Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 3 (1930)
- Issue
- Heft 124 (1.5.1930)
- Date
- 1930-05-01
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 12 - r ME STIMME - Nr. 124 Jüdischer Sport Hakoah’s Schicksalstag Nicholson schlägt Hakoah 2:1 (111)* Sporfkfubplatz, SöfoO Zuschauer. . Durch die Niederlage in diesem ungeheuer wichtigem Spiele besteht nur mehr rein theoretisch für den jüdischen Verein die Möglichkeit, sich noch vor dem Abstiege zu retten. Praktisch kann die Lage der Hakoah bereits jetzt als hoffnungslos bezeichnet werden. Die Mannschaft hatte das Pech, zu diesem Entscheidungskampfe ohne zwei ihrer Besten, Löwinger. und Mausner, antreten zu müssen, die beide erkrankt sind. Mdtbestimmend für die Niederlage waren aber auch noch einige andere Gründe. DeT Dor-nbacber Sportplatz hatte den Hakoahnern seit jeher nicht behagt und auch diesmal konnten sich die ihrem Gegner körperlich stark unterlegenen Spieler auf dem schmalen Platze nicht durchsetzen. Ein weiteres Handikap lag, so paradox es klingen mag, in dem großen Verantwortungsgefühl eines Teiles der jüdischen Spieler. Im Bewußtsein des hohen Einsatzes agierten diese von Beginn an in höchster Nervosität, die sich bald auf den übrigen Teil der Mannschaft übertrug. Eine Reihe von unsinnigen Umstellungen an der zweiten Halbzeit besegelte das Schicksal der Hakoah. Oppenheim war nicht auf gewohnter Hohe und war Insbesondere am zweiten Treffer schrvldtragend. Zwischen Scheuer und Feldmann gab es eine Menge von Mißverstandnissen, und speziell die Nervosität dieser rückwärtigen Formation wirkte sieb unheÖvoH auf die ganze Mannschaft aus. In der 'Deckung entsprachen Heß und Stroß, wahrend Amster dem gegenerischen Flügelmann Eckel in keiner Weise gewachsen war. Im Sturm batte Stern einen gute® und vielversprechenden Start, Beß aber dann merklich nach. Seine Transferierung auf den rechten Flügel sowie seine spätere Verwendung als linker Half können wohl kaum als strategischer Geistesbßtz der Maßgebenden angesehen werden. Katz wurde wenig beschäftigt und über traf, ohne besonderes zu bieten, den kostspieligen Haar. MoItot spielte fm Felde nicht schlecht, es muß aber zum xten Mate konstatiert werden, daß seine tfehflenden Kämpfer Qualitäten ihn für eine Mannschaft, die um ihre Existenz ringt, ungeignet erscheinen lassen. Für die Entlastung der Halvesredhe hatte er auch diesmal nichts übrig und der gefährliche gegnerische linke Flügel Wieb von ihm unbelästigt. Donnenfeld kämpfte aufopfernd, konnte aber seine gegen W. A. C. gezeigte Leistung nicht wieder holen. Schiedsrichter Göbel war ein objektiver Wetts pfefferten Ein klares Hands dm NdchoF son-Strafraume (5 Minute» vor Schluß) übersah er, befragte aber auf Protest der Hakoahner den Linienrichter. Dieser Herr mußte den Verstoß bemerkt haben; er behauptete jedoch, nichts gesehen zu haben. Dadurch wurde die Niederlage endgültig entschieden. Spielverlauf: Hakoah ist sofort in Front, hat aber im entscheidenden Augenblick Pech. Stern fällt durch einige Prachtschtisse auf, die vom gegnerischen Tormann aber abgewehrt werden. Nicholson ripostriert, und insbesondere Ecfcl kommt an Ämsfcer mühelos vorbei. Zwei Freistöße Schneiders verursachen brenzliche Situationen vor dem Hakoahtor. Oppenheim ist überaus nervös und unsicher. In der 19. Minute erzielt aus einem kurzen Paß -Rate' Mofcar den Führungstreffer. Bald darauf kommt ein weäter Freistoß vors Hakoahtor und Uridä köpft, von Feldmann schwach behindert, den Ausgleichstreffer. Knapp vor der Pause gebt eäa wunderbarer Ropfbafi Mofaars knapp über das Tor. Nach Seitenwechsel erzäeft iWazzek fei der 5. Mmei« inst gfückfichem Schuß awsO großer Distanz de» sseghrizigenden Treffer. Oppenheim, der die Flugbahn des stark gefälschten Balles schlecht berechnete, muß für dieses Tor verantwortlich gemacht werden. Haar tauscht mit Stern Platz und vergibt eine todstrehere Chance. Später rüokt Heß in den Angriff und Stern in die Balves reibe. Alle - Offeusdvakti'onen Weihen jedoch erfolglos. Aufstellung: Oppenheim; Scheuer, Feldmann; Amster, Stroß, Beß, Haar, Mofnar, Stern, Donaenfekl, Ratz. ■ * Sonntag, den 27. April fand im Seitensterttentempel die Trauung der bekannten Meisterschwimmerin der Hakoah, Hedy Bienenfeld mit Herrn Zsigo Wertheim statt.; Der Trauung wohnten u. a. bei: Dr. Schmidt, Präsident des Hauptverbandes, Direktor Weinberger, Präsident des Schwimmverbandes, Dr. Körner, Ehrenpräsident der Hakoah, Dr. Goldhammer, Präsident des Schwimmklubs der Hakoah, Herr Herbst, Präsident der Hakoah und Herr Zifflet vom Präsidium der Sportlehrervereinigung sowie Vertreter sämtlicher Wiener Schwimtnverdne und der Hakoah bei. Nach der Trauung wurde das Paar von den Versammelten mit herzlichen Ovationen begrüßt. E. M. * Nemes ist gestern aus Amerika hier eingetroffen, um der Trauung seiner Schwester beiwohnen zu können. Nach kurzem Urlaub fährt er direkt nach Südamerika, um »ft der Tournee der New Yorker Bäkoah teilzuncbtnen. Boxen Die Mannschaft der Makkabi wird am 4. Mai 1. J. in der Sportklubhalle einen Klubkampf gegen B. C. Wieden austragen. Für Makkabi starten Wagschal und Weiser, zwei erfolgreiche Boxer, die man schon längere Zeit nicht im Ringe gesehen Hat. Der Kampf im Fliegengewicht entfällt, # da die Makkabi keinen Mann stellt. Bantamgewicht: Der Meister von Oesterreich Lindenheini-Erber. Federgewicht: Weiser—Weiler. Leichtgewicht: Neulingsmeister Schiffmann —Kohutek. Weltergewicht: Kassner—Jaro II. Mittelgewicht: Wagscha’—Stark. Halbschwergewicht: Juniorenmeister Laub —Priem. Schwergewicht: Mayer—Stfansky. * Beim Internationalen Schwimmfest des Schwimmklübs Hakoäh, das am 3. und 4. Mat d. J. um 8 Uhr abends nn Dianabad zur Durchführung gelangt, verspricht das 100-Meter-Freistilschwimmen für Herren ein sensationelles Ereignis zu werden. Neben dem österreichischen Meister Goldberger starten1* Getreuer (Prag),* Meszely (Budapest), Rödiger (Grat), Unterberger, Staudinger und Nassauer. — Um den Otto-Holub-Gedenkpreis, den Ing. Aichberg zum Andenken an den ihm befreundeten Verstorbenen gestiftet hat, treten die Vereine Hakoah, Austria, E. W. A. S. C. und W., A. C an. * Die Sektionsleittntg der Makkabi hat für den 17. .Mai einen Kampf gegen Bata-Zlyn abgeschlossen. Der Kämpf findet auf dem W. Ä. C-Platz statt und verspricht einen interessanten Verlaut Für den 19. Juni Bat Makkabi-Wien den Brjderverern Alakkabi-Berlin nach Wien eingeladen. Die Makkabi-Berlln, die zu den besten Amateurmannschaften des Reiches zählt, wird auf dem W. A. C-Platz einen Kampf gegen eine Wiener kombinierte Mannschaft austragen, da die Makkabi-Berlin gegen die dem Makkabi-Weltverband an geschlossenen Vereine nicht boxt. Makkabi hat am 27. d. M. in einem Rahmenkampf bei der Boxveranstaltung Polizei—Wieden seinen Gegner Erber (Wieden) im schönsten Kampf des Abends nach Punkten besiegt. Jüdischer Sporttmd Schützen*Vere&i «Menorah». Montag, 5. jfciai: 19 Uhr 15: Regelmäßiger Boxkurs, IX., Liechtensteinstraße 20. — Mittwoch, 7. Mai: Regelmäßiger Heimabend findet um 20 Uhr 15 ifti Heim, XX., Jägerstraße Nr. 30/L statt. — Donnerstag, 8* Mai: 19.15 Uhr: Regelmäßiger Boxlcurs, IX., Uechtensteinstraße 20. — Der nächste Schießkurs beginnt Mitte Mai; Anmeldungen für sämtliche Veranstaltungen nur schriftlich! Sprechsaal der Stimme (Für die Mitteilungen, die in dieser Rubrik erscheine«, übernimmt die Redaktion keine Verantwortung.) Sehr geehrter Herr Redakteur! Zu dem in Nr. 123 der «Stimme» unter dem Titel «Ein interessantes Kinderpessachspiel in den „Jüdischen Künstlerspielen’’» erschienenen Aufsatz Ihres hochgeschätzten Rezensenten Herrn Dr. Ro—thal erlaube ich mir ergänzend zu bemerken, daß mit Ausnahme des von mir bearbeiteten ostjfldischen' «Kiddusch-Nussach», sämtliche Sedergesänge meines aufgeführten Kinderfestspieies «Sederabend beim Wunderrabbi» gleich dem Text meine eigenen 0 ti'gi n alarb eite n sind, von denen cfie meisten auch ad hoc von mir geschaffen wurden. Indem ich Ihqen, sehr geehrter Herr Redakteur, für die Aufnahme dieser Zeilen verbindlichst danke, verbleib ich mit Hochachtung und Zionsgruß M. Chartiner. Ernster Forschung ist es gelungen, ein wirksames Mittel, das frei verkäufliche, radiumhältige Radiosklerin, zu finden, das laut Atteste bedeutender Aerzte glänzende Erfolge aufweist, die Blutzirkulation fördert, die Adern elastisch macht, geistige und körperliche Arbeitskraft auffrischt. Radiumgehalt wird amtlich überprüft. Depot uftd Auskunft: Apotheke Bayer, I., W o 11 z e i I e 13. Kaufet Palästina-Produkte! Sie fördern dadurch den Aufbau unserer Heimat. Die Firma S. Halpern, Wien, II., Förstergasse 6, Tel. R 40-4-12, liefert7 zu den billigsten Preisen: Jaffa-Orangen, Weine aus Petach Tikwah und Rischon-le-Zion, Honig aus Chedera, Oel der Oel-Industrie «Shemen». AmtlicheVerlautbarungen der Israelitischen Kultusgemeinde Wien Zahl 1286 ex 1930. Stipendien für Knankenschwestern- Elevitinen. Der Vorstand der Israelitischen Kultusgemefinde Wien hat beschlossen, an jüdische, die ' österreichische Staatsbürgerschaft besitzende Frequentantinnen der Krankenpflegeschule der Oesterreictiüschen Gesellschaft vom Roten Kreuze zwei Stipendien im Betrage von je S 1200.— während des ersten Lehrjahres und von je S 600.— während des zweiten und dritten Lehrjahres, und. drei Stipendien von je S 600.— während des ersten Lehrjahres und von je S 300.— während des zweiten und dritten Lehrjahres zur Verleihung zu bringen. Die Frequentantinnen erhalten während der ganzen Ausbildungszeit, das ist du den Monaten Oktober bis einschtäeßlich Jund eines jeden der drei Lehrjahre, freie Station in der Kramkenpflegeschule. In den Ferialmonaten Juli, August und September müssen die Frequentantinnen für ihre Unterkunft und Verpflegung seihst sorgen. Der Bezug des Stipendiums* durch die ganze Ausbildungszeit wird von den durch die vorschriftsmäßigen Prüfungen nachmweisenden guten Lernerfolgen abhängig gemacht» Die mdt einem Stipendium Bedächten haben söch zu verpflichten, als Piilegeschwestern dm Spdtale oder in* der Versorgungsans ballt der Israelitischen Kultusgemeinde durch mindestens drei Jahre tätig zu sein. Die IsraeHrtisohe Kultusgemeinde Wien wiird sich unter noch näher bekanntzugebcnden Bedingungen verpflichten, den mit einem Stipendium Bedachten die den Gesamtbezug des ihnen verliehenen Stipendiums übersteigenden Aushjldungskosten in der Krankenpflegeschule der OesterreicKischen Gesellschaft vom Roten Kreuze in dem Falle rückzuersetzen, daß die Stipenddstinnen tatsächlich eine dreijährige Dienstzeit als Pflegeschwestern im Spitale oder in der Versorgungsanstalt der Israelitischen Kultusgemeinde zurückäegen. Bewerberinnen wollen ihre mdt den Personaldokumenten und der Bestätigung, daß sie um die Aufnahme in die Knadkenpfiegeschuie der Oesterreichiisclien Gesellschaft vom Roten Kreuze angesucht haben, versehenen Gesuche bis spätestens 30. Mai 1930 in der Amtsdirekti'ön ' der Israelitischen Kultusgemeinde, Wien, I., Seitenstettengasse Nn 4, I'I'I. Stock, Einbringen. Daselbst sind dde Aiifna-hmsbedöngungen der ober wähnten Krankenpflegeschule unentgeltlich erhältlich. Wien, '22. April 1930. Der Vorstand der Israelitischen Kultusgemeinde Wien. Israelitischer Jügendgottesdlenst. Am Samstag, den 3.. MaS 1930, um 3 Uhr nachmittags, findet der Jugendgottesdienst für die israelitische Schuljugend in den Gemeinde-. and Bezirks-Synagogen statt. Austritte aus dem Judentum Langer Stefanie geb. Kobler, 12. März 1899, Lilienfeld; Hamburger Ghristine Josefine, 9. Juli 1901, I., Schönlaterngasse 13; Messinger, geb. Marie Hermann, 6. März 1905, IV., Fleischmanngasse 1; Kerneker, geb. Marie Procop, 13. April 1892, IX., Bolzmanngasse 12; Goldmann Läsbeth Marianne, 5. JuM 1906, IV., Johann-Strauß-Gasse 23. Lebensversicherungs- Gesellschaft GEGRÜNDET IM JAHRE 18 8 2 Vartefeairmgafeaetaftd earantlemtttel Ende 1028 2 Miflierde» Sehfttng 242 Mfmontn BohHUng Prämie»- und ZIn»eine ahme» kn Ja!** 1928 »7*6 MIHtonen Gohllllng AuezeMunae« an «Ne Verefekertan Im de!*# 1926 2&5 * „ Tiüefcelteoebtot der QeeiHeelmfl: Oeetenwteb, Dnuteohea Rbtol^ TeoitechoefoweRlibhe RepottUk Belgiee, Holland, Fradikreleh» Spenlen, Italien, Ungarn, Polen «iogoilewlei), Bulgarien, Griechenland, Ramlnien, PatfieKfoa, Syrien TtWcei, Aegypten Oie Qeeelliohett eetrtlrSl w IHMgu Prlmlen und aOnetlflen StiiATeulllim, ^P1*111 KepJlete- und Rentenverefebenmean Jeder Art eb KiNOEf^VEWSOMKJNQ6«V£RSICHEPtUNG (JUiezahlang einen Kapitale bei Verheiratung, Studienbaitrag, Rückerstattung dar aingeaehttan Prflndan bei AMeben des Kinde») invendltitevererehemea StfS bai- MRja ftyaebeanflWibtit an» AMdHan« de« verelokerten Kepltel* eaeli drefflhrfftr Oaaer dar levaüdftfD;eariiajer, Vierteg«r und HenuMeüst; Ztouktischer b^wtesverband für Oesterzefch, Wien, U Kämt AWca. 4rflknA{i»6WaiBil»c <■ i— tltefc. dm», Ute, J Bernhard Kohn WIEN, I., HIMMELPFORTGASSE 20 KLAVIERE ln allen Preislagen, neu von S1440 an Kindemrea^eeia vom einfachsten bis jum feinsten Genre erzeugt ENGELBERG P *** WaUen.teinpIat* 3 MUUAIIJIIVI Finale i XX„ KloslemeuburgerstraBe 91 Telephon A 41.406 und A 47.497. &iotte Stenotypistin für Büro gesucht Unter „Sofort* an die Administration «Hiteai»H»teteMiHn»ni»te»aaH»teWteap»oote»HHMHteMaMnmi Grabsteine Friedländer & Deutseh Wien, L, Seitenstettengasse Nr. 8 Tel. U 28*1-28 XI.) Zentreltrledhof, neben dem 1. Tor, Tel. ü 18-0^8 sretraße 28. - __ .. Dr, -Slcrm—wf UnUkAetn /