Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 2 (1929)
- Issue
- Heft 99 (7.11.1929)
- Date
- 1929-11-07
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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- Safed 2× ep/1046078
- Haifa 1× ep/1047930
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E^UBhigoi* VcnrBawfi des D«Blfffi»wir-¥cH&®s Der zwölfte Jahrestag der Verkündigung der Balfour-Dcklaration am Samstag, den 2. November, ist in ganz Palästina in vollkommener Ruhe verlaufen. Die arabischen Läden waren rum Zeichen des Protestes gegen die Deklaration geschlossen, von den Moscheen und von $Vohnhäusern wehten Trauerfahnen. Hefa erfüll©, Der Jude David Misrachi wurde am Freitag, den 1. November, in der Jbrus'alcmer Altstadt, von Arabern angefallen und erheblich verletzt. In Jaffa wurde aift 1. November der Jude Kalman Levy von Arabern angefallen und mißhandelt. In Haifa wurden einige Araber, die Waffen aus Syrien nach Palästina schmuggelten, verhaftet. Der Sekretär der arabischen Exekutive hat sich , nach London begeben, um die britischen Autoritäten und die öffentliche Meinung darü ber aufzuklären, wie die Araber die Lege auffassen. Eine Abordnung der arabischen Exekutive besuchte den Chef Sekretär Luke, um für Aufhebung der gegen Araber in Safed verhängten Todesstrafen zu intervenieren. „Davar" «sittegraflriichi Die hebräische Arbeitertageszeitung „Davar“ wurde verboten. Als Begründung wird angegeben, daß die Zeitung ein Dokument veröffentlicht liat, das eine Mitteilung üBer eine vom Jerusalemer Polizeikommandanten an einen seiner Gehilfen überreichte Schwarze Liste enthält, in der 24 Namen von des Kommunismus verdächtigen Personen aufgezählt sind. Diese Liste enthält auch die Namen des Großmufti von Jerusalem und anderer Mitglieder der arabischen Exekutive. Das Verbot des „Davar“ hat in ganz Palästina ungeheures Aufsehen erregt. Me SShawouatteruHMSg Wegen des Ansuchens der zionistischen Exekutive um Bewilligung neuer Zertifikate verlautet es, daß die Regierung nicht viel weniger als die Hälfte der von der Exekutive angeforderten Zahl der Zertifikate zu bewilligen bereit ist, wobei die Regierung in drei Monaten die Frage nochmals erwägen will. Im September sind 603 Juden in Palästina eingewandert und 130 Juden ausgewandert. Wiederholte judenfeindliche Ausschreitungen an den Wiener Hochschulen Die Krawalle an den Wiener Hochschulen wollen kein Ende nehmen. Deutschnationale Studenten, welchen die sozialistische Propaganda ein Dorn im Auge ist, kühlen, nach wie vor, ihr Mütchen an den vollkommen unbeteiligten jüdischen Hochschülern. Das ekelerregende Schauspiel wiederholt sich immer wieder. Die rStäat»-.«hAXIniversitätsbehörden scheinen nicht geneigt .zu 'sein, diesen unwürdigen Zuständen endlich einmal ein Ende zti bereiten* Montag, den 4. November, gab es wieder an der Technik Schlägereien. Sozialdemokraten und Juden wurden verprügelt. Es zeigte sich, daß an den Krawallen auch hochschulfremde Elemente teilgenommen haben. Ein jüdischer Anschlagekasten wurde heruntergerissen. Dienstag, den 5. November, erschien beim Rektor der Technik, Prof. Schafernak, eine Deputation des Jüdisch-akademischen Technikerverbandes und des Hochschulausschusses, welche gegen die Vorfälle protestierten. Der Rektor verurteilte in seiner Antwort die Ausschreitungen und sagte unter anderem: „Ich werde Sie schützen und muß Sie schützen!“ Am Dienstag, den 5. November, vormittags fanden auch an der Universität Prügeleien statt. Eine Deputation des jüdischen Hochschulausschusses, welche beim Rektor Gleispach erßchien, wies auf die fortwährenden Ruhestörungen und tätlichen Beleidigungen jüdischer Studenten hin. Der Rektor versprach für den Fall der Wiederholung der Krawalle den Legitimationszwang einzuführen. Sonst nichts! Interessant ist, daß der Rektor betonte, daß die Rampe kein akademischer Boden sei. Es wäre von Bedeutung, zu erfahren, wie sich die Polizei zu dieser Aeußerung stellt. Wefizmann in f»nris Weizmann, der zu Erholungszwecken einige Wochen in Meran zugebracht hat, kam in Paris an, wo er mit Leo Blum eine Konferenz abliielt. Von Paris begibt sich Weizniann nach London, um Vorbereitungen zu seiner Abreise nach Palästina zu treffen. Bie Clntfersu<lB«nfi|slcnmnftissinn in «haschoften, welche durch die Unruhen gelitten hohen Die britische Untersuchungskommission besuchte einige Städte und Kolonien, welche zur Zeit der Unruhen gelitten haben. In Bet San fand zur Zeit ihres Aufenthaltes eine antizionistische Demonstration statt. In Safed rottete sich eine Arabermenge Zusammen, welche eine schwarze Fahne mit der Inschrift „Nieder mit der Balfour-Deklarätion!“ trug. In Bet Alpha hat sieh das Mitglied der Labour-Party Snell längere Zeit freundlich mit den Chaluzim unterhalten. Qjwalh Schoul beschossen Die jüdische Vorstadt Jerusalems Giwath Sohaul wurde durch die Einwohner zweier arabischer Dörfer beschossen. Ein Nachtwächter ist leicht verwundet. Knapp vor Redaktionsschluß erfahren wir, daß anläßlich der Inauguration des neuen Rektors am Mittwoch vormittags wieder judenfeindliche Ausschreitungen an der Universität stattfanden. Wahrscheinlich zur größeren Weihe der Feier wurden abermals jüdische Studenten verprügelt und aus der Aula hinausgeworfen. Der hakenkreuzlerischc Terror an den Hochschulen scheint bereits alle Grenzen überschritten zu haben. Chancellor in Amman Jerusalem, 1. November. (J. T. A.) Oberkommissär Chancellor begab sich heute mittels Flugzeuges nach Amman, der Hauptstadt Transjordaniens, um der dortigen Regierung die Ratifizierung des englisch-transjordanischen Vertrages durch den König offiziell bekanntzugeben.