Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 3 (1930)
- Issue
- Heft 117 (13.3.1930)
- Date
- 1930-03-13
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Pie heutige Nummer ist &Q Seiten stark v. b. b Preis 35 Groseben Zionisten treffen sich im Kaffee FUrstenho II,, Praterstraße Nr. 25 Abonaemenlprelse: Für Oesterreich: Monatl. S 1.60, viertel). S 4.20, ganrj. 8 18.— / Deutschland: Monatl. Goldmark 1.—, viertel,). Goldmark 8.— I Tschechoslowakei: Monatlieh Ke 7.—, viertel). Ke 19.— I Jugoslawien: Monatlich Dinar 14.—, vlertelj&brlleh Dinar 40.— I Jüdisdte Zeitung Cracjid—i jeden Ponner«rf€«g liiedafkflon und Jidminlatitattmu: Wien, It, iflquftewatelntfqg«e I - Ucfcplhon 2d»S-S» Polen: Monatl. Zloty 2.30, viertel). Zltoy 6.50 f Ungarn: Monatl. Pengö 1.50, viertel). Pengü 4.20 / Btubänion: Monatl. Lei 46.—, viertel). Lei 125.— / Bulgarien: Monatl. Lewa 80.—, vicrtelj. Lewa 80.— Belgien: Monatl. Belga 2.—, viertel), Belga 5.— I Uebriges Ausland: Monatl. Schweizer Franken 1.60 3. Jahrgang Wien, Donnerstag, 13. März 1930 (13. Adar 5690) Nummer 117 im Ziel und Sinn der jüdischen Gemeinde Von Dr. N. M. Gelber. , Aus dem Jntkaft: Dr. Feuchtwang: Volk und Gemeinde. Dr. Jakob Ehrlich: Die Zionisten in der Knl- jn, der jüdischen Gemeinde konzentrierten Sich seit dem babylonischen Exil die national-religiösen Energien des jüdischen Volkes und schufen den. Mittelpunkt der autonomen Körperschaft; Sie war seit jeher ©in po- Htis<#ier Faktor und Exponent ei$er von allen Teilen der jüdischen Gemeinschaft freiwillig elhgewtzten^üto^ lan<£ Italien, Südfrankreich, Sizilien bis-zui äer klaistechen Förnt des jüdischen Kahal in Polen imd Litauen beherrschte die jüdische . Gemeinde vor alleini das Bestreben, in dieser einzigen Organisatibnszelie die ertusgemcinde. - Dr. Desider Friedmann: Eine gesamt jüdische Vertretung für Oesterreich. Dir. Josef Löwenheyas: Zur Budgetdebatte, Viktor Baümin^p^Seineiiide oder "* \ tlWv.-iProf. Dr. Gfciger: .Ziel uni &inü unserer M: Rath: Die Wiener Kultusgeineiude und die jüdische Erziehung’. , Dr. Henriette Rappäpört: Jugend und Kultuserbte national-kulturelle'Bigenart, die von fremden, die Juden umgebenden Nationen, bedroht zu sein schien, zu bewahren und zu pflegen. Hier fand, der. Jude ,die einzige Möglichkeit, nach eigenem Gesetz sein religiösgeistiges, ja selbst sozial-wirtschaftliches Dasein einzurichten, und jene Sicherheiten zu schaffen; die geeignet waren, die Nachkommenschaft dem. Judentum zu erhalten. So betrachtete sich der Jude als ein wirklicher Bürger seiner Gemeinde, denn die KeJiMta war sein eigentlicher Staat in der Diaspora. In der Gemeindeorganisation spielt sich sein, sowie seiner, jüdischen Umgebung ganzes Leben ab; ungeachtet aller sozja-r len, wirtschaftlichen und selbst geistigen Differenzierungen blieb die Gemeinde als Organisation stets einheitlich und geschlossen. Erst die Emanzipation und die mit ihr einreißenden Assimilationstendenzen sollten der jüdischen 'Gemeinde den wirklich national-religiösen Charakter entziehen. So wurde die jüdische Gemeinde zu einer kirchlichen und änderte hiemit ihren national-religiösen Charakter. Freiwillig — denn ohne jedweden äußeren. Zwang änderten die führenden Männer der Judenheit in Westeuropa den Aufgaben und Kompetenzenkreis der Gemeinde, die auf jahrhundertelange Tradition bückt. So verwandelte man die jüdische Gemeinde in eine Kultusgemeinde mit einer beengten und eingeschränkten Kompetenzzuständigkeit. Der Assimilatiohsgeist drängte sie, sich den kirchlichen Vorbildern der christlichen Umgebung anzugleichen. Der vom Napoleonischen Sanhedrin in Verkennung des historischen' Entwicklungsprozesses ejer Juden geprägte Satz, der Jude habe nur eine Konfession und müsse in national-kultureller Hinsicht der Staätsnation assimiliert werden,verführte : gemeinde. : Dr. Klaber: Rationalisierung des jüdischen Fürsorgewesens. Schwarz: Dasjüdische Kind in der Fürsorge. Dr. I. H. Körner: Leibesübung ist Bürgerpflicht. Gcmeihdebundkalcnder usw. üsw. die besten jüdischen Geister des vorigen Jahrhunderts, der Volksgemeinde, dem einzigen Ueberrest jüdischer Autonomie den Todesstoß zu versetzen. Erst die moderne jüdische Renaissancebeweguhg förderte eine Reform der jüdischen Gemeinde und Ihrer Aufgaben, Der Zionismus prägte die Parole der Erweiterung der jüdrisÄien. Gemeinde. und verlangte, der Gemeinde den ursprünglichen, in der Geschichte geprägten Charakter zurückzugeben. Nicht in enge Schranken gezogene Religiosität, , die nebstbei, im unjüdischen Sinne geübt wird und sich zumeist auf synagogale Festlichkeiten beschränkt, sondern alle Lebensfragen des jüdischen Volkes sollten in ihrer Totalität der Inhalt des Aufgabenkrejses der jüdischen Gemeinde werden. Die Kultusgerneinde soll eben eine jüdische Gemeinde werden. Aehmlich dem alten Kahal, sollte die jüdische Gemeinde dem Gesamtkomplex des jüdischen Lebens seine Aufmerksamkeit schenken. Nicht rein religiöse Fragen und ein bißchen Wohltätigkeit können das alleinige Tätigkeitsgebiet ausmachen. Die Gemeinde hat nebst Religion auch soziale Aufgaben, Erziehung und Kultur zu erfassen. Im Gegensatz zu den Kultusgemeinden, die, abgeschlossen, ein gesondertes Dasein führten, muß die jüdische Gemeinde Neueste Mödsffe J •Niedere PreiseX/;r «Nar QmHäÜ NU RIN OER FABRIK VII XGttisensfo. 4f6. zur Teilnahme an den Gesamtaufgaben des Weltjudentums herangezogen werden. Die Kultusgerneinde hatte eigentlich trotz ihres mehr als 100jährigen Bestehens wohl ein großes Negativuni, — den Entjudungsprozeß, aufzuweisen. Dem entgegenzutreten, ist vor allem Aufgabe einer richtigen jüdischen Gemeindepolitik. Die von uns 'geforderte jüdische Gemeinde soll, nebst der t9 B0«0fiiailW| Behebung von Fußbesch werde», Schwellungen. Müdigkeit usw..durch fachkundig angepaßte „Paradruit“* “Sä Krampfadorn- Sohlankformer* angnehm, haltbar, unsichtbar, Stück Ssbis 25, Knöchel, former S j bis 1?. P e d i f r i t*»Fußstützen Paar S 2*40 aufw. Maßarbeit und Reparaturen prompt. Fachanstalt f. Fußheilbchelfe, Einlagen u. Bandagen GEGRÜNDET 189O SPE 21 ALBST Wien, II. Taborstr. 22 Sorgfältige fachkundige Beratung Erfüllung lebenswichtiger Aufgaben, die Stärkung der jüdischen Energien durch eine positive Erziehungsarbeit betreiben. Sie soll die in uns schlummernden Kräfte in bejahendem jüdischen Sinne neu beleben, und unser historisches Verbundenheitsbewußtsein mit allen Teilen unseres Volkstums, vor allem aber mit unserer Ur- Titl. * Un i ve r ° r+- s b .1v