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Die Stimme · 1929-08-22 · Heft 88 (22.8.1929) · page 8

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Journal
Die Stimme
Volume
2 (1929)
Issue
Heft 88 (22.8.1929)
Date
1929-08-22
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
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Seite'8 ÖTE STIMME Üf. bert Stricker, Dr. Nahum Golämaan, Dr. S. J, Sterin. Ostgalizien: Dr. Leon Reich, Dr. Anselm Halpern. Poale Zion vereinigt mit Zeire Zion: Abraham HerzfeW-Tel-Aviv, Israel Meriminski-Tel- Aviv, David Remes-Tel-Aviv, Salman Rnbaschow-Tel-Aviv, Eisig Bmdni-Tel-Aviv, Berl Locker-Berlin, Ansehn Reiß-Warschau, Berl Katzenelson-Tel-Aviv, Mosche Shertok-Tel-Aviv, Mordechai Jarblum-Paris, Dov Hos-London, Schmuei Friedmann-Kowno, Israel Idelsohn. Misrachi: Rabbi J. L. Fishman-Jerusalem, Gedäli'ah Büblik-New York, Abg. H. Farbstein- Warschau, Abg. Rabb. S. Brot-Tomaschow, Elimelech Neufeld-War schau, Dr. S. Federbnsch- Lwow, Rabb. Aron Teitelbaum-New York, Rabbi Israel Rosenberg-New York, Rabbi Wofl Gold- Brooklyn, Rabbi S. Silber-Chicago, Senator Rabb. J. Rubinstcin-Wdna, Lewi Lewin Epstein-Warschau, Hermann Struck-Haifa, Mosche Schapiro- Jerhsalem, Jacob Gesundheit-Tel-Aviv, M. Nu-* rok-Riga. Erste Sitzung des Administrative Committee der Jewish Agency Oskar Wassermann, Direktor des Keren Hajessod Zürich, 16. August. (J. T. A.) Nachdem der Council der Jewish Agency in seiner Schlußsitzung einen feierlichen Appell an alle Teile des jüdischen Volkes gerichtet hat, die Beitragsleistung zum Keren Hajessod zu ihrer vornehmsten Pflicht zu machen, hat sich die unmittelbar im Anschluß an diese Tagung stattfindende Sitzung des neugewählten Administrative Committee der Jewish Agency, in der Herr Felix .Warburg den Vorsitz führte, mit der Umgestaltung des Direktoriums des Keren Hajessod befaßt. Auf Grund der angenommenen Verfassung der Jewish Agency soll nunmehr das Direktorium des Keren Hajessod zur Hälfte aus Zionisten und zur Hälfte aus Nicbtzionisten bestehen. Zwecks Durchführung dieses Beschlusses/hat das Administrative Committee beschlossen, HerrnDirektor Wasser mann.in Vertretung des nichtzionistischen Teiles der Agency zum Direktor des Keren Hajessod ziu wah I e n. Direktor Wassermann, der schon bisher Präsident des Keren Hajessod für Deutschland .war, hat gleichzeitig den Auftrag erhalten und übernommen, zusammen mit dem bisherigen Direktorium des Keren Hajessod Pläne und Vorschläge in bezug auf die zukünftige Regelung der Keren Hajessod-Arbeit für die nächste Sitzung des Administrative Committee der Jewish Agency vorzubereiten. In der ersten Hälfte September wird Direktor Wassermann zu einer Sitzung' in Berlin das Direktorium des Keren Hajessod einladen. An dieser. Sitzung sollen außerdem einige vom Direktor Wassermann auszuwählende. nichtzionistische Mitglieder der Jewish Agency teilnehmen: Auf dieser. Sitzung.werden auch, solche Fragen behandelt werden, die für die sofortige Anpassung der Keren Hajessod-Arbeit an die durch die-Schaffung.der Jewish Agency entstandene Lage mit ihren vergrößerten Möglichkeiten von Bedeutung sind. Nathan Straus, Ehrenvorsitzender des Administrative Committee Zürich, 16. August. (J. T. A.)’ Das Administrative Committee der Jewish Agency bestätigte in seiner konstituierenden Sitzung, die schon vom Council vorgenommene Wahl von Felix M. Warburg zitra Vorsitzenden des Committee und und wählte zum Ehrenvorsitzenden Herrn Nathan Straus, den berühmten amerikanisch-jüdischen PhHantropen, Das Administrative Committee wählte eine Finanzkommission, eine politische Kommission und eine Spezialkomnrission für wirtschaftliche Kooperation. Die nächste Sitzung des Administrative Committee wird yn Verlauf des Monats März 193Q in Palästina stattfinderi. Das neue zionistische A. C. konstituiert sich Zürich1, 15. August. (J. T. A.) Das vom XVT. Zionistenkongreß neugewählte Aktionskomitee hat in Zürich seine erste konstituierende Sitzung abgehalten. Zum Präsidenten des Aktionskomitees wurde Leo Metzkin wiedergewählt. Zu Vizepräsidenten wurden gewählt: Ab Goldberg-New York (Allgemeine Zionisten), 'Abg. Farbstein-Warschau (Misrachi), Eliezer Kaplan-Palästina (Hitaehduth), Salman Rubaechow (Poale Zion) und Richard Lichtheim-Berlin (Revisionist). Das Aktionskomitee wählte als Direktoren des Jüdischen Nationalfonds Colonel Kisch, Hermann Struck und Adolf Böhm. Die Mitglieder des Administrative Committee der Agency Zürich, 15. August. (J. T. A.) Der Council der Jewish Agency wählte in seiner Schlußsitzung ein Administrative Committee, bestehend aus 20 Zionisten und 20 Nichtzionisten. Die nichtzionistischen Mitglieder des Committee sind: Dr. Cyrus Adler, James H. Becker, Mayer Elsässer, Dr. Lee K. Frankel, Alexander Kahn, Colonel Herbert H. Lehman, Louis Marshall und Felix M. Warburg (Vereinigte Staaten von Amerika), Major H; L. Nathan, M. P. und 0. E. d*Avfgdor Goldsmid, Präsident des Board of Deputies (Großbritann*en), Robert Pollag (Frankreich), Dr. Samuel Goldflamm, Warschau, Dr. Philip Schleicher, Lemberg, und Dr. Karl Halpern, Stanislau (Polen), Direktor Oskar Wassermann und Rabbiner Dr. Leo Baeck, Großpräsident der Deutschlandloge des U. 0. B. B. und Vorsitzender des Allgemeinen Deutschen Rabbinerverbündes (Deutschland), Dr. W. Fildermann (Rumänien), Senator Oskar Gruzenberg (Lettland, Litauen, Estland und Finnland), Dr. Joseph Popper (Tschechoslowakei), Oberrabbiner Emanuel Loew (Ungarn). Die zionistischen Mitglieder des Committee sind: Lord Melchett (Großbritannien), Morris Rothenberg und Richter William M. Lewis (Vereinigte Staaten von Amerika), A. J. Freiman (Kanada), M. M. Uesischkin (Palästina), Kurt Blumenfeld (Deutschland), Abg. Dr. Leon Reich (Polen), Lazar Marguiies, Dr. Berthold Feiwel (London), Leo Motzkin (Paris), Abg. H. Farbstein (Polen), Gedaiiah Bublik (New York) und Rabbiner Aron Teitelbaum (Misrachi, New York), Abraham Herzfeld, David Remcz und Berl Locker (Poale Zion), Dr. Ch. Arlosoroff, Eliezer Kaplan und Nahum Twersky (Hitachduth), Dr. M. Soloweitschik (Radikale Zionisten). Die politischen Resolutionen des XVI. Zionistenkongresses Die vom XVI. Zionistenkongreß beschlossenen politischen. Resolutionen “ lauten im wesentlichen: ’- ... Die Entwicklung des jüdischen; Aufbauwerkes verlangt "die aktive Unterstützung und aktive Beteiligung der palästinensischen Regierung im Geiste des Mandates. Unter voller Anerkennung der teilweisen Fortschritte, die in den beiden letzten Jahren erzielt wurden, konstatiert der Kqngreß mit tiefem Bedauern,. daß die Verwaltungspraxis in Palästina auch im Laufe dieser Periode Züge aufweist, durch welche Grundrechte, Lebensinteressen und sogar die Würde des Jischuw verletzt wurden. Die allgemeine Voraussetzung der erfolgreichen Durchführung des jüdischen Aufbauwerkes ist die wirksame Verankerung der jewish Agency gemäß den Bestimmungen des Mandates im Organismus der Landes Verwaltung. Der Kongreß erachtet den Zeitpunkt für gekommen, der Mandatannacht nahezulegen, Vorsorge dafür zu treffen, daß dieser rechtmäßige Anteil der Jewish Agency an der Entwicklung des Landes in der Praxis der Verwaltung voll und ungeschmälert zum Ausdruck kommt. Insbesondere sind die folgenden Vorschläge und Reformen von der Exekutive der palästinensischen Regierung zur dringenden Durchführung vorzulegen: L Systematische Förderung der Industrie, einschließlich einer Politik der Erziehungszölle für solche lokale Industrien, die berechtigte Aussichten auf eine gesunde ökonomische Entwicklung haben. 2. Maßnahmen zu einer raschen Durchführung der Bestimmungen von Artikel 6 des Mandates’mit Bezug auf die Förderung geschlossener Ansiedlung von Juden auf dem Lande, ein-! schließlich von Staats- und Brachländereien, durch die Regierung. In Fällen zweifelhafter Grenzbestimmung soll die Fläche der Staats¬ und Brachländereien derzeit mit dem unstreitig iü diese Kategorie fallenden Minimum angesetzt werden, während Unstimmigkeiten späterer Regelung Vorbehalten bleiben. 3. Systematische Entwicklung des Eisenbahn- und Landstraßenwesens im Einklang mit den wirtschaftlichen Interessen des Landes und nicht ausschließlich von dem fiskalischeij Stande punkt der Verwaltung. 4. Sicherung des gerechten Anteiles , der Juden in allen Zweigen der Palästinapolizei und Schaffung solcher administrativer und Lohnbedingungen, die eine entsprechende Erhöhung der in der Polizei angestellten Zahl der Juden ermöglichen. 5. Anpassung des Gefängnisweeene an die minimalen Erfordernisse eines zivilisierten Gemeinwesens, insbesondere Verbesserung der hygienischen Verhältnisse, der allgemeinen Behandlung der Gefangenen, Abschaffung der Körperstrafen, Abschaffung der veralteten türkischen Institution der Schuldgefängnisse sowie die entsprechende Durchführung der Unterscheidung zwischen politischen und kriminellen Gefangenen. 6. Faktische Gleichberechtigung der hebräischen Sprache auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens, insbesondere Zulassung des hebräischen Alphabets im inländischen Telegraphenverkehr. Der Beschluß des Kongresses über den Nationalfonds Zürich, 18. August. (J. T. A.) Der Beschluß des XVI. Zionistenkongresses bezüglich Keren Kajemeth lautet: I. Der XVI. Zionistenkongreß macht es allen Mitgliedern der Zionistischen Organisation zur Pflicht, durch aktive Mitarbeit an den Sammlungen das für die Jahre 5690 und 5691 notwendige Kontingent von einer Million Pfund netto aufzubringen, welches für die Deckung der bestehenden Verpflichtungen des KKL. wie für den Erwerb neuer Ländereien verwendet werden soll. II. In Anbetracht dessen, daß die ganze zionistische Welt für die in den nächsten zwei Jahren erforderlichen Bodenerwerbungen durch den Keren Kajemeth die Aufbringung von einer Million Ptund netto für unbedingt notwendig hält, und in Anbetracht dessen, daß von den vier Jahresaktionen des KKL. die Tischri-Aktion die wichtigste iist, fordert der XVI. Zionistenkongreß alle organisierten und aktiven Zionisten auf, sich in den Dienst dieser Aktion zu stellen und dieselbe mit dem Ziel durchzuführen, den größten Teil des Jahreskontimgents für 5690 aufzubringen. Der Beschluß des Zionistenkongresses, betreffend Kotei Maarawi Z üri ch, 18. August. (J. T. A.) Der Beschluß des XVI. Zionistenkongresses in der Angelegenheit der Klagemauer lautet: «Der Kongreß gedenkt mit Schmerz der Vorkommnisse an der heiligen Stätte der Klagemauer, wo am Versöhnungstag,- dem höchsten Feiertage des jüdischen Jahres, Juden mitten im feierlichen Gottesdienst unwürdigerweise gewaltsamem Eingreifen der Polizei ausgesetzt wurden. Das war eine Entweihung, die das religiöse Empfinden aller Menschen empört. Der Kongreß weist die in dieser Hinsicht von feindseliger Seite ausgestreuten Unterstellungen als falsch zurück und stellt mit Nachdruck fest, daß die in. der ganzen jüdischen Welt durch diese Vorkommnisse hervorgerufenen Proteste lediglich der Ausdruck unserer Ueberzeugung waren, daß es das Recht der Juden ist, am Kotei Maarawi, einem Orte des Gebetes, der durch eine unverbrüchliche Tradition von vielen Jahrhunderten geheiligt ist, die religiösen Vorschriften unseres religiösen Lebens unter Bedingungen zu erfüllen, die der unbehinderten Ausübung des Gotteisdienstes entsprechen, wie das ausdrücklich im Mandat garantiert wurde. Ab Kahan Aber Jewish Agency Zürich, 15. August. (J. T. A.) Der Redakteur der großen New Yorker sozialdemokratischen Zeitung «Forward» (Vorwärts), der den Sitzungen der Jewish Agency als Gast beigewohnt hat, erklärte dem Vertreter der Jüdischen Telegraphen-Agentur: Ich sympathisiere mit der zionistischer! Bewegung als Abseitsstehender, nicht als Zionist, aber ich wünsche den Zionisten Glück zu ihren Unternehmungen. Vor einigen Jahren weilte ich in Palästina und war von allem, was ich dort gesehen habe, gerührt und begeistert. Die Agency stellt den besten Weg dar, den man sich unter den herrschenden Umständen denken kann. Die zionistische Opposition hat ihre Quelle in einem reinen Idealismus, aber mit einem solchen Idealismus allein kann man nicht praktische Arbeit leisten; man muß dem reinen Gold ein bißchen festeres Metall beifügen. Als Resultat des Weltkrieges hat sich die Lage der Juden in vielen Ländern traurig gestaltet In vielen Gebieten ist ein beklagenswerter Ruin festzustellen. Auch die Sozialisten rechnen mit der Wirklichkeit und machen Kompromisse; dadurch wird das Ideal nicht verwässert Mit der zionistischen Bewegung steht es ebenso: durch reale Taktik wird man schneller zu greifbaren Resultaten kommen. Ich glaube bestimmt, daß man in Amerika jetzt mehr Geld für das Palästinawerk geben wird, als bisher. Ein großer Teil der jüdischen Arbeiterschaft Amerikas sympathisiert jetzt mit dem Zionismus und dem Palästinawerk.

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