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Die Stimme · 1930-01-28 · Heft 111 (28.1.1930) · page 1

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Journal
Die Stimme
Volume
3 (1930)
Issue
Heft 111 (28.1.1930)
Date
1930-01-28
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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Beilage: Die Siimnie der ffrqa» Preis 35 Groschen V. h. b nn-]o l ' UFA-TON II., TMDMTR. Soiifai, 9. Fibr., V. Abonnomonlprelao: Filr Oaslorfelch: Monatl. 8 1.00, vlertelj. S 4.20, gan*J. 8 18.— / Deutschland: Monatl. Goldmark 1—, viertel). Goldmark 3.— / Tschechoslowakei: Monatlich Ko 7.—, viertel]. Ke 19.— / Jugoslawien: Monatlich Dinar 14.—, vierteljährlich Dinar 40.— I Jüdtedke Zeitung jeden PoiBUgrstotl gledalMton und! 4dminis<ration; 11Hem. I., (ttauftennteine aase V — Sfefepfton 92 26*3>$4 Polen: Monatl. Zloty 2.30, vlertelj. Zitoy 6.50 I Ungarn: Monatl. PengO 1.60, vlertelj. Pengö 4.20 I Rumänien: Monatl. Lei 45.—, vlertelj. Lei 125.— I Bulgarien: Monatl. Lewa 30.—, vlertelj. Lewa 80.— Belgien: Monatl. ßclga 2.—, vlertelj. Belga 6.— I Uebriges Ausland: Monatl. Schweizer Franken 1.50 3; Jahrgang Wien, 28. Jänner 1930 (28. Tebeth 5690) Nummer 111 Letzte Nachrichten (Jüdische Telegraphen-Agentur.) . JulBresIcomfieraiRz der en^Iissflaem ' Ziomisien Bedeutungsvolle Ansprachen von Sacher und Brodetzky. Reverend Goldbloom eröffnete an Stelle Lord Melchetts, der sich zurzeit in Südafrika befindet, die Konferenz. Er sagte, daß der Zionismus in Eng lahd eine Macht geworden ist. Die letzten großen Kundgebungen haben das warme Gefühl der britischen Judenheit für den Zionismus zum Ausdruck gebracht. Professor Weizmann begrüßte mit einem Schreiben die Konferenz, in dem er feststellt, daß, obwohl unsere Bewegung in der letzten Zeit einem ‘V ersuch, ausgesetzt war, die Grundlagen unseres Werkes unerschüttert geblieben sind. Eli spricht seine besondere Bewunderung für die Dienste der englisehen Fqcteratiöd äüs, die In der Errichtungder jew ish Agency, die das Judentum für. unsere Aufgaben einigt hervorragend .waren^, :t.: . . - :W Sacher begrüßte die Konferenz namens der. Zionistischen Exekutive. In deiner größäingelegten Rede sagte er-.u. a,, daß es in einer öhentlichen Tagung unmöglich sei; über alle politischen Fragen vollen Aufschluß zu erteilen. Weitgehende Maßnahmen werden erwogen, ein weitgehender Kritizismus mag vielleicht am Platze sein, aber für solche Dinge muß die geeignete Zeit und der geeignete Ort gewählt werden. Der Jischuw ln Palästina lebte eine schwere und bittere Zeit durch. Auf seine Haltung kann der Jischuw stolz sein. Sodann schilderte Sacher die Lage in Palästina, wie er sie knapp nach den Ereignissen angetroffen hatte, die Unsicherheit Im Lande und die Unentschlossenheit der Behörden. Nunmehr aber hat’sich die öffentliche Sicherheit weit gebessert, die Angst der Bevölkerung Ist auf das geringste Ausmaß verringert, die Regierung hat die Notwendigkeit eing^ehen, die öffentlichen Sicherheitsorgane zu rekonstruieren. Derzeit sei er nicht in der Lage, eine Voraussage zu machen, wie der Bericht der Untersuchungskom mlissiön Ausfällen werde. Er stellt jedoch fest, daß die Kommission ostentativ über die Grenzen der tu struktionen hinausgegähgen ist, weil sie über Angelegenheiten verhandelte, die nicht in den Rahmen der ihr von der Regierung vorgeschriebenen Kompetenz hineingehört haben. Nirgends auf dem Eraball ist eine Kolöniisatiön mit so viel Rücksichtnahme und Schonung der Interessen der einheimischen Bevölkerung gemacht worden, wie in Erez Jisrael. Der einzige und beste Weg ist, vorwärts zu gehen in der Wiedererrichtung des Jüdischen Natiönälheims, und zwar rascher als in der Vergangenheit Wir müssen uns so schnell als nur möglich, in Positionen begeben, die zur unerschütterlichen Erstarkung unseres Werkes in Palästina dienen. Dann werden auch die letzten Zweifler verschwinden und ihre Hoffnungen aufgeben müssen, unser Werk äußerlich oder innerlich zu zerstören. Zum Schlüsse erörtert Sacher die. arabisch-jüdischen Beziehungen in Palästina. Wir haben mit größter Gewissenhaftigkeit unsere Beziehungen zu den'Arabern zu klären, da wir ' in Palästina mit ihnen und in Zusammenarbeit neben ihnen leben müssen.,Die Frage ist nur, welche Form diese Kooperation annehmen soll. Eines muß feststehen: Das jüdische Palästina hat seinen Weg genommen und kein Sturm wird es erschüttern. Brodetzky behandelt in seiner Rede die jüdisch-arabischen Beziehungen und gibt Seiner Meinung Ausdruck, daß es vielleicht fehlerhaft sei, dieser Frage viel zu wenig Aufmerksamkeit zu schenken. Es wäre aber ein ebenso großer Fehler, wenn wir uns von ihr beherrschen ließen. Jene, die glauben, daß keine Opfer groß genug sind, um die Araber zu pazi fixieren, sind eine ernste Quelle für unser ganzes Werk. An den Arabern liegt es vorerst, anzu erkennen, daß die Politik des TaSKpen Nationalheims eine konstante ist und nicht den. Gegenst and von Diskussionen ‘ülden kaÜmPEs hat keinen Zweck, über Zukunftsarbeit , in Palästina zü sprechen und auch über politische P#^|ne zu debattieren, solange die Sicherheit in Palästina nicht voll gewährleistet ist ln die palästmlpische Polizei muß eine größere Anzahl von Juden einverleibt werden. Auch die jüdischen Kolonien'Ipiüssen in die Lage versetzt werden, sich verteidigen zu können. Das Problem der Klagemauer muß at|ä der Sphäre der Politik äusgeschieden werden. Die jüdische Emigration nach Palästina darf nicht;gfbtihden und gebindert werden. Denn von der Emigration hängt die Verwirklichung des Nationameijus ab. Brodetzky erörterte zuni Schluß noch den völkerrechtlichen Status der Jewlsh Agflttcy und meinte, dnß dieser im Palästinamandat allzu vage definiert wurde. Die Exekutive wird jetzt der Regierung Ihre diesbezüglichen Ansichten unterbreiten müssen, um eine Klarstellung des Ausdrpcfts «Beratung und Zusammenarbeit der Agency mit der Palästina regierung» zu definieren. JcilforfinsKfvfs BBBnwermalinme London. Jabotinsky wurde vor der Untersuchungskommission einvemommen. In einem Gespräch mit Journalisten erklärte er, daß die Mitglieder der Untersuchungskommission ihm eine freundliche Aufnahme zuteil werden ließen. Die Einvernahme nahm vier Stunden in Anspruch, Da er sich verpflichten mußte, über ihren Inhalt nichts bekanntzugeben, sei er nicht in der Lage, der Presse Irgendwelche Mitteilungen zukömmen zu lassen. Jabotinsky begibt sieb Mitte Februar nach Südafrika. Die Nachrichten, daß auch John Philby einvempmm en werden wird, sind unzutreffend. Die Untersuchungskommission hat den ersten Teil ihres Berichtes über die Ursachen der Augustereignisse bereits fertiggestellt. Der Bericht wird auch konkrete Vorschläge enthalten, wie in Zukunft ähnlichen Ereignissen vorgebeugt werdetv joIL Arabische Intervention beim Völkerbund Genf. Emir Schekib Arslan und Ihsan el Djabri haben im Namen der syrisch-palästinensischen Delegation dem Völkerbundrat ein Schreiben zugestellt, in welchem sie gegen die Regelung des Konfliktes um die Klagemauer protestieren. Es heißt darin u. a., daß schon , allein der Umstand, daß der Anspruch der Mohammedaner auf die Klagemauer in Diskussion gezogen werde, , der schwerste bis jetzt vor,gekommene Eingriff in die . Jahrhunderte alten unbestrittenen Rechte der Araber in ‘ Palästina sei. Großbritannien sei nicht auf dem richti- ' gen ,Wege, wenn es glaube, daß eine von der vom- Völkerbund beschlossenen Kommission gefundene Lö-; sung zum Nachteil der seit vierzehn Jahrhunderten, in; Palästina niedergelassenen Mohammedaneres ihm; leichter, machen würde, das arabische Palästina nach und nach in.ein jüdisches Land zu verwandeln. Palä-- stina: sei eip arabisches LämUmif un.be§treij!bar ara^ir scher Mehrheit. :• v poooocxxxxxxxxxx)jxxxxxxxx)ooooooooooooo< Cafe „illtes Rathaus" (Cafetier Leo Löwy) 1. Bez,, Wipplingerstxafte 24 Tel. U 27-4-84, U 26-2-74 Wird Luke nach Palästina zurückkehren? London, 23. Jänner. (J. T. A.) Die seit dem 22. Jänner in Jerusalem erscheinende, von Pessach Ginsberg redigierte neue hebräische Tageszeitung «Hasman» veröffentlichte ein Telegramm, demzufolge Luke, dessen Verhalten vor und während der Unruhen bekanntlich von jüdischer Seile soharf kritisiert worden ist und der nach seiner Vernehmung durch die Shaw-Kommission einen längeren Urlaub angetreten hatte, von seinem Urlaub nicht'nach Palästina zurüokkehren wird. Das Telegramm des «Hasman» will weiter wissen, daß zu Lukes Nachfolger ein jetzt schon in Palästina tätiger Beamter ausersehen sei. Auf Anfrage wurde der J. T. A. vom Colonial Office mitgeteilt, daß dieser Nachricht kein Glaube zu schenken sei. Kanadische Zionisten schlagen einen außerordentlichen Agency-Kongreß vor Montreal, 20. Jänner. (J. T. A.) Die Zionistische Organisation von Kanada hält gegenwärtig in Montreal ihre Konferenz ab. ln einer Rede vor der Konferenz machte der Vorsitzende der Organisation, Freimann, den Vorschlag, nach Veröffentlichung des Berichtes der Shaw-Kommission einen außerordentlichen Kongreß der Jewish Agency nach London einzuberufen. Leonard Stein aus den Diensten der Zionistischen Organisation geschieden London, 23. Jänner. (J. T. A.) Leonard Stein, der seit 1920 politischer Sekretär der Zionistischen Exekutive war, hat jetzt, nachdem er aus Palästina zurückgekommen ist, wo er an der juristischen Vertretung der jüdischen Sache vor der Untersuchungskonnmission mitwirkte, endgültig seine amtliche Tätigkeit für die Zionistische Organisation verlassen. Er ist nach seiner Rückkehr aus Palästina als Nachfolger des verstorbenen Joseph Prag zum Vorsitzenden der Exekutive der Anglo-Jewish Association gewählt worden.

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