Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 3 (1930)
- Issue
- Heft 107 (2.1.1930)
- Date
- 1930-01-02
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Beilage: Pie Stimme der lüftend 1V. b. b Preis 35 Groschen Zeitung vom Verleger versendet Journal expedte par rtditeur Abonnementpretee: Für Oesterreich: Monatl S I -50, viertel]. S 4.20, ganz]. 16.— / Deutschland: MonatL Goldmark 1.—, viertel]. Goldmark 3.— / Tschechoslowakei: Monatlich Kc 7.—, vierteljährlich Kc 19.— / Jugoslawien: Monatlich Dinar 14.—, vierteljährlich Dinar 40.— Jüdisdie Zeitunit ^}edaftUon mvtf Administration: Wien, V- Aoulkensleingflssc V — 9eL R 26-M* Polen: Monafl. Zloty 2.30, viertel Zloty 6.50 / Ungarn: MonatL Pengo 1.50, viertel]. Pengö 4.20 / Rumänien: MonatL Lei 45.-«-, viertel]. Lei 125.— / Bulgarien: Monatl. Lewa 30.—, viertel]. Lewa 80.— / Belgien: Monatl. Betga 2.—, viertelj. Belga 5.— / Uebriges Anstand: Monatl Schweizer Franken 1.50 3. Jahrgang Wien, 2. Jänner 1930 (2. Tebet 5690) Nummer 107 „Wir kommen nach Palästina, gestützt auf unser Recht und nichts wird uns davon abbringen, hin zugehen“ Eine bedeutsame Rede Prof. Dr. Weizmanns auf dem Jenaer Delegiertentag (Siehe im traiera des Blattes.) Letzte Nachrichten (Jüdische Telegraplien-Agentur.) NaBuum Sbholow ln Polen einige Mrofffen . Nahum Sokolow ist zur Unterstützung der Keren-Hajessod-Aktion in Polen eingetroffen. Auf seiner Reise von Rumänien wurde er auf allen Bahnstationen in Kleinpolen feierlich empfangen. Besonders warmherzig wurde er in Lemberg und Warschau, wo er längere Zeit verbleibt, begrüßt Am Tage seiner Ankunft fand in Warschau ein großer Presseempfang statt Ministerpräsident Bartel empfing am 31. Dezember Herrn Sokolow in einer Iägeren Audienz. Außerdem erstattete Sokolow Besuche dem Sejmmarschall Daszynski sowie anderen führenden Staatsmännern und Politikern. Dr. Weizmann reis! nacH Amerika Prof. Weizmann begibt sich am 22. Jänner nach Amerika. BandUenliberfälle in PalüsDiia In den letzten zwei Tagen fanden in Palästina zahlreiche Ueberfälle von Arabern statt die diesmal nicht bloß gegen Juden, sondern auch gegen einzelne arabische und englische Personen gerichtet waren. Eftn2»ra«l» in die Jerasraleiner UniversMiM Unbekannte Täter sind 2d die Bibliothek des Mathematischen Instituts der Universität eingebrochen und haben Kleider sowie Geld geraubt. Eine strenge Untersuchung wurde bereits eingeleitet Macdonald zu dem Balfour-Lloyd Georges-Smuts- Schreibeu London, 24. Dezember. (J. T. A.) In der Sitzung des Unterhauses vom 23. Dezember fragte Major Sir Archibal/d Sinclair den Ministerpräsidenten, ob er die Absicht habe, eine Kommission zur Untersuchung der Fragen höherer Politik, betreffend die künftige Verwaltung des Palästinamandates, einzusetzen, insofern, als diese Fragen außerhalb der Kompetenz der Shaw- Kommission liegen. Der Premierminister antwortete: Es ist mir bekannt, daß dieser Vorschlag in einem Schreiben gemacht worden ist, unter dem die Unterschriften einflußreicher Persönlichkeiten stehen, die mir natürlich gebieten, den Vorschlag mit größter Sorgfalt zu erwägen. Es gibt allerdings wichtige Ueberlegungen, die sorgfältig abgewogen werden müssen, bevor ich eine Entscheidung treffe. Der Fragenkomplex, das muß ich sagen, liegt klar außerhalb des Kompetenzbereiches der Shaw-Kommission und kann nicht zu einem Teil ihres Berichtes gemacht werden. Die palästinensischon Unruhen in der Aegyptendebatte des englischen Unterhauses London, 24. Dezember. (J. T. A.) In der Debatte über die Politik der Labour-Regierung in Aegypten wurden von oppositionellen Rednern in mehreren Fällen die palästinensischen Unruhen als Argument gegen die Kolonialpolitdk der Labour-Regderung ins Treffen geführt. Der frühere Kolonialminister Wdnston Churchill, der Schöpfer des Weißbuches über die palästinensische Politik meinte, die Erklärungen, daß die britischen Truppen Aegypten verlassen werden, seien von den unzufriedenen palästinensischen Arabern als, ein Signal aufgefaßt worden, daß die Stunde gekommen sei, loszusohlagen. Er warf der Regierung vor, daß sie durch die Abberufung von Lord Lloyd allen umstürzlerischen Elementen in Aegypten und Palästina unseren bevorstehenden Rückzug angekündigt hat und daß die Entlassung von Lord Lloyd und die Art und Weise, wie sie eich voll- DER MODE SCHUH 6lßQä1lt[ gatondbilli DETAILVERKAUF nur in der FABRIK VIU MVOtlSE RSTR.« IM STOCK. zog, ein direkter Vorläufer der palästinensischen Massakers war, Daß die starke Hand, welche Aegypten beherrschte und ihm vier, Jahre ruhiger Regierung gab, plötzlich weggezogen wurde, mußte als ein Zeichen der Schwäche der britischen Regierung gedeutet werden. In ähnlicher Weise versuchten auch noch andere Redner der konservativen Opposition einen Zusammenhang zwischen der Orientpolitik der Labourregierung und den palästinensischen Massakers herzustellen. Pressekonferenz der palästinensischen Zionistischen Exekutive Jerusalem. (J. [T. A) Am 25. Dezember «fand in Jerusalem eine Pressekonferenz statt, an der sämtliche Mitglieder der Zionistischen Palästina-Exekutive teilnahmea Harry Sacher besprach die politische Lage und Colonel Kisch das Sicherheitsproblem. Sacher führte aus, daß seiner Meinung nach die Spannung gelöst und die Gefahr neuer Ausbrüche beseitigt ist. Gelegentliche kleine Ueberfälle können aber auch weiter noch Vorkommen. Die Boykottagitafcion ist geringer geworden. Bevor er am 5. Jänner das Land verläßt, um in Londom mit der Exekutive zu beraten, wird, so teilte Sacher mit, die Zionistische Exekutive den Waad Leumi und die in Palästina wohnhaften Mitglieder des Aktionskomitees noch zu einer besonderen Beratung einberufen, Auf die Angriffe zurüökücommend, die von manchen Seiten gegen den während der Unruhen als Stellvertreter der Exekutive fungierenden Dr. Braude wegen seiner Aussage vor der Untersuchungskommission erhoben worden sind, wies Sacher diese Angriffe zurück und beglückwünschte Dr. Braude zu seiner Aussage die er sehr angemessen fand. Rabbi Meir, Berlin, berichtete, daß die Leitung des Hilfs- und Wiederaufbauwerkes von der Zionistischen Exekutive auf ein Triumvirat Ubergegangen ist, welches aus Dr. Hexter, Colonel Kisch und dem Präsidenten des Waad Leumi, Rutenberg, besteht. Nicht ein Pfennig ist für das reguläre Palästina-Budget oder für irgendeinen mit dem regulären Werk der palästinensischen zionistischen Exekutive verbundenen Zweck aufgewandt worden.