Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 2 (1929)
- Issue
- Heft 106 (27.12.1929)
- Date
- 1929-12-27
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Sdte 12 DIE, STIMME Nr. 106 Aus d^iit Vortragssaal dar zionistischen Bezirkssektion Landstraße Die rührige Zionistische Sektion Landstraße veranstaltet in diesem Winter regelmäßige Vortfägc und Diskitssiohsabendc, die durchwegs einen sehr guten Besuch aufweisen. Im Rahmen dieser Vorträge sprach vor zwei Wochen Redakteur HansMargulies über seine Erlebnisse beim Halsmannprozeß. Mit gespanntem Interesse folgten die Anwesenden den packenden Ausführungen des Redners, der cs verstand, durch Anführung einzelner interessanter Epi soden und bisher unbekannter Tatsachen ein klares Bild von diesem Justizmord zu entwerfen. Aus jedem Wort des Redners konnte man die tiefe Erkenntnis der Unschuld Halsmanns herausfühlen und die Ehrlichkeit des Kampfes, den Hans Margulies im Verein mit Gleichgesinnten für die Gerechtigkeit führt. Hans Margulies sieht in diesem Fehlurteil nicht allein einen Kampf des Antisemitismus gegen den Juden Halsmann, sondern die Hauptschuld treffe einerseits die'Selbstbeschuldigung Haismanris in seiner irrtümlichen Verantwortung und in der lückenhaften Führung der Untersuchung und in der Art der staatsanwaltlichen Anklage. Die Krone dieser Kette der Unglückseligkeiten setzte noch der Vorsitzende, sonst ein tadelloser, objektiver Leiter der Verhandlung, in seiner Unterlassung der Instruktion an die Geschworenen vor Urteilsfällung auf. Der Redner schloß, daß nach seiner Meinung Halsmann leider noch lange unschuldig werde leiden müssen, ehe der Justizirrtum aufgeklärt sein werde. -» Nicht'minder gut besucht war auch der vorige Woche stattgefundene Vortrag des Professors Doktor Emerich Koh n über wirtschaftliche und kolonisatorische Fragen Palästinas. Die Zuhörer folgten den Ausführungen mit gespanntem Interesse. Geographie, sonst ein trockener Lehrgegenstand, wurde zu lebendigem Erleben. «Palästina hat», so meinte der Vortragende, «seine unerhört wichtige Lage als Durchzugs- und Küstenland nie ganz erkannt und genutzt.» Vom Euphrat zum Nil führt seit Jahrtausenden die Karawanenstraße über Palästina. Jetzt liegt Palästina auf dem wirtschaftlichen und politischen Wege von England nach Indien. Daher das lebhafte Interesse Großbritanniens. Der Hafen von Haifa, der jetzt gebaut wird, liegt in diesem Kreis britischen Interesses. Haifa' wird eine Oelstation sein. Und Oel wird einst die Bedeutung der . Kohle haben. Große Perspektiven für England, aber aiich für das jüdische Volk, das. in. Palästina die neue Heimat aufbaut. ■ Interessante Lichtbilder illustrierten das gesprochene Wort. Die Ausführungen Professor Kohns erfüllten nicht nur den Zweck der Aufklärung und der Propaganda, sondern sie dienten dem viel höheren Bedürfnis, die Menschen mit — wenn auch etwas abgeklärter — Begeisterung für das große Ideal des Zionismus zu erfüllen. Und da waren selbst die Worte der sachlichen ernsten Kritik am Werke, selbst die nackten, trockenen Zahlen der Statistik, die hochtrabende Hoffnungen zerstören, vom Geiste des unbedingt optimistischen, verantwortungsvollen Zionisten diktiert. Und dafür danken wir Professor Dr, Enterich Kohn. ■ B. R. Jüdischer Sport Hakoah—Hertha 3:1. Im Rahmen des Hütteldorfer RunxfopieJs gelang es letzten Sonntag der Hakoah Hertha eine einwandfreie Niederlage zu bereiten. Nicht so sehr das Resultat bildet die Ueberraschung, als der- Stil und die Sicherheit, mit der dieses Ergebnis erkämpft wurde. Hakoah war fast in allen Mannsohaftsteilen Überlegen und da die einzelnen Spieler auch mit großer Ambition bei der Sache waren, so mußte eben der Sieg sich einsteHen. Die erste Spielhälfte verlief bei leichter Überlegenheit der Hakoah torlos. Nach Halbzeit gelang es Stern, das erste Tor zu erzielen. Drettrieh^ (Hertha) schoß mit unhaltbarem Schluß das zweite, und wieder war es Stern, der das dritte Goal buchte. Bei diesem Stand erst konnte Hertha ein Goal aufholan-. Bei Hakoah überraschte besonders der Sturm durch seine Beweglichkeit und Schußfreudigkeit. Katz und FischeT II kamen immer wieder durch und schufen so dem Inrcentrio, in dem Sfcer.n durch sein Schußvermögen und EiraegLe seine Formvarbesaenmg bewies, eine Menge Chancen. In der Deckung zeigte Löwinger im Zentrum ein ruhiges und überlegtes Spiel, Freifeki und Posancr befriedigten. Die Verteidigung war sicher. Feigl, der anscheinend dem Rapidawhang sein Können beweisen wollte, bot eine Prachtleistuaig. Sohwliumklub Hakoah. Außer den normalen Trainings* abenden tm Dkmabad Dienstag und Donnerstag von 3A8 bis ü Uhr, hat der Schwiinmttuib Hakoah einen eigenen Trainmgsabemd nur für Kinder unter 15 Jahren, Montag von U6 bis 7 Uhr, im Jörgerbad «ingeführt, wo ganz spezSeflter Unterricht tn aßen Stilarten erteilt wird. Der MitgUedsbeitrag für Jugendliche (wwkn zwei Schwirnrmabenile in der Woche, Lebensversicherungs- Gesellschaft GEGRÜNDET JAHRE 1882 Versloherungsbestand Garantiemitte! Ende 1928 2 Milliarden Schilling 242 Mi Honen Schilling Prämien- und Zinsenelnnahmen im Jahre 1928 976 Millionen Schilling Auszahlungen an die Versicherten Im Jahre 1928 26.5 „ „ Tätigkeitsgebiet der Gesellschaft: Oesterreich, Deutsches Reich, Tschech slowakische Reput ik Belgien, Holland, Frankreich, Spanien, Italien, Ungarn, Poten Jugoslawien, Bulgarien, Griechenland, Rumänien, Palästina, Syrien Türkei, Aegypten Die Gesellschaft sohlleßt zu billigen Prämien und günstigen Bedingungen Kapitals- und Rentenversicherungen {eder Art ab Weuelngafüht, KINDER-VERSORGUNG5-VERSICHERUNG (Auszahlung eines Kapitals bei Verheiratung, Studienbeitrag, Rück erstattung der eingezahlten Prämien bei Ableben des Kihdes) lnv*lldH5t8versloherung (Zahlung einer Rente bei Eintritt der Erwerbsunfähigkeit und Auszahlung des versicherten Kapitols nach dreijähriger Dauer der Invalidität) eingeschossen sind) beträgt S 3.50 monatlich.. Einschreibungen an den Batdeknssen und im Sekretariat des Schwimmklubs Hakoah, Wien, I., Wiesingerstraße 11. Touristik* und Ski-Kub «Hakoah». Tourenprogramm für Sonntag, den 29. Dezember 1929. Fußtouren: Nach Vereinbarung. — Skitouren: Wechsel—Hailerha-us, event. auch Wienerwadd. — Kurse: Wi.'iuepwaid (Anfänger). Näheres Freitag von 20 bis 22 Uhr. — Jugend gruppe: Wienerwald. Näheres Donnerstag von 19 bis 21' Uhr. Klufohesm, Wien, l, Wieslngerstraße ll (Telephon R 25-0-10). AmtlicfteVerlautbarungen der Israelitischen Kultusgemeinde Wien Predigten in den Israelitischen Gemeinde- und Bezirkssynagegen. Freitag, dßn 27. Dezember 1929, werden bei dem um-4 Uhr 15 Minuten L.J ..andern Abend«ottesdienst in irachbenaaintcn ■ Gemeinde- und Bezfrkssyoagogen Predigten »bgehalteii, und zwar: JI„ Tempelgrasse 5 (Rabbiner Dr. M. Grunwald); Y„ ' Sfebenbrumiengasse la ■ (Rabbiner Dr. M. G. Meäirer); V3., Schmalzhofeass'e 3 (Rabbiner Dr. J. Drobänsky); . VIII., Neudeggergasse 12 (Rabbiner Dr. M. Bauer); IX., Mültaergasse 21 (Rabbiner Dr. A.,Z. Schwarz); XV., Turin ergässe 22 (Rabbiner Dr. I. Tägliicbt); XVI., Hubergasse 8 (Rabbiner Dr. J. M.,Baoh). Samstag, den 28. Dezember 1929, findet beim Morgengottesdienste (Beginn 8 Uhr 30 Minuten) im Tempel XVIIL, Scliopenbauerstraße 39 (Rabbiner Dr. D. Peachtwa^. ein, exegetischer Vortrag statt Feierliche Chanuka-Gotiesdienste in Verbindung mit Festpredigt finden statt: Samstag, den 28. Dezember 1929, um 5 UhT nachmittags, im.Gemefindetempell XVTII., Sobopen-_ hauerstraße 39 (Rabbiner Dr. D. Feucbtwang).; : Sonntag,- den 29. Dezember 1929, um 4 .Uhr mchmöttagl, im Gemebidetempel XXL, Hoizmeistexgasse 12 (Rabbiner Dr. M. Rosenmann). Sprechsaal der Stimme An die verehrte Redaktion der „Stimme“. In Ihrem Wochenblatte Nr. 1.05 vom 17. Kdsdew S6S0 habe« Sie unter anderem äm Artikel «Zur Aufklärung der. österreichischen Zionisten» fodgeudeu Wortlaut gebraucht: «Und so stand Herr Stricker während des ganzen, unter der 'leidenschaftlichem Teilnahme der zionistischen Welt geführten Kampefs abseits und seine Gruppe beteiligte sich weder*an trgmdcmcr Arbeit noch an der Aufbringung des WaJdfondes.» Nachdem ich ,ais Radikaler Zteiiat auch einer unter (len vielen war, die voll und gän-z ihre Pflichten bol den Kultuswahlen 1928 erfüllt haben, fühle ioh mich deswegen ln meiner zfonristtschen Ehre gekränkt und bitte um diesbezügliche Richtigstellung, Indem ich Hinein im vorhteeCn bestens danke, zeichne ich mit Zions grüß M. Barifokl. Aus der Provinz St Pölten. DSe Zionistische Ortsgruppe St. Pölfien veranstaltete am 15. Dezember einem Vortragsabend, zu welchem Herr Oberbaurat Ing. Robert Stricker aus Wien erschienen war. Der Referent sprach über das besonders aktuelle Thema: Die Lage Sn Oesterreteh und die Jude«. St. Pölten. Am Samstag, dem 4. Jänner 1930, findet um 8 Uhr abends, in den SaaWokaffl täten des Herrn Kraus, Wien erst raße 46, eine von der. Zlools tischen Ortsgruppe uml dem Jüd. Turmvereäu «SMaktoabd», St. Pöltetn, veransteltete Makkabäerfeder mit .Sdhauüurnen und anschließendem Tanz statt Die Festrede hält Se. Ehrwürden Oborrabbteer Prof. Dr. Schächter. Wllr laden auch auf diesem Wege aWe Freunde und Ge'sirunuingsgenoss en zur T&ihvahmic am dieser Veranstaltung lierzWchst ein. Linz. In diesem Winter veranstaltet die Zioniistfiscbe Ortsgruppe Ltnz regelmäßige Disktissionsabende und Vorträge. Unter anderem hält Rabbiner Dr. Kurreim einen regelmäßigen Vortragszyklus über «Kultur und Sclmiftüum nach der Zerstörung der Stadt bis rum E'rscheimien Mohammeds» ab. — Der jüdische Turn- und Sportverein veratiT Emstal tet am 6. Jänner ein Ghanuka-Km-derfest mit eonem besonders ' reichhaltigem Programm. Mitteilungen der Redaktion Die nächste Nummer der „Stimme“ erscheint Donnerstag, den 2. Jänner abends. Die „Stimmo der Jugend“ erscheint wege i Raummangel in der nächsten Nummer. Der Jüdische Hodiscbufausschuß und der Jüd.-akadem. Technnherverband geben hiermit dis traurige Kunde vom Hiuschcidcn ihres Mitgliedes DIpS, iag. Jehudiih Malz die nach langem Leiden verschieden Ist. Das Leichenbegängnis findet Sonntag, den 29. Dezember I. 12 Uhr mittags, . vom Zentralfriedhof, Israel. Abteil.^ III. Tor, statt. Erstklassige Aktiengesellschaft sucht noch einige intelligente Damen und Herren mit guten Beziehungen für den Außendienst gegen hohe Bezüge. Zuschriften mit Angabe von Referenzen und bisheriger Tätigkeit erbeten unter Ausbaufähige Dauerstellung“ ah die Exped. Vergessen Sie nicht anläßlich des bevorstehenden Chanukafestes Friedmanns Jemii- Gbanahallclitep“ zu verwenden, denn jedes Menorah-Kerzenpakett ist mit ciuer Keren Kajeraeth-Marke Versehen, wo auch gleichzeitig mit der ersten Mlzwah eine zv/eite, für uns Juden gleich wichtiges Gebot, der Wiederaufbau von Erez Israel erfüllt wird. Keren Kajemeth Pralcülcamut aus besserem Hause gesucht. Unter „Samstag frei" an die Administration des Blattes vom einfache!, b. zurp feinsten Genre erzeugt Korbwsrenlndustrle M. ENGELBERG« XX., Wallensteinplatz 3 (Eingang BSuerlegae&e 1) Filiale; XX., KlosterneuburgerstraOe 19 Telephon A 41.405 und A 47.497 Kataloge gratis. Grabsteine Friedländer & Deutsch Wien, I.,Seltöustetteugu3se Nr. 2 Tel. U 28*1-28 , Zentralfriedhof, neben dem 1. Tor, Toi. U 18-0*85 Eigentümer, Verleger und Heransge-ber: Zionistischer Landesverband für Oesterreich, Wien. L, Kärntnerstraße 28. — Verantwortlicher Redakteur: Dr.-Sigmund Finkcistein, Wien, I., Rauhensteingasse 1. — Druck: «InvaV Wien, VII., Leicbcnfcklcrstraße 1.