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Die Stimme · 1929-10-10 · Heft 95 (10.10.1929) · page 12

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Journal
Die Stimme
Volume
2 (1929)
Issue
Heft 95 (10.10.1929)
Date
1929-10-10
Page
– (sequence 12)
Language
German
Belongs to
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-Seite 12 DIE STIMME Nr. 95 Der jQdische Hochschüler Die Zahl der jüdischen Studenten an der Wiener Universität. Wintersemester 1928/29: Juristen 598 Mediziner »•••*»«■•«••*< 322 Philosophen » i « . « . » t » » « . 857 Zusammen . , , 2377 Sommersemestet 1929: .Gesamthörerzahl Juden Juristen ..«».«* 2870 (156) 534 (4) Mediziner 2539 (58) 851 (23) Philosophen. 4055 (568) 654 (67) Zusammen . a « 9464 (782) 2039 (94) (Die eingeklammerten Ziffern bedeuten außerordentliche Hörer.) Unter 9464 ordentlichen Hörern der drei weltlichen Fakultäten der Wiener Universität gab es im vergangenen Semester 2039 Juden. Die Mensa academica judaica, Wien, IX., Zimmermannplatz 8, ist bereits wieder eröffnet Die Preise sind unverändert. Eine große Zahl jüdischer Studenten freut sich, schon wieder im eigenen Heim verpflegt zu werden. Der Jüdische Hochschulausschuß, IX., Zimmermannplatz 8, amtiert täglich, mit Ausnahme von Samstagen, von 12—14 Uhr. Dortselbst wie auch in allen Fachvereinen werden Ratschläge für die Inskription erteilt. Jüdische Stu’denteni Vergesset nicht, gelegentlich der Inskription in die Rrbrik «Volkszugehörigkeit» das Wort: «Jüdisch» zu schreiben. Die Misrachi-Zentrale hat beschlossen, die bereits bestandene Talmud-Thora zu reaktivieren und ladet hiemit alle interessierten Eitern ein, ihre Kinder bis zum 8. Lebensjahr in dieselbe einzuschreiben. Der Unterricht wird unentgeltlich erteilt. Die Einschreibung erfolgt im Bureau desMisrachi, Wien, II., Praterstraße 11, Mezzanin, von 10 bis 12 Uhr. Sprechsaal der Stimme Wir erhalten folgende Zuschritt: Stresemann und der blau-weiße Blumentag in Karlsbad. Der verstorbene Reichskanzler gehörte zu den jährlichen Besuchern der Sprudelstadt. Im vergangenen Jahre fand in Karlsbad ein Blumentag für jüdische Studentenhdlfe statt. Die besonderen politischen Verhältnisse in Karlsbad brachten es mit sich, daß seit einer Reihe von Jahren in Karlsbad jede öffentliche politische Sammeltätigkeit untersagt ist. Aus diesem Grunde wind eben die Sammeltätigkeit durch .Veranstaltung eines Blumentages derart eingerichtet, daß dieselbe für einen charitativen Zweck stattfindet und dann dem Keren Kajemeth einen Teil zufließen läßt. Unter den Spendern war auch Stresemann zu sehen. Er erlegte für die blau-weiße Blume eine ansehnliche Summe. «Es ist, doch für Palästina.» «Nein,» entgegnete pflichtgemäß die Verkäuferin, «es ist für jüdische Studenten hüre.» Stresemann, offenbar nicht in Unkenntnis der Sachlage, meinte lächelnd: «Und ich freue mich doch, für Palästina gespendet zu haben» und deutete auf die blau-weise Blume im-Knopfloch hin. Dr. ,T. N. Sehr geehrter Herr 'Chefredakteur! Gestatten Sie ein paar Zeilen Ihrer geschätzten Zeitung in Anspruch zu nehmen,-um auf diesem Wege einem Spender aus Wien, der uns anonym 30 U. S. A.-Dollars zuschickte, unseren tiefsten Dank auszusprechen. Ihnen, sehr geehrter Chefredakteur, bestens dankend, zeichne ich in vorzüglicher Hochachtung Dr. M. Zytlowski, Vorsitzende des Verbandes der jüdischen Kriegslnvalidcn, Witwen und Waisen, Wilna, Polen. Sehr geehrte Redaktion! Ich sehe mich veranlaßt, Ihnen nachstehenden Vorfall ur Kenntnis zu bringen: Am Rosch-Haschanah wundem im Kluoky-Tempel die .’erren Dr. Mod länger und H. B. Kühner zur Thora aufgerufen, bei welcher Gelegenheit sie für den Natkmalfonds spenden wollten. Als dies der Obmann des Tempelvereines Herr Kohn hörte; erklärte er, daß im Klucky-Tempel eine einheitliche Spende gegeben wenden kann, die dann der Vorstand nach freiem Ermessen zur Verteilung bringen wird. Hiebei betonte er, daß er als Obmann es nicht zulassen werde, für den Jüdischen Nationalfonds zu spenden. Herr Kahn, der Obmann des Klucky-Tempels, der auf seiner Visitkarte einen Schock von Titeln, allerdings seines früheren Chefs, druckt, sollte schon wissen, daß der Jüdische Nationalfonds bei weitem nicht mit jedem Schnackelverein, der in Wohltätigkeit tut, verglichen werden kann. Dies um so mehr, als Herr Kohn in Ihrem geschätzten Blatte vor einiger» Monaten anläßlich eines ähnlichen Vorfalles bereits über den Charakter des Jüdischen Natianalfonds belehrt wurde. Herr Kohn, der seit Jahr und Tag die Ambition hat, ein jüdischer Führer in der Brigittenau zu sein, sollte schon wissen, daß ein derartiges Vorgehen selbst im Sinne unserer Gebräuche unjüdisch und daher nicht am Platze äst. Ich halte es für notwendig, die Leser Ihres Blattes, das in unserem Bezirk sehr stark verbreitet ist, au! diesen Umstand aufmerksam zu machen, damit die Mitglieder des Tempelvereines bei der nächsten Generalversammlung entsprechend handeln, wenn Herr Kohn — in Aengsten, nicht gewählt zu werden —- <um die Gunst und Stimmen der Mitglieder des Tempelvereines weiten wird. Herrn Kohn aber möchte ich auf diesem Wege den Rat erteilen, endlich einmal mit seinen automatischen Methoden Schluß zu machen, denn für Autokratie eignen sich Persönlichkeiten von einem ganz anderen Format, als es Herr Kohn sefbst ist. Hochachtungsvoll Ein Leser. _____ 1B Lebensversicherungs- Hl | fl Kl | Y Gesellschaft r Mv Iw IW GEGRÜNDET IM JAHRE 1882 Verslohorungsbestand Garantlemlttel Ende 1928 2 Milliarden Schilling 242 Millionen Schilling Prämien- und Zinseneinnahmen Im Jahre 1928 97 5 Millionen Schilling Auszahlungen an die Versicherten Im Jahre 1928 26.5 „ „ Tätigkeitsgebiet der Gesellschaft: Oesterreich, Deutsches Reich, Tschechoslowakische Republik Belgien, Holland, Frankreich, Spanien, Italien, Ungarn, Polen Jugoslawien, Bulgarien, Griechenland, Rumänien, Palästina, Syrien Türkei, Aegypten Die Gesellschaft schließt zu billigen Prämien und günstigen Bedingungen Kapitals- und Rentenversicherungen Jeder Art ab WeueingefOhrt: KINDER-VERSORGUNGS-VERSICHERUNG (Auszahlung eines Kapitals bei Verheiratung, Studienbeitrag, Rückerstattung der eingezahlten Prämien bei Ableben de3 Kindes) nvalldltätsveraloherunfl (Zahlung einer Rente bei Eintritt der Erwerbsunfähigkeit und Auszahlung des versicherten Kapitals nach dreijähriger Dauer der Invalidität) Antwortender Redaktion Benno D., Wien. Da wIt ©ine Antwort auf Karl Kautskys Artikel in der «Stimme» (Nr. 93) bereits veröffentlicht halben, Ist es uns leider unmöglich, von Ihrer Einsendung Gebrauch zu machen. — Dece, Wien. Das Gedicht behalten wir und werden es gelegentlich in unserer Beilage «Für das jüdische Kind» bringen. — MordechaJ H. T., Wien. Schön, aber für uns unverwendbar. — Hugo S., Tel-Aviv. Besten Dank. Der Aufsatz ist leider verspätet eingelamgt. Schicken Sie uns was anderes. — Karl D., Paris. Ihr Manuskript ist gänzlich unleserlich. Die Aufsätze müssen nur auf einer Seite, möglichst mit Schreibmaschine geschrieben werden. — Dr. Philipp F., Lodz. Brief erhalten.. Erwarten den ersten Bericht. Der Administration den Auftrag weitergegeben. — Ludwig B., Agram. Wir danken für die Worte der Anerkennung. — Helene S., Berlin. Herzlichsten Dank. Wir werden bald der «Stimme» eine Beilage für die jüdische Frau beifügen. — Heinrich M., Lemberg. Mit persönlichen Dingen geben wir uns nicht ab. — Jener Herr, der. bei unserem Redakteur in der Wipplingerstraße 12 eine Luxusausgabe des englischen Buches über Herzl irrtümlicherweise mitgenommen hat, wird auf diesem Wi&ge ersucht, es zuirückzuschäoken. — Anita N., Louxembourg. Wir danken und erwarten den Aufsatz. —■ Dr. Gisela R., Wien. Mit Dank erhalten. Erscheint in einer, der nächsten Nummern. Von der Redaktion In der letzten Nummer der «Stimme» sind leider viele Druckfehler unterlaufen. Wir bitten unsere Leser um Entschuldigung und hoffen, daß derartige sinnstörende Fehler nicht mehr Vorkommen werden. In der Fußnote zu B. Neumanns Novelle «Das Badeasyl», deren Fortsetzung wir beute bringen, soll es natürlich nicht «Wir machen unsere Leser auf die Novelle des Jugendschriftstellers B. Goldmainn», sondern «Wir machen unsere Leser auf die Novelle des Jugendschriftstellers B. Neumann» heißen. . . . Wir machen unsere Mitarbeiter höClichst darauf aufmerksam, daß der Einsendetermin für adle Aufsätze, Notizen usw. am Dienstag, 12 Uhr mittags, abdäuft. Beiträge, welche uns später zukommen, können nicht mehr berücksichtigt werden. . Die Verdnsnachnchten und Ankündigungen ersuchen wir mit Schreibmaschine zu schreiben. Manuskripte, welchen kein Rückporto beiliegt, werden nicht zurückgesendet. Amtliche Verlautbar ungen der Israelitischen Kultusgemeinde Wien Die Kriegerdenkmäler au! der Israelitischen Abteilung des Zentralfriedhofes Die Israelitische Kultusgemeiwde Wien hat dem Andenken an jene Angehörigen der Gemeinde, die im Weltkriege in treuer Pflichterfüllung ihr Leben auf dem Altäre des Vaterlandes geopfert haben, ein dauerndes Denkmal gesetzt. Inmitten der Heldengräber auf der Israelitischen Abteilung des Zentralfriedhofes wurde von Klinsitlerhand das Denkmal aufgerichtet, welches die Namen jener j üdischen Helden verzeichnet, die, durch den Krieg dahingerafft, auf den Wiener Friedhöfen ihre letzte Ruhestätte gefunden haben. Gedenktafeln, die in der Zeremonienhalle an würdiger Stelle angebracht wurden, verzeichnen die Namen jener Gemeindeangehörigen, welche vor dem Feinde gefallen, fern von der Heimat zur ewigen Ruhe gebettet worden sind. Pietätvoll wurden aber auch die Gräber jener Glaubensbrüder mit Denksteinen versehen, welche, nachdem sie in treuer Pflichterfüllung auf der Seite unserer damaligen Feinde gekämpft, in Gefangenschaft geraten und hier den Kriegsverletzungen erlegen waren. An dem Vortage des Versöhnungsfestes, an welchem es dem alten jüdischen Brauche entspricht, die Gräber teurer Dahingeschiedener zu besuchen, wird nun in diesem Jahre in feierlicher Stunde die Enthüllung und Weihe der Kriegerdenkmäler auf der Israelitischen Abteilung des Zentralfriedhofes in Wien stattfinden. - Dieselbe wurde für Sonntag, den 13. d. M. anberaumt. Die Vertreter der Regierung und der Behörden versammeln sich um y210 Uhr in der Zeremonienhallef am Zentralfriedhofe (I. Tor), die sonstigen Teilnehmer um 10 Uhr beim Kriegerdenkmale, nächst der Gruppe 76 ib. 38 Jahne alt, von makellosem Vorleben, aus gutem, polnischjüdischem Hause, wird passende Heirat gesucht. Antwort unter «Hochanständig und vornehm» an die Administration der «Stimme». . LEHRUNG wird aufgenommen bei Scharfstein, Schuhwaremnanipulation, Wien, II., Wolmutstraße 17. Samstag geschlossen. Bernhard Kohn WIEN, I., HIMMELPFORTGASSE 20 KLAVIERE In allen Preislagen, neu von S 1440 an Sommersprossen merln, Mitesser ward«» bei etnm. Behandlung u. Silva S 4.—gar. beseitigt. Qetlohts» haare In 10 Min. entfernt. Vol»* SAste durch Hygienla S 4.— Speziellst Mir Oesldlfspilede. Wien, IX., Liechte»- stelnstralie 2, Mezzanin. — Wochentage 8-^7, Sonntag 8—S Grabsteine Friedländer & Deutsch Wien, I., Seitenstettengasse Nr. 3 Tel. U 28-1-28 XL, Zentralfriedhof, neben dem 1. Tor, Tel. U 18-0-85 Kinderwagen vom einfachsten b. zum feInalen Genre v, 824.— aufwärts erzeugt M. ENGELBERG, XX., Wallen steinplatz 9 (Eingang Bäuerlegasae 1) Filiale; XX.. Klosterneuburgerstraße91 Telephon A 41.406 und A 47.497. Ketaloge gratis. Unseren geehrten P. T. Kunden bringen wir hiemit zur Kenntnis, daß wir speziell DV / Manorah- Wachsllchter (im und ohne Glas) mit garantierter 28stündiger Brenndauer in Verkehr bringen, welche qualitativ alle ähnlichen Erzeugnisse übertreffen. Zwecks rechtzeitigen Eindecjcens Ihres Bedarfes machen wir Sie aufmerksam und zeichnen > rnia noinm imu r wünschend 1 Mendl Friedmann & Sohn Kerzenfabrik II., PraterstraBe 06, Tel. R-40-8-17 Eigentümer. Verleger und Herauszober: Zionistischer Landesverband für Oesterreich. Wien, I., Kärntnerstiaße 28. ■— Verantwortlicher Redakteur: Dr. Sigmund Finkeistdo* uViai». i.. Ranhaasteins'asse J-Drück:: <lnua>~ Wien, VUL Leichenfclderstraße JL

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