Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 2 (1929)
- Issue
- Heft 96 (17.10.1929)
- Date
- 1929-10-17
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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v. b. b. Preis 35 GnsCien Zefomg vom Verleger versendet Journal expedte par r&litetir Abonnementpreise: Für Oesterreich: Monatt. S 1-50, vierteij. S 420, ganzj. 16.— / Deutschland: Monatt. Goldmark 1.—, viertel]. Goldmark 3.— / Tschechoslowakei: Monatlich Kc 7.—, vierteljährlich Kc 19.— / Jugoslawien: Mo* natlich Dinar 14.—, vierteljährlich Dinar 40.— Jüdisdke Zeitung (Redaütion und Administration: Wien» I.. tiRautkmnsteAndasse 1 *— (fei. R 26-3*5% Polen: Monatt. Zloty 2.30, viertel]- Zloty 6.50 / Ungarn: MonatL Pengö 1.50, viertel]. Pengd 420 / Rumänien: Monatt. Lei 45.—, viertel]. Lei 125.— / Bulgarien: Monatt. Lewa 30.—, viertel], Lewa 80.— / Belgien: Manatl. Belga 2,—, viertel]. Beiga 5.— / Ueforiges Ausland: Monatt. Schweizer Pranken 1.50 2. Jahrgang Wien, 17. Oktober 1929 (13. TIscbri 5690) Nummer 96 Letzte Nachrichten Telephonisch von der Jüdischen Telegraph en-Agentur, London, am 16. Oktober, 12 Uhr mittags. Arabischer Prottesisireiic im Palffisiina Die Exekutive des arabischen Kongresses h at den auf Montag, den 14. Oktober, angesetzten Proteststreik auf Mittwoch, den 16. Oktober, verlegt. Die arabische Exekutive hat Schritte unternommen, um diesen Proteststreik, der wegen der angeblich scharfen Urteile gegen die Mörder und Plünderer proklamiert wurde, auch auf Transjordanien auszudehnen. Die arabischen Rechtsanwälte werden sich dem Proteststreik anschließen, so daß viele bereits begonnene oder angesetzte Mordprozesse vertagt bzw. verschoben werden müssen. Mittwoch, den 16. Oktober, sollte der Prozeß gegen die arabischen Mörder aus Safed unter Vorsitz des Jerusalemer Öbcrrichtcrs Macdonneil in Haifa fortgesetzt werden. Am gleichen Tage sollte ättch der Prozeß gegen dettHEJrheh er der Hehroner, Massaker Seheich Taleb Markah unter Vorsitz des Richters Correi begonnen werden/ Infolge des Streiks der arabischen Rechtsanwälte wurden aber die Verhandlungen auf Donnerstag verschoben. Die Hauptparole der Streikagitatoren lautet: Der Oberstaatsanwalt Norman Bentwich muß seines Amtes enthoben werden. Der Oberstaatsanwalt Palästinas Bentwich ist bekanntlich Jude. Wieder eflm lüde schwer verwunde! In Jerusalem wurde ein Jude namens Rub a schwer verwundet in den Straßen aufgefunden. Er wurde durch zahlreiche Messerstiche verletzt. Von den Tätern fehlt jede Spur. Dus $clia£arl»lasera an der KBagemuuer untersag! - Die Regierung hat das Schofarblasen an der Klagemauer am Vorabend des VersöKnungstages untersagt. Die Regierung betont, daß es sich nur um eine zeitweilige Verfügung handelt, welche infolge der großen Erregung der Gemüter erlassen wurde. Diese Verfügung hat die Juden Jerusalems schmerzlich berührt. Der Jom-Kippur-Tag ist in vollständiger Ruhe verlaufen. Die VaaiwersiMU iUbersiedeli im das neue Qebdude Die hebräische Universität in Jerusalem ist in das neue Gebäude am Skopus-Berge übersiedelt. Die Stimme der Jugend Ab Donnerstag, den 24. d. M. erscheint als Beilage unserer Zeitung zweiwöchentlich „Die Stimme der Jugend“. „Die Stimme der Jugend“ soll das seit langem vermißte Organ der Zionistischen Jugend Oesterreichs darstellcn. „Die Stimme der Jugend“ soll ein Spiegelbild aller in der zionistischen Jugend enthaltenen Richtungen sein. „Die Stimme der Jugend“ soll sich insbesondere mit den Problemen des Aufbaues der jüdischen Heimstätte in Palästina befassen und die Stellungnahme der chaluzischen Jugend hiezu zum Ausdruck bringen. „Die Stimme der Jugend“ soll die Arbeit der jüdischen Jugend in ihren Bünden und Gemeinschaften widergehen. Die Jugend hat das Wort! Redaktionsschluß der nächsten „Stimme der Jugend“ Dienstag, 22. Oktober, 12 Uhr mittags. Professor Einstein gegen die englische Verwaltung in Palästina London, 12. Oktober. (J. T. A.) Der heutige „Manchester Guardian“ veröffentlicht einen Brief Einsteins, in dem er seiner Verwunderung Ausdruck gibt über die unfreundliche Stellungnahme eines Teiles der englischen Presse zionistischen Bestrebungen gegenüber. Einstein hebt hervor, daß alle Juden, Zionisten und Nichtzionisten, für den Aufbau Palästinas sich vereinigt haben und die Juden erwarten, ,daß die britische Regierung im Einklang 'mit den wiederholten Versicherungen inithelfen wird am Aufbau Palästinas sowie an der Entwicklung freundschaftlicher Beziehung zwischen Juden und Arabern. Die Regierung — schreibt Einstein — darf nicht die giftige Propaganda eines Jerusalemer Großmufti dulden, der trotz seiner 36 Jahre ein politischer Abenteurer ist und bereits zu langjähriger Kerkerstrafe verurteilt wurde. Es geht nicht an, einer Agitation, die unter der Maske der Religion getrieben wird, durch eine Duldung Vorschub zu leisten. Empfang der jüdischen Deputation durch Macdonald (Eigenbericht der „Stimme“)'. New York, 13. Oktober. Im Verlaufe des Empfanges der jüdischen Deputation versicherte Macdonald, daß die britische Regierung sorgfältig die Probleme prüfe, die mit der Einwanderung der Juden nach Palästina verbanden sind. Die Lösung hängt jedoch vom Ansgang der eingeleiteten Untersuchungsaktion ab. Maodonald sprach sich in Worten höchsten Lobes über die hergestellte Einheit des Weltjudentums aus und dessen großartige Bemühungen um den Aufbau Palästinas. Felix Warburg hielt eine glänzende Rede, die auf Macdonald sichtlich Eindruck machte. Auf Grund eines genau präzisierten Tatsachenmaterials wies er nach, wieviel bisher die Jaden der ganzen Welt, und insbesonderedie Juden Amerikas für den Anfb&u Palästina^ geleistet haben. Warburg erklärte unter anderem: Der Glaube des amerikanischen Judentums nnd das Vertrauen zu England hat uns bewogen, das ganze^ Judentum in die erweiterte Jewish' Agency aufzunehmen. Wir haben weitgehende Pläne für die Zukunft, jedoch hängt alles von der Stellungnahme der Mandatarmacht ab. Warburg legte auch ein Projekt für Schaffung einer großen Radiostation für ganz Palästina vor. Während des Empfanges staute sich vor dem Hotel eine riesige Menge von Juden, die durch einen großen Demonstrationszag der Deputation eine würdige Unterstützung verlieh. Sacher und Ruthenberg übernehmen die politische Leitung des Jischuw Jerusalem. (J. T. A.) An Stelle des Colonel Kifih, der die Leitung des politischen Departements der Exekutive niedergelegt hat, trat Harry Sacher, der nunmehr im Namen der Jewish Agency die politischen Geschäfte des Jischuw führen wird Ueber den speziellen Wunsch des Lord Reading übernimmt Ing. Rnthenberg an Stelle des Dr. Jakob Thon im Präsidium des Waad Leumi die politische Leitung. Das Wachstum der Bevölkerung Palästinas Jerusalem. (J. T. A.) Laut der kürzlich publizierten offiziellen Statistik betrug die Einwohnerzahl Palästinas am 30 Juni 1929 816.064 gegen 794.516 am 30. Juni 1928. Die Zahl der Juden ist von 149.554 auf 153.380 gestiegen, d. i. um s/i Prozent. Alle übrigen Einwohner stiegen von 8850 auf 9066. Die Steigerung der ganzen Bevölkerung betrug 2.7 Prozent. Ein internationaler Boxkampf zugunsten Palästinas New York. (J. T. A.) Am 21. Oktober findet hier ein internationaler Boxkampf statt, dessen Einnahmen zugunsten Palästinas bestimmt sind. Viele katholische und protestantische Organisationen haben bereits zu diesem Zwecke um einige tausend Dollar Karten gekauft. Die bedeutendsten jüdischen und nichtjüdischen Weltmeister haben ihre Mitwirkung in Aussicht gestellt.