Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 3 (1930)
- Issue
- Heft 126 (15.5.1930)
- Date
- 1930-05-15
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 126 DIE STIMME Sette H ... ■■■ * Samuel Wiener der jüdische Bibliograph. (Worte zum AndenkeaO, Von Simon Emst, Tel Aviv. Auch er ist weg. Hat die Studierstube verlassen, in der er mit so heißem Eifer und so ersprießlich die mühsamste aller Arbeiten, die bibliographische, rastlos geleistet hatte. Wiener war der Typus eines Gelehrten, der einzig und allein aufs Forschen eingestellt, alles Persönliche hintanstellte. Im Jahre 1860 im kleinen Städtchen Borisov (Rußland) geboren, faßte er bereits als Knabe die seltsame Lust nach Katalogzusan;. Anstellungen. Dieser für dieses Alter derart ungewöhnliche Hang führte ihn nach Minsk, wo er als Gehilfe in einer Antiquariatsbuchhandlung Anstellung fand. Bald wurde er in den einschlägigen Kreisen allgemein bekannt, als Schatzgrube aller bibliographischen Kenntnisse, Selbst in Petersburg wußte man bereits von ihm. Und als Friedland seine berühmte Hebraica-Sammlung dem Asiatischen Museum daselbst vermachte, wurde der junge Wiener dahin berufen, um einen Katalog zusammenzustellen, der m 1892 im Dru6k erschien («Kehilat Mosche»). Es war ein Ereignis für die stille Gelehrtenwelt. Denn sein Katalog war nicht die gewohnte seelenlose Aneinanderreihung von Titeln. Auch das Interesse für neuere Werke und nicht bloß für die ehrwürdig vergilbten Incunabula kennzeichneten unseren jungen Bibliographen. Ein enormes Wissen gehörte dazu, um den Seltenheitswert irgend einer verschollenen Broschüre festzustellen, die dem späteren Gelehrten wegweisend für steile und einsame Pfade der Forschung dienen würde. Er schrieb vorwiegend hebräisch —auch dies zeichnete Wiener unter den zeitgenössischen Fachmännern aus. Wiener hat nicht viel veröffentlicht. In vierzigjähriger Arbeit war der Ertrag von drei Büchern, von außen betrachtet, nicht enorm. Abgesehen von «Kehilat Mosche» verfaßte er die «Bibliographie der Ostern-Agada» und «Daath Kdoschim» (Genalogie der Gelehrten-Familien — eine Art allgemeiner hebräischen Biographie.) Aber welch ein Sammelflejß steckte hier in jeder Zeile! Dabei war seine Bescheidenheit eine Art «bibliographischer Rarität» der n leu ti d 6 In Paris, der Stätte seiner Arbeit in der letzten Zeit, wurde er vor kurzem von der treuen Verehrerschar zur ewigen Ruhe begleitet. Jüdischer Verein «Nord-Ost». Mittwoch, am 21. Mai 1930, findet in den Jüdischen Künstlerspielen, Praterstraße 34, eine Sondervorstellung der Wilnaer Truppe zugunsten unseres Vereines statt. Aufgeführt wird «Tewje der Milchiger» von Scholem Alejchem. Beginn %9 Uhr abends. Vorverkaufskarten sind im Cafe National, Taborstraße, von 6 bis 9 Uhr abends und bei den Vorstandsmitgliedern zu haben. Lazar Saminsky in Wien. Am 28. Mai d. J. wird der bekannte Komponist und Dirigent Lazar Saminsky aus New York im kleinen Musikvereinssaal ein Konzert dirigieren. Das Programm enthält sowohl seine eigenen als auch Werke anderer moderner Komponisten. In diesem Konzert wirken mit: Elisabeth Guttmann, Sopran, aus Baltimore, Samuel Postolow, Tenor, Jakob Gimpel, Klaviervirtuose, und der Wiener Jüdische Gesangverein. Gesamtausgabe der Schriften von J. Cta. Brenner, Im Stybei-Verlag sind vor kurzem die letzten zwei Bände der gesammelten Schritten des hebräischen Schriftstellers J. Ch. Brenner erschienen. DSese zwei Bände, die verschiedene A1' andlungen, Artikel und Notizen enthalten, die Brenner in den letzten 20 Jahren in verschiedenen hebräischen Zeitschriften veröffentlicht hat, beschließen die Gesamtausgabe seiner Werke. Ein neuer Roman von J. Opatoschu. Vor kurzem ist ein neuer Roman von J, Opatoschu «Die Tänzerin* erschienen, dn dem das jüri-che Leiben in Amerika in den Jahren 1910/11 geschildert v Trotzkls amoiren sind soeben in jiddtecber Uebersetzung er< len. «Jaweln mezulah» in jüdischer Ueberseteung. Der bekannte jüdische Schriftsteller W. Latzky-Bartholdy bat ■vor kurzem eine Jüdische Uebersetzung der überaus wertvollen Chronik «Jawein mezmlah» von Nathan Nuta, Hannover, in der die traurigen Judenpogrome zur Zeit Cbroleleinltzkis geschildert werden, berausgegeben. Die neue Arbeit von «Habitnab». Das hebräische 'Theater «Habämah* hat vor einigen Tagen seine Tournee durch Polen beendet. Es wurde nach vierjähriger Abwesenheit vom Polen seitens der polnischen Judenheit und aller Freunde der Tbeaterkunst sehr warm begrüßt; das neue Repertoire hatte einen außergewöhnlichen Erfolg, In allen Städten der Polen-Tournee bildeten sich Kreise der Freunde von «Habimah*, die sich mit dem deutschen Kreise, dessen Zentrale und Sekretariat in Berlin Ist, zu gemeinsamer Arbeit zusammemscblossen. «Habitnab* bereitet gegenwärtig In Berlin zwei neue Aufführungen vor: Shakespeares «Was ihr wollt» und David Bergelsohns «Der Taube*. Die ShaKespeare-Uebersetzung stammt von dem hebräischen Dichter Dr. Saul Tschernichowskä, die Regie bat M. Tschechow inne, die Musik ist von Dr. Ernst Toch, die Bühnenausstattung von M. Masjutin. Die Uebertraguug des Bergei« sohnschen Dramas von» Jiddischen ins Hebräische besorgt Dr. Wojsiawski. Die Premieren dieser beiden Stücke werden in Berlin stattfinden. Im Herbst dieses Jahres begibt sich «Habimah* zurück nach Palästina und wird auf dem Wege dahin wahrscheinlich noch Oesterreich, die Tschechoslowakei, Jugoslawien und Rumänien besuchen. Während ihres Aufenthaltes in Berlin bereitet «Habimah* gemeinsam mit dem Freundeskreis ein großes kulturelles Werk vor, unter anderem die Errichtung einer Theater-Bibliothek und die Grundlegung für ein Theater-Museum. Ryback-Ausstellung in Paris. Vom 3. bis zum 23. Mai findet ln der Galerie Kolbert, Paris, eine Ausstellung von Werken des auch in Berlin bekannten jüdischen Malers I. Ryback statt. In der Pariser Presse würdigen Führer der französischen Kunst in längeren Aufsätzen die starke Begabung Rybacks. Der Modigliani-Raum in der internationalen Kunataus- Stellung zu Venedig. König Viktor Emanuel von Italien eröffnete am Sonntag, den 4. Mai, in Venedig die 17. Internationale Kunstausstellung, die alle zwei Jahre veranstaltet wird. Der Glanzpunkt der Ausstellung Ist diesmal der Modi« [illanl-Raum, der 1QQ Werke des 1920 in Paris verstorbenen ungon Italienisch-jüdischen Malers Amadeo Modigliani entlält. In den Pavillons der einzelnen Länder sind hervorragende jüdische Künstler in beträchtlicher Zahl vertreten. Die türkische Regierung verbietet den «Jazzsänger*. Die türkische Regierung hat diu weiteren Vorführungen dee tmerikamschen Tonfilmes «Der Jazz Sänger* mit Al Jolson, der seit zwei Wochen ln einem Koirstantinopler Kino-Palast gezeigt wird, verboten, mit der Begründung, daß der Film «ein Werk jüdischer religiöser Propaganda* ist. Helfet den russischen Juden Wie wir bereits in unserer letzten Nummer berichteten, wurden hier vom Vertreter der «Federation of Jewish Relief Organisations», Herrn Wachsmann, die einleitenden Schritte zur Schaffung eines Wiener Komitees für Hilfeleistung an die russischen Juden gemacht. Wir werden unterrichtet, daß bereits in den nächsten Tagen die Konstituierung des Komitees erfolgen wird. Dem Komitee werden Vertreter aller jüdischen Organisationen unter der Aegide der Kultusgemeinde angehören. Aufgabe des Komitees wird nun sein, im Laufe der allernächsten Zeit eine Hilfsaktion in die Wege zu leiten. Es erübrigt sich wohl zu betonen, inwiefern eine solche Aktion zugunsten unserer unglücklichen Brüder in Rußland dringend notwendig erscheint. Seit Jahr und Tag wird die jüdische Oeffentlichkeit über die geradezu unhaltbare Lage der russichen Judenheit sowohl in wirtschaftlicher als auch in relegiös-politischer Hinsicht informiert Der Jude wird in Rußland ai. -er typische «Deklassierte» behandelt und demgemäß aller Rechte beraubt. Er kann weder seinen Anspruch auf Wohnung, Lebensmittel, ja selbst auf das primitivste Recht der Arbeit erheben noch wird ihm die Möglichkeit gegeben, seinen Umschichtungsprozeß durchzuführen. Tausende, ja abertausende von Juden sind einfach dem Hungertode preisgegeben, ohne jedwede Möglichkeit, ihr tägliches Brot durch Arbeit zu verdienen. Krankheiten, Verfolgungen sind naturgemäß Begleiterscheinungen, die den Juden das Dasein noch verbittern. Bisnun hat mit Ausnahme der amerikanischen und englischen, die europäische Judenheit ihren russischen Brüdern so gut wie gar keine Hilfe entgegengebracht. Die früher genannte Federation beschäftigt sich im Gegensatz zu den anderen Organisationen, die nur die jüdische Kolonisation in Rußland fördern, hauptsächlich mit der alltäglichen Hilfeleistung an die Deklassierten. Sie organisiert jetzt überall großzügige Hilfsaktionen, um diesen deklassierten Juden die einfachsten Lebensbedingungen zu schaffen. Es ergeht daher an alle Juden der Ruf, diese Aktion nach Möglichkeit zu unterstützen. Es ist zu hoffen, daß auch die Wiener Judenschaft trotz ihrer schweren wirtschaftlichen Lage diese von der Humanität und der Liebe zum Judentum diktierte Hilfsaktion unterstützen wird. Man darf nicht vergessen, daß es sich um die Rettung von eineinhalb Millionen Judenseelen handelt Auch wir Zionisten sollen und müssen diese Aktion mit aller Energie fördern. Das in Bildung begriffene Komitee wird wohl recht bald Gelegenheit nehmen, sich mit einem diesbezüglichen Appell an die österreichische Judenschaft zu wenden. Oskar Rosner ein Sechziger Dieser Tage feierte unser altbewährter Gesinnungsgenosse Oskar Rosner seinen 60. Geburtstag. Unser Jubilar steht bereits seit mehr als drei Jahrzehnten in den Reihen der Zionistischen Organisation und war stets bemüht, ein stiller und aufopferungsvoller Mitarbeiter unserer großen Sache m Werben, Noch lange vor dem Kriege war Rosner zionistisch aktiv tätig. Kein Wunder, daß er damals, anläßlich seiner Kandidatur in den Lemiberger Teimpdvorstand von der Assimilation aufs heftigste bekämpft wurde. Auch hiier in Wien zählte Rosner zu unseren eifrigsten und aktivsten Mitgliedern, Dank ihm und vielleicht nur dank seiner großzügigen Aktion ist die Gründung des ersten zionistischen Tagblattes in deutscher Sprache, der «Wiener Morgenzeitung», deren Geschäftsführung er mehrere Jahre innehatte, zustandegekommen. In den letzten Jahren gab es kaum eine zionistische Aktion, di« nicht unser Freund Rosner tatkräftigst unterstützt hätte. Dessenungeachtet waT Rosner ein stiller Diener der großen zionistischen Sache. In den Jahren 1918— 1924 gehörte Rosner dem Zionistischen Landeskomitee an, außerdem war er Vorstandsmitglied des Jüdiisohen Schulvereines, Mitglied der Delegation des jüdischen Nationalrates für Ostgalizien und in vielen zionistischen und jüdischen Vereinen als einer der Aktivsten tätig. Zu seinem 60. Geburtstag übermitteln wir ihm unsere herzlichsten Glückwünsche. Möge es ihm lange, noch recht lange gegönnt sein, der zionistischen Sache zu dienen. Baruch Schorr-Gedenkfeier Wie wir bereits in der letzten Nummer der «Stimme* angßkiindigt haben, findet am 15. Mai, 8 Uhr abends, im Festsaal des Hotel Continental, 11., Taborstraße 4, eine große Gedenkfeier für den Lemberger Oberkantor Baruch Schorr statt, dessen 23. Todestag sich jetzt jährt. Bezeichnend für seinen Ruhm und seine große Popularität auch in nichtiüdischen Kreisen ist der damals einzig in der Geschichte der polnischen Journalistik dastehende, für einen jüdischen Kantor im «Kurjer Lewowski» vom 9. April 1904 erschienene Nekrolog unter dem Titel «Der Tod des Kantors», der in der Uebersetzung folgend lautet: «Gestern wurde bei einer schier unübersehbaren Teilnehmerzahl seiner Glaubensgenossen, die Irdische Hülle des Kantors Baruch Schorr zu Grabe getragen. Der Tod ereilte ihn gerade in jenem Moment, als er mit zitternder, altersschwacher Stimme das Lob des großen Adonaj verkündete. Sein ganzes Leben war ein Psalm, ein Gesang! Er sang bi» ins hohe Greisenalter, also gebührte ihm dieser rührend schöne Tod — vor den Stufen des Allerhelligsten, vor der Thora und der siebenarmigen Menorah! Einst, als er noch jung war, konnte er mit dem Vortrag eigener wie auch der von unnachahmbarer Phantasie getragenen Talmudweisen seine Andächtigen hinreißen, sie bis zu den himmlischen Auen des Paradieses emporfühnm. Es schien als wolle er seine ganze Seele und Sehnsucht m die 3£istotisdi bedeutsame iTage dieser Woe/te 15. Mai (17. Ijar) 17. Mai (19. Ijar) 18. Mai (20. Ijar) 20. Mai (22. Ijar) 21. Mai (23. Ijar) 1862 Arthur Schnitzler geboren. 1848 Ludwig Max Goldenberg, nach dem Kriege 1870—71 maßgebender deutscher Wirtschaftspolitiker, in Tarnowrtz geboren. 1918 Der hebräische Schriftsteller Josua Barsilai gestorben. 1851 Emil Berliner, der Erfinder des Mikrophons und Grammophons, m Hannover geboren. * 1747 Moses Chaim Luzzatto in Acco gestorben. 1868 Dr. Heinrich Brody, bekannter Gelehrter und Oberrabbiner vos Prag, in Mzhovod (Slovakei) geboren. 1915 Der hebräische Schriftsteller Dr. I. L. Kantor, Begründer des ersten hebräischen Tagblattes, gestorben. weinenden Wogen der babylonischen Flüsse. hineinsingen oder die dröhnenden Töne der Jerichoposaunen Wiedergaben! Und voll waren die heiligen Hallen von Tonvibrationen, welche als weiße Manna auf die in gemeinsamer Andacht eingewiegte Judengemeinde herabfiel. Und so sang er seine ganze Jugend hindurch, bis in die spätesten Tage. Als sich sein Rücken zu krümmen begann, sein Haupt sich sinnend gen die Erde neigte, die Stimme zu versagen drohte und die Bebenden Lippen nicht mehr die aus der Seele quillcnde weite Tonskala zu umfassen vermochte, da sang ’r dennoch. Und er sang und pries das Lob des großen Gottes Zebaoth, dessen Name 42 Silben enthält, und des großen Adonaj, den der Hohepriester am Jom Kipur so ehrfurchtsvoll verkündet, auch jener sieben Erzengel, welche die sieben Tage der Woche beherrschen. Er starb im Angesichte des ganzen Israel am hohen Festtage, im Monat Missan, den der Erzengel Uriel regiert. Vielleicht erhellt sich versöhnend jetzt das Antlitz Jehovas, da vor seinem Richterstuhl die Seele eines Greises erscheinen wird, dessen ganzes Leben ein Hymius war.» Aus der Propaganda-Werkstätte des Hauptbüros des Keren Hajessod Seit dem Zionistischen Kongreß in Zürich im August 1929 hat der Keren Hajessod eine Reihe von Propagandaschriften in verschiedenen Sprachen herausgegeben, die in allen Ländern der Diaspora verteilt wurden und großen Ankläng gefunden haben. Die nachfolgende kurze Liste zeigt den Umfang dieser Tätigkeit, die durch das Hauptbureau des Keren Hajessod geleistet wird. Die Broschüre «Tel Aviv», die zum ersten Male im Jahre 1925 erschien, ist in neuer Auflage in drei Sprachen (englisch, deutsch, jiddisch) mit zahlreichen Bildern vom Leben der Stadt und ihrer Entwicklung heraüsgegeben worden. Die Broschüre «Hebräisches Schulwerk in Erez Israel» erschien hebräisch, englisch und deutsch in je 5000 Exemparen; auch diese Broschüre ist illustriert und enthält eine Uebersicht über die Entwicklung der neuen hebräischen Sprache und Literatur und bietet gute Information über das hebräische Schulwerk und andere Erziehungsinstitute in Palästina. Die Broschüre «10 Jahre Palästina-Aufbau» gibt dem Leser einen Ueberblick über die Arbeit des Keren Hajessod in Palästina während der letzten zehn Jahre. Bisher beträgt die Auflagenzahl dieser Broschüre 50.000; es gibt Ausgaben in hebräischer, jiddischer, englischer, deutscher, französischer, italienischer, polnischer und ungarischer Sprache. Demnächst wird die Broschüre auch in holländischer und arabischer Sprache (mit hebräischen Lettern) herausgegeben. Die Nachfrage nach dieser Broschüre, die überall mit großem Beifall aufgenommen wurde, ist außerordentlich stark. Das «Statistische Handbuch für Palästina» stellt ein statistisches Nachschlagewerk auf wissenschaftlicher Grundlage dar und ist das erste Buch dieser Art, das in Palästina erschienen ist. Es enthält Ziffern über die wirtschaftlichen, sozialen und staatlichen Verhältnisse des Landes; der Text zu den Tabellen ist dreisprachig: hebräisch, englisch, deutsch. Außer diesen Publikationen gab der Keren Hajessod verschiedene Flugblätter und Aufrufe heraus. Das Hauptbureau des Keren Hajessod gibt ferner unter dem Namen «Ziko» eine wöchentliche Nachrichten-Korrespondenz heraus, die an die Zeitungen in deutschsprachigen Ländern und an die Delegierten und Komitees des Keren Hajessod versandt wird. Die Ziko, die bis zum Oktober 1928 in Berlin herausgegeben wurde, erscheint bereits im 10. Jahrgange. Das Hauptbureau versendet an seine Komitees und Mit? arbeiter ein internes Bulletin, das Berichte über die Verwendung der Keren Hajessod-Mittel in Palästina und im Aus? lande gibt. Es bildet eine Informationsquelle für die Mitarbeiter und Kommitees des Keren Hajessod. Während des letzten Halbjahres wurde in verschiedenen Ländern der Film des Hauptbureaus «Frühling in Palästina» aufgeführt, der noch vor zwei Jahren vorbereitet wurde, Ende Jänner stellte der Keren Hajessod für Propagandazwecke im Zusammenhang mit der Eröffnung der Keren Hajessod-Kam* Ke in Süd-Afrika einen speziellen Film aus dem Leben des erdorfes Kfar Jeladim im Emek Jesreel her. Der Film wurde auch nach anderen Ländern gesandt. Beim Hauptbureau des Keren Hajessod besteht eine besondere Abteilung für Propaganda unter den orthodoxen Juden. Die Abteilung wird von den beiden Fonds unterhalten. Sie veröffentlicht ln der orthodoxen Presse Artikel über den Aufbau Palästinas und gibt für orthodoxe Leser Broschüren in diesem Sinne heraus. So erschien ein Album «Tora Weawodah» («Lehre und Arbeit»), das das religiöse Leben der palästinensischen Juden in Stadt und Land, in Wort und Bild zur Darstellung bringt. Durch das Hauptbureau des Keren Hajessod und des Keren Kaiemeth wurde vor nahezu zwei Jahren eine Bilder¬ und Klischee-Zentrale für Zwecke der Palästina-Propaganda unter dem Namen «Palästina-Bilderkorrespondenz» (PBK) geschaffen, die von Dr. Hugo Herrmann geleitet wird und —aus leicht erkennbaren technischen Gründen — ihren Sitz nicht in Palästina, sondern in Europa (Brünn) hat, Die PBK hat in der kurzen Zeit ihres Bestehens eine Sammlung von zirka 3700 Bildern und 1650 Klischees zusammengebracht, Sie versendet regelmäßig ein illustriertes Verzeichnis der neu angeschafften Klischees, stellt Bilder und Druckstöcke den verschiedenen Redaktionen und Verlagsanstalten. Keren Hajessod und Keren Kajemeth-Bueros zur Verfügung und gibt regelmäßig eine monatlich erscheinende Bilderbeilage heraus, die verschiedenen zionistischen Wochenblättern beigegeben w!rd- Mo)