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Die Stimme · 1930-03-20 · Heft 118 (20.3.1930) · page 8

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Journal
Die Stimme
Volume
3 (1930)
Issue
Heft 118 (20.3.1930)
Date
1930-03-20
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
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Seite 8 D/E STIMME Nr. 118 MAKKABI Kreis Oesterreich im Makkabi-Weltverbande veranstaltet im Rahmen des jüdischen Turnfestes: Sonntag, 23. März, 8 Uhr abends in den SOPHIENSÄLEN ein Sonntag, 23. März, halb 9 Uhr vormittags im Saale des Hotel »Bayrischer Hof* Internationales Wetturnen um die Makkabimeisterschaft 1930 von Oesterreich mit anschließendem Tanz Festrede: Dr. Hermann Lekwer, Berlin, Präsident des Makkabi-Weltverbandes / Rhythmische und akrobatisdre Tumvorführungen / Freiübungstumen / Entscheidung im Meisterschaftswetturnen f Preisverleilung / Karten, gültig für das Schauturnen und Wettumen, zum Preise von S 350 an den gewohnten Stellen. Zu den Kultusgemeindewahlen in Graz Wir erhalten nachstehende Zuschrift: In der am 1.. März erschienenen Ausgabe der Wochenschrift «Die Wahrheit», schreibt Herr Adolf Rendi verschiedene Dinge, die zum Teil entstellt, zum Teil direkt unwahr sind. Es muß mit der Wochenschrift «Die Wahrheit» eine eigene Bewandtnis haben, weil gerade diese immer zur Verbreitung unwahrer Mitteilungen benützt wird. So schreibt z. B. Herr Rendi, daß die Kinder eines prominenten Führers, dessen Frau eine enragierte «Zionistin ist, die jüdische Schule nicht besuchen.» Diese Kinder (es handelt sich um die Söhne des Herrn Dr. Otto Spiegel) haben die vierklassige jüdische Volksschule besucht. Da dieselben gegenwärtig bereits Mittelschüler sind, an unserer Schule aber leider noch keine Mittelschulklassen eingerichtet sind, können sie eben die Schule nicht mehr besuchen. So wie es mit dieser «Wahrheit» beschaffen ist, steht es auch mit den übrigen Angaben des Herrn Rendi. Er behauptet in seinem Artikel, daß die zionistische Partei das Kompromißanbot gestellt habe, während einwandfrei festgestellt ist, daß die konservative Partei, resp. ihre Mitglieder zuerst mit solchen Anträgen und Wünschen an unsere Partei herangetreten sind. Die Frage, welche Personen zuerst ein Wort vom Kompromiß geäußert haben, wäre an sich höchst unwichtig. Die Angaben, welche in jenem Artikel die finanziellen Dinge der Kultusgemeinde betreffen, hat Herr Rendi bereits vor 2 Jahren in derselben Wochenschrift vorgebracht und wurden sie ebendort von uns richtiggestellt. In meinem Rechenschaftsbericht habe ich das Protokoll der Kultusratsitzung vom 17. Mai 1913 vorgelesen, laut welchem in dieser Sitzung in Anwesenheit des Herrn Ad. Rendi die Höchststeuer mit Kronen 1200.— festgesetzt wurde. Er erwähnte hiebei, daß die gegenwärtige Höchststufe von S 1000.— bloß das 8000^ fache betrage, während das Erfordernis gegenüber 1914 das 16.500fache ausmacht. Richtig ist es, daß die 1913 beschlossene Höchststufe erst 1915 erstmalig vorgeschrieben wurde, was selbstverständlich nichts daran ändert, daß für den Vergleich mit der gegenwärtigen Höchsstufe jene Höchstgrenze heranzuziehen ist, die bereits 1913 beschlösset? wurde. Das weiß Herr Rendi, denn er hat es in unserer Berichtigung vor zwei Jahren gelesen, es wurde ihm dies auch in der Gemeindekanzlei bekantgegeben. Wenn er trotzdem unsere Angaben und Vergleiche als unrichtig, ja als «aufreizend» bezeichnet, so geschieht dies offenbar nicht infolge «Unbelehrsamkeit», sondern infolge bösen Willens. Die Behauptung des Herrn Ad. Rendi, daß Gg. Freudman selbst alle Leistungen der Gemeinde mit Ausnahme der Schule als negativ bezeichnet habe, gehört selbstverständlich auch in die Kategorie der Entstellungen. Herr Freudman hat in seinem Rechenschaftsberichte darauf hingewiesen, daß in der abgelaufenen Mandatsperiode die Mandata're der konservativen Partei sich mehrfach bemüht haben, dje Notwendigkeit des Bestandes einer eigenen jüdischen Schule zu bezweifeln und aus diesem Grunde den Betrieb der Schule zu beschränken sowie den Abbau der Lehrkräfte herbeizuführen. In Abwehr dieser Angriffe der konservativen Partei auf den Bestand der Schule, hat Gg. Freudman auf die Wichtigkeit derselben hingewiesen und berichtet, daß es unseren Bemühungen trotzdem gelungen ist, den Ausbau der Schule und die Neueinrichtung einer vierten Lehrklasse herbeizuführen. Wir bedauern es ungemein, daß Herr Rendi sich neuerlich anschickt, einen Streit vom Zaune zu brechen, nachdem wir gehofft haben durch unsere Friedenspolitik dem Frieden in unserer Stadt unter allen Parteien die Bahn zu weisen. Wir haben das Kompromiß von der Voraussetzung ausgehend geschlossen, daß durch dasselbe ein sachliches und friedliches Zusammenarbeiten beider Parteien in unserer Gemeinde erzielt werde. Wir sind auch heute noch von dieser Hoffnung beseelt. Es freut uns deshalb, daß solche, den Frieden bedrohende Personen, dem neuen Kultusrat nicht angehören. Wir werden unentwegt im Kultusrat dafür sorgen, eine objektive Geschäftsführung der Gemeinde zu sichern und diese zum Mittelpunkt des ganzen jüdischen Lebens in unserer Stadt auszubauen, damit sie ihrer Pflicht zur werktätigen Förderung des Aufbaues Erez Israels entsprechen und so zu einer wahren jüdischen Volksgemeinde werden soll. Karl Schwaz. riDD w >ezial ioo o/® Fettgehalt Gelb, geschmeidiges Pflanzenfett, überall erhältlich Unter Aufsicht des Herrn Oberrabbiner Fürst CSchiffsschul) Eine Demonstration vor der „arischen Firma“ Mit der sich einer traurigen Berühmtheit erfreuenden Parfümerie «Fioris» am Graben, die einen größeren Absatz in ihren kosmetischen Artikeln auf diese Weise zu erreichen versuchte, daß sie in ihren Auslagefenstern aus antisemitischen Blättern ausgeschnittene Hetzartikel schlimmster Sorte zur Schau stellte, haben wir uns bereits in der «Stimme» beschäftigen müssen. Auch die Wiener Tagespresse äußerte sich zu wiederholten Malen mißbilligend über diese in Wien ganz neuartige Weise der Reklame. Nichtsdestoweniger hatte es bis vor kurzem sowohl die Pressestaatsanwaltschaft als auch die Polizeidirektion nicht für nötig gefunden, gegen diese offenbar aufhetzende Propaganda und Aufwiegelung eines Teiles der Bevölkerung gegen einen anderen, energisch Stellung zu nehmen. Erst dank der Intervention der Israelitischen Kultusgemeinde, über die wir an einer anderen Stelle berichten, ist es gelungen, dieser frechen Beleidigung der jüdischen Bevölkerung ein Ende zu bereiten. Heute prangt im Auslagefenster dieser Firma einsam und verlassen nur der Erlaß der Polizeidirektion, der die Entfernung der aufwieglerischen, antisemitischen Artikel veranlaßte. Wie schön war es noch vor einigen Tagen. Wie konnte man das Auge er- Bfl vom Guten sind die ln Geschmack u.Qualltät unübertroffenen erstklassig-altrenommierten Mazzoth welche unter streng orthodoxer Aufsicht des Rabbinates hergestellt werden. Die Mazzoth werden aus dom feinsten Molil erzeugt! Seit vielen Jahren genießen die „Schmidl-Mazsoth* das beste Renommee u. werden vor allen anderen bevorzugt Verlangen Sie die neue, be CDB7IAI .MADIfE y D A -MAZZOTH | sonders schmackhafte vrBialMli*rlilKAB yjlliDi U. GRIBSSs Zentrale: N. Brodetzki, II. Leopoldsg. 43 Telephon Nr, R 46-1-90, A 40*2-63, A 40-9-52 Filialen: H. Wlldmaiin, I., Blckorstr. 16, Ignaz Fleischer, II., Pratersfr. 44 Jakob WeVsi, II., Untere Augar.snstraDe 23, David Anal, II., Sihlffamtsaasie 7, 3. Schneider, II., Hleshackgasie 3, H. Spiegel, llt-, Radetzkyttr. 4, Hex Sllherberg, IX., Roteoldweag.B. leih Hendel, IX., UrQnoforg. 41 Zum Turnfest Von Dr. Hermann Leiewer, Präsident des Makkabiweltverbandes, Berlin. Das Märchen von der körperlichen Inferiorität der Juden findet heute immer weniger gläubige Anhängerschaft als früher. Die Tatsachen der Gegenwart beginnen das Vorurteil von der mangelnden oder verminderten Leistungsfähigkeit der Juden auf dem Gebiete der Körperkultur gründlich zu zerstören. Die systematische Körperschulung der jüdischen Turnvereine und die steigenden Erfolge der jüdischen Sporfsleute erbringen der Oeffentlichkeif den überzeugenden Beweis, daß die Juden auch auf diesem Gebiete ihren Mann stellen. Der Makkabiweltverband ist stolz darauf, die Bahn für diese Entwicklung im Judentum freigelegt zu haben.' Er beansprucht das historische Verdienst, als erster die Notwendigkeit der körperlichen Regeneration der jüdischen Jugend propagiert und dieser Idee ziun vollen Siege verholten zu haben. Die Erfolge der Makkabierziehung sind letzten Endes darin begründet, daß er sich nicht darmt begnügt hat, den Körper zu schulen und auszubilden; der Makkabi wollte und wiU nicht nur eine körperlich, sondern auch eine seelisch-menschlich, ' das heißt jüdisch-gesunde Jugend erziehen. Ihm war die Erfassung und Erziehung des ganzen Menschen durch das Mittel der Körpererziehung immer die leitende Idee. Inmitten der geistigen Richtungslosigkeit und Depresison der Gegenwart entsteht eine neue Jugend. ln Reaktion auf den menschen- und güterzerstörenden Krieg heißt ihr Grundsatz: «Aufbau und Schaffen.^ In diesem Sinne erzieht der Makkabi seine Jugend zur Mitarbeit an den Aufgaben des jüdischen Volkes, insbesondere am Aufbau von Erez Israel. Dieser jüdische Aktivismus verleiht der Makkabiarbeit den idealen Schwung und jedem einzelnen die Spannkraft, die seinen Leistungswillen zum Erfolg führt. Auf diese Weise kann der Makkabi, wenn er die Sympathie der Oeffentlichkeit findet, Träger und Verkünder eines neuen Judentums werden. freuen mit den wunderbar zusammengestellten, aus antisemitischen Ausschnitten und Bildern schönster Sorte bestellenden Hetzschriften. Tempi passati. , Daß im Laufe der vielen Monate die vorübergehenden Passanten protestlos diese Herausforderung hinnahmen, mag verwunderlich erscheinen. Daß sich aber einige jüdische Hochschüler hinreißen ließen, um dagegen zu protestieren, muß, wenn man diese Art auch nicht billigt, doch verständlich erscheinen. Und daß sich auch ausländische Messebesucher dieser Demonstration vor der «arischen Firma» anschlossen, spricht zweifellos weniger gegen sie, als gegen eine Stadt, die es nicht für notwendig fand, wenigstens aus dem Anlasse einer internationalen Messe derartige beleidigende Schimpfergüsse entfernen zu lassen. Bei dieser Demonstration wurden, auf Verlangen eines hakenkreuzlerischen Passanten, zwei jüdische Hochschüler, die Herren Fränkel und Perl verhaftet und erst über Intervention des Kultusvorstehers Dr. Körner befreit. Von nun an, hoffen wir, werden keine Demonstrationen mehr stattfinden, weil sich kein Anlaß hiezu bieten wird. Sie Transit gloria «Fioris». Das Urteil gegen Talcb Marltah bestätigt Jerusalem. (J. T. A.) Das Jerusalemer Appellationsgerich\ trat nach Erledigung des Falles Hinkis sofort in die Verhandlung des Falles des Hebroner Scheichs Taleb Abdul Raheb Markah ein, der, wie erinnerlich, wegen Aufreizung der Hebron-Araber gegen die jüdische Bevölkerung, die zu dem Massaker Im August 1929 geführt haben, zu zwei Jahren Gefägnis verurteilt wurde. Das Appellationsgericht bestätigte das erstinstanzliche Urteil und wies die von der Verteidigung vorgebrachte These, daß der Scheich berechtigt war, die Araber von Hebron aufzufordern, ihren von den Juden angegriffenen arabischen Brüdern in Jerusalem zu Hilfe zu eilen, zurück. Alexander Hüttmann Wien, II., Cirku8gas8e Nr. 16, Telephon R 40-8-42 offeriert sämtliche Spezereiwaren, Mazzoth, Palästinaweine u«w. bestens und billigst Bestellungen werden gratis los Haus zugestellt Samstag und Feiertage geschlossen A5.^^:::.+.5:23++:/++:/.^:::3+////.++:/+::.+/.^++..:++/++.7++....75B

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