Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 3 (1930)
- Issue
- Heft 111 (28.1.1930)
- Date
- 1930-01-28
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 111 DIE STIMME Seite T! Aus der hebräischen Bewegung Die Propagandatätigkeit der New Yorker «Histadruth Iwrith» Wie das hebräische Wochenblatt «Hadoar» mitteilt, sind über Bemühung der «Histadruth iwrith» folgende Vereinigungen in New York zustande gekommen: Am 16. Dezember v. J. wurde in New York die «Agudath orche din iwrLm» (Vereinigung hebräischer Rechtsanwälte) gegründet. Außerdem gibt es dort bekanntlich eine «Agudath rof im dowre hvrith» (Vereinigung hebräisch sprechender Aerzte), die vor ungefähr einem Jahre gegründet worden ist. Am 19. Dezember v. J. ist eine Vereinigung hebräischer Frauen, «Agudath nasch im iwrijoth» gleichfalls dank der Propagandatätigkeit der erwähnten «Histadruth iwrith» in New York gegründet worden. Ferner ist jüngst eine Vereinigung hebräischer Ingenieure und Architekten «Agudath hamhandasim whaadrikolim haiwrim» gegründet worden. Die New Yorker «Histadruth iwrith» verbreitet das hebräische Wort jeden Donnerstag um 6 Uhr abends durch Rundfunk. Am 19. Dezember v. J. sprach dort im Radio der Vorsitzende der «Histadruth iwrith» Dr. J. Tennenbaum über die Bedeutung der hebräischen Kultur und die Tätigkeit der hebräischen Organisation. Am 26. Dezember v. J. wurden Chanukahlieder im Rundfunk gehört. Esther Mieses. Der jüdische Hochschüler Oefterreidiifchcr Delegiertcntag. Am 8. Februar, Yi j Uhr nachmittags, findet im Zioniftiichcn Heim, VIII., Bcnnoplatz i a, der diesjährige Delegiertcntag des Gefamtverbandes Jüdifchcr Hochfchüler für Oefterreich „Judäa“ ftatt. Tagung der Korporationen in Warfchau. Zu unferem Bericht über die Tagung der zioniftifchakadcmifchen Korporationen in Warfchau tragen wir noch nach, daß diefe Tagung von zirka 90 Delegierten aller Univerfitätszentren befchickt wurde. Die Referate der Herren Feigenberg und Hagler haben in ausgezeichneter Weife das Ueberflüffige der für die jüdifche Studcntenfchaft wcrtlofen Gebräuche der deutfehen Burfchenfchaften betont. Am Schluffe der Tagung wurde ein genaues Programm für die paläftinenfifche und kulturell-jüdifche Arbeit befchlofien. In das Präfidium der Exekutive der auf diefer Konferenz gefchaffenen Organifation der zioniftifch-akadcmifchen Korporationen wurden die Herren Alfred Münz, L. Finkclftein, S. Gottmann und F. Kirfchroth gewählt. Es wäre zu wünfehen, daß diefer Organifation recht bald die Gründung einer zioniftifch-akadcmifchen Weltorganifation folgen möge. Tagung der «Jardenja» ln Przemysl. Am 18. d. M. ist in Przemysl unter Beteiligung von zirka 30 Delegierten die zweite Tagung des Verbandes der zionistisch-akademischen Korporationen Ostgaliziens «Jardenja» eröffnet worden. Dr. Donner, N. Rottenstreich, I. Madfus, Dr. Schmorak und Dr. Ringel hielten bemerkenswerte Referate und Reden. Nach Annahme von einigen Resolutionen wurde die neue Exekutive mit den Herren Dr. Donner, Mag. Eisen, Griffel, Dr. Gottfried, Dr. Hahn, Rottenstreich und Ing. Tauber an der Spitze gewählt. Der Führer der nationalsozialistischen Studentenschaft Frankfurts relegiert Rektor und Senat der Universität Frankfurt a. M. haben den Führer der nationalsoziajistischen Studentenschaft von der Universität verwiesen. Bei der Wahl zu der sogenannten allgemeinen Frankfurter Studentenschaft hatte der jetzt Gemaßregelte ein nationalistisches Flugblatt unterzeichnet, in dem die Universität Frankfurt a. M. eine «Hochburg jüdischer Frechheit und marxistischer Unverschämtheit» genannt wurde. Dem seif 1927 in Genf bestellenden Hochschutönstitiuit für internationale Studien hat die RockefeUer-Stifturag 850.000 Dollar (zahlbar in 10 Raten während 10 Jahren) gespendet Das Institut zählt vier ständige Professoren und einige nichtständige Dozenten sowie 62 Studenten. Es werden vorgetragen: Völkerbundfragen; nach Ablauf von zwei Semestern erhalten die Studenten Diplome. In Davos fanden vor kurzem akademische Winterspiele statt, die von der Confederation Internationale des Etudiants (C. I. E.) veranstaltet wunden. Anschließend an die Tagung der demokratischen Studenten Deutschlands in Berlin findet gegenwärtig die Tagung des «Deutschen Studentanverbandes» statt, in Welchem Verbände zirka 28.000 republikanische deutsche Studenten, organisiert sind. Die Tagung hat mit einem Empfang beim preußischen Unterrichtsminister Dr. Becker begonnen, bei dam er ausführlich über die Notwendigkeit der Reform der Hochschulen sprach. Dr. Becker sprach Dienstag im Kulturbund. Politifche Arbeitsgcmeinfchaft des Verbandes der zioniftifchen akadcmifchen Verbindungen und Vereine Ocfterreichs unter der Leitung des Herrn Oberbaurat Ing. Robert $ t r i ck c r. Der zweite Vortrag der Vortragsreihe „England —P al1 äfti n a—A r abi e n“ über „P a 1 ä ft i na im Rahmen des englifchen Weltreiches“ von Dr. N. Samonfky findet am Montag, den 5. Februar um H9 Uhr abends im Lokale, VIII., Bcnnoplatz 1 a, ftatt. Akadcmifche Gäfte und höhere Mittelfdiüler find willkommen. Verein zioniftifchcr Hochfchüler „Theodor Herzl“, Heim: 11., Untere Augartenftraßc 35, II. Stock, Tür 17. Donnerstag, 30. Jänner, *A8 Uhr abends: Hebräifchc Lefcgcmeinfchaft. Samstag, 1. Februar, A8 Uhr abends, Vortrag des A. H. Doktor Leo Goldhammer: „Die hiftorifche Geftalt des Jud Süß.“ Jüdifche Hochfchüler und Hochfchüleriunen bei beiden Veranftaltungen willkommen. Vereinigung jüdlfcher Akademiker (V. J. A.), Wien. Samstag, 1. Februar, 8 Uhr abends, Vortragsabend im Caf<i Arlon, 1., Rothgafic 3. Referent: Herr Dr. Leo Dcutfchländer. Thema: »Franz Rofcnzwcig als Denker, Dichter und Jude.“ Gäfte willkommen! Kein Konfumzwang! Verein zloniftifcher Hochfchüler Z. P. Chajes. Im Rahmen der Vortragsreihe „Der Anteil der Juden am Gciftes- und Wirtfchaftslebcn der Gegenwart" referiert Herr Dr. Robert Wälder Samstag, 1. Februar, um A8 Uhr abends über „Die Kulturleiftung Siegmund Freuds". In der „Hebräifchen Arbeitsgemeinschaft“ fpricht Herr Dr. Horowitz Montag, 3. Februar, um Uhr abends „Zur Ideologie einer hebräifchen Studentcnycrcinigung“. Die Vorträge finden ini Vereinsheim, II., Untere Augartenftraße 35, II. Stock, ftatt. Gäfte herzlich willkommen! Jüdischer Sport Hakoah—B. A. C. 0 :2. In einem Freundfchaftsfpiel unterlag die Hakoah gegen den zweitklaftigen Sportklub B. A. C. Das Spiel ft-nd auf keiner hohen Stufe. Die Niederlage war hauptsächlich durch die fchwachc Stürmerreihe verurfacht, die ein altes Uebel der Hakoah-Mannfchaft darftellt. — Im Cup fpielt die Hakoah in der nächften Runde gegen den Ottakringer Sp. CI. Jüdlfcher Sport- und Schützenverein „Menorah“. Donnerstag, 30. Jänner: Theoretischer Kurs, 7 bis 8 Uhr. Sonntag, 2. Februar: Schießübungen, 9 bis 12 Uhr. Montag, 3. Februar: Kurfe im Heim. Montag, 3. Februar, ift der letzte Termin für die Anmeldungen zum Boxkurs. Touriftik- und Skiklub „Hakoah“, Wien, I., Wiefingerftraße it. Tourenprogramm für Sonntag, 2. Februar: Fußtouren: Verbandsrennen am Kreuzberg. Skitouren: Nach Verabredung. Näheres Freitag von 20 bis 22 Uhr. Jugendgruppe: Fuß- und Skitouren nach Bedarf. Näheres Donnerstag von 19 bis 21 Uhr. Klubheim: Wien, I., Wiefingerftraße 11 (Telephon Nr. R-25-0-10). Gäfte willkommen. Skiwettläufe für die Jüdifche Jugend. Die Jugendgruppc des Touriftik- und Skiklub „Hakoah“ bringt auch im heurigen Jahre wieder mehrere Skiwcttläufe für Mitglieder jüdifdher Jugendorganifationen zur Austragung: Langlauf über 10 Kilometer am Sonntag, 9. Februar (bei ungünstiger Schneelage am 16. Februar). Austragungsort: Prcßbaum. Nennungen jeden Donnerstag im Klubheim, Wien, I., Wiefingerftraße 11, zwifchen 19 und 20 Uhr bis einfchließlich 6. Februar. Auslofung: Donnerstag, 6. Februar, um 20 Uhr. — Abfahrtslauf am Sonntag, 23. Februar. Austragungsort: Wechfelgebiet. Nennungen jeden Donnerstag bis einfchließlich 13. Februar. Auslofung: Donnerstag, 20. Februar, um 20 Uhr im Klubheim. — Allgemeine Beftimmungen: Die Bewerbe werden in folgenden Klaffen ausgetragen: a) Jungmannen bis zum vollendeten 20. Lebensjahre über die ganze Strecke, b) Zöglinge bis zum vollendeten 17. Lebensjahre auf gekürzter Strecke, c) Mädchen bis zum vollendeten 20. Lebensjahre auf gekürzter Strecke. — Die Placierten jeder Klaffe erhalten Plaketten, diejenige Jugendorganifation, welche die meiden Teilnehmer ftellt, erhält ein Diplom in Form einer Baumfpende. Das Nenngeld von S —.jo pro Lauf und Teilnehmer ift bei Nennungsabgabe zu erlegen. — Nachnennungen am Start nicht möglich! — Die offizielle Preisverteilung findet im Rahmen einer Purim-Feier ftatt. Ort und Zeit werden noch bekanntgegeben. Sitten und Gebräuche im Zeitalter der Technik 40 Jahre Scbmidl-Mazzoth Als Ich beschloß, die Mazzothfabrik Schmidl in Floridsdorf zu besuchen, stiegen in mir Erinnerungen aus einer Zeit auf, die weit hinter uns liegt. Ich erinnerte mich an das ostjüdische Städtchen, wie es dort zur Zeit zwischen Purim und Pessach aussah; an die kleinen Bäckereien, in welchen die Mazzoth hergestellt wurden. Da gab es oft einen einzigen, engen Raum, wo gesiebt, geknetet und gebacken wurde. Alles mit Menschenhand. Im Schweiße des Angesichtes backten diese Arbeiter das Brot, das für das Befreiungsfest bestimmt war. Und als dieses fertig war, packte man die Mazoth in einen Riesenkorb, breitete darüber ein weißes Linnen und schickte sie durch einen Träger den Kunden. So war es einstmals. Wie wesentlich anders ist es heute, Im Zeitalter der Maschinen und in der Großstadt. Technische Errungenschaften verdrängten allmählich hier wie überäll die menschliche Handarbeit. Und will man heute noch an Sitten und Gebräuchen unverändert festhalten, muß man sich diese modernen Errungenschaften zunutze machen. Wie sehr verläßlichste Kaschruth, peinlichste Sauberkeit, vollstes Ausnützen der modernsten Errungenschaften auf maschinellem Gebiete ln Güte und Qualität der hier erzeugten Mazzoth ihren Ausdruck finden, überzeugt uns ein kurzer Besuch in der seit 40 Jahren bestehenden Mazzothfabrik Schmidl des Herrn Natan Brodetzky. Wir sind erst im Jänner, drei Monate trennen uns noch von Pessach, und schon ist die Arbeit in vollstem Gange. Der Fabriksleiter führt mich durch helle, saubere Räume; Maschinen rasseln. Nichts wird mit der Hand, alles maschinell gemacht. Alles blitzblank. Mehrere Maschgichim überwachen abwechselnd den ganzen Prozeß, den jede einzelne Mazzab durchzumachen hat — von dem Gesiebtwerden des Mehles bis zur Verpackung des Fertigfabrikates. Eine besondere Neuerung hat die Fabrik Schmidl dieses Jahr eingeführt. Sie scheute keine Kosten und schafft« sich eine modernst konstruierte Maschine an, die es Ihr nun zum ersten Male ermöglicht, Mazzothgries auf den hiesigen Markt zu bringen, der in ähnlicher Art bis nun nur von amerikanischen Fabriken hergestellt wurde. j. R, Aus der Provinz Hollabrunn. Vom Matritoenamt der Israelitischen Kulfrusgemeinde Hollabrunn werden wir ersucht, mitzuteilen, daß Herr Friedrich Ranzenhofer, Knopfdrechsler in Hollabrunn, seinen Wiedereintritt in den Verband der Isaelitischen Kultus, gemeinde zur Anmeldung gebracht hat. AmtlicheVerlautbarungen der Israelitischen Kultusgemeinde Wien Israelitischer Jugendgottesdienst. Am Samstag, den 1. Februar 1930, findet um 3 Uhr nachmittags der Jugendgottesdienst für die israelitische Schuljugend in den Gemeinde- und Bezirkssynagogen statt. Predigten ln den israelitischen Gemeinde- und Bezirkssynagogen. Freitag, den 31. Jänner 1930, werden bei dem um 5 Uhr beginnenden Abendgottesdienst in nachbenannten Gemeinde- und Bezirkstynagogen Predigten abgelialten, und zwar:!., Seltenstettengasse 4 (Rabbiner Dr. M. GrunwaW); IX., MiHlnengasse 21 (Rabbiner Dr, A. Z. Schwarz); Samstag, den 1. Februar, findet beim Morgen-gottesdienst (Beginn 8 Uhr 30 Minuten) im Gemeindetempel, XVIII., Schopenhauerstraße 39 (Rabbiner Dr. D. Feuchtwang), ein exegetischer Vortrag statt Xtstortsdk bedeutsame Säte dieser Worbe 30. Jänner (1. Schwath) 1916: Der jüdische Historiker und Folklorist Josef Jacobs in New York gestorben. 31. „ (2. „ ) Todestag des Alexander Jannäus (103 bis 76), der in den Jahren 83 bis 80 Transjordanien zurückerotoerte. 1885: Der bekannte jüdische Historiker in Amerika, Gotthard Deutsch, in Kanitz geboren. 1. Februar (3. „ ) 1872: Der große Schauspieler Bogumil Dawisohn in Dresden gestorben. 1902: Der berühmte Komponist Jadassohn in Leipzig gestorben. 2. „ (4. „ ) 1836: Der Historiker Josef Caro geboren. 1848: Der berühmte Chirurg Prof. Dr. J. Israel in Berlin geboren. 1899: Der bekannte hebräische Haskala-Schriftsteller Kalman Schulmann gestorben. 3. „ (5. „ ) 1807: Das Napoleonische Sanhedrin in Paris eröffnet. 1810: Der Dichter Ludwig August Frankl geboren. 1894: Prof. Louis Lewandowski, Meister synagogaler Musik, gestorben. 1924: Der bekannte hebräisch-jiddische Schriftsteller Dr. Eljaschew (Baal- Machschuwes) gestorben. 4. * (6. „ ) 1810: Der Opern- und Oratorienkomponist Sir Michael Costa zu Neapel geboren. 1842: Georg Brandes geboren. 1860: Isak Beer Lewinsohn (R’lbl) gestorben. WWtllfWfTHIHtWlWHIWIHIlIHlIHl'UIIIIIWiHTIHIWlfllllllllVIltlillWWHItllfiWTtflWIilWHWWtlBIII Orangen aus Erez Israel Die Nachfrage nach den Erez Israel-Orangen ist gestiegen. Es ist aus diesem Grunde auch möglich, sie zu billigeren Preisen abzugeben. Es werden geliefert und nach Hause zugestellt (im Preise ist die Zustellung bereits inbegriffen): Säcke, u. zw. zu 15 Stück (früher 14), 18 Stück (früher 17), 23 Stück (früher 22), und 27 Stück (früher 26). Die Qualität und Größe bleiben die gleichen, ebenso die Preise. Zu bestellen bei: Zionistisches Bureau, Wien,!., Kärntnerstraße 28, Tel. R 27-4-85/86, und bei 5. Halpern, Wien, II., Förstergasse 6, Tel. R 40-4-12. Sprechsaal der Stimme (Für die Mitteilungen, die in diefer Rubrik erfcheinen, übernimmt die Redaktion keine Verantwortung.) Verehrliche Redaktion! Nun halben wir ein neues Preßgesetz, das gegen Schmutz und Schund eine Handhabe bieten soll. Merkwürdigerweise machen die jüdischen Korporationen keinen Gebrauch davon. So ist zum Beispiel am 5. d. M. in der «Dötz» eine erlogene Geschichte aus Polen enthalten, worin angeblich ein Rabbiner einem Betrüger den Rat gibt, das durch fatsche Behauptung unrechtmäßig erworbene Geld nicht zunückzugeben, sondern einfach ein Gebet am Grabe des Verstorbenen zu verrichten. Daran knüpft das feine Blatt die Bemerkung, daß bei den Juden bekanntlich Meineide sozusagen erlaubt sind, da sie durch das Kolnldregebet gesühnt sind. Seit einiger Zeit erscheint ein «Turl-Wiener-WitzWatt mit pikanten und jüdischen Witzen». Es wird auf den Straßen in großen Mengen verkauft und enthält ganz ordinäre, eindeutige Zoten. Meiner Ansicht nach müßten die berufenen jüdischen Körperschaften sich dagegen verwahren, daß deN artige Presseerzeugnisse sich «jüdisch» nennen. Was würde wohl geschehen, wenn ein derartiges trotz des neuen Preßgesetzes erscheinendes pornographisches Blatt sich «Christliches Witzblatt» nennen würde? Oder «Deutsches Witzblatt»? In den beiden angeführten Fällen wäre es Aufgabe der Kultusgemeinde, beziehungsweise der zionistischen Vertreter im Vorstand, bei den Behörden zu intervenieren und in der Tagespresse eine entsprechende Erklärung zu erlassen. Oder sollten die.berufenen Stellen von den angeführten Uebelständen keine Kenntnis haben? Dann wäre künftighin eine Stelle zu schaffen, die sich mit der Lektüre der antijüdischen Zeitungen befaßt, um gegebenenfalls sofort das Nötige veranlassen zu können. Iwri. Austritte aus dem Judentum Warma Franz Josef, 12. Februar 1894, XVIII., Witthauergasse 13; Eichentoaum Rudolf, 28. November 1902, XIII., Testarellogasse 9; Fischl Rudolf, 27. Aprä 1893, VI., Hofmühligasse 2; Fuchs Wilhelm, 18. Dezember 1901, XX., Passetistraße, Schrebergarten; Zwirn Michael, 16. Mai 1905, HI., Posthomgasse 6; Schaf ran eok Irene, geb. Bachrach,, 14. März 1899, HI., Kegelgasse 24; Schaf ran eck Arpad, 17. August 1896, II!., Kegelgasse 24; Tabory Eduard Marie, 5. September 1900, XVIII., Hofsattgasse 16; Koch Ernestine, geb. Weimar, 14. März 1880, HI., Löwengasse 28; Kubioza Margarete, geb. Gutmann, 8. Juli 1896, III., Un-gargaese 20;' Herctk Gisela, 26. Mai 1900, XV., Scbönerergasse 9; Juhu Marie Theresia, 1. Februar 1898, II., Nordibahnsfräße 28;j Gemgroß Margarete, 12. April 1891, I., Getreidemarkt 12;i Darnetsbrunner Marie, 25. Oktober 1898, VII., Gateribeie»] gasse 23. '