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Die Stimme · 1930-03-06 · Heft 116 (6.3.1930) · page 10

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Journal
Die Stimme
Volume
3 (1930)
Issue
Heft 116 (6.3.1930)
Date
1930-03-06
Page
– (sequence 10)
Language
German
Belongs to
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Seite 10 DIE STIMME Nr. 116 t -. j* _ utferatur Chaim Bloch: Priester der Liebe* Hin Gläubiger schrieb dieses chassidischc Lcgendenbuch. Einer der wenigen Schriftsteller, die nicht nur schöngeistiges Literatentum zum Chassidismus hinzieht, sondern schicksalhaftes Erlebnis. Während ein Martin Buber, ohne innere Verbundenheit mit dieser den ganzen jüdischen Menschen erfassenden Bewegung aus ihr nur das Exotisch-Mystische — allerdings in einer blendenden Manier europäischen Künstlertums — hervorkehrte, bannt Bloch die Urvvurzel des Chassidismus in eine Reihe ungekünstelter und schlichter Parabeln und Legenden, die durch den Reiz unmittelbarer Ueberlieferung um so nachhaltiger wirken. Es muß vorausgeschickt werden, daß der Chassidismus nicht allein eine ethisch-religiöse Strömung darstellt, wie es der Verfasser des Vorwortes zu diesem Werke vermeint. Diese sozial-mystische Bewegung, die von Baal 5ciiem Tow ausging, war sowohl Lehre als Wirklichkeit, sowohl eine Revolution des einfachen «Am Haaretz» gegen den Rabbinismus, wie auch Umkehr des ganzen Menschen von der Tradition des Büßertums zur Lebensbejahung des biblischen Judentums, dessen Universalität des Denkens und positiver Einstellung zur Wirklichkeit. Der Zerrissenheit des rabbinistisch-scholastischen Juden stellte der Chassidismus die Harmonie des eudaimonischen Volljuden entgegen, dessen schwärmerisch-ekstatische Gottes- und Menschenliebe die engen Fesseln des Rabbinismus zu überwinden suchte. Was war Wirklichkeit und was Legende an dieser Lehre und an diesem Leben? Zwei Jahrhunderte hindurch schwoll der Chassidismus im Osten zu einer machtvollen Volksbewegung, deren parapsychische Gedankengebilde von der Magie des «Sohars», dieser Urquelle der Kabbalah, überschattet wurden. Allenfalls waren es die «Klaus» als Zentrum kollektiven Denkens und Handelns und der «Zaddik» als Mittler und Wortführer, die die jüdischen Ostmassen aus der Lethargie des Mittelalters in die Neuzeit hinüberretteten und sie zu einem sozialen Gebilde, das von höchstem Ethos getragen war, stempelten. Diese Flamme ewiger Begeisterung urrd herrlichster Ekstase vermitteln Blochs Legenden. Aus zahlreichen, heute schwer zugänglichen Schriften und aus mündlicher Ueberlieferung sammelte er diese Parabeln, Sprüche und wundervollen Begebenheiten dieses vielgestaltigen Lebens. Um den Zaddik als Mittler Gottes und Vollender menschlicher Weltweishcit rankt sich die glühende Phantastik des Chassid lind seine mystisch-kabbalistische Einstellung operiert hiebei mit Sinnbildern und geheimnisvollen Deutungen. Tiefes Naturempfinden, Nachgiebigkeit bis zur Setbstentäußerung, Brüderlichkeit einer religiösen Gilde — all diese Komponente des chassidischen Lebens erstrahlen in den naiven Volkserzählungen zur hellen Flamme einer exotischen Welt voll Glut, Frömmigkeit, Tschuvva, Demut, Freude und Gottesnähe. Blochs diskrete und anspruchslose Wiedergabe verdient um so höheres Lob, als das literarisch Kunstvolle hier allzu verlockend wirkt. Doch der Schrei eines ganzen Volkes nach Erlösung, der aus diesen «Priestern der Liebe» tönt, erscheint wichtiger als literarischer Snobismus. Wem der Chassidismus zum Lebensquell und dessen unaufhaltsamer Verfall zur Tragik wird, dem ist wohl nur um den heiligen Schauer zu tun, den ein Seufzer eines Rabbi und ein Freudenstrahl einer glühenden Seele auch ohne jede Künstelei vermittelt. Blochs «Prieser der Liebe» ist ein Werk eines gläubigen Chassid. Hier erstrahlt die wahrhafte Magie der Kabbala über dem Trümmerhaufen einer sterbenden Welt . . . Z. F. F. „Grüne Felder“ von Perez Hirschbein Ein einfaches, banales Stück. Und doch von einer rührenden Einfachheit und herzensbezwingender Banalität. Perez Hirschbeins «Grüne Felder» sind anspruchslos und realistisch, ein Schauspiel, das naturgetreu das Leben und Treiben der Dorfjuden wiederspiegelt. Von der Bühne weht ein Hauch der Frische, würziger Duft der von jüdischer Hand bearbeiteten Erde, ein bäurisches Leben, das dem jüdischen Großstadtmenschen fremdartig und dennoch so begehrenswert erscheint. Es ist ein wohltuendes Bad für Nerven, die im chaotischen Trubel des Tempojahrhunderts sich aufreiben und sich nach idyllischer, wenn auch ein wenig grotesker Ruhe sehnen. Die Schauspieler der Wilnaer Truppe spielten Hirscli- 'beins Stück mit einer Bravour, die die bisherigen Vorstellungen des Gastspielensembles in den Schatten stellt. Die Regie klappte vollständig, harmonisch fügte sich ein Bild in das andere, immer Höchstleistung bietend. Alle Schauspieler, ohne Ausnahme alle, verdienen ehrlich empfundene Lobesworte. Als Gast zeichnete sich Dr. Brind in der Rolle des urwüchsigen «Balagole» aus. Alex Steins Kreation des städtischen «Bochers», welcher sich auf ungeschickte Weise in ein primitives, aber herziges Dorfmädchen verliebt, bildete einen interessanten Kontrast zu bunten, robusten Dorfgestalten, die die Bühne bevölkerten und mit ihrem Lachen und Weinen erfüllten. Ganz besonders muß die Leistung der Manja Pikus und des Fräulein Witsch hervorgehoben werden. Es ist wirklich schade, daß wir bisher keine Gelegenheit hatten, diese beiden Schauspielerinnen in ihnen entsprechenden Rollen sehen zu können. Die Szene, in der sich die Pikus für ihren Zukünftigen schön macht, war direkt klassisch. Das Publikum war fröhlich bezaubert und dankte den Schauspielern für den gelungenen Abend mit einem stürmischen Applaus. w. *) Amalthea-Verlag 1930, Wien-Zürich, Repertoire der Wilnaer Truppe. Freitag, den 7. März: «Tcwie der Milchiger, von Schaloin .Mo hem, Samstag, den 8. : «Dybuk» von An-ski, Sonntag, den 0., nachmittags: «Grüne Felder» von Perez Hirschbein, abends: «Tag und Nacht» von An-ski. Alle diese Vorstellungen finden in der Premicrenbesetzung statt. Voraussichtlich wird die sonntägige Aufführung die letzte in Wien sein. Allerdings besteht, wie wir erfahren, eine Möglichkeit, daß die Wilnaer Truppe noch einige Wochen in Wien verbleibt. Dies hängt davon ab, ob sie von Schaloin Asch die Bewilligung, «Kiddusch Haschern» in eigener Bearbeitung zu spielen, bekommen wird. Die diesbezügliche telegraphische Nachricht wird erwartet. Jüdische Bühne (II., Taborstraee 12). Wochenrepertoire: Montag, 3. März, Dienstag, 4. März: «Itzl»; Mitwoch, 5. März: Ehrenabend Waklberg-Horovitz «Uscher Leml»; Donnerstag, 6 .März: «Mutterherz»; Freitag, 7. März, Samstag, 8. März, Sonntag, 9. März: «Chaim Jankl will ä Wab»; Sonntag, 9. März, halb 4 Uhr nachmittags: «Uscher Leml». Das Konzert des Konzertsängers J. Segal-Rosenbach (Tenor) findet am 2 6. März d. J. um viertel 9 U h r abends im Großen Festsaal des Industriehauses, Schwarzenbergplatz 4. statt. Herr Segal-Rosenbach hat mit besonderer Vorliebe das jüdische und hebräische Lied gewählt. ln diesem Konzert wird der Sänger charakteristische, jüdische und hebräische Lieder zum Vortrag bringen, und zwar ernste hebräische Lieder, Wiegenlieder, chassidische Tischlieder (S’miroth) und jüdische Volkslieder von Engel, Gnessin, Roskin, Milner, Kipnis, Bäumel u. a. Der Kartenverkauf hat bereits begonnen. Prof. Wolfsohn in Krakau. Die neugegründete jüdische Musikgesellschaft in Krakau, an deren Spitze der bekannte Musikschriftsteller Rechtsanwalt Dr. H. Apte steht, ist vorigen Sonntag mit einer imposanten Veranstaltung vor die Oeffentlichkeit getreten. Durch diese überaus glückliche und gelungene Veranstaltung, kann Krakau für sich den Ruhm beanspruchen, das erste Symphoniekonzert jüdischer Musik in großem Rahmen veranstaltet zu haben. Zur Aufführung gelangten Orchesterwerke von Achron (Violinkonzert), Bloch, Gnessin, Rossowski und Wolfsohns «Suite Hebraique». Als junger, talentierter Geiger führte sich Alfred Schenker ein. JÜDISCHER LIEDERABEND Mittwoch, den 26. März 1930, 8% Uhr abends, Großer Festsaal (Konzertsaal) im Industriehaus (Schwarzenbergplatz 4) J. SCCU-MUNHiai a««i Lieder, Volkslieder (hebr. und jüd.) Opernarien (ital.) Am Flügel: Rudolf Beck. Kartenverkauf: Zionistisches Landeskomitee, I., Kärntnerstraße 28, Buchhandlung Rath, II., Taborstraße 20a, Parfümerie Schurberg, II., Hafnergasse 3. Den Höhepunkt der Veranstaltung bildete die meisterhafte Interpretation der hebräischen Suite von Wolfsohn durch den Komponisten selbst, dem das den großen Saal des Alten Theaters übervoll füllende Publikum schon beim Erscheinen hinreißenden Beifall spendete. Das temperamentvolle und tiefempfundene Spiel des Meisters faszinierte das Publikum, sowohl das jüdische wie auch das nichtjüdische. Die dankbaren Zuhörer erzwangen sich durch nichtendenwollenden Beifall einige Zugaben. Das Orchester bewährte sich unter der Leitung des hochbegabten jungen Dirigenten Norbert Gingold aus Wien. Dr. T. Lot. Arje Ludwig Reznik, ein in Wien lebender junger Bildhauer aus Palästina und Schüler Prof. Steinhofs, dessen Werke, vorläufig nur dem engeren Kreise bekannt, auf große Zukunft hoffen lassen, soll demnächst in Wien eine Ausstellung veranstalten. Die II. Kunstwanderung der «Wizo» hat Sonntag, den 2. März im Jüdischen Museum stattgefunden. — Zahlreiche Besucher folgten der Führung, die von Herrn Dr. Steiner, dem Assistenten des Institutes, geleitet wurde. Besonders eingehend behandelte der Vortragende die Abteilung der «Viennensia», wobei den Zuhörern ein anschauliches Bild vom Leben der Wiener Judenschaft in ferner Vergangenheit bis auf unsere Tage entrollt wurde. Ebenso lohnend und anregend gestaltete sich der Gang durch die übrigen Räume des Museums. Herrliche Exemplare jüdischen Kunstgewerbes, zu profanem und religiösem Gebrauch, unzählige Beiträge zur jüdischen Folklore und Geschichte, das besonders beachtenswerte Palästina-Zimmer, wurden durch die Erläuterungen Dr. Steiners verlebendigt. Sicherlich werden viele der dankbaren Teilnehmer den Weg nochmals zu dieser wertvollen Sammlung finden und andere Menschen ihres Kreises zum Besuche anregen. Sonntag, den 9. d. M. UL Führung durch das Atelier des Malers Edelmann, II., Böcklinstraße 2. Treffpunkt 11 Uhr vormittags vor dem Haustor. Vorherige Anmeldung erwünscht bei der Leitung der «Wizo» schriftlich oder telephonisch: IX., Nußdorferstraße 42, Tel. A 16-0-44. Herausgabe der Werke von David Frischmann. Frau Lili Frischmann, die Witwe des 1922 in Berlin verstorbenen hervorragenden hebräischen Dichters und Kritikers David Frischmann, ist mit der Herausgabe der gesamten Werke von Frischmann beschäftigt, das 36 Bände der hebräischen und 12 der jiddischen Schriften Frischmanns umfassen v/ird. Frau Frischmann wird hierin von Verehrern des Werkes Frischmanns in Berlin, Paris, Brüssel, Antwerpen, London, Amerika und in den osteuropäischen Ländern unterstützt. Ausstellung «Das jüdische Buch». Am 22. und 23. Februar fand in Kiel eine Ausstellung des jüdischen Buches StaUEine Bibliographie der Pessach Haggadoth. Die Sammlung von Haggadoth, welche sich in der Jüdischen National- und Universitätsbibliothek in Jerusalem befindet, ist eine der größten der Welt und enthält gegen 900 Ausgaben der Haggadah, angefangen von den ältesten Ausgaben der Druckerpresse bis auf den heutigen Tag. Im Jahre 1901 veröffentlichte der bekannte Bibliograph Samuel Wiener eine Bibliographie der Haggadoth, für deren Zusammenstellung er sich der Jerusalemer Sammlung bediente. Seitdem Ist aber diese Sammlung bedeutend gewachsen und enthält eine große Anzahl von Stücken, welche in der genannten Bibliographie nicht enthalten sind und deren Existenz bisher überhaupt nicht bekannt war. Abraham Jaari, ein Beamter der Bibliothek, hat nunmehr in der bibliographischen Vierteljahrsschrift der Bibliothek, «Kirjath Scphcr», eine ergänzende Liste der Bibliographie der Haggadoth veröffentlicht, die auch in einer Sonderausgabe erschienen ist und 300 Buchtitel von Haggadoth aufzählt, von denen 200 in der Jüdischen Nationalunu Universitätsbibliothek enthalten sind. Aus der hebräischen Bewegung «Devarenu», Organ der Histadruth Iwrith in Wien. In diesen Tagen ist das erste Heft der Monatsschrift «Devarenu» erschienen. Die 16 Seiten starke Publikation, die vom Präsidenten der Histadruth Iwrith, Prof. J. Gelernter, redigiert wird, macht einen guten Eindruck. Nebst der Einführung finden wir hier aktuell gehaltene Artikel bekannter Schriftsteller, die in der hebräischen Publizistik bereits einen Namen haben. Meir Henisch behandelt in einem kurzen Aufsatz die Bedeutung der hebräischen Kulturbewegung, die im Zionismus allmählich zum Siege durchgedrungen ist. S. M. Lazar nimmt zum Gegenstände seiner Abhandlung das Problem der Assimilation. Der Nestor der hebräischen Literatur, David Jeschajahu Silbcrbusch, gibt eine köstliche Probe aus seinen Memoiren. Gedichte von Meiri, Avigdor Grünspan, eine Erzählung von Gelernter, Glossen von Jehuda Warsehawiak sowie eine Uebersetzung eines Ovid’schen Gedichtes von Ahron Kaminka, beschließen den belletristischen Teil des ersten Heftes. Prof. Samuel Kraus widmet seinen Aufsatz einer Besprechung des vor kurzem erschienenen Ozar Geonim von Dr. Lewin. Dr. Tartakower bespricht das Kaufmannsche Buch Golah wenechar. Nicht unerwähnt soll auch das humoristisch gehaltene Feuilleton Daniel Perskis über Wien bleiben. Es wäre zu wünschen, daß es der Histadruth Iwrith gelingen soll, ihr Organ zu einer Tribüne des hebräischen Lebens in Wien auszubauen. Dewarcnu-Matinee Die hebräische Bewegung in Wien, durch die Aktivität der Histadruth Iwrith bervorgerufen, greift Immier mehr um sich und vergrößert von Tag zu Tag ihren Wirkungskreis. Anläßlich des Erscheinens der 1. Nummer der hebräischen Monatsschrift der Histadruth «Dewarenu», wurde eine Matinee veranstaltet, welche als überaus gut gelungen bezeichnet werden kann. Wieder wurde der Beweis erbracht, daß in Wien ein warmes Interesse für die hebräische Sprache vorhanden ist. Herr Prof. Gelernter und Herr Dr. Rothblum besprachen in ihren Reden das Erscheinen dieser Zeitung und gaben der Meinung Ausdruck, daß die Histadruth mit der Herausgabe des «Dewarenu» Großes geleistet habe. Die Künstler, die in uneigennütziger Weise das Programm bestritten und mit ihren Leistungen sich glanzvoll auszeiclineten, wurden vom Publikum überaus herzlich empfangen. Der bekannte Sänger Herr Rosenbach-Scgall trug mit tiefem Verständnis einige hebräische Lieder vor. Frl. Rexi Lebensohn, eine junge begabte Rezitatorin, begeisterte die Zuhörer mit ihrem Vortrage. Der überaus begabte Sänger, Herr Igor Grünberg, sang, im Rahmen der Klein-Kunst- Biihne «Die Harfe» einige hebräische Volkslieder, die von Herrn Schafrenko sehr originell inszeniert wurden. Nicht zuletzt soll der hebräische Schriftsteller Daniel Persky erwähnt werden, der das Publikum mit seinen humoristischen Vorlesungen entzückte. Herr Isak Herzberg als Conferencier verkürzte dem Publikum in angenehmer Weise die Pausen. Die Gäste verließen den Saal mit der Befriedigung, einen angenehmen Vormittag in hebräischem Milieu verbracht zu haben und mit dem Wunsche, daß ihnen recht bald Gelegenheit gegeben werde, solche Veranstaltungen öfters besuchen zu können. Izhor. Die Bewegung zu Gunsten der Einführung des Hebräischen als Unterrichtsgegenstand in den höheren Schulen Amerikas gewinnt immer mehr an Boden. Um die Realisierung dieser Sache bemüht sich besonders die jüdische Studenten-Vercinigung «Awukah», die dabei durch die Zionistische Organisation, den amerikanisch-jüdischen Kongreß und anderen jüdischen Organisationen Amerikas aufs wärmste unterstützt wird. In einer kürzlich stattgefundenen Konferenz wurde ein Aktionsausschuß gewählt, dem u. a. Richter Otto Rosalsky, Rabbi Stefan Wise, Bernhard S. Deutsch und Kongreßmitglied Perlmann angehören. Dieser Ausschuß sprach bereits in dieser Angelegenheit bei den zuständigen Stellen persönlich vor und forderte die probeweise Einführung des Hebräisch-Untcrrichtes in einigen höheren Schulen New Yorks. * Die in Amerika bereits zur Tradition gewordene «Hebräische Woche» findet vom 9. bis 16. März statt. Diese dient neben der Propaganda für die hebräische Sprache und Kultur durch spezielle Versammlungen und Veranstaltungen auch der Schaffung von materiellen Mitteln für die hebräischen periodischen Ausgaben und für den Buchverlag «Ogen». An der Spitze dieser Aktion stehen J. Unterberg, Präsident des Vereines für jüdische Erziehung, Dr. J. Tennenbaum, Präsident der Histadrut Iwrit und als Vertreter der hebräischen Lehrerorganisation Amerikas deren Präsident J. Bragin. * Die palästinensischen Zeitungen bringen die Nachricht, daß der seit 25 Jahren in Palästina bestehende und für die wissenschaftliche Erforschung der hebräischen Sprache wirkende «Waad Halaschon» nunmehr in eine «Akademie für die hebräische Sprache» umgewandelt wird. Die Anregung zu dieser Umwandlung gab, wie wir vor einiger Zeit berichteten, ein Jerusalemer Komitee. * Das nationale jüdische Schulwesen ln Polen weist mehrere Schultypen auf. So haben wir Tarbuthschulen in der Anzahl von 15 Mittel- und 150 Volksschulen mit hebräischer Vortragssprache. Sodann utraquistische Schulen mit polnisch-hebräischer Vortragssprache, die von Dr. Braude ins Leben gerufen wurden und zurzeit 22 Schulanstalten mit 6000 Schülern und Schiilenrinnnen zählen. Den dritten Typus stellen die misrachistischen Schulen dar. In den letzten Jahren hat die Schulorganisation «Schulkult» ebenfalls utraquistische Schulen mit jiddisch-hebräischer Vortragssprache begründet. Büehersammlung für das Jiddische wissenschaftliche Institut Die Bibliothek des Jiddischen Wissenschaftlichen Instituts in Wilna (Polen) richtet hiermit an die jüdische Oeffentlichkeit die ergebenste Bitte um Unterstützung bei der Ergänzung ihrer Bestände. Während jiddische und hebräische Drucksachen, auch aus älterer Zeit, dem Institut reichlich als Spenden zugehen, sind die Judaica aus Deutschland, Oesterreich usvv. noch sehr spärlich in unserer Bibliothek vertreten. Es ergeht daher die ergebene Bitte an alle Freunde jüdischer Wissenschaft, dem Institut Bücher, Zeitschriften, Broschüren, Aufrufe, Handzettel etc. jüdischen Inhalts zu überlassen. Die Sammlung erfolgt im Laufe des Monats zwischen Purim und Pessach, d. h. von Mitte März bis Mitte April. Wir wollen hoffen, daß die Freunde der jüdischen Wissenschaft uns in unserem Vorhaben mit Rat und Tat beistehen werden. Büchersendungen sind zu richten an Dr. Rudolf Glanz, Wien, I., Zelinkagasse 9 oder direkt an das Jiddische Wissenschaftliche Institut, W. Pohulanka 18, Wilno (Polen),

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