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Die Stimme · 1930-02-06 · Heft 112 (6.2.1930) · page 1

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Journal
Die Stimme
Volume
3 (1930)
Issue
Heft 112 (6.2.1930)
Date
1930-02-06
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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Heute: 6 Seilen Bildcrbeilagc Preis 35 Groschen V. b. b Abonnementprelse: '....ir Oasterroich: Monatl. S 1X0, viertalj. S 4.30, g&ozj. 8 16.— / Deutschland: Monatl. Goldm&rk 1.—, viertel.}. Goldm&rk 3.— I Tschechoslowakei: Monatlich Ke 7.—, viertelj. Ke 10.— / Jugoslawien: Monatlich Dinar 14.—, vierteljährlich Dinar 40.— I Jüdisdke Zeitung Cradielntf jeden. Poinicftfafl illedaftMoii und Administration : Wien, I., Ttnutkcnsteine assc 1 — Jcfepfiow 91 2U-3-S4 Polen: Monatl. Zloty 2.30, viertelj. Zitoy 6.50 / Ungarn: Monatl. Pengü 1.50, viertelj. Fengö 4.20 / Rumänien: Monatl. Lei 45.—, viertelj. Del 125.— I Bulgarien: Monatl. Lewa 30.—, viertelj. Lewa 80.— Belgien: Monatl. Bclga 2.—, viertelj. Belga 5.— I Uobriges Ausland: Monatl. Schweizer Franken 1.50 3. Jahrgang Wien, 6. Februar 1930 (8. Schwath 5690) Nummer 112 Letzte Nachrichten (Jüdische Telegraphen-Agentur.) Kein Parlament in Palästina Wie bereits gemeldet/ haben englische Freunde der Araber hier seit längerer Zelt in den Regierungskreisen eine Aktion eingeleitet, um die Regierung zur Schaffung eines Parlaments in Palästina zu veranlassen. Die zionistischen Kreise haben sich gegen dieses Parlament aufs schärfste ausgesprochen. Wie der «Moment» aus London meldet, soll in der,letzten Sitzung des britischen Kabinetts diese Frage allseitig behandelt und der .endgül tige Beschluß gefaßt worden sein, bei der jetzigen Läge kein Parlament in Palästina ins Leben zu rufen.: Palästinensische Beamte unterstützen die arabische Delegation? Jerusalem. Wie die arabische Zeitung «Annafir» aus sicherer Quelle erfährt, wird demnächst der gewesene Sekretär des arabischen Departements der Palästinaregierung, George Antonius, nach, London reisen, um dort die arabische Delegation mit dem Großmufti an der Spitze in ihrer Tätigkeit in England, zu unterstützen.Die, arabischen F.ü^ rer, teilen mit, daß sie mit mehreren leitenden Beamten der Palästinäregierung Unterredungeir hat ten/die ihnen gegenüber ihre Zufriedenheit zum Ausdruck brachten, daß eine arabische Delegation nach London gereist sei..Ste.erklärten sich auch; bereit, die Delegation beim britischen Kolonialamt zu üntef stützen. /; Prozeß Itamar Ben Avi. Jerusalem. Itamar Ben Avi, der vor eini gen Tagen nach seiner Rückkehr von einer Europareise wegen seines offenen Briefes an Sir John Chancellor verhaftet und gegen eine Geldbürgschaft au» der Haft entlassen wurde, hat gegen seine Verhaftung beim Oberkommissar Sir John Chancellor Protest eingelegt. In dem Protestschreiben teilt er mit, daß er im Gefängnis von der Polizei brutal behandelt wurde. Der Prozeß gegen Itamar Ben Avi findet am 4. Februar vor dem Jerusalemer Kreisgericht statt. Der Prozeß Hinkis wegen Erkrankung des Angeklagten vertagt. Jerusalem. Der vor dem Jäffaer Gericht begonnene Prozeß gegen den Tel-Aviver jüdischen Polizisten Hinkis, der beschuldigt wird, eine fünf köpfige arabische Familie ermordet zu haben, wurde wegen Erkrankung des Angeklagten auf unbestim mte Zeit vertagt. Kollektivbestrafung der Stadt Safed. Jerusalem. Das Haifaer Distriktsgericht erwägt die Kollektivbestrafung der Stadt Safed wegen der dort Ende August stattgefuhdenen Unruhen, die mit antijüdischen Massakers und Niederbrennung eines Teiles des jüdischen Viertels verbunden waren. Es heißt, daß der Stadt eine Kollektivstrafe auferlegt werden wird. Das von Juden bewohnte Viertel wird selbstverständlich von der Beitragsleistung zu dieser Kollektivstrafe befreit sein. Das belgische Königspaar besucht Palästina. Jerusalem. Der König und. die Königin von Belgien, die im kommenden Frühjahr Aegypten besuchen, werden, wie hier verlautet, von Aegy pten auch nach Palästina kommen. Das Königspaar wird auf seiner Orientreise von Paul Hynians, dem belgischen Außenminister und früheren belgischen Gesandten in London, der Jude ist, begleitet werden. Antijüdische Agitation in Aegypten. Kairo. Große Mengen antisemitischer und antizionistischer Flugschriften sind in der letzten Zeit in Aegypten in Umlauf gekommen. Eine organisierte Körperschaft scheint diese Propaganda zu leiten. Rabbi Nahum Effendi, der Oberrabbiner von Aegypten, hat den Unterstaatssekretär des Innern aufgesucht und seine Aufmerksamkeit darauf gelenkt, welche ernste Folgen eine solche Hetztätigkeit haben könnte. Der Minister versprach, die Agitation zu unterdrücken. Jabotinsky reist nach Südafrika, London. Jabotinsky wird am 7. oder 14. Februar eine Reise nach Südafrika antreten. Ausnahmezustand über Akko verhängt. Jerusalem. Ueber Akko ist für die nächsten drei Monate der Ausnahmezustand verhängt worden, um in radikaler Weise mit dem in Nord Palästina in der Zeit nach den Unruhen sich breit machenden Bandenunwesen aufzuraumen. Bau neuer jüdischer Wohnviertel in Jerusalem und Haifa. Das Komitee des Palästina-Hilfsfonds hat, wie verlautet, 5Q.000 Pfund Sterling für die Errichtung jüdischer Wohnviertel in Jerusalem und Haifa bestimmt. An unsere Leser und Abonnenten! Unserer heutigen Nummer liegt eine Bilderbeilage bei. Unsere Bilderbeilage wird von nun an in der ersten Woche eines jeden Monats erscheinen; Der Preis unserer Zeitung wird hiedurch nicht erhöht. 0000000000000000000 Der 12 Millionen-Etat der Berliner Jüdischen Gemeinde : Berlin, 30. Jänner. (J. T. A.) In der Sitzung der Repräsentantenversammlung der Jüdischen Gemeinde am 30. Jänner wurde die erste Lesung der Etatvorlage vorgenommen. Nach einem eingehenden Referat des Vorsitzenden, Direktor Georg Kareski, der über die Leistungen und Aufgaben der Gemeinde berichtete, ‘foiirde eine groß angelegte Debatte abgeführt. In dieser gaben die Führer .der. Jüdischen -Volkspartei (Doktor Klee) und der Liberalen (Rechtsanwalt Stern) die Stellungnahme ihrer Parteien zu den zukünftigen Aufgaben der Gemeinde bekannt. Besonders wirkungsvoll sprach Dr. Klee, der der Hoffnung Ausdruck gab, daß das Judentum von morgen nicht das Judentum von gestern sein darf. In seiner Rede kündigte Dr. Klee an, daß die Jüdische Volkspartei in.den Forderungen naoh Palästina noch weitere Wünsche habe und die Beteiligung der Gemeinde am Keren Hajassod verlangen werde. Er hoffe, daß dies keine Kampfforderung mehr sein wird. TreifPDDkt der Zionisten im Cafe „illtes Rathaus“ (Cafetier Leo Löwy) Größere und kleine Klublokale 1. Bez,, Wipplingerstraße 24 Tel. U 27-4-84, U 26-2-74 Kardinal-Staatssekretär Pacellis Beziehung zu Judentum und Zionismus Berlin, 29. Jänner. (J. T. A.) Wie aus Rom gemeldet wird, wird die offizielle Uebergabe des päpstlichen Staatssekretariats an Kardinal Pacelli Anfang Februar erfolgen. Kardinal Pacelli war bis zu seiner vor wenigen Wochen erfolgten Ernennung zum Kardinal und seiner gleichzeitigen Berufung nach Rom mehrere Jahre lang päpstlicher Nuntius in Berlin. Er hatte als solcher wenig Gelegenheit zu jüdischen und zionistischen Fragen Stellung zu nehmen. Einmal hatte er den Präsidenten der zionistischen Weltexek’utive, Nahum Sokolow, empfangen und hat sich bei dieser Gelegenheit warm für das jüdische Aufbauwerk in Palästina ausgesprochen. In zionistischen Kreisen glaubt man, daß unter dem Regime Pacellis die Beziehung des Vatikans zur Frage des jüdischen Nätionalheims in Palästina eine wärmere sein wird, als sie unter dem bisherigen Regime des scheidenden Kardinal-Staatssekretärs Gasparri gewesen war. Heute; Die Stimme des Hochschülers

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