Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 2 (1929)
- Issue
- Heft 91 (12.9.1929)
- Date
- 1929-09-12
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/3053752-3053805-3053843--1248-3056587- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Safed 1× ep/1046078
- Slonim 1× ep/1000502
OCR text
Die heulitfe Nummer ittf ie Setten sfarlc il V. b. b Preis 35 Groschen Zeitung vom Verleger versendet Journal expedid par FSditeur Abonnementpreise: rür Oesterreich: Monatl S 150, viertelj. S 4.20, ganzj. 16.— / Deutschland: Monatl. Goldmark 1.—, viertelj. Goldmark 3.— / Jüdisdke Zeitung Ersdieini feden Donnerstfotf Tschechoslowakei: Monatlich Kc 7.—, vierteljährlich Kc 19.— / Jugoslawien: Monatlich Dinar 14.—, vierteljährlich Dinar 40.— ^tedulttion und Jldministvation: Wien, f., 0?«raJkenstein$usse V — fTel. Wt Polen: MonatL 23 /tdj. Zloty 6.50 / Ungarn: Mo .50, viertelj. Pengö 4.20 / Rtm d. Lei 45.—, viertelj. Lei 125.— / Monatl. Lewa 30.—, viertelj. Lewa 80.— / - dgien: Monatl. Belga 2.—, viertelj. Belga 5.— / Uebriges Ausland: Monatl. Schweizer Franken 1.50 2. Jahrgang Wien, 12. September 1929 (7. Elul 5689) Nummer 91 Die Ruhe ln Palästina hcrgcsldll Knapp vor RedaktionsSchluß erhalten wir von der Jüdischen Telegraphen-Ägentur, London, auf telephonischem iWoge folgende wiehtige Nachrichten: - Aufsehenerregende VerBaaBfiiuB&äeua «ander den «■■'«■bisifiera Nofnbeln in Hebron In Hebron wurde der Rädelsführer und Anstifter der Metzelei, Scheich Daleb Marka, verhaftet. Die Voruntersuchung erbrachte schweres Belastungsmaterial gegen prominente moslemitische Familien in Hebron, welche beschuldigt sind, an den Massakers teilgenommen zu haben. Besonders kompromittiert erscheint eine bekannte arabische Familie, die an der Beseitigung des Herrn Slonim (bekanntlich der Direktor der Anglo Palestina Company in Hebron) ein Interesse hatte*. Die Untersuchung hat ergeben, daß das Haupt dieser Familie .die Frau1 Slonim vor den Augen des Mannes verge waltigt hat. Der ®elTvertrcter des Oberkomm^ärs Luke hat Safed besucht» Auf der Rückreise in Haifa erklärte er den Pressevertretern; daß er'entsetzt ist darüber, was er in Safed gesehen hat. Er versprach im Nätaen der Regierung, hei dem Wiederaufbau der zerstörten und verbrannten jüdischen Hauser in Safed einelHflle Äii leisten, wie'auch einen genügenden Schutz für die Siedlungen im Emek. Die Ernteschädeii, welche den jüdischen Kolonien im Norden Palästinas seitens der Araber zugefügt worden sind, werden von den arabischen Nachbardörfern gutgemacht werden müssen. Trotz dieser bedeutungsvollen Erklärungen Lukes, muß man feststellen, daß 90 Araber, die an dem Safeder Ueberfall aktiv teilgenommen haben, noch frei sind. Sie verkaufen öffentlich das jüdische Gut, welches sie gerauht haben. ttrei luden verbrannt nufgefuntlen In einer Kolonie im Norden Palästinas wurde die Familie Filner, bestehend aus drei Personen, verbrannt aufgefunden. Nervosttitt in Jerusalem Die Nervosität in Jerusalem dauert an. Am 9. September vormittags haben die Araber massenhaft ihre Häuser verlassen und sieh' in den Straßen gesammelt. Der Juden bemächtigte sich sofort eine große Unruhe. Die Vertreter der jüdischen Bevölkerung wandten sich an die Behörden mit dem Hinweis, daß es zu neuem Blutvergießen kommen kann. Um der Panik entgegenzuwirken veranstaltete der Militärkommandant um 4.80 Uhr eine große Truppenparade. In voller Kriegsausriistung mit aufgepflanz ten Bajonetten und in Stahlhelmen marschierten englische Truppenteile durch die Stadt. Keim« BulflettE&s mehr B .s britische Kolomalamt hat die Herausgabe von Palästinabulletins eingestellt, unter; Hinweis, daß im Lände nunmehr konstante Ruhe herrscht. Zusfnnd Pfforsbolls sehr emsf Der Zustand des kranken und, wie gemeldet, operierten Louis Marshalls ist äußerst ernst. Die Aerzte hegen schlimmste Befürchtungen. muH ■ JlJ&.Wtl Ul S!.way.» . 1 'SJHgW**!"!!1" ' I!■!■■■■■■ ■■■■gjigaiiiMi, I . ..■■Lligi.LiJ. . JJ-gJ'.'.J ■Bgin. i ■■ n i Hilfe für Palästina! Sch merzerfüllt vernimmt die gesittete Welt täglich aufs neue die Nachrichten über jene schrecklichen Ereignisse, die über das Laad hereingebrochen sind, dias uns Juden durch Geschichte und Tradition geheiligt und bestimmt Ist, die nationale Heimstätte der Juden zu sein. Mord und Plünderung, Tücken und Grausamkeiten haben in Palästina gewütet, das Leiben vieler Brüder und Schwestern vernichtet und haben zerstört, was höchster idealer Sinn und unermüdlicher Fleiß aufgebaut hatte. Nun . gilt es,, den Opfern der blindwütigen Verfolgung Hilfe zu leisten und die Mittel herbeizuschaffen, um die Not der Hungernden und heidenden zu lindern, die Tränen der Witwen und Waisen trocknen zu helfen! In der Hilfeleistung für Arme und Bedrückte hat sich seit jeher die jüdische Solidarität bekundet. Nicht religiöse oder politische Einstellung trennt uns und darf uns trennen, wenn es gilt, jenen zu helfen, die wegen Ihrer Zugehörigkeit zur jüdischen Gemeinschaft Schmerz und Leid erdulden müssen. Bedeutende Mittel werden in aller Welt aufgebracht werden müssen, um den Witwen und Waisen, den Verwundeten und Erkrankten Hilfe bringen zu können. So haben sich nun unter der Aegide der Israelitischen Kultusgemeinde Wien alle großen Wiener jüdischen Körperschaften zur Vermeidung schädigender Zersplitterungen zu einem Zentralhilfskomitee für die Opfer der Ereignisse in Palästina zusammengeschlossen. ■1BBBBBBBBBBBBBBBBBBI Immer reine Türen and Tapeten durch halt abwaschb., extrastarke Zelluloid „Paradruit(‘-Tür - Tapeten» Schone" Ersparen teueren Anstrich, Leicht anxubmgen. n Alle Farben, Formen, Größen, von S £ an Preisliste frei I ProänErersand NU. bei SPEZIALIST MIKOLASCH TeLK.47.i95. Vertreterbesach u, UostenToranechl. gratie wimst. kl. iroibeevstfveBtt«» an Seit 1891 Die Wiener Judenschaft wird sicherlich in gewohnt opferwilliger Weise auch diesmal ihre Pflicht erfüllen. In dieser Ueberzeugung richten wir an alle Angehörigen unserer Gemeinde die dringende Bitte: Möge ein jeder rasch und nach seinen Kräften dem Hilfswerke für die Opfer der Ereignisse in Palästina eine Spende zuwenden. Die Einzahlung von Spenden wolle an Her Hauptkassa der Israelitischen Kultusgemeinde Wien, I., Seitenstettengasse 4, vorgenommen werden und kann auch im Wege der Postiparkassa (Konto-Nr. 132.254) erfolgen. Das Zen-traMfskomitee bittet, Spendenzeichtumgen auf Sammelbogen nur dann vorzunehmen, wenn die Sammelbogen vom Zentralhilfskomitee amtlich beglaubigt sind. Wien, am 6. September 1929. Das Zentralhüfskomitee für die Opfer der Ereignisse in Palästina. Wien, I„ Seitenstettengasse 4.