten), veranstaltet die Misrachi-Jugenazentrale eine Gesellschaftsreise nach Bratislava. Die Reise erfolgt per Schiff. Anmeldungen bis spätestens Dienstag, den 27. d. M., in unserem Sekretariat, II., Praterstraße 11, Tel. R 45-6-25, täglich von 8 bis 10 Uhr. — Samstag, den 24. d., um %4 Uhr nachmittags: Hamiletischer Vortrag des Herrn Rabb. Dr. Wundermann über den Wochenabschnitt. Urlaubsbeginn und Badesaison bringen speziell in der Sprechmaschinenbranche bessere Absatzmöglichkeiten. Die Nachfrage nach erstklassigen Koffergrammophonen ist in stetem Anwachsen, da sich diese Art von leicht transportablen Apparaten stetig wachsender Beliebtheit erfreut. Auf Seite 2 bringen wir ein Inserat des beliebten Musikhauses Excelsior, Wien,!., Adlergasse 5 (bitte genau auf Hausnummer zu achten), aus welchem zu ersehen ist, daß diese rührige Firma dieses Jahr ein unerhört praktisches, sehr preiswertes Modell der engl. Columbia-Weltmarke herausbringt. Der Ankauf wird unseren geehrten Lesern durch äußerst bequeme Teilzahlung erleichtert. Alle modernen Plattenschlager sowie jüdische und hebräische Neuaufnahmen in wirklich größtem Ausmaße lagernd. Ferner Radio- und Rundfunkgeräte. Der Verein zionistischer Mittelschüler, Sektion IX, teilt mit, daß jeden Mittwoch um '/27 Uhr bends im Heime der J. A. V. IVR1A ein Kurs der ersten Hilfe stattfindet. Leiter: Kultusvorsteher Dr. I. Klaber. Hecbaluz, Hltacbduth, Linkskartell, Ppale-Zlon veranstalten Dienstag, den 27. d. M., 8 Uhr abends, im Alten Rathaus, I., Wipplingerstraße, eine große Kundgebung. Thema: Protest gegen die Maßnahmen der englischen Regierung. Redner: Jizchak Feninger, Galili (Erez Israel), Mendel Singer und Dr. Michael Stelnberg. Erscheinet in Massen, damit es eine mächtige Kundgebung werde. Tagung der parteipolitisch nicht organisierten zionistischen Jugend in Budapest Wie wir bereits kurz mitteilten, hat die Hitachdut Hanoar B’Hungaria (Jugendsektion der Zionistischen Vereinigung für Ungarn) für den 8. u. 9. Juni d. J. eine Konferenz jener zionistischen Jugendverbände Zentral- und Osteuropas einberufen, welche keiner zionistischen Fraktion angeschlossen sind und blsnun einer einheitlichen Führung entbehren. Zweifelsohne ist die Abhaltung solch einer Konferenz dringend notwendig: Einerseits macht es die Lage in der Bewegung zum Gebot der Stunde und vor allem zur Aufgabe der Jugend, unsere zionistische Zielsetzung einmal ernstlich durchzuberaten, andererseits aber wartet die Jugend auch auf eine feste, sichere Zielsetzung zu ihrer speziellen Jugendarbeit. Es wird immer stärker und stärker der Wunsch, unter die heutige leere Formel des «Klai»-Zionismus ein systematisches politisches, kulturelles und praktisches Programm zusammenzufassen, denn durch dessen Fehlen ist die auffallende Tendenz erklärbar, die in den Jugendorganisationen in einem Ruck nach rechts oder links sich seit einiger Zeit offenbart. Es ist daher dringend notwendig, und das ist das Hauptprogramm der Tagung, die Erziehung der zionistischen Jugend theoretisch und praktisch zu definieren und der lugend eine Zielsetzung und ein Arbeitsprogramm in die Hand zu geben. Noch eine zweite wichtige Aufgabe wird die Tagung haben: sie soll die einzelnen Bünde einander näher bringen. In dieser Hinsicht ist bis heute kaum etwas geschehen und die Landesverbände der zionistischen Jugend hatten stets viele solche Aufgaben allein zu erledigen gehabt, welche gemeinsam sicherlich mit größerem Erfolg hätten erledigt werden können. Die Konferenz wird daher die Aufgabe haben, die Möglichkeiten der Zusammenarbeit zu besprechen und sofort jene Schritte zu unternehmen (Arbeitsprogramme, Zeltschriften- und Bücherausgabe, gemeinsame Lager usw.), welche die Arbeit erleichtern. Die Exekutive unterstützt in jeder Hinsicht die Arbeit der Hitachdut Hanoar und beauftragte Herrn Dr. Wenter Bloch, Berlin, bei den Vorbereitungsarbeiten tatkräftig mitzuwirken. Teilnahme des Zionistischen Jugendverbandes Oesterreichs an der Konferenz der Zionistischen Jugendverbände in Budapest Anläßlich der Tagung der zionistischen Jugendverbände in Budapest, die zu Pfingsten stattfindet, veranstaltet der Zionistische Jugendverband in Oesterreich eine Jugendreise, die sich so preiswert stellen wird, daß sie vielen Teilnehmern die Mitfahrt ermöglicht. Das Arrangement dieser Reise hat der Juge.ndvereln Erez Israel übernommen. In Budapest hat sich bereits ein Komitee gebHdet, das für den angenehmen Aufenthalt Sorge tragen wird. Auskünfte sowie Anmeldungen erteilt der Jugendverein Erez Israel, II., Zirkusgasse 33, in der Zeit von 7 bis 10 Uhr abends, Tel. Nr. R 49-8-98 nie «Tfinre LfIC 9 1 IRVtvII* Der jüdische Hochschüler Verein zionistischer Hochschüler «Theodor Herz!», IL, Untere Augartenstraße 35. Donnersttg, den 22. d. M., um 7.30 Uhr, findet die hebräische Lesejemeinschaft statt. Anschließend Antisemitismusseminar. Referent: Bb. Lucka. — Samstag, den 24, d, M., um 7.30 Uhr, findet das Referat unseres A. H. Ing. J. Laszkovit2 statt. Zu allen Veranstaltungen sind zionistische Hochschüler als Gäste willkommen. Das Programm der Ferienkurse der Hochschule für die Wissenschaft des Judentums. Für die geplanten Ferienfortbildungskurse für Rabbiner und Religionslehrer an der Hochschule für die Wissenschaft des Judentums in Berlin ist nunmehr die Zeit vom 10. bis 12. Juni 1930 festgesetzt. Es werden lesen: Dr. Albeck: Außerrabbinische Haiacha; Doktor Baeck: Neue Probleme der Pädagogik; Prof. Dr. Eibogen: Das Problem der jüdischen Geschichte; Dr. Torczyner: Aufgaben einer neuen Bibelübersetzung; Dr. Freund: Die jüdische Religionsgemeinschaft nach den Bestimmungen der Reichsverfassung; Dr. Ollendorff: Ausgewählte Fragen aus der Neugestaltung der jüdischen Wohlfahrtsarbeit (mit besonderer Berücksichtigung der Zusammenarbeit mit den Rabbinern): außerdem die augenblicklich hier vertretenden Dozenten: Dr. Auerbach-Haifa: Die Eroberung Jerusalems durch David, Der Dichter Jeremia; Dr. Max Wiener: Charakteristik der jüdischen religiösen Ideen im 19. Jahrhundert. Unerhörte Vorfälle an der Universität Köln. Zu einem außerordentlich peinlichen Zwischenfall kam es bei der Gründungsfeier der Universität Köln im Gürzenich. Mehrere Kororationsstudenten störten die ausgezeichnete Rede des beannten Rechtslehrers Prof. Dr. Lehmann über «Recht und Gerechtigkeit». Nach Prof. Lehmanns Rede wurden bei der Feier vom Rektor Prof. Planitz die im letzten Jahre ernannten Ehrendoktoren der Universität bekanntgegeben. Es handelt sich um Bankdirektor Brüning, Generaldirektor Zapf und Alfred Tietz. Bel den Namen Zapf und Brüning spendeten die Chargen Beifall, bei dem Namen Tietz gab es große Unruhe. Infolge der Peinlichkeit des Vorfalles vermochte der Rektor vor Beschämung kaum weiter zu reden. Die «Rheinische Zeitung» bemerkt dazu, daß ein Teil der Studenten stark unter den Nachwirkungen von Alkohol gestanden habe. Wie der Rektor der Universität äußerte, gedenkt er die schärfsten Maßnahmen zu ergreifen, um die Wiederholung solcher peinlichen Szenen auf jeden Fall unmöglich zu machen. Die Bilanz des zehnjährigen Numerus clausus in Ungarn. Mit diesem Semester beendet der Numerus clausus in Ungarn seine zehnjährige Existenz. »Egyenlöseg» rechnet aus, daß infolge des Numerus clauses alljährlich 346.500 Pengö zur Unterstützung der im Auslande studierenden armen jüdischen Hochschüler, von denen es jährlich im Durchschnitt 550 gibt, in das Ausland gesandt werden müssen. Dreimal so hoch ist aber die Zahl der auf die jüdische Wohltätigkeit nicht angewiesenen, im Auslands studierenden Juden, die von ihren Angehörigen jährlich insgesamt etwa 2,227.000 Pengö erhalten. Im Verlauf dieser zehn Jahre mußten rund 26 Millionen Pengö (etwa 19 Millionen Mark) infolge des Numerus clauses aus Ungarn nach dem Auslande gesandt werden. Jüdischer Sport Ein kräftiges Lebenszeichen! Hakoah schlägt Austria 5:4 (2:1). — 7000 Zuschauer. —- Sportklub-Platz. — Schiedsrichter Göbcl. Nach langer Zeit hatten die Hakoah-Anhänger wieder Gelegenheit, mit ihrer Mannschaft zufrieden zu sein, doch leider ist diese Freude keine ungetrübte. Hätte man beizeiten junge und ambitionierte Spieler eingestellt, wäre die Lage des jüdischen Klubs derzeit sicher viel aussichtsreicher. Auch die prächtige Leistung Sterns ließ es bedauerlich erscheinen, daß er erst jetzt, wo die Chancen zur Erhaltung der Erstklassigkeit nur ganz minimale sind, seine alte Form wiedergefunden hat. Jeuenfalls muß man aber der jungen Hakoah-Mannschaft, in der am Sonntag gezeigten Form für die Zukunft volles Vertrauert entgegenbringen. Hoffentlich gelingt es, für die junge Mannschaft einen alten, bewährten Fachmann und Führer zu gewinnen. Der Sieg der Hakoah stand im Zeichen der Jugend. In der Verteidigung wartete Berson mit einer gediegenen Leistung auf und war der beste Mann dieses Mannschaftsteiles. Gemeinsam mit dem alten Taktiker Scheuer besorgte er die Verte'digungsgeschäfte im Stile eines bewährten Routiniers. Oppenheim unterliefen einige Fehler. Die Halvesreihe sDielte ausgezeichnet und wies keinen schwachen Punkt auf. Placzck bewies als Zenterhalf nicht nur große Ausdauer, er fiel auch durch verständnisvolles Zuspiel und gute Placierung auf. Amster stellte den gegnerischen Flügel beinahe vollständig kalt und Stroß zeigte seine bekannten Vorzüge als Halfback. Der Sturm hatte in Stern und Donnenfeld seine treibenden Kräfte, aber auch Fischer II und zeitweise Heß konnten befriedigen. Katz war der Schwächste dieses Quintetts. Hakoah gelangt bereits in der 2. Minute durch Donnenfeld in Führung, doch erzielte die Austria nach einem taktischen Fehler Oppenheims in der 12. Minute den Au?"’ :ch. In der 36. Minute erzielt Donnenfeld nach .einem :r neuerlich die Führung. Austria wird offensiv, doci: jP*jn die Hakoahner zum Schluß der ersten Halbzeit die h.A^uive wieder an sich. Nach Halbzeit drängt vorerst Austria, doch Heß stellt mit fein placiertem Schuß aus großer Entfernung den Stand auf 3:1. Austria erzielt durch zwei Tore den Ausgleich und arbeitet auf den Sieg los. Doch Stern erzielt nach einem von ihm schon lange nicht mehr gesehenen prachtvollen Frontalvoretoß das vierte Tor und wenige Minuten später wiederholt er das Kunststück und erhöht den Stand auf 5:3. Austria holt durch Sindelar noch ein Tor auf, muß sich aber schließlich geschlagen bekennen, Sp. Touristik und Skiklub «Hakoah», Wien, I., Wiesingerstraße 11. Tourenprogramm für Sonntag, den 25. Mai 1930: Fußtouren: a) 8 Uhr Stadtbahnende Heiligenstadt; b) Raxalpe — Waxriegel. — Skitouren: Freitag, den 23. Mai, Abschluß der Anmeldungen für die Touren 7. bis 9. Juni (Pfingsten). a) Eisenerzer Frauenstein; b) Großer Bösenstein; c) Niedere Tauern, Dreisteckengrat (Kletterkurs). — Kletterkurs: Raxalpe. Näheres Freitag von 20 bis 22 Uhr. — Jugendgruppe: Nach Vereinbarung. — Näheres Donnrestag von 19 bis 21 Uhr. Klubheim: Wien,!., Wiesingerstraße 11, Tel. R 25-0-10. Gäste willkommen 1 Alle Auskünfte täglich zwischen 19 und 20 Uhr unter Tel. R 43-9-97. Sommerturnplats. Der Makkabi IX. und der Makkabi II. verlegen von dieser Woche an ihr Turnen auf den Som- Rauscherstraße)- Turnzeiten: Herren: Montag und Donnerstag ab Vil Uhr; Damen: Dienstag und Freitag, 7 Uhr; Kinder: Mittwoch und Samstag. 4 Uhr; Mädchen, Zöglinge: Mittwoch und Samstag, %7 Uhr; Knaben, Zöglinge: Mittwoch und Samstag, Vil Uhr. Seite 11 Historisch bedeutsame Haffe dieses Wache 22. Mai (24. Ijar) 1848: Der französische Dichter Catulle ... Mendes geboren. 1906: Dej russische Staatsrat Dr. J. Dembo, Verfasser eines bekannten Werkes gegen die Schächtgegner, in Petersburg gestorben. 24. „ (26. „ ) 1810: Der Vorkämpfer der Reformbe- wegung, Abraham Geiger, geboren. 25. „ (27. „ ) 1851: J. L. Perez in Zamoc geboren. 1804: Der jüdische Gelehrte Alexander Koliut in New York gestorben. 27. „ (29. „ ) 1790: Komponist Jakob Frommenthal Halevi in Paris geboren. 28. „ (l.Siwan) 1845: Der Klaviervirtuose Prof. Leopold Auer in Veszprim geboren. 1901: Gründung des Hilfsvereines der deutschen Juden. 1904: Der bekannte hebräische Gelehrte Chaim Selig Slonimski, Begründer der Hazefirah, gestorben. 29. „ (2. ,, ) 1836: Komponist und Musiktheoretiker Emanuel Breslauer geboren. Jüdischer Sport- und Schützenverein «Menorah». Mittwoch, den 21. Mai, entfiel der regelmäßige Heimabend, da an diesem Abend die Protestkundgebung des Landeskomitees stattfand. Donnerstag, den 22. Mai, 19 Uhr: Regelmäßiger Boxkurs, IX., Liechtensteinstraße 20. — Sonntag, den 25. Mai: Ganztägige Pflichtwandernng bei jedem Wetter! Treffpunkt: Reichsbruckenköpf, Stadtseitc, Punkt 9 Uhr. — Montag, dett 26. Mai, 19 Uhr: Boxkurs. — Mittwoch/ den 28. Mai, 20 Uhr: Regelmäßiger Heimabend, XX., Jägerstraße 30/1. Sprechsaal der Stimme (Für die Mitteilungen, die in dieser Rubrik erscheinen, übernimmt die Redaktion keine Verantwortung.) Zu der in der vorigen Nummer veröffentlichten Notiz des Hechaluz Hamisrachi erhalten wir vom Allgemeinen Hechäluz (Histadrut Hechaluz, I., Kärntnerstraße 28) folgende Zuschrift: Bei aller Loyalität, die wir gerne auch dem Hechaluz Hamisrachi entgegenbringen, sehen wir uns veranlaßt, zu der in der vorigen Nummer veröffentlichten Notiz entschieden Stellung zu nehmen. Wir tun dies nicht, um das Ansehen einer Organisation herabzusetzen, sondern nur im Interesse einer gesunden Berichterstattung, die nicht zum Ziele hat, einer uniformierten zionistischen Oeffentlichkeit Sand in die Augen zu streuen, um eine Tätigkeit vorzutäuschen. Die Notiz behauptet: «Der Hech. Ham. verfügt über eine stattliche Anzahl von jungen Menschen, die bereit wären, nach Erez Israel zu gehen». Es sind sieben Leute, die sich zu landwirtschaftlichen Hachscharah gemeldet haben. Die Notiz behauptet weiter: «Es dürfte wenig bekannt sein, daß diese Chaluzorganisation auch zur letzten Alijah einen Chaluztransport nach Erez Israel, den sie fast ohne jedwede Hilfe von außen ausgerüstet, ja sogar mit Reisespesen versehen, geschickt hat.» Demgegenüber sei festgestellt, daß der Hechaluz Hamisrachi bei der letzten Alijah drei Leute nach Erez Israel geschickt hat, für deren Reisespesen mit mehr als der Hälfte der erforderlichen Summe der Keren Alijah des Palästinaamtes aufgekommen ist. Die Notiz behauptet also hier etwas, was nicht wahr ist (abgesehen von dem «Chaluztransnort», bestehend aus drei Personen) und wir unterstreichen das, nicht um zu betonen, daß es von der Tätigkeit einer Chaluzorganisation viel aussagt, wenn sie die Reisemittel für ihre Leute «aufbringt», sondern um einer Institution, wie es der Keren Alijah des Palästinaamtes ist, die unter kolossalen Schwierigkeiten anläßlich der letzten Alijah wirklich Hervorragendes geleistet hat, gerecht zu werden. Auch dem Hechaluz Hamisrachi muß es untersagt sein, mit unwahren Angaben zu operieren. In diesem Zusammenhang sei noch kurz angeführt, daß der Allgemeine Hechaluz Wien, dem Chawerim aus allen Gruppierungen angehören (mehr als 200 Leute) allein ii) landwirtschaftlicher Hachscharah 60 Leute hat, abgesehen von städtischer und gärtnerischer, und im letzten Halbjahr 25 Leute zur Alijah gebracht hat, die sich alle glänzend einordnen konnten. Auf dem Gebiete der landwirtschaftlichen Hachscharah sind wir auch bestrebt, mit dem Hechaluz Hamisrachi freundschaftl'ch zusammenzuarbeiten und auch für die Chaluzim dieser Organisation geeignete Arbeitsplätze zu finden. Aber gerade aus diesem Grunde verbitten wir uns solche Notizen, die nur danach angetan sind, mit Allgemeinheiten und Unwahrheiten über Tatsachen hinwegzutäuschen. Aus der Provinz Ein Festtag der Juden in Oberösterreich Sonntag, den 18. d. M., war ein Festtag für die Juden in der Obersteiermark. Es galt Herrn Wilhelm Gott'lieb, Möbelhändler in Judenburg, und seine Frau Therese, geb. Pollitzer, die an diesem Tage die sechzigste Wiederkehr ihres Hochzeitstages und den ebensolangen Bestand ihres Geschäftes feierten, zu ehren. Schon am Abend vorher veranstaltete die Freiwillige Feuerwehr dem hochangesehenen Ehepaare unter Teilnahme einer großen Menschenmenge einen Fackelzug und brachte vor dem Hause der Jubilare ein Ständchen dar. Am darauffolgenden Sonntag war Judenburg, die älteste, schon im Jahre 1080 erwähnte Judengemeinde Steiermarks, das Ziel zahlreicher Gäste. Fast alle Juden von Bruck bis Mora« waren geschlossen zur Feier erschienen, die im großen Saal im «Hotel Post» stattfand. Nebst dem Präsidenten der Grazer Kultusgemeinde, Dr. Sonnenwaid, waren erschienen: Altpräsident David Stern samt Frau, der Bezirkshauptmann Schniidt- Luisingen, der Bürgermeister mit seinen Vertretern, die A'ltbürgermeistcr und Vertreter fast aller Behörden und Vereine. In dem Augenblicke, als das greise Ehepaar vom Landesrabbiner Prof. Dr. Herzog in Gemeinschaft mit Herrn Jakob Koffler, Kantor aus Leoben, abgeholt wurde,- stimmte der «Jüdische Gesangverein» aus Graz unter musterhafter Leitung des Herrn Oberlehrers Julius Steiner einen blendend vorgetragenen Choral an. An das nun verrichtete Minchagebet schloß sich die eigentliche Feier an. Den Höhepunkt der Feier bildete die Festrede des Herrn Landesrabbincrs Dr. Herzog, der in begeisternden Worten Leben und Wirken des Ehepaares Gottücb schilderte. Nagfc-