Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 2 (1929)
- Issue
- Heft 94 (3.10.1929)
- Date
- 1929-10-03
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Iisnfltfe hnaisii Ist 16 Selten »iiiirk V. fe. b. Preis 35 Groschen Zeitung vom Verleger versendet Journal expedte par l’öditetir Abonnementpreise: .'iir Oesterreich: Monat! S tJ5Q, vierteil. S 420, ganzj. 16.— / Deutschland: Monatl. Goldmark 1.—, vierteil. Goldmark 3.— / Tschechoslowakei: Monatlich Kc 7.—, vierteljährlich Kc 19.— / Jugoslawien: Monatlich Dinar 14.—, vierteljährlich Dinar 40.— Jüdisdke Zeitunit Acdaftlion und Administration: 'Wien, V.. (Raufkcnstein&asse I — (Tel. R 26-3-S4 Polen: ManatL Zk>ty 2.30, vierte^. Zloty 6.50 / Ungarn: Monat! Pengö 1.50, viertel j, Pengö 420 / Rumänien: Monatl. Lei 45.—, vierteil. Lei 125.— / Balgartel: Monatl. Lewa 30.—, vierteil. Lewa 80.— / Belgien: Monatl. Belga 2/—, viertel]. Belga 5u— / Uebriges Ausland: Monat! Schweizer! Flanken 1.50 2. Jahrgang Wien, 3. Oktober 1929 (2$. Elul 5689) Ntuniner 94 Die Neujahrs-rcslniimiiicr Letzte Nachrichten Von der Jüdischen Telegraplien-Agentur London erhalten .wir heute, den 2. Oktober, 12 Uhr mittags auf telephonischem Wege folgende Nachrichten: Ein Jude tödlich verwundet Gestern ahends wurde in Jerusalem eip jemenitischer Jude durch eine Kugel, die durcli das Fenster cingedruhgen ist, in seiner Wohnung getroffen und. tödlich verwundet. Die arabischen Nachbarn werden beschuldigt, die Tat begangen zu haben. Arabischer Generalstreik Die arabische Exekutive hat besöhlossen, für den 2. Oktober einen Generalstreik als Protest gegen die Urteilsfällungen der Gerichte zu proklamieren. Widerhall des Curchill-Artikels Die arabischen Kreise in Palästina sind über den Churchill-Artikel, in dem er hekäntlieh für den Zionismus und gegen die arabische Hetze Stellung nimmt, sehr konsterniert. Arabische Zeitungen widmen diesem Artikel ausführliche, selbstverständlich protestierende Aufsätze, Großer arabischer Waffenschniuggel In Haifa vollzieht sieh seit einer gewissen Zeit hinter dem Rücken der Behörden ein großer arabischer Waffenschmuggel, Die Waffen kommen auf dem Seeweg, Ein jüdischer Ingenieur hat dem militärischen Kommandanten von Haifa darüber Mitteilungen gemacht und Beweise geliefert, aus denen zu ersehen ist, däßbloß in den letzten Tagen. Tausende von Flinten und Revolvern unter der arabischen Bevölkerung verteilt und verkauft worden sind. Der jüdischen Bevölkerung von Haifa bemächtigte sich aus diesem Grunde eine starke Unruhe. Es wurde wiederum die Forderung gestellt, die Organisierung eines jüdischen Selbstschutzes unter verantwortlicher Leitung zuzulassen. Brith Schalom Brith Schalom hat einen Aufrüf erlassen, in welchem er eine baldige Versöhnung zwischen Arabern und Juden als ein Gebot der Stunde bezeichnet. „ Luke zeichnet sich wieder aus Herr Luke, der Chefsekretär der Palästina-Regierung erteilte dein Journalisten Pierre van Paassen ein Interwiew, in dem er er erklärte, daßdie Erregung der Araber beöriindet ist. Sie fühle eich durch die Juden zurückgedräugt. Es ist nicht anzunehmen, daß die Bekämpfung der Balfour- Dcklaration seitens der Araber aufhören wird. Ihr nationales Selbstbowußtscin steigt von Tag zu Tag. Es ist zu befürchten, daß die Unruhen in noch größerem Ausmaße sich wiederholen werden. Sie würden sich dann nickt nur auf Palästina beschränken, sondern sich im ganzen nahen Osten ausbreiten. Die Bemühungen der Regierung gehen in der Richtung, in dem Konflikte zwischen Juden und Arabern eine Neutralität zu wahren. anitas Wenn Sie schon alles versucht haben und Ihre Bäderkur oder Fußstützen nicht deu gewünschten Erfolg hatten, dann wenden Sie sich vertrauensvoll an das Institut für Fußhellbehelfe Anton Bständig, J., Teinfaltstraße 7, wo schon Tausenden geholfen wurde Die parlamentarische PatäSflna- Kommission Rechtsvertretung und Kreuzverhör zugelassen London, 30. September. [(J. T. A.)' Die Mitglieder der zur Untersuchung der Vorkommnisse in Palästina ernannten parlamentarischen Kommission traten heute, den 30. September, zu einer zweiten Beratung zusammen. Wie die Jüdische Telegraplien- Agentur erfährt, beschloß die Kommission* den einzelnen Pärfeien in Palästina zu erlauben,* sich bei den Verhandlungenifder Kommission durch Anwälte vertraten zu lassen pUnd die vor die Kommission erscheinenden Angeschuidigten und «Zeugen vemem Kreuzverhör nach der Norm, wie dies bei (jericht üblich ist, zu unterziehen. Die Beschlüsse der Kommission inUondon stehen im Gegensatz zu der Erklärung, die der Chefsekretär der Palästina-Regierung Luke laut «Felestin» der. arabischen Exekutive in Jerusalem gegeben haben soll; laut dieser Erklärung sollten Rechtsanwälte, und Kreuzverhör bei den Vernehmungen durch die .Untersuchungskommission ausgeschlossen sein. Die Komm'srion begibt sich nach Palästina Mitte Oktober. Luke über die Prozedur der Kommission Jerusalem, 30. September. (J. T. A.) Die arabische Zeitung «Felestin» teilt mit, Luke hätte gegenüber der arabischen Exekutive erklärt, Araber wie Zionisten werden aufgefordert wrden, ihr Beweismaterial der parlamentarisch! Untersuchungskommission vorzuleg«’ n, es werde aber keiner Partei erlaubt sein, einen Pechtsbeistand zu sichen oder Personen der Gegenpartei einem Kreuzverhör zu unterziehen. Die Mitteilung des «Felestin» hat rdie jüdischen Kreise sehr enttäuscht. Für den Fall, daß sich diese, Mitteilung bewahrheiten soll, besteht in jüdischen Kreisen die Neigung, eine Teilnahme an der Untersuchung überhaupt abzulehnen, da es angesichts solcher Beschränkungen nicht möglich sein könne, eine irgendwie tiefgreifendere Untersuchung durchzuführen und der Wahrheit auf den Grund zu kommen. «Haarez» schreibt, die nach Palästina kommende britische Untersuchungskommission werde sich vor Augen halten müssen, daß es sich um einen Aulstand gegen den Geist des britischen Mandates und gegen die wiederholten Deklarationen -der britischen Regierung gehandelt hat. Araber erheben Anspruch auf Entschädigung Jerusalem, 30. September. (J. T. A.) Dem Beispiel der angegriffenen Juden folgend, haben auch' verschiedene arabische Kreise bei der Regierung Ansprüche auf Wiedergutmachung der Schäden, die. ihnen in Verfolg der Abwehraktionen des britischen Militärs zugefügt worden sind, erhoben. Unter den Dörfern, die solche Schadenersatzansprüche stellen, befinden sich auch diejenigen, aus denen die Angreifer stammen und bei denen viel in den«jüdischen Kolonien geraubtes Gut gefunden worden ist.