Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 2 (1929)
- Issue
- Heft 97 (24.10.1929)
- Date
- 1929-10-24
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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v. b. b. Prais 35 Groschen Zeitung vom Verleger versendet Journal expedtä par r^diteur Abonnementprefee: Für Oesterreich: Mona«. S 1.50, viertel}. 5 4.20, ganzj. 16.— / Deutschland: Mona«. Ooldmark 1.—, viertelj. Goldmark 3.— / Tschechoslowakei: Monatlich Kc 7.—, vierteljährlich Kc 19.— / Jugoslawien: Mo* natlich Dinar 14.—. vierteljährlich Dinar 40.— Jüdisetke Zeitung K»dMfli»tf fettem Donnerstfaf und JMmtnisttexrtom .* Wimm, 1-, Uniifkcnsfclndassc V — S. R ZÖ-3-S4 Polen: Mona«. Zloty 2.30, viertelj. Zloty 6.50 / Ungarn: Monatl. Peng» 1.50, viertelj. Peng» 420 / Rumänien: Monatl. Lei 45.—, viertelj. Lei 125.— / Bulgarien: Mona«. Lew* 30.—, viertelj. Lewa 80.— / Belgien: Monatl. Belga 2.—, viertelj. Beiga 5.— / Uebriges Ausland: MonatL Schweizer Franken 1.50 2. Jahrgang Wien, 24. Oktober 1929 (20. Tischrl 5690) Nummer 97 ... ■... .. .... ..... .... ... - ' " .... Letzte Nachrichten (Jüdische Telegraphen-Agentur) iUralsei' w®M©s» die ©»«©■’siMfaiiMBSi»- lconntmissi€&aa to®«iB*®Dier©wi Das Organ der arabischen Exekutive „Felestin“ veröffentlicht einen Artikel, in dem der Autor die Araber zu einem Boykott der parlamentarischen Untersuchungskommission auffordert. Das Blatt fordert die Einberufung einer internationalen Kommission, in der außer Eng* ländern auch Vertreter anderer Nationen ihren Sitz haben sollen. ../birabiaaSB:©!1 ffflisciaisimia*? J Ans Damaskus Wird berichtet, daß ein Mitglied der arabischen Exekutive in Palästina mit dem Piane der Gründung einer arabischen faschistischen Partei aufgetreten ist. In Jerusalem und Jaffa wurden 500 Entschädigungsklagen bei den Gerichten eingereicht. Die eingeklagten Summen übersteigen 175.000 Pfund. Webern PI©iia©I«I w®i*la«afiieÄ In Haifa wurde unter Beschuldigung des Meineides ein Araber verhaftet. Auf Grund seiner falschen Aussage erfolgte vor einigen Wochen die Verhaftung des jüdischen Ingenieurs Müller. Di© NaMoiB«Blft»filtef£o*l»©!c endüttlllii iil»©r$i©«S©Ii Die jüdische National- und Universitätsbibliothek ist endgültig aus Sichron Moscheh nach dem neuen Gebäude am Skopusberge übersiedelt. M©*ii«,«l© Arteciisl&Uffsesa in Palttsilna In den . Kolonien werden demnächst neutrale Arbcitshörsen gegründet werden an Stelle der bisherigen Arbeitsvermittlungen der Kolonisten und Arbeiter. Wieder ein Ueberfafi auf das Kinderdorf Unbekannte Täter versuchten wieder in der Nacht die Kinderkolonio Kfar Jeladim anzngreifen. Sie wurden vom Wächter der Kolonie und von einer Militärabteilung zurückgeschlagen. Die Untersuchung wurde eingclcitet. Die Redlerund sg©g»©n di© Doghoff* Propaganda Die Polizei- und Distriktskommissäre wurden von der Regierung beauftragt, schärfste Mittel gegen die arabische Boykottpropaganda anzuwenden. Suhholb in Dalüsiinn Die Feiertage Sukkoth verliefen im ganzen Lande in vollständiger Ruhe. Es herrschte im Gegensatz zu den letzten Wochen eine sehr fröhliche Stimmung. Die ersten Todesurteile Haifa, 20. Oktober. (J. T. A.) Am Freltäg wurde in dem Prozeß gegen die Brüder Raneim und Ahmed Jabor, die angeklagt waren, in Safed den Juden Isaac Mamaan durch Messerstiche tödlich verletzt zu haben, das Urteil gesprochen. Alle drei Angeklagten wurden zum Tode verurteilt. Der oberste Richter Palästinas, Sir Michael Macdonnen, führte in der Begründung des Urteils aus, die Angeklagten seien für schuldig befunden worden, gemeinsam ein Komplott zur Teilnahme an einer jüdisches Leben und Eigentum »gefährdenden Aktion gebildet zu haben. Sie haben unmittelbar an der Tötung von isaac Mamaan teilgenommen. . .... Als den Angeklagten da£ Urteil mitgeteilt wurde, sagten sie nur: „Allah kennt die Wahrheit, es haben Demonstrationen nicht stattgefunden.“ Eine bedeutsame Aussage des Polizei-Kommandanten von Safed. Haifa, 20. Oktober. (J. T. A.) Der Polizeikomniand'ait von Safed, Faraday, ■ machte als Zeuge in dem Prozeß gegen die drei Mörder des Isaac Mamaan eine Aussage, die die Tatsache auf klärt, warum Obenkommrs&ar Chancellor einer bei ihm erschienenen Aibord-- numg der Zionistischen Exekutive und des Jischuw seinerzeit erklärt hatte, er habe die Information, daß die Juden von Safed die Unruhen provoziert hätten. Faraday erzählte, als man Isaac Mamaan mit tödlichen Verletzungen auf der Straße auffand, habe er arabische Worte gesprochen. Man nahm deshalb an, daß es sich um einen von Juden getöteten Araber handle. Die erste amtliche Mitteilung habe deshalb gelautet, es hätten Unruhen stattgefunden, wobei nicht gesagt wurde, daß die Unruhen antijßd'isohen Charakter getragen haben. Faraday erzählte dann weiter, bei den in Safed durchgeführten Haussuchungen wurden bei Arabern große Mengen von Messern und Dolchen gefunden, während die Haussuchungen bei Juden nur einen ungeladenen Revolver zutage gefördert hätten, Ar aber* und die Klagemauer Emir Abdullah von Transjordanien hat dem Oberkoinmiissär für PaHsfina und Transjordanien, Sir John Chancellor, ein Memorandum übersandt, in weichein er gegen die vom Zionistenkongreß in Zürich neuerdings festgelegten Ziele der zionistischen Bewegung, ferner gegen den Versuch der Juden, über die Klagernauer zu bestimmen und andere Rechte der Araber anzutasten, protest'ert. Jede Verletzung des Status quo an der Mauer, beißt es in dem Memorandum Abdullahs, wird zu ntuem Aufruhr in Palästina führen, dem sich dann abe* auch Transjordanien anschHeßen wird. Die palästinensische Revolte wird heftiger als die frühere syrische Revolte sein, weil zu den nationalen Motiven, die die syrische Rewüte beeinflußten, in Palärina auch «floch religiöse Motive kommen. Wi<i die «vabis» bt Presse mitteilt, hat die arabische Exekutiv«" für End« Oktober einer. Nationalkongreß embe rufen, der sten ausschließlich mit der Frage der Klagemauer befasidi soll. (J. T. A.) Maciktftald besucht die Ostseite von New iTork Der britische Premierminister Ramsay Macdonald mtemahm am Vorabend des Jom-Kippur einen Spaziergang durch die von Juden bewohnte Ostseite von New York. Es machte auf ihn starken Eindruck, daß in allen Straßen tiefste Ruhe herrschte, alle Läden und Restaurants geschlossen waren, da die gesamte Bevölkerung in den Synagogen versammelt war. Macdonald besuchte das Henry Street Jewish-Settlement und wurde am Eingang von der Leiterin, Muß Lillian D. Wald, herz lieh st empfangen. Macdonald erzählte, er habe, als er vor 32 Jahren auf seiner Hochzeitsreise in New York geweilt habe, just an dieser Stelle in einem jüdischen Speisehaus seine erste Mahlzeit auf amerikanischem Boden eingenommen; noch heute habe er das gute Mahl, das ihm vortrefflich mundete, in Erinnerung.