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Die Stimme · 1930-05-01 · Heft 124 (1.5.1930) · page 1

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Journal
Die Stimme
Volume
3 (1930)
Issue
Heft 124 (1.5.1930)
Date
1930-05-01
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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Preis 35 Groschen Zionisten treffen sich i- Kaffee Fürster II., Praterstr/ Nr. 25 'y CD ’S Co L~>. Cfil> o’ rs CO L~>' Co er /-j. er vl_ 9“ v Abonaemontpreiss: /8r Oeetomich: Monail. 8 1.60, TiertelJ. 8 4A0, garmj. 8, IG.— / Deutschland: Monail. Goldmark 1.—, TiertelJ. Goldmark 8.— I Tschechoslowakei: Monatlich Ko , TiertelJ. Ke 19.— / Jugoslawien: Monatlich Dinar 14.—, Tlerteljftbrllch Dinar 40.— I Jiidisdke Zeitung Crsefraeipig fesetegi Pompwgiqgl ^edafttfion und JMdntinisiwatton: Wien, I., &itan*tken»tein6a88e 1 —• GTefeipftmn (ft 2d-3-S% Polen: Monail. Zloty 2.30, TiertelJ. .Zitoy 6.00 I Ungarn: Honatl. Pengö 1.50, viertelj. Pengö 4.2Ö I RumSnien: Monatl. Lei 46.—,' vierte!j. Lei. 126.— I Bulgarien: Monatl. Lewa 30.—, TiertelJ. Lewa 80.— Belgien: Monatl.' Bclga 2.—, 'vlertelj. Befga 6.— I fiebriges . Ausland: Monatl. Schweizer Franken 1.60 3. Jahrgang Wien, Donnerstag, 1. Mai 1930 (3. Jijar 5690) Nummer 124 Theodor Denis slebzhlsfer Die Lorbeeren der Unsterblichkeit Von Prof. Dr. Chaim Woizmann Wenn wir an Theodor Herzls 70. Geburtstag, einen Schatten herauf beschwören, geschieht es nicht, um die Größe seiner Leistung, zu messen.; oder ihn mit anderen Führern auf dem Gebiete des Gedankens und der. Tat zu vergleichen, '•sondern.als.Akt der Pietät diesem Manne gegenüber, der in den Augen'. d^r Zionisten unver-' glfedchlich . dasteht. Diese Einstellung^. wiid' nicht vom Wunsche hervorgürüfeny einen Kult 1 der HeldenVerehrüng zu schaffen;.- sondern es, gilt, das Entstehen falscher Vorstellungen über: Herzls Wirken zu verhindern. / 1 Herzl selbst erzählt, wie er bei seinem ersten Auftreten vor der jüdischen Masse — es war im1 Whitechapel-Ghetto im Jahre 1896 — fühlte, daß die Legende um seine Persönlichkeit sich zu spinnen beginne. Von Natur aus eiüfi 'echter Aristokrat, fühlte er sich instinktiv, zum Volk hingezogen, das ihn Vertrauensvoll als ©einen Führer ansprach; aber er wußte TW0nig über die, die bereit waren, Ihm zu folgen. ’ Ilibesondere die Führer des Londoner „Mac- <^&äus-Cluhs“, die ihn nach seiner festen Ueberzeugung verstehen sollten Und mußten; hatten; nicht die geringste Sympathie für seine Idee. - Obwohl er von ©einen Vorläufern keine - Ahnung hatte, drückte er doch intuitiv, wie s kein Mann vor ihm tat, die jahrhundertelange - Sehnsucht; der Bedrückten aus. So stand der * Führer auf; der von seinem Volke, das er zu führen bestimmt war, nichts wußte, : und der dennoch in der kurzen Zeitspanne von acht Jahren seines öffentlichen Wirkens den Herzen •, hundert tausender J uden unvergeßlich würde Di© Aufgabe, die er unternahm, war.jdes mühevollen Versuches wert. Aber wenn wir unseren Blick' SO' Jahre zurückwenden, als neue Ideen in die jüdische Gasse eindrangen, ^verstehen wir den; naiven*. Glauben an die? unbegrenzte -Kraft' unseres Willen^,!dös von'Herzls Genius begon neue. Werk, zu vollenden.1 . Es würde überflüssig sein, darüber; nach /.udenkenlwas Theodor Herzl erreicht haben würde,' w- * n er angesichts des starren Unwillens 5 der: türkischen Regierung in Palästina; nicht imstande gewesen wäre, . sein Volk vor-. Anläßlich des 70. Geburtstages Theodor Herzls veranstaltet das Zionistische Landeskomitee Samstag, den 3. Mai 1930, S Uhr abends imGroßen Musikvereinssaal eine , Karten zum Preis* von 50 Groschen bis 5 Schilling in den Zionistischen Bureaus* l» Ktrpfaerifatfp 28, Buchhandlung Moses Rath, 11., Taborstrabe Nr. , 20 a und an der Tages-- und Ahendsass* tm Gebäude des Musikvereines [^^lOUtir vormittags ßtus dem ynfkatt: ^IlllllHJIUliUlUIWtWHWfWIfHIIIMItlülllllllllllllIHlWWWWWBtTWIWHDWIHllWWW Dr. N. M. Gelber; Herzl der Judenstaatler Adolf Pollak: Trauin und Wirklichkeit Karl Rosenfeld: Am Herzl-Grabe Dr. S. Wolf: Liebe und Unsterblichkeit Z. F. Finkeistein: Herzls Geburtstag Herzl in Palästina f inveröffentlichte Briefe Wolfsöhns an Theodor Herzl-. * . Sejnet jLeietüiig; :dü© vor.'alter; Weit oHen dastehtl zei^t uns;: daß er sicherlich nicht sfclllgestanden hätte und auch nicht vor heroischen Maßnahmen zur ückgeschreckt wäre, um das einmal gesetzte Ziel zu erreichen.. Aus diesem Grunde wird man Theodor Herzl in allen Zeiten als einen jener glücklichen Männer des Schicksals ansprechen, die noch in ihrer Todesstunde aus dem scheinbaren Mißlingen sich die Lorbeeren der Unsterblichkeit errungen haben. Es konnte nicht der geschichtliche Sinn der Emanzipation sein, daß wir aufhören sollten, Juden zu sein, denn wir wurden zurückgestoßen, als wir uns mit den anderen vermischen wollten. Der geschichtliche Sinn der Emanzipation mußte vielmehr sein,, daß wir unserem befreiten Volkstum eine Heimstätte bereiten sollen. ■ Das hätten wir früher nicht vermocht; wit können es jetzt wenn wir es mit aller Kraft wollen. (Tagebücher.)’ J23 K. ÄL SER3 TB.. 6 P r o g r a m m. 1) Orgelvortrag Professor Herz 2) jüdischer Gesangverein 3) Ansprache des Präsidenten desZlon. Landesverbandes für Oesterreich iDr. J a k o, b E h r 1 ich 4) Gedenkrede LEO MOTZKIN Präsident des Zionistischen Aktionskomitees und des Comite de Detegations Juives 5) Choral (Jüd. Gesangverein)

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