Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 3 (1930)
- Issue
- Heft 110 (23.1.1930)
- Date
- 1930-01-23
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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V. b. b. Preis 35 Groschen Abonnemen<preU«i für Oaclwrekili: Monatl. S 1.5Ö, TiertelJ. 3 4.30, hm»J. 8 15.— / Dontechlnnd: Monatl. Goldmarfc L—i TiertelJ. Goldmark 5.— / Tschechoslowakei: Bonptlloh Ko T.—, TiertelJ. Ee 19.— I Jugoslawien: Vonatlieh Dinar 14.—, Tlerteljfthrlleh Dinar 40.— I Jüdisdke Zeitung Crt«ftielni fsecten Donnersldä JledoHtüdn und Jtdministratton: Wimn, I., CftanMtkensteinäaaae I — IferepAon ift 20-9-3* Polen: Monatl. Zloty 3.80, TiertelJ. Zitoy 6.50 f Ungarn: Monatl. Pengü 1.60, TiertelJ. Peag5 4.30 f Btimfinien: Monatl. Lei 46.—, TiertelJ. Lei 125.— / Bulgarien: Monatl. Lewa 80.—, TiertelJ. Lewa 80.— Boigien: Monatl. Belga 2.—, TiertelJ. Belga 5.— / Uobrigea Ansland: Monatl. Schweizer Franken 1.60 3. Jahrgang Wien, 23. Jänner 1930 (23. Tebeth 5690) Nummer 110 Letzte Nachrichten (Jüdische Telegraphen-Agentur.) ..Die Erriiische Regierung wird beslimmt ifire Zusagen an das jüdische Wölk erfüllen“ Große Kundgebung in NewrYork. General Smuts interpretiert die Balfour-Deklaration. , Vor seiner Abreise nach London wurde für General Smuts von der amerikanischen zionistischen Organisation ein großer Abschiedsabend veranstaltet, äüf dem Stephen Wise, Louis Lipsky, Felix Warburg, Pr; Morris Rothenberg und Frau Robert Szold gesprochen haben. GeneralSmu ts erinnerte in seiner großangelegten Anprache an die Entstehungstage der Balfpur-Deklaration. Es waren Zeiten, in denen sich das englische Volk in einer schweren Lage befand und gerade damals wandten sich unsere Gedanken dem jüdischen Volke zu. Wir machten eines der größten Rennen in der Geschichte und das muß eingehalten werden. Das Dokument der Balfour-Deklaration war, weiin auch kurz, so doch>vorher sehr sorgfältig erörtert. Es ist keine Quantitö negligeable. Es WUT keine Geste, sondern der Ausdruck, konstruktiver Politik. Dp nach den _ Augusttagen, die Frage, apfgewq rfen wurde, ob die .Deklaration zurecht bestehen werde, säge ich Ihnen hierauf meine Antwort: Jawohl, sie besteht, sie muß und wird eingehalten werden./Lönj. Bplfour, <Mü LloydGeprge uOfi ich ha hen. d^r Unwicterruflichkeit ctelvBaltopr-Peklaration ip unserem letzten ßriefe Ausdru;ck gegeb^k Weipb^ist aber der walyre lnbal^d Das brasche Volk hat nie ,ver8prochen, die Juden der gab |in Welt in Palästinas zii konzentrieren. Das wäre elp . Werk def Unmöglichkeit. -Dich Diaspora wird äüch weiter bleiben, die Juden werden weiter untei Allen Völkern der Welt, leben, pie BalfourrDeklaration versprach aber eine Heimstätte in Palästina für diejenigen Juden, aufzubauen, welche .dorthin ge hen wollen. Diese müssen aber ihr Ziel ohne jedwede Hemmung erreichen können. Es darf keine Barriere errichtet werden für die Juden, welche nach Palästina gehen wollen. Die Balfour-Deklaration richtet, sich keines falls gegen die Araber. Denn wenn im Nahen Orient irgend ein Volk mit großen Erfolgen aus. dem Welt kriege herausgekonimeh ist, dann ist es das arabische. Andererseits kann aber die britische Regierung keinesfalls zulasten, daß in Palästina Pogrome stattfinden. In der Balfour-Deklaration wurde den Juden eine Gleichberechtigung und ein Platz für eine eigene Heimstätte in Palästina sozusagen reserviert und dies bedeutet wohl keine Feindseligkeit gegen die Araber. General Smuts sprach dann von der Notwendigkeit, die jüdische Einwanderung nach Palästina zu vergrößern. Wenn diese venvjrklicht wird, wird die Frage des Friedensschlusses mit den Arabern kein schwieriges Problem bedeuten. Ich wünsche nicht* sagte Smuts, daß die Juden mit Mißtrauen die Schritte der britischen, Regierung begleiten. Die britische Regierung wird bestimmt ihre Zusagen an das jüdische Volk erfüllen. Das jüdische Volk muß aber im jetzigen Moment weise und staatsmännisch denken und handeln und behilflich sein bei pem W erke des Friedensschlusses mit den Ambern. Durch die Balfour-Deklaration ist den Juden die Möglichkeit gegeben worden, Palästina zu bekommen. Dies solle aber ohne Hissuhg der roten Fahne geschehen. Ich hoffe, daß trotz verschiedener Schwierigkeiten die Regelung der palästinensischen Frage vorwärts schreiten und den sickeren Erfolg bringen wird. Sodann sprach Felix Warburg,, der erklärte, daß wir uns durch die gräßlichen Geschehnisse, In Palästina nicht haben einschüchtern lassen. Unser Blick ist nicht nach rückwärts, sondern nach vorwärts gerichtet. Wir haben all die Monate nicht auf gehört, unseren Weg weiter zu gehen und dasjenige, was wir in Zürich beschlossen,haben, zu verwirklichen. Wir haben unseren Standpunkt dem Premierminister Macdonald dargelegt und er hat uns sein äußerstes Wohlwollen wieder bekundet. Es ist unser gutes Reckt, Sicherheit für das Leben und Eigentum in Palästina zu verlangen. Es sind alle Vorbereitungen getroffen worden, um das in Zürich beschlossene Budget in Amerika aufzubringen. Wir meinen es mit unserer Arbeit ernst, unser Wunsch ist nichts anderes als fair play. Neue Einvernohmem ’ London. Die Uiitersuckungskommission hat die leitenden Beamten des Kolonialamtes Über die Beziehungen des Ministeriums zum Higli-Commissioner vor den August-Ereignissen verhört. Wie verlautet, soll auch Jabotinsky, der bereits in London weilt, einvernommen werden. GenneinsanieKanipaftiie ron J.D.C. und Afiencgi New York. In einer gemeinsamen Konferenz von Vertretern des Joint Distribution Committee und Vertretern der Jewi^h Agency wurde ein Abkommen getroffen, demzufolge im Jahre 1030 ip einer gemeinschaftlichen Kampagne 6 Millionen Dollar aufgebracht werden sollen. Von diesem Betrag sollen dreieinhalb Millionen dem Joint für die durch ihn laufend zu leistende Wie^rpuflauarheit zur Verfügung stehen; zweieinhalb Millionen sollen der Jewish Agency zur Ver^^ndanß im Rahmen ihres im vergangenen Sommer in Zürich angenommenen Aktionsprogrrnm» übergeben werden.;; Die gesamte Ueberwachung und Leitung der Seehs-Mülionen-Dollar-Kampagne soll in die Bände eines Komitees, das . sieb aus den Herren Paul Baerwald, David Breßler, Richter William M, Lewis und Morris Rothenberg zusammensetzt, gelegt werden. Diesem engeren Komitee wird ein breiteres Advisory Committee zur Seite stehen, dem prominente Führer des amerikanischen Judentums "angehören werden. Die Abmachung ist nach vorangegangenen Beratungen mit der Zionistischen^Organisation von Amerika, Hadassah und Misracbi, getroffen worden, die ihre volle Mitwirkung an der Karapagne zugesichert haben, | Eine Delegation des Waad Leurai nach London? Jerusalem, 17. Jänner. (J. T. A.) Iin Waad Leumi wurde die Frage einer nach London zu entsendenden Delegation eingehend erörtert. Der Waad Leumi-Delegation soll insbesondere die Aufgabe zufallen, in der Frage der konstitutionellen Aenderungen in Palästina die Auffassungen des Jischuw zu vertreten. Eine zweite Aufgabe der Delegation soll darin bestehen, die. Judenheit der Welt zu gesteigerten Leistungen für Palästina zu veranlassen. Für diese Aufgabe sollen hervorragende Persönlichkeiten — man nennt Bialik und Rabbi Kook — bestimmt werden. Lord Paßfield amtsmüde? London, 17. Jänner. (J. T. A.) Der Parlamentsberichterstatter des „Daily Expreß“ erfährt, daß der Staatssekretär für die Dominien und Kolonien, Lord Paßfield, voraussichtlich im Februar nach Beendigung der Tätigkeit der zum jStudium der indischen Frage eingesetzten Simon- Kommission von seinem Amt zurücktreten werde. Als sein Nachfo!ger,?soll Veriion Har tshorn, der in der ersten Labour-Regierung Postmaster- (Grenerai gewesen ist,, asüsersehon sein. Eine Rede Jakobns H. Kanns über David Wolfsohn Jerusalem, 14. Februar. (J. T. A.) Am 12. Jänner tibergab der bekannte holländische Zionist und Herzl-Freund Jakobus H. Kann, jetzt holländischer Konsul in Jerusalem, der Hebräischen Universitätsbibliothek in Jerusalem ein Porträt David Wolfsohns. Das Porträt Wolfsohns wurde von Isaac Israels, dem bekannten holländischen Maler und Sohn Joseph Israels, anläßlich des Haager Zionistenkongresses im Jahre 1907 gemalt. Die Uebergabe vollzog sich im Rahmen einer vom Kanzler der Universität, Doktor J. L. Magnes, geleiteten Feier. Jakobus H. Kann würdigte in einer Rede die Verdienste und das Andenken. Wolfsohns und sagte u. a.: „Wäre Wolfsohn jetzt noch am Leben gewesen und hätte er VQn den Angriffen auf die jüdische Bevölkerung gehört, er wäre eilends nach Palästina gekommen, um, wenn nötig, Schulter an Schulter mit den Angegriffenen zu kämpfen. Als kluger Mann aber würde er erkannt haben, daß Juden und Araber in Palästina darauf angewiesen sind, zu einer Verständigung miteinander zu kommen. Er würde allerdings nicht dem Sdch-Festlegen auf eine endgültige Politik unter einem Druck das Wort geredet haben. Als ein praktisch den-* kender Mensch würde er die Unterlassung aller unfreundlichen Maßnahmen, Reden oder schriftlichen Auslassungen im gegenwärtigen Zeitpunkt gewünscht haben. Er würde die Vermittlung einer neutralen Persönlichkeit gesucht haben, um den Weg für ein Zueinanderkommen beider Parteien vorzubereiten.“ DOQ0OOCXXXXXXXXXXXXXXX30OOOCXXXXXXXXXXXX Gaff „Altes Rathaus“ (Cafetier Leo Lowy) 1* Bez,, Wipplingerstraße 24 Tel. U 27-4-84, U 26-2-74 OOOQQCXXXXXXX>OOCXXXXXXXXXXXXXXX30000QOO 0654