Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 3 (1930)
- Issue
- Heft 114 (20.2.1930)
- Date
- 1930-02-20
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Bclladc: Pie Stimme der ffraa v. b. b Preis 35 Groschen Zionisten treffen sieh im Kaffee FUrstenhc1 II., PraterstraBe Nr. 25 Abonnementprolse: Für Oeelerreieh: Monatl. 8 1.50, viertelj. 8 4.30, ganaj. 8 16.— / Deutschland: Monatl. Ooldmark 1.—, vlertclj. Goldmark 8.— / Tschechoslowakei: Monatlich Ko 7.—, viertel]. Kc 10.— / Jugoslawien: Monatlich Dinar 14.—, vierteljährlich Dinar 40.— / Jüdisdke Zeitung Croctaelrorf fteete» Donnerstaft iliedafttfion und Administration: "Wien, I., iflauAensfeinitassc I — gcfepAon (ft 3. Jahrgang Wien, Donnerstag, 20. Februar 1930 (22. Schwat 5690) Polen: Monatl. Zloty 3.30, viertelj. Zitoy G..v Ungarn: Monatl. Pengö 1.B0, viertel]. Pengö 4.‘J BumSnion: Monat!. Lei 40.—, viertelj. Lei 125.— I Bulgarien: Monatl. Lewa 80.—, viertelj. Lewa 80.— Belgien: Monatl. Belga 2.—, viertelj. Belga 5.— I Uebrlges Ausland: Monatl. Schweizer Franken 1.00 Nummer 114 Letzte Nachrichten (Jüdische Telegraphen-Agentur.) Weizmann über aktuelle Fragen des Zionismus New York. Die große jiddische Tageszeitung «Morning Journal» veröffentlicht ein Interview, das ihr Berliner Korrespondent J. Kllnoff mit Dr. Weiz mann während dessen Anwesenheit in Berlin gehabt hat. Dr. Weizmann führte u. a. aus: Die Frage der Errichtung eines Parlaments in Palästina ist für eine öffentliche Erörterung noch nicht reif. W ürde man den Versuch machen, mir den Parlamentsplan aufzuzwingen, ich würde es vorziehen, zurückzutreten, statt eine solche Bedingung anzunehmen. Weizmann erklärte, er glaube nicht an die Gerüchte, daß das Mitglied der zionistischen Exekutive, Herr Kaplansky, sich mit dem Parlamentsplan befaßt.'Er zweifle nicht an der Loyalität Kaplanskys, der gewiß separatistische Schritte nicht unternehmen wird. Die Gerüchte, daß zwischen mir und Herrn Felix M. Warbürg Konflikte bestehen, fuhr Weizmann fort, entbehren jeder Grundlage. Herr Warburg Ist mit Herz und Seele der Sache Palästinas ergeben. Schwierigkeiten hinsichtlich der technischen Organisation der Agency, die etwa bestehen mögen, we rden sicherlich bei der nächsten Gelegenheit aus dem Wege geräumt werden. Der Korrespondent befragte Dr. Weizmann, wie er sich zu der Frage der geplanten jüdischarabischen Friedenskonferenz in London stelle. Weizmann erwiderte, der Exekutive ist von Schritten über Einberufung einer solchen Konferenz nichts bekannt. Sollte es zu solchen Erörterungen kommen, so werden die Zionisten als Vorbedingung für die Teilnahme an einer gemeinsamen Konferenz verlangen müssen, daß die Araber das Mandat annehmen und dem Prinzip der freien jüdischen Einwanderung zustimmen; ferner soll auf dieser Konferenz die Frage der Schaffung eines Parlaments nicht zur Erörterung gelangen. Warschau. In einem Interview mit dem Korrespondenten des Warschauer «Hajnt» gab Professor Weizmann ähnliche Erklärungen ab. Bezüglich der Forderung der Opposition, die die Einberufung eines außerordentlichen Kongresses verl angt, erklärte Prof. Weizmann, daß, wenn das Aktionskomitee diesem Plane zustimmen wird, die Exekutive sich damit ebenfalls einverstanden erklären wird. Bezüglich der Verurteilung des jüdischen Polizisten Hinkins gab Prof. Weizmann seiner Hoffnung Ausdruck, daß diese Angelegenheit nicht ein tragisches Ende nehmen wird. Zionistenverhaftungen in Rußland Moskau. Eine große Anzahl von Mitgliedern verschiedener zionistischer Gruppen wurde in Leningrad und Moskau verhaftet. Dem Führer des liquidierten Hechaluz, Dan Pines, wurde die Erlaubnis erteilt, nach Palästina abzureisen. fport Das große Sporthaus mit den kleinen Preisen Jtaxar Wien, IX., Kolingasse 13. — Lieferant des Makkabi. Die Todesurteile werden nicht ausgeführt Dem «Hajnt» wird aus London berichtet: Die britische Regierung hat die Palästina- Regierung beauftragt, die Todesurteile, welche durch die palästinensischen Gerichte im Zusammenhänge mit den Augustunruhen gefällt worden sind, < nicht auszuführen. Die britische Regierung sohlägt der Palästina-Regierung vor, die Strafen der Todesurteile in diesen Fällen in 15 Jahre schweren Kerker umzuwandeln. Palästina-Regierung wegen der moslemitischen Umtriebe an der Klagemauer beunruhigt Aus maßgebender Quelle wird der J. T. A. mitge teilt, daß die Regierung Palästinas entschlossen ist, den erneuerten Umtrieben der Moslemiten an der Klagemauer, die auf die Störung der jüdischen Andacht hinausgehen, Einhalt zu gebieten. Die Moslemiten befehlen den betenden Juden, die Stimmen zu dämpfen, sie löschen die an der Klagemauer angezündeten Kerzen aus und erneuern das Spielen auf geräuschmachenden Instrumenten nahe der Mauer. Regierungsautoritäten, die über die Situation befragt worden sind, verbargen nicht ihre Beunruhigung über diese Zustände an der Klagemauer, hinter denen sie die Hand des Großmufti sehen, der die wachsende arabische Opposition gegen die von ihm geübte Methode der Verteilung der Hilfsgelder und gegen die unrepräsentative arabische London-Delegation, deren Mitglied er ist, durch eine neue Klagemaueraffäre abzulenken versucht. Neue Zertifikate Jerusalem. Die Palästina-Regierung hat beschlossen, der zionistischen Exekutive für Rechnung der neuen Immigrationsquote 850 Zertifikate für Palästina-Einreisende zu erteilen. Der ägyptische Großmufti gegen den Boykott Jerusalem. Der Großmufti von Aegypten hat zum Jerusalemer Großmufti einen speziellen Delegierten geschickt, um ihn aufzufordern, die Araber zu beeinflussen, daß sie die Boykottaktion einstellen. ln seiner Botschaft äußert der Großmufti von Aegypten den Wunsch, daß bald normale Beziehungen zwischen Juden und Arabern hergestellt we rden. Zionistische Organisation Amerikas vor der Wiedervereinigung (Eigenbericht der «Stimme».) New York. In der amerikanisch-jüdischen Pr esse, vor allem in den Spalten der Tageszeitungen «Der Tog» und «Morgenjournal», wird jetzt eine polemische Auseinandersetzung zwischen den offiziellen Zionisten und den Führern der amerikanisch-zionistischen Oppositionsgruppen geführt. Die Polemik hat zum Zwecke, die Möglichkeiten zu erö rtern, welche zur Wiedervereinigung aller zionistischen Gruppen in Amerika in eine große Gesamt Organisation führen können. Wortführer von beiden Lagern äußern sich in den Zeitungen über die Be dingungen, welche eine Voraussetzung des Friedensschlusses bilden können. Von seiten der Opposition äußerten sich bisher Rabbiner Dr. Newman und de Haas. Letzterer stellt die Bedingungen für die Ve rhandlungen auf. Die wichtigste wäre der Rücktritt der gegenwärtigen Leitung der offiziellen amerikanischen zionistischen Organisation, ferner verlangt er die Einberufung einer Landeskonferenz zwecks W ahl einer neuen Leitung, der sieben bis neun bekannte führende Persönlichkeiten der amerikanischen zionistischen Organisation angehören sollen. Sodann müßten auch Reformen in bezug auf die Jewish Ag ency in Angriff genommen werden. Tritt Ruthenberg in die Exekutive der Jewish Agency ein? Jerusalem. (J. T. A.) In maßgebenden Kreisen in Jerusalem hält man es für sehr wahrscheinlich, daß der Präsident des Waad Leurni, Pinchas Ruthenberg, im Zusammenhang mit der von der bevorstehenden Tagung des A. C. und des Administrative Committee der Jewish Agency vorzunehmenden Reorganisierung der Agency-Exekutive eingeladen werden wird, in die Exekutive der Jewish Agency einzutreten. Reorganisation der Palästina-Administration Jerusalem. Die gut informierte arabische Zeitung «Al Karmel» teilt mit, daß in der allernächsten Zeit in Palästina Experten des Colonial- Office eintreffen werden, um die Palästina-Administration zu reorganisieren. Wir bitten unsere Abonnenten, die noch rückständigen Abonnementgebühren sowie die Abonnementgebühr für das erste Vierteljahr 1930 mittels der bereits eingesandten Erlagscheine ehestens zu überweisen. Die Administration