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Die Stimme · 1930-03-20 · Heft 118 (20.3.1930) · page 11

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Journal
Die Stimme
Volume
3 (1930)
Issue
Heft 118 (20.3.1930)
Date
1930-03-20
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Nr. 118 DIE STIMME Seite 11 die Bedeutung? eines jüdischen Palästina für das Empire anbetrifft, und die Ausnützung derselben für eine gesunde «de-ut-dcs>-‘Poiitiiik, so genügt es, Dr. Weizmanns Antwort auf die Rede Jabofeskys i<m Protokoll des XIV. Kongresses naohzaischlagen, mm daraus die Meinung der Exekutive zu ersehen. (Ich spreoiic hier vom Ton der Exekutiv© vor den Auigust-Ercignissen, aber auch nach Ihnen Jrat er sich picht wesentlich geändert) Es muß doch schließlich einmal festgeholten werden, daß diejenigen Engländer, die für uns eine Lanze brechen wollen, immer nur revisionistische «Lanzen» brechen. Denn als Erster erkannte Jabotimslky die ungeheure Schädlichkeit der Samuel- Bohen Politik (siehe «'Drei Jahre Herbert Samuel», Mencrah, 15124!). Damals wairde Jabothvsky nicht nur von Robert iWeltsch und ähnlichen verlacht! . . . Heute freut sich die gesamte zioails tische Presse, wenn Engländer die Samuel sehe «'Linie» kritisieren. Und wenn wir jetzt bei Sldebotham lesen, daß man einen weitgehenden Personal* Wechsel in den Verwaltungsbehörden vornehmen müsse, so erkennen wir auch in dieser Forderunig, die immer als für Engländer besonders unannehmbar bezeichnet wurde, unschwer die Autorschaft Jaibotinskys. Ich glaube, daß diese wenigen Beispiele genügen. Wie läßt sich angesichts dieser Tatsachen noch das 'beliebte Argument auifreobterbalten, die .revisionistischen Forderungen seien zwar «gut», aber kein Engländer werde sie verstehen, geschweige denn ak- «eptteren! ... Und nun zium ionerzionisfi'sch'em Problem der Chaluzitn. In derselben Nummer der «Stimme» lesen wir einen enthusiastfeobeo Aufsatz dos Herrn Jakob Singer unter dem bezeichnenden Titel «Unsrer Weg ist der gleiche (1) geblieben, wir gehen ihn weiter, bis zu Ende!» Der Ton dieses Artikels ist uns schon seit Jahren genügsam bekannt, Abgesehen davon, daß eine derartige Verhimmelung der Chaluzim (die übrigens gewissen 'begeisterten Heldendarstcllungen vom August 1914 frappierend ähnlich ist) weder den Chaluzim selbst genehm Ist noch der izSondstischcn Gnundauffassung entspricht, darf nicht vergessen werden, daß es keine «.guten» und «schlechten», «geeigneten» und «ungeeigneten» Juden heim Aufbau Palästinas gilbt, denn (haben wir denn Herz! wirklich ganz vergessen?!): die G a Ju/t hbedingungen sind schlecht, nicht aber die Juden; jeder Jude ist, wenn er aus der GaJulh einmal heraus ist, ln gleicher Welse als Meeschenimaierlal für den Judenstaat geeignet, — und es ist sehr billig, junge Leute, die jahrelang im Hinblick auf ein freies Leben in Eroz Israel erzogen und «vorbereitet» werden, gegen den «Auswanderer»-Typ aiuszusplelen. Also, abgesehen davon, Ist diese Einstellung schädlich! Denn die Mentalität dieser Einstellung führt zwangsläufig zur Ablehnung des Massen/juden-, ®ur stillschweigenden Zustimmung zum schädlichen Zertiilftkatensystem, zur Verkennung der Möglichkeiten Palästinas als Immigratiousland für Millionen notleidender Juden, —• kurz: zu einer ausgesprochen philantropischen Unterstützung eines kleinen, mit hebräischen Knlturclemen'ten durchsetzten, sozialistischen Experiments, und nicht zum eigentlichen Zionismus: Zur Lösung der Judenfrage! — Herr Singer stellt mit Begeisterung fest, daß die Chaluzim nicht das typische Bild eines Auswanderer-Transports bieten. Verzeihen Sie, Herr Singer, und was sollen die Juden tun, die nun einmal wie «Auswanderer» ausschauein? Ist für sie das «roto Palästina» (wie es dn der «Arbeiterzeitung» so schön heißt) nicht zugänglich? Ist die Emwanderung nach Palästina ein Privileg für sympathische junge Leute oder ein Ausweg aus der ewigen Agonie der Weltjudenheit? — Es muß einmal Schluß gemacht werden mit dem Unfug, daß zugunsten der Gddpropagranida oder der Parteipropagamda unserer «linken» Gruppen der zionistischen Hauptikomzeption ein Dolchstoß versetzt ward! Ich hoffe, daß meine Auisführungen viele Zionisten aum Nachdenken anregen werden. Mit Zionsgruß Benjamin Lubotzky.»' Der jüdische Hochschüler Mr. James Parkes, der Sekretär des Intemafiomal Student Service (Weltstudemtenwerk) weilt gegenwärtig fin Wien, um hier die Verhältnisse an den Hochschulen zu studieren. Mr. Parkes hat in Wlien mit dem Präsidium der israelitischen Kuitusgeinclnde, mit der zdonlstischein Organisation, mit dem Jüdischen Hochschuilausschuß und mit der Redaktion der «Stimme» Fühlung genommen. Erster Jiddisch-Kursus an einer amerikanischen Universität. An der der Bostoner Universität ungegliederten Volksho oh schule wurde der erste Kursus für jiddische Sprache und Literatur In Anwesenheit von 400 Studenten, meist Studierende der Bostoner Universität, feierlich ersinnet. Der Dozent Dr. A. Robaik führte in der Eröffraimgsvorlesunig aus, es sei eine neue Dämmerung in der jiddischen Literatur angebrochen. Er erläuterte dann die jiddische Folklore und die Volksdichtungen. Jüdischer Hochschulausschuß. Vortrag Dr, N. M. Gelber: «Die Parteien im Zioniismus». Donnerstag, den 20, März, um 8 Uhr abends Im Caf6 Arkaden, I„ Univensitätsstraße. Gäste willkommen. Verein zionistischer Hochschüler «Theodor Herzl». Donnerstag, den 20. d. M., 8 Uhr, Hebräische Lese gemeinsohaft unter Leitung von Fori. Alexander Glückstein (Haifa). — Samstag, den 22. d. M., um 6 Uhr, Interner Purimabenid, ®u dem wir nochmals alle Mitglieder and eingefühiTte Gäste ein!adeu. Ein rescMialtlilges Programm wird von den Mitgliedern best ritten. Die Chargenwahlen der Z. M. V. Emunah» für das S. S. 1930 (21. Sem.) fielen folgendermaßen aus: X Josef Haber (Mahdi), XX, Ex Edmund Mühlstock (Klapp), XXX Jakob Rath (Jakl). Der Jüdisch-Akademische Juristenverein hält unter bewährter Leitung einen Repetitoriumskurs für die I. Staatsprüfung ab; dieser findet dreimal wöchentlich, Montag, Mittwoch und Freitag je drei Stunden im Vereinslokal statt. Beitritt ist noch möglich. Anmeldung bei Kollegen Imberniann. — Am 1. April beginnt ein Repetitoriumskurs für die II. Staatsprüfung. Leiter: Dr. Hirm und Dr. Zimmer. Näheres ist während der Amtsstunden zu erfahren. Es empfiehlt sich, Bich rechtzeitig vermerken zu lassen. — Sonntag, den 0. d., fand unter besonders großer Betiligung der Mitglieder eine Führung durch die Ländes-Heilanstalt Am Steinhof statt. In der Vortragsreihe des Jüdisch-Akademischen Technikerverbandes hält am Donnerstag, den 20. März, 6 Uhr abends, Herr Ing. Ehrenstein ein Referat über Mexiko. Der Vortragende, der nach fünf Jahren aus Mexiko zuriiekgfckehrt ist, wird Uber Land und Leute, über die Arbeitsinöglichkeiten und Aussichten der verschiedenen Berufscruppen berichten. Ort: Vereinslokal, 1L, Untere Aucartenstraße 35/U. Gäste wtllkommert! Jüdischer Sport Hakoah—W. A. C. 1:1 (0:0). Hohe Warte 12.000 Zuschauer. — Wegen Dunkelheit itn Nachspiel abgebrochen. Die Hakoah konnte wider Erwarten das Cupspiel gegen den spielstarken W. A. C. unentschieden hatten, wodurch eine Wiederholung dieses Kampfes notwendig ist. Es muß gleich eingangs erwähnt werden, daß in diesem Kampfe, im Gegensätze zu den wichtigeren Meisterschaftsspielen, das Glück auf Seite der Hakoah stand. Im Glücke hatte die jüdische Mannschaft aber auch Pech, da Scheuer in der zweiten Hälfte verletzt wurde, zeitweilig ausschied und dann am rechten Flügel statierte, während Stroß seinen Posten einnahm und Mausner als Half zurückgezogen wurde. Dadurch wurde dem ohnedies weichen Angriff jede Schlagkraft genommen und die Hakoah Hintermannschaft mußte wahre Heldentaten vollbringen, um den Endsieg des Gegners zu verhindern. Als die Mannschaft zum Nachspiele wieder in normaler Aufstellung antrat, erwies sie sich als überaus gefährlich und wäre der Kampf wegen Dunkelheit nicht abgebrochen worden, hätte es möglicherweise eine Riesenüberraschung gegeben. In diesem Zeitabschnitt erzielte die Hakoah ein reguläres Tor, das vom Schiedsrichter nicht anerkannt wurde und eine gleich darauf erfolgte grobe Unsportlichkeit eines W. A. C.-Verteidigers im Strafraume wurde auch nicht geahndet. Die Anerkennung dieses Tores wäre für den Ausgang des Spieles belanglos gewesen, dennoch muß wieder einmal festgestellt werden, daß die Hakoah beinahe in jedem Spiele vom Schiedsrichter schwer benachteiligt wird. Volles Lob verdient die tadellose Arbeit und Ambition der Halvesreihe und der Verteidigung. Oppenheim bot eine Glanzleistung, allerdings kamen ihm die Torstangen einige Male zu Hilfe. Feldmann spielte ausgezeichnet und es kann ihm gar nicht hoch genug angerechnet werden, daß er die ordinären Attacken des W. A. C.-Stürmers Müller nicht erwiderte. Im Herbstspiele gegen W. A. C. wurde er wegen eines Fouls an diesem Spieler ausgeschlossen und auf drei Monate disqualifiziert. Würde mit gleichem Maße gemessen, hätte Müller für seine «Darbietungen» eine noch strengere Strafe verdient. Scheuer spielte bis zu seiner Verletzung ausgezeichnet. Die Halvesreihe bot eine Glanzleistung und besonders Löwinger erregte Sensation. Stroß kam schwer in Schwung, stellte aber dann ganz seinen Mann und fiel speziell in der Zeit, als er Scheuer vertreten mußte, durch ruhiges und umsichtiges Spiel auf. Der Angriff hatte in Mausner nur einen vollwertigen Spieler. Die übrigen Stürmer machten ihrem Namen keine Ehre. Haar wurde hinter dem Rücken des Schiedsrichters von Sesta durch einen Tritt in den Unterleib verletzt und stürzte bewußtlos zusammen. Einige W. A. C.- Leute spielten traditionsgemäß hinterlistig und derb, zum Glück ließen die Hakoahner sich nicht zu Vergeltungsmaßnahmen verleiten, da Herr Pruschina Ihnen gegenüber sicherlich nicht so nachsichtig gewesen wäre. In den ersten Minuten ist Hakoah in Front, doch macht sich bald eine deutliche Ueberlegenhedt des W. A. C. bemerkbar. Die eingangs erwähnte Verletzung Haars erzeugt lebhafte Unruhe im Zuschauerraum, ohne daß die W. A. C.-Leute ihre Gangart ändern. Besonders Sesta zeichnet sich durch rücksichtsloses Spiel aus. Durch die bravouröse Abwehrarbeit Oppenheims endet die erste Hälfte torlos. Gleich nach Halbzeit erzielt Löwinger aus einem Freistoß ein Prachtgoal und Hakoah kann trotz der Verletzung Scheuere ihren Vorsprung bis 15 Minuten vor Schluß halten. Nach’ dem Ausgleichstor des W. A. C. wird alles in die Verteidigung gezogen. Das Nachspiel wird wegen Dunkelheit In der 5. Minute abgebrochen. H. Sp. Touristik- und Skf-Kltib «Hakoah». Tourenprogramm für Sonntag, den 23. März 1930. Fußtouren: Wienerwald, 8 Uhr 30 Min., Straßenbahnendstelle Nußdorf. Skitouren: Nach Schneelage. Näheres Freitag von 20 bis 22 Uhr. J ugendoruppe: 8 Uhr 30 Min. Mauer Wassergspreng. Näheres Donnerstag von 19 bis 21 Uhr. Klubheim, Wien, I., Wiesingerstraße 11. (Telephon R 25-0-10.) Gäste willkommen. Jüdischer Sport- und Schützenvereln «Menorah». Donnerstag, 20. März, 19 Uhr 15 Min.: Regelmäßiger Boxkurs, IX., Liech t-enstedrasfcraße 20; Sonntag, 23. Mänz: Ganztägiger Ausflug hei jedem Wetter. Für die (Mitglieder Pflicht! Treffpunkt: 9 Uhr, HütteWorf, Stadlbbaihmendstation (unten); Montag, den 24. März, und Donnerstag, dein 27. März, 19 Uhr 15 Min.: Regeimäßdiger Boxtanrs, IX., Liechtewsteinstraße 20. R. J. F. siegt hn Jhi-Jitsu gegen Berliner PoHzei Im JiiirJ.rtiSJUwKitu<bkainpf, der In den Spictbensälen atattgetaden hat, siegte die Gruppe des RelchSbumdes jüdischer Frontsoldaten mit 6 :4 Punkten gegen die Jiu-Jit sw-Gruppe der Berliner Polizei und gewann dien Preis (des «Berliner Tages!)tatt». Die Leistungen der Jki-Jitsu-Kämpter * des R. J. F. werden von den Sportkritiikern der Presse (besonders anerkannt, da ihre kräftigeren Gegner durchwegs größer© Gewiobtsvor teile (hatten. Von den Kämpferin des R. J. F. zeichneten sicfti aus: Wittenberg, Landsberger, Neumann, Av eribudh. Aus der Provinz! Salzburg. Der im Rahmen der zionistischen Diskussonsabende von Rabbiner Prof. Dr. S. Margules gehaltene Vortrag über «Chassidismus» gestaltete sich für alle Anwesenden zu einem außerordentlichen Genuß. Die feinsinnigen Ausführungen, die philosophischen Definitionen sowie die zu Gehör gebrachten seelenvollen Proben chassidischer Literatur versetzten die Anwesenden in das tief religiause, sittlich hochstehende Milieu der chassidischen Welt. Die zion. Ortsgruppe hofft, daß Prof. Dr. Margules noch recht oft zur Bereicherung jüdischen Wissens in unserem Kreis beitragen wird, wofür ihm unser Dank sicher ist. Innsbruck. Der israel. Frauen- und Mädchenverein in Innsbruck veranstaltete einen Purimball, der Samstag, den 8. d. M. im Hotel «Kreid» stattfand. Nach einem von Frl. Trude Geliert gesprochenen Prolog folgte ein Violinvortrag des Herrn Krieser jun., der von Frl. Herta Graz am Klavier begleitet wurde und eine heitere Vorlesung von Frl. Lisi Zollschan. Der weitere Verlauf des Abends brachte Tanzvorführungen der Damen: Frl. Anny Adler, Frl. Helene Rado, Frl. Hermi Silberstein und Frl. Lisi Zollschan sowie der Herren Graz jun. der beiden Herren Silberstein und des Herrn Rosenstein. Alle Darbietungen bildeten eine sehr gelungene Bereicherung des Abends und ernteten reichen Beifall. Tanz und gemütliche Unterhaltung vereinigten Jung und Alt bis in die ersten Morgenstunden. Die zlort. Ortsgruppe Innsbruck veranstaltet Mittwoch, den 19. d. M. einen Vortragsabend, bei welchem Herr Ing. Adler Über «Die Lage im Zionismus» sprechen wird. 3€istoriscfa Bedeutsame Patte dieser Woefte 20. März (20. Adar): 1899: Die Jüdische Kolonialbank in London registriert. 1899: Der hebräische Schriftsteller M. S. Feierberg gestorben. 1925: Der jiddische Schriftsteller Mordechai Spektor gestorben. 21. März (21. Adar): 1851: Der bekannte Geiger und Komponist Adolf ßrodsky in Taganrog geboren. 22. März (22. Adar): 1833: Der Dramatiker Michael Beer * (Bruder des Komponisten Meyerbeer) in München gestorben. 1853: Der Maler Isidor Kaufmann in Arad geboren. 23. März (23. Adar): 1893: Dr. Adolf Fischof in Emersdorf gestorben. 24. März (24. Adar): 1648: Leon Modena in Venedig gestorben. 1902: Der hebräische Dichter und Gelehrte Dr. Salamon Mandelkern in Venedig gestorben. Amtliche V erlautbar ungen der Israelitischen Kultusgemeinde Wien Z. 1841 ex 1930. Neuerliche Kotikursausschreibung Im Spitale der israel. Kultusgemeinde, Wien, XVIII., Währinger Gürtel 97, gelangt an der chirurgischen Abteilung eine Sekundararztensstellc zur Besetzung. Zur Anstellung sind erforderlich: Die Österr. Staatsbürgerschaft, lediger Stand, die Berechtigung zur Ausübung der Heilkunde in der österr. Republik, die körperliche Eignung (nachgewiesen durch ein amtsärztliches Zeugnis) und ein Alter von unter 35 Jahren. Mit der Stelle ist nebst dem in der Besoldungsordnung für die Abteilungsärzte des Spitales der israel. Kultusgemeinde fixierten Barbezug die Benützung einer möblierten Naturalwohnung samt Beleuchtung, Beheizung und Bedienung sowie die volle Verköstigung verbunden. Für die letztere werden die Eigenkosten von den Monatsbezügen in Abzug gebracht, wobei der Abzug ein Viertel der Bezüge nicht überschreitet. Mit den Personaldokumenten (Geburtsschein, Heimatschein, Diplom, Nachweis der Zugehörigkeit zum Judentum, Zeugnisse über die bisherige fachliche Verwendung) belegte Gesuche sind an den Vorstand der israel. Kultusgemeinde, Wien, I., SeitenStettengasse 4 bis längstens 10. April 1930, mittags zu überreichen. W ien, 12. März 1930. Der Vorstand der israel. Kuttttsgetneinde Wie«. Z, 1886 ex 193a Konkursausschreibung Im Spitale der israel. Kultusgemeinde, Wien, XVIIL, Währinger Gürtel 97 gelangt an der gynäkologischen Abteilung die Stelle eines Ahteiluugsvorstandes zur Besetzung. Bewerber um diese Stelle können die näheren Einzelheiten in der Amtsdirektion der israel. Kultusgemeinde, Wien, I., Seitenstettengasse 4, III. Stock, während der Amtsstunden zwischen 9 und 1 Uhr vormittags erfragen, woselbst auch die Bewerbungsgesuche. bis spätestens 15. April 1930, 12 Uhr mittags einzubringen sind. W i e n, 12. März .1930. Der Vorstand der israel. Kultusgemeinde Wien. Aufruf Es wird in der V ö 1 k e r b u n d k o m m i s s i o n geplant, eine Kalenderreform einzuführen, welche die Beobachtung der Sabbatruhe nahezu unmöglich machen würde. Eine an den Völkerbund gerichtete Massenpetition a,l 1 e r Juden, welche die Religiosität als bindend und zwingend für die Erhaltung der Judenheit als solche betrachten, würde diese Kalenderreform vereiteln können. Es werden daher alle Juden und Jüdinnen gebeten, die in der Kanzlei des Tempels aufliegende Petition durch ihre Namensfertigung zu unterstützen und in ihren Kreisen für diese Fertigung Propaganda zu machen. Das Rabbinat der israel. Kultusgemeinde Wien. Dieser Aufruf ist mit den erforderlichen Sammelbögen für die Unterschriften an alle Tempelvorstände und Rabbiner verschickt worden. Die Sammelbögen sind durch die folgenden erklärenden Sätze eingeleitet. Durch eigenhändige Eintragung ihres Namens erklären die Unterzeichneten Juden und Jüdinnen, daß die Einführung eines bürgerlichen Kalenders mit Blanko-Tag Millionen Juden der Welt überaus großen moralischen und materiellen Schaden zufügen wird und daß sie die Durchbrechung der von jeher geltenden Ordnung der siebentägigen Woche aft eine Verletzung ihrer tiefsten religieusen Gefühle und als Hemmnis in der Beobachtung und Heifigung des Sabbats empfinden würden, der vor tausenden Jahren dec Weit eten

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