Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 2 (1929)
- Issue
- Heft 102 (28.11.1929)
- Date
- 1929-11-28
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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V. h. b Preis 35 Groschen Zeitung vom Verleger versendet Journal expedte par rtdlteur itätsbiblio tl.Univer T- Abonnementpreise: Jüdistfte Für Oesterreich: Monati. S 1 -50, vierteij. 5 4.20, ganzj. 16.— / Deutschland: Monati. Göldmark 1.-«, vierteij. Goldmark 3.—• / Tschechoslowakei: Monatlich Kc 7.—, vierteljährlich Kc 19.— / Jugoslawien: Monatlich Dinar 14.—, vierteljährlich Dinar 40.— Irtdielntf leden Donnerslnil ^2edaftHon uvsd Administration: Wien. V.. SRaufkmnsteinttnsse 1 — 17el. Kt S0-3-I4 Polen: Monati Zloty 2.30, vierteij. Zloty 6.50 / Ungarn: Monaitl. Pengö 1.50, vierteij. Pengö 420 / Rumänien: Monati Lei 45.—, vierteij. Lei 125.— / Bulgarien: Monati. Lewa 30.—, vierteij. Lewa 80.— / Belgien: Monati. Belga 2.—, vierteij. BeJga 5.— / Uebriges Ausland: Monati Schweizer Franken 1.50 2. Jahrgang Wien, 28. November 1929 (26. March. 5690) Nummer 102 Der außerordentliche Delegiertentag einberufen Sonntag, den 8. Dezember d. J. findet der außerordentliche Delegierten tag der Zionistischen Landesorganisation für Oesterreich statt. Tagesordnung-: 1. Bericht. 2. Wahl des La..ileskomitecs. 3. Wahl der Fondskonunissionen (llnen Hajes sod, Keren Kajemeth, Finanz- und Kontrollkommission). 4. Wahl d$s Parteigericht$s. 5. Eventualia. ■ '*■ - ^•/ Ort und. Zeit wird den Delegierten auf schrif tlichcm Wegebekannt gegeben werden. Für das Zionistische Landeskomitee für Oesterreich: < 1 , Dr. Z. F. Finkeistein. Dr. Desider Friedmann. Das Attentat auf Norman Bentwich (Eigenbericht der „Stimme“.) Der offizielle Regiernngsberieht über das Attentat auf Bentwich lautet: „Heute mittags wurde der Generalstaatsanwalt Norman Bentwich durch einen Schuß verletzt. Das Attentat fand im Korridor des Regierungsgebäudes statt. Der Attentäter feuerte dreimal, eine der Kugeln traf und verletzte Herrn Bentwich in den Fuß. De; Zustand des Verwundeten ist ungefährlich. Der Attentäter wurde auf der Stelle verhaftet. Er heißt Abdul Gani Tabek und stammt aus dem Dorfe Kebatya in der Nähe von Jenin. Er ist ein Bote im Zivildienst bei dem Polizeidepartement.“ Das Attentat auf Bentwich, welches als Folge einer lang andauernden Hetze seitens der arabischen Nationalisten anzusehen ist, hat in Jerusalem eine ungeheure Erregung hervorgerufen. Es unterliegt gar keinem Zweifel, daß eine arabische terroristische Organisation besteht, welche den Zweck verfolgt, prominente jüdische Persönlichkeiten zu beseitigen. Es verlautet, daß dem Attentäter von seiten dieser Organisation hundert Pfund für die Ausübung seiner Tat versprochen worden sind. Der Zustand des Herrn Bentwich ist befriedigend. Der Hadassa-Arzt Dr. Yaski leistete dem Verletzten erste Hilfe. Im Laufe des Tages fanden sich heim Verwundeten viele hocligstellte Persönlichkeiten, unter anderem Luke, ein. v Die Untersuchung liegt in den Händen des obersten Polizeikominandanten von Palästina, Mawrogordato. Viele der Augenzeugen behaupten, daß der verhaftete Araber identisch ist mit demjenigen, welcher das Attentat auf den jüdischen 4pgcnarzt Dr. Tioho verübte. Die jüdischo Bevölkerung ist abermals in den Zustand größter Nervosität versetzt worden. Sie erwartet, daß nunmehr seitens der Regierung energische Schritte unternommen werden, welche dem verbrecherischen Treiben arabischer terroristischer Organisationen ein Ende bereiten worden. Neue Uebcrfälle und Plünderungen Jerusalem, 25. November. (J. T. A.) In das Haus dass Direktors des jüdischen Waisenhauses in Jerusalem, Dr. Diskin, wurde heute einigemal heredngeschossen. Zum Glück wurde niemand getroffen.'Der Täter ist ein Bewohner des arabischen Dorfes Lifta. Jüdische Arbeiter, welche in der Haifabucht landwirtschaftlich tätig sind, wurden gestern durch eine größere Gruppe von Arabern angegriffen und gezwungen, ihre Arbeit zu unterbrechen. In der Nacht von Samstag auf Sonntag wurden die Orangen- und Bahanenplantagen des Herrn Katz in der Nähe der Haifabucht auf barbarische Art beschädigt. Viele Hunderte von Orangenbäumen wurden mit den Wurzeln aus dem Boden herausgerissen. Einige Araber, die der Tat verdächtig sind, wurden verhaftet. Was will der Brith Schalom? Jerusalem, 25. November. (J. T- A.) Die führenden Persönlichkeiten des Brith Schalom äußerten sich dem Vertreter der jüdischen Telegraphen-Agentyr gegenüber, . daß sie sich mit dem Standpunkt des Dr. Hugo Bergmann identifizieren. Die Juden sollen, ihrer Meinung nach, die Initiative ergreifen, um eine gesetzgebende Körperschaft ins Leben zu rufen, und zwar unter folgenden Bedingungen: 1. Die Juden haben das Recht in das Land in den Grenzen der Aufnahmemöglichkeiten einzuwandern. 2. Die hebräische Spräche ist eine der drei amtlichen Landessprachen.; 3. Das System des selbständigen hebräischen Schulwesens ist. weiter auf rech t zuerha 11 en. 4. Den jüdischen Wohnbezirken und Distrikten ist eine Verwaifcungsautonomi© zu gewähren. Jüdische Legionäre protestieren New York, 25. November. (J. T. A.) Hier fand ©ine Generalversammlung der gewesenen jüdischen Legionäre statt, welche an Dr. Magnes folgendes Telegramm richtete: „Die Genemi- Versammlung der gewesenen jüdischen Lejfonäre in New York protestiert gegen Ihre Ingerenz in palästinensische Angelegenheiten. Wir sehen in Ihrer gefährlichen Propaganda einen Verrat der jüdischen heiligsten Ideale. Ihre Stellungnahme gefährdet den Bestand der Universität. Wir verlangen Ihren Rücktritt, Ihr Platz ist nicht in Palästina.“ — Elias Ginsberg, Präsident des Verbandes gewesener jüdischer Legionäre in Amerika. Die arabisch© Boykottpropaganda Jerusalem, 24. November. (J. T. A.) Ein Polizist, der einen arabischen Boykottagitator in einem jüdischen. Laden in der Altstadt, wo übt Agitator von Arabern gekaufte Waren vernichtete, verhaften wollte, wurde von einer, Boykötteure-Kolcmne uknzdpgeit und mißhandelt. In Jaffa wurden acht Rädelsführer der Boykottpropaganda verhaftet. Zum Protest gegen diese Verhaftungen hat ein großer Teil der arabischen Ladeebesitzer die Läden geschlossen. Die gemäßigten Kreise der arabischen Exekutive setzen sich dafür ein, daß die Läden wieder geöffnet werden und versuchen, der Propaganda für einen arabischen Generalstreik in Jaffa entgegenzuwdrken. Die englische Beilage von „Felestin“, dem Organ der arabischen Exekutive, enthält eine Preiisaussetzung in der Höhe von 25 Pfund für Informationen, die zur Verhaftung des Attentäters auf den jüdischen Arzt Dr. Ticho führen. Die Zeitung fügt hinzu, „diese Preisaussetzung soll unsere Stellung gegenüber einem so gemeinen Attentat beleuchten“. Eine neue Welle von Zionistenverfolgungen in Rußland ' Moskau, 24. November. (J. T. A.) Di* Zionistenverfolgungen in Rußland, namentlich in der Ukraine, haben in den letzten Tagen erneut eingesetzt. In Kiew, Toroschtscha, Pastow and einer Reihe Städte des Gouvernements Tsehernigow wurden mehr als 100 Personen unter der Beschuldigung, daß sie zionistische Werbearbeit leisten, verhaftet. Sokolow hei Königin Maria und Ministerpräsident Maniu Bukarest, 24. November. (J. T. A.) Nahüm Sokolow, der Präsident der Zionistischen Weltexekutive, wurde von der Königin Maria von Rumänien, dem,Ministerpräsidenten Maniu und dem Außenminister Minorescu in längeren Audienzen empfangen. Sowohl die Königin, als auch der Ministerpräsident und der Außenminister gaben erneut ihrem Interesse und ihrer Sympathie für den Zionismus und das Jüdische Nationalheim in Palästina Ausdruck. Außenminister Minorescu gab zu Ehren Sokolows ein Dejeuner, dem mehrere Minister und Ministerialbeamten, die Führer der zionistischen Bewegung in Rumänien und die jüdischen Mitglieder von Kammern und Senat beiwohnten.