Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 3 (1930)
- Issue
- Heft 126 (15.5.1930)
- Date
- 1930-05-15
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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DIE STIMME s$m9 Ng. 126 Charles Fourier und die Judenfrage Von Dr. Jakob Rappaport An der Schwelle des modernen französischen Sozialismus steht eine Gestalt, die nicht mir in die Geschichte des Sozialismus gehört, sondern auch in die des Antisemitismus. Wir meinen Charles Fourier. Fourier ist als Theoretiker des Phalansterismus bekannt, der während der letzten zehn Jahre seines Lebens jeden Tag um die Mittagszeit in seiner Wohnung den «Kandidaten» erwartete, der geeignet erscheinen konnte, eine Versuchsphalange mit eigenen Mitteln zu errichten. Aber nur wenige wissen es, daß der geniale Assoziationstheoretiker auch zur Judenfrage Stellung genommen hat. Obwohl mehr als hundert Jahre verflossen sind, seitdem Fourier seine Ideen verkündet hat, .sind sie noch heute von größtem Interesse, denn in diesen begegnen wir Anschauungen, die den «ehernen» (Bestandteil aller antisemitischen Programme der Gegenwart bilden und die die Judenfrage in erster Linie als eine soziale Frage betrachten. Es sei erwähnt, daß iZur Zeit, in der Fourier seinen Antisemitismus propagierte, die rechtliche und politische Emanzipation der!französischen Juden schon längst durchgeführt worden war. Während Fourier den Juden unsoziales Handeln zum Vorwurf machte, haben sich d’Eichtal, Rodrigues, Hal6vy und viele andere französische Juden in den (Dienst der saint-simonistischen Propaganda gestellt. Charles Fourier1) ist am 7. April 1772 zuBesan^on jgeboren. Er entstammte einer angesehenen und wohlhabenden Kaufmannsfamilie und genoß eine sorgfältige Erziehung. Frühzeitig hatte er seinen Vater und mit ihm einen Teil seines Vermögens, das ein naher Verwandter veruntreute, verloren. Bereits als Kind hatte Fourier in dem Geschäft seines Vaters moralwidrige Vorgänge Sich abspielen sehen, und frühzeitig gelobte er, die Mißstände des Handels, wenn ihm jemals hiefür Gelegenheit geboten würde, zu bekämpfen. Schon als fünfjähriger Knabe wurde er von seinen Eltern bestraft, .weil er ein anrüchiges «Geschäftsgeheimnis» seines Vaters verraten hatte. Trotz seiner tiefen Abneigung, die ihn von früher Jugend an gegen jede kaufmännische Tätigkeit beseelte, wurde Fourier von seiner Mutter dem Kaufmannstande zugeführt. Obwohl er über ein ansehnliches Vermögen verfügte, machte er sich nicht selbständig, sondern wurde ivielmehr Geschäftsreisender. In dieser Eigenschaft bereiste Fourier Frankreich, Belgien, Deutschland und (Holland und hatte reichlich Gelegenheit, das Getriebe des Wirtschaftslebens kennen zu lernen. Im Jahre 1793 begab sich Fourier nach Lyon, um dort eine größere .geschäftliche Spekulation zu unternehmen. Für den Betrag seines väterlichen Erbteiles, das sich auf 40.000 bis 50.000 Francs belief, ließ er, in der Hoffnung einer baldigen Preissteigerung, Kolonialwaren aus Marseille nach Lyon kommen. Doch die Spekulation mißglückte; Fourier mangelte der kaufmännische Scharfblick und auch die Ungunst der politischen Verhältnisse gefährdete sein Unternehmen. Lyon war zu jener Zeit in zwei Lager gespalten, Jakobiner und Girondisten bekämpften einander, und als nach dem vorübergehenden Siege der letzteren Lyon offen gegen das Pariser Schreckensregiment eingetreten war und alle Jakobiner vertrieben hatte, belagerte ein Heer des Konvents die Stadt, zwang dieselbe zur Uebergabe, zerstörte sie teilweise und vernichtete dadurch den Wohlstand vieler Bürger. So verlor auch Fourier den größten Teil seines Vermögens; den Rest büßte er bei dem Untergänge eines Livorneser Schiffes ein und nur durch eine kleine Jahresrente von 900 Francs, die ihm 1812 nach dem Tode seiner Mutter zufloß, konnte er späterhin der äußersten Not des Lebens entgehen. Fourier, bei der Verteidigung von Lyon nur zufällig dem Tode entgangen, war nach Besan?on zu seiner Familie geflüchtet und hatte 1799 seine kaufmännische Tätigkeit in Marseille als Angestellter eines -größeren Warenhauses wieder aufgenommen. Dort war ihm der Auftrag erteilt worden, eine Ladung Reis, die während einer in der Stadt herrschenden Hungersnot absichtlich, um jeden Preisrückgang zu verhüten, nicht zum Verkauf gebracht worden war, heimlich, nachdem sie in Fäulnis übergegangen, ins Meer zu werfen. Dieser Auftrag verschärfte den Widerwillen Fouriers gegen alle Handelsgeschäfte und regte in ihm weitgehende Bedenken, namentlich gegen die preisverteuernden und demoralisierenden Wirkungen des Zwischenhandels an. Der Widerwille seiner Jugend gegen den Handel, «das edle Handwerk der Lüge»3), wunde immer heftiger und steigerte sich schließlich zum Haß. Der Aufenthalt in Lyon war für Fourier von sehr großer Bedeutung, denn hier hatte er nicht nur sehr gewagte Spekulationsgeschäfte gemacht, sondern auch das Gefüge einer Industriestadt kennen gelernt. Lyon war damals die iqdustriereichste Stadt Frankreichs und der Sitz des Großhandels und entbot Fourier die grell- 1) Charles Pellarin, Fourier, sa vie et sa theorie (5. Auflage), Paris 1871. Otto Warschauer, Fourier, Seine Theorien und Schule, Leipzig 1893. Gaston Isambert, Les idees so.zialistes en France de 1815 ä 1848, Paris 1905. Hubert Bourgin, Fourier, Contribution ä l’Gtude du socialisme fran?ais, Paris 1905. Käthe Asch, Charles Fourier, Jena 1914. *) Den Handel definiert Fourier folgendermaßen: «Le commerce est l’art d’acheter trois francs ce ^ui en vaut six, et de vendre six francs ce au» e» traten sten Gegensätze, die der werdende Kapitalismus in sich barg. Auf der einen Seite sah er eine in wenigen Händen konzentrierte Großindustrie, auf der anderen hungernde Handwerker und Arbeiter. Die Arbeitgeber und die Arbeitnehmer trennte eine tiefe Kluft, Streiks und Aussperrungen waren an der Tagesordnung. Dazu gesellte sich noch der Umstand, daß viele Bankrotte, als Folge der politischen Lage, tausende Existenzen vernichtet haben. In Lyon entrollte sich also Fourier die soziale Frage in ihrer ganzen Nacktheit. Unter dem Eindrücke der Lyoner Verhältnisse hat Fourier später die soziale Frage behandelt und sein düsteres Bild des Frühkapitalismus entworfen. Auf die Lyoner Verhältnisse ist nicht der Haß Fouriers gegen die bestehende Wirtschaftsordnung zurückzuführen, sondern auch sein Judenhaß. Denn in dieser streng katholischen Stadt waren die Vorurteile und die Abneigung gegen die Juden sehr tief eingewurzelt.3) Trotz der Emanzipation wurden dort die Juden wie Parias behandelt und lebten streng gesondert von der christlichen Bevölkerung. Von Marseille war Fourier nach Lyon zurückgekehrt, um dort unvereideter Makler zu werden. Doch auch diese Tätigkeit füllte ihn nicht aus und bald übertrug sich die seelische Unzufriedenheit, die sein Beruf in ihm erzeugt hatte, auf seine gesamte Welt- und Lebensauffassung. Nicht nur die Mißstände des Handels, sondern auch die fehlerhafte Organisation aller wirtschaftlichen und sozialen Erscheinungen glaubte er zu erkennen, und während er mißvergnügt und unzufrieden einer untergeordneten kaufmännischen Tätigkeit sich hingab, oder, wie er sich ausdrüokte, als Makler den Lügen der anderen die seinigen hinzufügte und von Haus zu Haus lief, um Aufträge zu vermitteln, stiegen in ihm die Umrisse einer neuen Gesellschaftsordnung auf, die er schriftstellerisch zu skizzieren versuchte.4) Nachdem Fourier Kassierer in einem Lyoner Warengeschäft geworden, siedelte er nach Paris über, war dort wieder in untergeordneter kaufmännischer Stellung tätig, suchte aber gleichzeitig seine Theorien zu verbreiten. Seine letzten Jahre verlebte Fourier in Paris in stetem Zwiespalt zwischen Wirklichkeit und Phantasie, zwischen Beruf und Neigung. Er starb als familienloser Greis am 10. Oktober 1837. Die Hauptwerke Fouriers sind; «Theorie des quälte mouvements et des destinees g&ierales (sein erstes Werk 1808) und Traite de l’Association domestique agricole ou attraction industrielle» (1822). Das letztgenannte Buch ist das Hauptwerk Fouriers. Außerdem hat Fourier noch sehr viele Abhandlungen und Flugschriften veröffentlicht und viele Manuskripte hinterlassen, die nach seinem Tode von seinen Schülern herausgegeben wurden. Die angeführten Schriften stehen sachlich in engem Zusammenhänge und sind vom gleichen Geiste beseelt; sie enthalten eine scharfe und abweisende Kritik der gegenwärtigen Gesellschafts¬ und Wirtschaftsordnung und Vorschläge zu ihrer Beseitigung. Seinen Vorschlägen liegt ein großzügiges Assoziationssystem zugrunde, dessen Wesen im Primat der Landwirtschaft vor der Industrie und in der Emanzipation der Frau besteht. In seiner Kritik der bürgerlichen Gesellschaft bemängelt Fourier nicht nur die wirtschaftlichen Verhältnisse, sondern auch die sozialen, politischen und moralischen. Die Menschen, gleichviel welchem Stande sie angehören, fühlen sich unglücklich, ihr Verhältnis zu einander isj so unerquicklich wie nur möglich, und wäre dem Teufel die Leitung der Welt übergeben, er hätte nicht schlechtere Zustände schaffen können, als die Gegenwart sie aurweist. Der Egoismus wuchert im Herzen des Volkes, jeder wünscht aus Selbsterhaltungstrieb den Ruin des anderen, die Reichen vereinigen'sich, um mit der Macht ihres Kapitals die Armen auszusaugen und die Armen bemühen sich, die Reichen zu hintergehen und zu betrügen. Jeder bestiehlt den anderen und überall steht das Einzelinteresse hemmend der Gesamtheit entgegen. Jeder hofft, durch das Üngltiok des anderen vorwärts zu kommen und keiner hat das Gefühl äußerer Sicherheit. Dabei blutet der Staatskörper aus offenen Wunden.« Die Nationen sind übermäßig verschuldet und die Börsenfürsten die absoluten Herrscher der Welt. Die Kaufleute gleichen den beutesüchtigen Feudalherren des Mittelalters; sie sind eine Geißel für Völker und Fürsten, und die Industrie befindet sich infolge der freien und anarchistischen Konkurrenz in einem Zustande vollständiger Desorganisation. Uebergroße Reichtümer ballen sich in den Händen weniger, ein Kapitalmagnatentum von ungeheurer Bedeutung und gemeingefährlichem Einfluß ist im Entstehen begriffen, doch die Arbeiter müssen darben; sie säen, aber sie ernten nicht, sie hasohen nach den Früchten ihrer Arbeit, aber sie können sie nimmer erreichen. Unter dem Druck solcher Verhältnisse führen Millionen von Menschen, die wirtschaftliche Güter erzeugen, ein kümmerliches Dasein; sie sind in enge und verpestete Wohnstätten eingepfercht, kein Wechsel der Eindrücke hebt Ihre Seele und in jahrelanger, sich gleichbleibender Beschäftigung ermattet ihr Körper und Geist. Der Wilde hat das unbeschränkte Recht der Weide, der Jagd und des Fischfanges ,das ihm den Lebensunterhalt *) Bourgin, a. au O., p, 40. 4* Warschauer, a. a. Ci, S. (J. Das abenteuerliche Leben eines jüdischen Casanovas Rabbi Simon von Geldern. In einem unlängst in Jerusalem erschienenen wissenschaftlichen Sammelbuch in hebräischer Spräche sind zum erstenmal hebräische Briefe Simon v. Geldern, des Großoheims Heinrich Heines, zur Veröffentlichung gelangt, die ein neues Licht auf diesen sonderbaren Schwärmer und Abenteurer werfen, der nie Ruhe fand, stets eine tiefe Sehnsucht im Herzen nach dem Fernen und Unbekannten. Dieser Mann war von großem Einfluß auf Heine, der ihm in seinen Memoiren herrliche Blätter des Gedenkens widmete und sich geradezu als dessen Astralgeist betrachtete. Aus den erwähnten Briefen ist zu entnehmen, daß der junge Simon, der eine traditionelle jüdische Erziehung genossen hatte, bereits von Jugend auf große Neigung zur Lebensweise der Boheme zeigte. Schon als Knabe verschwand er zu wiederholten Malen für längere Zeit aus dem Elternhaus, als junger Mann unternahm er ausgedehnte Reisen, die ihn nach allen europäischen Ländern führten, wo er Bekanntschaften unter den Damen des höchsten Adels unterhielt. Dank seiner schönen, eleganten Erscheinung hatte er in der Damenwelt stets den größten Erfolg zu verzeichnen. Er führte mehrere Jahre hindurch das Leben eines Kavaliers, bis ihn diese Lebensweise zu langweilen begann. Er änderte plötzlich seine ein wenig ausgelassene Lebensführung und beschloß, ein frommer Jude zu werden. Noch mehr: er wollte Europa,. die Stätte seiner großen Salonerfolge, ganz verlassen und nach Palästina auswandem; er mochte damals etwa dreißig Jahre zählen. Simon v. Geldern ließ sich Bart und Schläfenlöckchen wachsen, legte lange Kleider an und schiffte sich nach Palästina ein. Er gedachte vorerst, sich dort als Landwirt niederzulassen. Jedoch ins Land gekommen, änderte er seinen Plan; er ließ sich in Safed nieder, das damals eine Hochburg der Kabbala, der jüdischen Mystik, war. Aus dem ehemaligen Lebemann und Salonlöwen wurde ein Asket. Er befaßte sich ausschließlich mit dem Studium der Kabbala, fastete einige Tage in der Woche und kasteite seinen Körper. Man mochte glauben, daß dieser Globetrotter hier bereits Ruhe gefunden habe. Allein Simon v. Geldern hatte etwas von Windbeutelei an sich, da es ihn nirgends lange litt. Nachdem er in Safed den Ruf eines Kabbalisten und Wundertätigen erlangt hatte, beschloß er, das Land zu verlassen. Jetzt nannte er sich bereits Rabbi Simon v. Geldern; mit Zeugnissen berühmter palästinensischer Rabbiner ausgestattet, die ihm sein großes Wissen in der Kabbala attestierten, wendete er sich nach Tripolis. Während einer abenteuerlichen Reise in der nordafrikanischen Wüste wurde er von einem Nomadenstamm überfallen. Dank seiner erworbenen Kenntnisse in der Medizin wurde Simon v. Geldern ihr Medizinmann und später sogar ihr Scheich und Führer. In kurzer Zeit war Simon v. Geldern der kühnste Reiter der Wüstenräuberbande, erlernte die Pferdezucht und verstand sehr gut mit Waffen umzugehen. Und als er auch von dieser Lebensweise genug hatte, verließ er seine Komplizen. Er erschien dann wiederum am europäischen Horizont. Diesmal als geheimnisvoller Wundertäter in langer orientalischer Tracht und Turban. Er trat überall als Kabbalist auf- und tat sehr geheimnisvoll. Er gab zu verstehen, tlaß er über- Talismane und Amulette verfügte, kraft deren man phantastische Schätze entdecken kann. Ueberhaupt verstand er es ausgezeichnet, sich mit dem Glorienschein eines Heiligen zu umgeben. Ebenso wußte er sich Zutritt zu den höchsten aristokratischen Kreisen zu verschaffen, wo er ob seiner Geheimwissenschaft verehrt wurde und im Rufe eines Magiers stand. Eine Zeitlang lebte er in Frankreich, wo er mit Voltaire bekannt wurde, und ist sogar im Königspalast zu Versailles empfangen worden. Als er sich später nach Deutschland wendete, gewann er auch dort Zutritt zu den mächtigsten Fürsten des Landes. Unter anderem schloß er Bekanntschaft mit dem Markgrafen Alexander von Ansbach, dem Schwager Friedrichs des Großen. Als einer der gebildetsten Männer jener Zeit, hatte der Markgraf mystische Neigungen, er verehrte Simon v. Geldern und führte ihn auch beim preußischen Minister Grafen von Padriwill und seiner Tochter, der berühmten Fürstin von Marschall, ein. Er hatte besonders großen Erfolg bei den jungen Damen, die er ebenso mit der imposanten Erscheinung wie mit schönen ausgewählten Worten zu bestechen verstand. Gleichzeitig jedoch , stand er in regem hebräischen Schriftwechsel mit hervorragenden Rabbinern seiner Zeit. Geldern wurde um verschiedene Ratschläge angegangen und seine diesbezüglichen Antwortschreiben strotzen von frommen Wendungen und Zitaten aus mystischen Büchern. Er spielte somit ausgezeichnet die Rolle eines aristokratischen Wundermannes, der auch auf die Achtung der frommen jüdischen Welt nicht verzichten wollte. Infolge unerlaubter Zärtlichkeiten gegenüber einer «erlauchten Dame» mußte jedoch der große Kabbalist plötzlich bei Nacht und Nebel aus Deutschland fliehen, wobei er sein ganzes Vermögen zurückließ. Wie seinerzeit vor den Wüstenräubern, konnte er sich auch diesmal nur dank seiner ' vollendeten Reitkunst in Sicherheit bringen. Hierauf begab sich Geldern zum zweitenmal nach Palästina, der Stätte seiner Sehnsucht, in der Hoffnung, dort endlich Ruhe zu finden. Nach einer Fahrt voller Abenteuer und Gefahren ge- Jungte Simon v. Geldern nach Jerusalem. Er mußte jedoch Infolge der Araberunruhen, die gegen die jüdischen Einwohner gerichtet waren, auf einem Kamel eiligst die Stadt verlassen, um sich nach Hebron zu begeben. Aber auch dort heftete sich das Unglück an seine Fersen; er reiste, ein ewiger Ahasver, nach Syrien und wendete sich nach kurzer Zeitspanne wiederum dem europäischen Kontinent zu. Nachdem er über Italien und Frankreich nach England gelangte, ließ er sich in London nieder und schrieb dortselbst ein poetisches Buch, «Moses auf dem Berge Horeb», das er in französischer Sprache und mit einer englischen Vorrede veröffentlichte. Müde und gebrochen kehrte er hierauf in seine Heimat nach dem Elsaß zurück, wo er im Städtchen Forbach, fünfundfünfzigjährig, sein stürmisches und an Abenteuern reiches Leben beschloß, um später in seinem Großneffen, in Heinrich Heine, seinen glühendsten Bewunderer und Verehrer zu finden. sichert, doch wer besitzlos auf den Stätten der Kultur geboren, kann die Gaben der Natur, deren er bedarf, nicht eigenmächtig an sich reißen, kein Existenzminimum ist ihm gewährt, die Freuden des Daseins sind iihim versagt und am Ende eines arbeitsreichen Lebens hat er meistenteils nichts anderes erreicht, als mit Mühe dem Hungertode entgangen zu sein. v(Schluß in der nächsten Nuau&atJ