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Die Stimme · 1929-11-15 · Heft 100 (15.11.1929) · page 10

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Journal
Die Stimme
Volume
2 (1929)
Issue
Heft 100 (15.11.1929)
Date
1929-11-15
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Sette 10 DIE STIMME Nr. 100 Sind die Erwachsenen zur Mitarbeit für den KKL verpflichtet? Zwei Tatsachen der letzten Zeit: In einem Wiener Tempel (20. Bezirk) hat sich der Vorstand geweigert, KKL-Spenden zuzulassen. Gelegentlich einer Hochzeit schickte sich ein Zionist an, eine Sammlung für den KKL durclizufivhren, ein anderer (führender) Gg. hielt ihn davon ab, es zu tun, mit dem Hinweis darauf, daß unter den Gästen viele Gegner seien. Diese Tatsachen sind für die zionistische Energie oder, richtiger, Energielosigkeit charakteristisch. Wie haben vergessen, welche Rolle der KKL zu spielen hat, nämlich die eines steten Mahners und Propagators unserer Idee. Nur der KKL vermag in alle Poren des jüdischen Lebens einzudringen. Aber hier zeigt eich auch das Negative der bisherigen KKL- Methode. Man war der irrigen Meinung, der KKL sei ein Monopol der jüdischen Jugend. Bei den Erwachsenen genüge es, daß der KKL-Kommissär vorhanden sei, er solle sich den Kopf darüber zerbrechen, wie die betreffende Gruppe ihr KKL-Kontingent aufbringen solle. Wir haben aber eine Kleinigkeit vergessen: Inzwischen sind die Jugendlichen von einst Männer geworden, die sich sozialeStellungen errungen haben. Diese müssen für den KKL nutzbar gemacht werden. Das jüdische Oesterreich ist jüdisch genommen zu 90 Prozent ein Großstadtproblem. Dieses kann, von der Sammeltätigkeit des KKL aus gesehen, nur durch die Mitarbeit aller Zionisten gelöst werden, neben der Jugend und gleich verpflichtet mit ihr durch die Hilfe der Erwachsenen. Jeder Zionist kann und muß in seinem Kreis für den KKL tätig sein, dann werden zwei der Hauptgebiete des KKL: 1. der Tempel und 2. die Familienfeierlichkeiten (Hochzeiten, Brith-Mila) nicht so unergiebig bleiben, wie sie es heute sind. Die eigene Spende des Zionisten genügt nicht, er muß für die Gesamteingänge des KKL durch seine Mitarbeit mitverantwortlich sein. Ussischkin hat es auf dem Kongreß klipp und klar gesagt: der Jude gibt 90 Prozent mit Rücksicht auf die ihn angehende Person, 10 Prozent mit Rücksicht auf die Sache. Ohne Hilfe des erwachsenen Zionisten kann der KKL niemals seine Aufgabe in Erez Israel erfüllen, weil das Hinterland die Mittel nicht genügend liefert. 1000 Zionisten, die durchschnittlich im Jahre 100 S in ihrem Kreis auf bringen, garantieren dadurch allein zwei Drittel des Jahreskontingents. Die zionistischen Gruppen können nur dann ihr Kontingent für den KKL aufbringen, wenn neben dem KKL-Kommissär die anderen Mitglieder ihrerseits einen für sie durch ernstvolle Benützung der sich ihnen bietenden Gelegenheiten möglichen Teil dieses Kontingents als Selbstkontingent übernehmen. Selbst kontingent ist natürlich nicht identisch mit Selbstbesteuerung, denn letzteres ist ein Vorrecht des K. H., ersteres ist die Verpflichtung, im eigenen Bekanntenkreise für den KKL tätig zu sein. Vor dem Kriege war Zionismus eine gemütliche Weltanschauung, jetzt ist er ein blutigernstes Ringen in der schweren Wirklichkeit. Wir Zionisten müssen in der ernsten Situation unsere Pflichten dem KKL gegenüber daher auch ernst nehmen. Jung und alt ans Werk für die Grundlage aller Own linken — den Keren Kajerneth. Sawlan. Generalversammlung der Zionistischen Sektion Prater Die diesjährige ordentliche Generalversammlung hat heuer am 2. November im Heime der Sektion, Wien, II., Jungstraße 8, stattgcfunden. Als Gäste waren die Vertreter der Sektion Leopoldsta-di, für das Landeskomitee Herr Dr. Fbmkelstein, für K. K. Herr Dr. Tartakower und für K. H. Herr Dr. Gelber anwesend. Der bisherige Sekttonsleiter Herr Dr. David Kreppei eröff-nete um halb 9 Uhr abends die Generalversammlung mit einer Trauenkundigebung für die Palästina-Opfer, welche stehend von den Anwesenden angehört wurde. Hierauf erstattete der Sektionsleiter den Jahres- Mcfit Iben cBe iTätsgtoeit der Sektion. Herr Dr. Kreppei führte unter anderem aus: Das Präsidium war bestrebt, in der Tätigkeit der Sektion sämtlichen politischen Kämpfen innerhalb der Organisation aus dem Wege zu gehen und sich nur mit rein zionistischer Arbeit im Pratersprengel zu befassen. Die Kulturkommission unter der Leitung des Herrn Ingeneur Miihlbauer hat durch die periodischen Vorträge großen Erfolg zu verzeichnen. Die Schule war von 82 Kindern besucht, hat viel zur Verbreitung der hebräischen Kultur und Sprache unter hervorragender Leitung von Prof. Ciiartiner unter der jüdischen Jugend beigetragen. DerKindergarten (zirka 40 Kinder) wurde von den Damen Brandeistein und Windschauer mit Aufopferung geführt. Die Keren Kajerneth- Kommission und Keren Hajessod-Komm i s s i o n konnten nicht berichten, da die Tätigkeit auf diesem Gebiete zentralisiert wurde. D i e Sch ekel- Kommission hat unter Leitung des Herrn Gl assberg ihr Bestes geleistet. Die Veranstaltungsreferentin Frau Ing. Mühltoauer hat sich durch ihre erfolgreiche Tätigkeit große Verdienste um die Sektion erworben. Das Budgetreferat wurde von der Leitung geführt und kannte der Referent darauf hinweisen, daß die Kassa sogar ein Guthaben aufweisen kann, wobei die Gehälter voll ausbezahlt und Neuanschaffungen gemacht wurden. Der Referent beklagte sich jedoch darüber, daß die Erhaltung der Sektion äußerst schwierig ist, da die Mitglieder die Beiträge schleppend und viele überhaupt nicht zahlen. Die Subventionen der Kultüsgemeinde für die Schule sind sehr klein und auch die anderen Gönner der Schule haben sich heuer nicht an deren Erhaltung beteiligt, wie sonst. Zuletzt dankte der Obmann den Damen des Vorstandes für deren besonders aufopfernde Tätigkeit für die Sektion. Nach Dr. Kreppei hielt der abtFetemcle Vizeobmann, Herr Dr. Bynem Aszkenazy, ein lehrreiches Referat üä6r die Balfour-Deklaration (Jahrestag am 2. November). Die Debatte war sehr lebhaft und dauerte bis nach Mitternacht. Sodann wurde dem abtretenden Vonstande das Vertrauensvotum und Herrn Dr. Kreppe! der besondere Dank für seine aufopfernde Tätigkeit für die Sektion erteilt. Bei der sohin erfolgten Wahl wunden 42 Vorstandsmitglieder, 5 Schiedsrichter und 2 Revisoren gewählt. Das Präsidium wird vom neuen Vorstände bei der Konstituieren den Sitzung gewählt weiden. Generalversammlung der Zion. Sektion VI und VII. Die zweite Generalversammlung der Zionistischen Sektion VI und VII, welche am Montag, den 11. November 1929 stattgefunden hat, nahm durch die rege Teilnahme der Mitglieder beider Bezirke sowie vieler Gäste einen glänzenden Verlauf. Präsident Kammerrat Kohn eröffnete d'ie Versammlung und begrüßte dis Anwesenden, besonders den Delegierten des Landeskomitees, Dr. Fimkelstein. Aus dem Jahresbericht war zu entnehmen, daß die Sektion, trotz der schlechten wirtschaftlichen Verhältnisse, dank der Wirksamkeit des Präsidiums, an dessen Spitze Kammerrat Kohn stand, eine rege Tätigkeit entfalten konnte. Die Generaldebatte, welche der Alterspräsident, Herr Schwarz, eröffnete, rief durch die besonders interessanten Ausführungen des Delegierten des Landeskomitees eine lebhafte Diskussion hervor. Hierauf erteilte die Generalversammlung über Antrag des Revisors, Herrn Mahler, dem abtretenden Präsidium das Absolutorium. Ueber Vorschlag des Herrn S. Kriegsmarin wurden von der Generalversammlung die Herren Kammerrat Kohn als Präsident, Direktor Gutitmann, H. Schwarz, Dr. Taussig als Vizepräsidenten, Herr Kriegsmann als Schriftführer und Sekretär, die Herren Greif und Seemann als Kassiere und in den erweiterten Ausschuß die Herren Mehler, Dr. Jellinek, Königsberg, Ries, Katz, Spitzer, Dr. Schubert, Dr. Bernhard Ekstein, Erich Kohn, Adlensberg, Prcminger und Michelstätter gewählt. Der wiedengewählte Präsident dankte für das dem Präsidium und dem Ausschuß gegebene Vertrauen und schloß die Generalversammlung. S. K. Generalversammlung der Frauengruppe Marialiilf-Neubau Die von der Frauengnuppe «Mariahilf—Neubau» für Montag, den 11. November einberufene Gene'r.lversammlung wunde von der Präsidentin Frau Rosi Kohn eröffnet. Als Delegierte der Wizo waren Frau Paß weg und Frau Dr. Blauer erschienen. Nachdem ier Jahresbericht von der Generalversammlung mit Befriedigung zur Kenntnis genommen wurde, übernahm die Alterspräsidentin Frau Direktor Guttmann den Vorsitz, um die Wahl durchzuführen. Ueber Vorschlag der Frau Altholz wurde wieder das frühere Präsidium, die Damen Rosl Kohn als Präsidentin, Guttmann und Fried als Vizepräsidentinnen, Frl. Mirjam Morgenstern als geschäftsführende Vizepräsidentin, Frau Altholz, Frau Mehler als Schriftführerinnen, Frau Direktor Guttmann und Frau Dreier als Kassiere und in den erweiterten Ausschuß die Damen Katz, Sinnreich, Greif, Schulmann, Dr. Infeld, Krctschmar, Seemann, Dr. Taussig, Jeckel, Leitner und Altmann gewählt. Generalversammlung der sdon.-akad. Verbindungen Am 10. November 1929 fand die ordentliche Ge neralversammlung des Verbandes der zionistische akademischen Verbindungen und Vereine Oesterreichs statt. Nach einem ausführlichen Recheraschaftsberieht, den namens des Präsidiums Herr Dr. TisJowitz und Herr Dr. Uhrmann, sowie die Ausschiußmitglieder Dr. Koppel und Kollege Josef Främkel hielten, fand eine Generaldebatte statt, an der sieh die Vertreter fast aller Gruppen beteiligten. Im Rechenschaftsbericht wurde insbesondere die Tätigkeit des Verbandes auf kulturellem Gebiet, durch Abhaltung eines soziologischen Sem in a res unter der wissenschaftlichen Leitung von Dr. Leo Goldhammer und eines politischen Seminare s unter Leitung des Referenten Dr. Köppel hervorgehoben. Auf politischem und organisatorischem Gebiet wäre auf die Bemühungen des Verbandes um die Herstellung der Einigkeit in der österreichischen zionistischen Landesorganisation sowie auf die durch den Verband eingeleitete einheitliche Zusammenfassung der zionistischen Mittelschülerorgam-sationen hiazufweiseru Die Debatte beschäftigte sich hauptsächlich mit dem Palästina-Referat, das die Unterstützung der palästinensischen Hochschulen durch wissenschaftliche Hilfsarbeit zum Inhalt hat In das neue Präsidium des Verbandes wurden gewählt: Dr. Adolf Engel (V. Z. H. «Theodor Herzl»), J. U. C. Fritz Last (J. A. V. «Zepihynah»), Dr. Paul Tislowitz (J. A. V. «Unitas»); in den Ausschuß: cand. phil. Erich Adler (J. A. V. «Unitas»), Dr. Leo Köppel (Verein «Nehemia»), J. U. C. Willi Perl (J. A. V. «Ivria»). Eine Ausschußstelle wird mit einer noch zu bestimmenden Vertreterin des Verbandes zionistischer Hochschülerinnen besetzt werden. Verein zionistischer Hochschüler Z. P. Chajes Montag, den 11. November hielt Herr Dr. Kellner ein Referat über den «Brith Schalom». Der Vielfalt der zur Behandlung stehenden Probleme Rechnung tragend, wurde beschlossen, die Diskussion über den «Brith Schalom« sowie über die jetzige Lage in Palästina und ihre zukünftige Gestaltung Samstag, den 23. November 1929 um 7 Uhr abends, unter Beisein des Referenten, Herrn Dr. Kellner, fortzusetzen. Samstag, den 16. November spricht Herr Dr. Samonsky mm halb 8 Uhr abends über die «Lage der Juden in Sowjetrußland». Die «Hebräische Arbeitsgemeinschaft» veranstaltet in den nächsten Wochen einen Zyklus von vier Vorträgen, in hebräischer Sprache, über die «Allgemeinen Zionismus», «Revisionismus», «Poale Zion» und «Hitachduth». Es wird darauf aufmerksam gemacht, daß es die Pflicht jeden Teilnehmers der «Hebräischen Arbeitsgemeinschaft» ist, die Mitgliedschaft einer hebräischen Bibliothek zu crweiben. Die «Hebräische Arbeitsgemeinschaft» versammelt sich jeden Montag um punkt 8 Uhr abends. In der «Sozialistischen Arbeitsgemeinschaft» hält Kollege Buttermann Dienstag, den 19. November um halb 8 Uhr abends das einleitende Referat: «Die Geschichte der sozialen Kämpfe». Vereinsnachrichten Zionillifchc Bezirksfektion Wieden-Margareten. Dienstag, den 19. d. M., 8 Uhr abends, fpricht im TerrafTcn-Caf£, V., Margaretcnplatz 4, Herr Dr. Norbert Hofmann über das Thema: „Aktuelles über P a 1 ä ft i n a“. Gäfte herzlich willkommen. Zioniftifche Sektion für den 8. und 9. Bezirk, Wien, VIII., Bennoplatz 1 (Tel. A-26-2-69). Einladung zu dem am Mittwoch, 13. d., 8 Uhr abends, in unferem Vereinsheim, VIII., Bennoplatz 1, ftattfindenden Vortrag des Herrn Dr. Jofcf Maier, Chefarzt der „Kupath Cholim“ in Tel-Aviv, über „Die tieferlicgendcn Urfachen der Arabcraufwicgclungen im heurigen Sommer“. Nach dem Vortrag zwanglofc Ausfprache. Jüdifch-fozialiftifchc Arbeiterjugend, II., Blumaucrgaffc 1. Freitag, den ij. November, 8 Uhr abends, Chug iwri: Fortfetzung des Vortrages über die Entwicklung der hcbräifchen Prelle. Hebräifch fprcchendc Gäfte willkommen. Anläßlich des 50. Geburtstages unserer lieben Mutter, Gattin und Großmutter gratulieren herslichst Markus Bartfeld, Efraim Bartfeld. Pepi Liebermann, Jadzia Barlfeld, Moses Liebermann, Chana Liebermann und Pninah Bartfeld

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