Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 2 (1929)
- Issue
- Heft 86 (9.8.1929)
- Date
- 1929-08-09
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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PH STIMME Bevor Sie reisen - kommen Sie zu uns! lilftMe Weiner Realen iMfftuiii! BadeSflzQp«, Frottlsrmintel, Pyjamas, Damen-, WftrflllhäUS Herean» und Klndtr-Wasche, Strumpf* und Strickwaren etc. En gro* * an detail m« Bergmann l«i RABINSTBIG 3 (Ecke Seltenstettengaaae Bernhard Barons Testament. Ständiger Vertreter des Völkerbundes am Kongreß (Eigenbericht der «stimme».) Z ü r i e h, 6. August. Als ständiger Vertreter des Völkerbundes am internationalen Zionistenkongreß ist der Sektions*? ehef der Informationsabteilung, Popowitsch, in Zürich eingetroffen. Die Zionistische Exekutive und die britische Arbeiterregierung (Eigenbericht der «Stimme».) Zürich, ö. August. Der Politischen Kommission des Kongresses liegt ein Bericht von Professor Brodetsky über d|e vor kurzem stattgefundene Zusammenkunft zwischen den Mitgliedern der Exekutive und dem Kolonienminister Lord Passfield vor. In der Kommission wird Ober die Aussichten des zionistischen Aufbauwerkes in , Palästina unter der Arbeiterregierung eingehend gesprochen. Wie die JTA. erfährt, hegt die Zionistische Exekutive volles Vertrauen zu Lord Passfield, der während der Unterredung mit deh Mitgliedern der Exekutive erklärt hat, daß er es war, der in die bekannten Kriegsziele der britischen Arbeiterpartei die Auf-* nähme der Klausel betreffend das jüdische Nationalheim angeregt hat. Die Frage des Bestehens eines besonderen politischen Bureaus des Weltverbandes Poale Zion in London hat sich im Hinblick darauf, daß die Arbeiter» Partei Regierungspartei . geworden ist, kompliziert Bisher beschränkte sich die Arbeit des politischen Bureaus der Poale Zion auf inoffizielle Unterhaltungen mit den britischen Arbeiterführern. Jetzt aber liegt der Gedanke nahe, daß solche Interventionen leicht einen pffiziellen Charakter bekommen und der Prärogative der Zionistischen Exekutive Abbruch tun könnten, Das Urteil des Kongreßgerichtes in der Angelegenheit Dr. Reich kontra Grünbaum ivr-: : - (Eigenbericht der «Stimme»,)’ Zürich, 6. August. Das Urteil des Kongreßgerichtes in der Angelegenheit Dr, Reich kontra urünbaum ist bereits erfassen. Dr. Reich klagte Grünbaum wegen einer Ehrenbeleidigung. Auf einer Sitzung des jüdischen Sejmklubs erklärte der Deputierte Grünbaum, daß Dr. Reich eine für zionistische Ziele schädliche Politik betreibt. Die Gerichtsberatungen dauerten zwei Tage und riefen ein großes Interesse im Publikum hervor. Der Abgeordnete Grünbaum wurde zur Zahlung einer Geldstrafe von 100 Zloty, wie auch zur Deckung der Gerichtskosten verurteilt. Tagung des Rates zum Schutze der jüdischen Minderheitenrechte Zürich, 6. August, (j, T. A.) Der vom Züricher Kongreß der Vertreter der jüdischen Minderheiten in den verschiedenen Ländern eingesetzte Rat zum Schützer der jüdischen Minderheitenrechte wird am 16. August in Luzern zu einer Tagung zusammentreten., Die amerikanischen Mitglieder des Rates, Dr. Stephen Wise, Louis Upsky und Jacob Fishman werden der Tagung beiwohnen. Es werden Berichte über die Lage der jüdischen Minderheiten in den verschiedenen Ländern erstattet werden. Die Mitglieder des Ratspräsidiums Nahum Sokolow, Leo Motzkin, Jizchak Grünbaum, Professor Simon Rubnow, Dr. Stephen, S. Wise und Louis Lipsfcy Werden sich alle zur Tagung einfinden. Bnei Brith und Palästina Zürich, 6. August (I. T. A.) Die Züricher Loge des Unabhängigen Ordens Bnei Brith veranstaltete zu Ehren der als Kongreßdelegierte in Zürich anwesenden Logenbrüder einen festlichen Empfang. Anwesend waren Delegierte aus Amerika, Kanada, Polen, Deutschland, Tschechoslowakei und aus anderen Ländern. In Vertretung der schweizerischen Loge Bnei Brith stellte Dr. Martin Bloch ein zwar langsames aber stetiges Vordringen des Palästina- Gedankens im Bnei Brith-Verband. Dr. Alfred Klee, Berlin, sagte: Die Grundsätze des Ordens: Solidarität, Wohlfahrtsarbeit unter der gesamten Judenheit, rtirwnen mit dem Oedanken des Palästina-Aufbaues und der jüdischen Renaissance-Bewegung überein. Rabbiner Littman feierte den anwesenden Bundesbruder Sokolow, welcher in seiner Antwort über die Bedeutung der hebräischen Worte «Bnei Brith» sprach. Plan einer jüdischen Pen-Weltkonferenz Zürich, 6. August. (1. T. A.) Unter dem Vorsitz von M* Kleinmann, Redakteur von «Haolam», wurde eine ‘ Konferenz aller in Zürich anwesenden hebräischen Schriftsteller abgehalten. Saul Tschernjchowakl, Kleinmann, Zlatopolsky, Jakob Kahan, Heftmann, Benzion Katz, Moses Kahn-Lite, und L. Goldberg würden in ein Komitee zur Vorbereitung ejner jüdischen Pen-Weltkonferenz gewählt. Die revisionistische Zentrale übersiedelt nach London (Eigenbericht der «Stimme».) Zürich, 6, August. Die Revisionisten hielten hier eine Sitzung ab, in der beschlossen wurde, den Sitz der Zentrale von Paris nach London zu verlegen. Es verlautet, daß dieser Beschluß seinen Grund hat jn der Tendenz unmittelbar mit der britischen Regierung jn Berührung zu kommen, ohne Rücksicht auf die Prärogativen aer zionistischen Exekutive. Justizrat Bodenheimer schließt sich den Revisionisten au Zürich, 7. August, (J. T. A.) Justizrat Bodenheimer in Köln, der frühere Direktor des Nationalfonds und Freund Theodor Herzls, sandte der Konferenz der Union der Zionisten- Revisionisten ein Telegramm mit der Mitteilung, daß er das Programm der Revisionisten akzeptiere und der Union beitreten wolle. Die Konferenz erwiderte mit einem Telegramm, daß sie es sich zur Ehre anrechnet, Justizrat Bodenheimer zu den ihren zu zählen. Tagung der zionistisch-pädagogischen Konferenz (Eigenbericht der «Stimme»,) Z ü r i c h, 6. August. Im Rahmen des Zionisfenkongresses tagte in Zürich vom 2. bis 5. August eine internationale zionistische pädagogische Konferenz, die sich mit föt*. und Btxdeonulcdl Dampibad WlCfl, 9.» (sltlSilXZty. 18 ' palktäutt# nea h*rg»ritht*t,whdtr Telephon R 1Q-UW im VoUbeteiob jüdischen Erziehungsfragen beschäftigte. Sie schloß mit der Gründung eines zionistischen pädagogischen Rates, der dauernd die Interessen der zionistischen Bildungsfragen unterstützen und fördern soll. Der zionistische Kongreß — ein Musterparlament .(Eigenbericht der «Stimme».) Z ü t I c b, 6. August. Ein hervorragender Nichtjude, der als Gast den Beratungen des Kongresses beiwohnt, äußerte sich, daß der Kongreß heutzutage das einzige wahre Par* lament am europäischen Kontinente ist. Die Reden der Mitglieder der Exekutive, die Generaldebatte, welche auf außergewöhnlich .hohem Niveau stand, ernste und sachliche Diskussion, gemäßigte Kritik, die Form, in der die Opposition auftritt — all das ist echter, unverfälschter Parlamentarismus, der anderen Ländern als Muster dienen kann. Die amerikanischen nichtzionistischen Agency*MitgUeder haben Vertrauen zum Kongreß. (Eigenbericht der «Stimme».), NewVork,3. August. In einer dem Vertreter der Jüdischen Telegraphen-Agentur gegebenen Erklärung führte Herr Felix M. Warburg aus: So weit Ich unterrichtet bin, Ist der Geist, der auf dem XVI. Zionistenkongreß herrscht, ein gutes Zeichen dafür, daß nun die vereinigten Kräfte sich der stetigen und erfolgreichen Entwicklung Palästinas widmen werden. Diese Entwicklung wird nicht allein der jüdischen Bevölkerung zum Segen sein, sondern auch den anderen Bewohnern des unter der Regierung Großbritanniens als Mandatarmacht stehenden Landes. Herr Louis Marshall, der zusammen mit Felix M. Warburg und einer größeren Zahl anderer amerikanischer Mitglieder des Council der Jewish Agency auf dem Dampfer «Majestic» die Reise nach Zürich antrat, erklärte, er sei guten Mutes und sehe der Züricher Tagung der Jewish- Agency vertrauensvoll entgegen« London, 5. August. (J. T. A.) Das Testament des vor einigen Tagen verstorbenen berühmten englisch-jüdischen Philantropen Bernhard Baron ist soben geöffnet worden. Er hinterläßt etwa 1 Million Pfund für philantropische Zwecke, davon vier Fünftel für allgemeine und ein Fünftel für jüdische Anstalten. 10.000 Pfund vermachte Bernhard Baron der Liberalen Synagoge und 50.000 Pfund der jüdischen Waisenhilfe. Einer der Kuratoren der Hinterlassenschaft ist Lord Reading. Am 4- August fand die Verbrennun^szeremonie im Londoner Krematorium statt. Die Aschenurne wurde auf dem jüdischliberalen Friedhof unter großer Beteiligung bei» gesetzt Von den Spenden, die Bernhard Baron 2u seinen Lebzeiten für jüdische Zwecke gegeben hat, sind zu erwähnen: 65,000 Pfund für ein jüdisches Kindersanatorium, 50.000 Pfund für Keren Hajessod, 10.000 Pfund für die Hebräische Universität zu Jerusalem, 11.500 Pfund für die Londoner liberale Synagoge, 7000 Pfund für das Londoner Jüdische Waisenhaus, 5000 Pfund für den Balfour-Wald in Palästina und 1000 Pfund für Ose-Institutionen in Osteuropa. 100,000 Pfund investierte Baron in Ruthenbergs Palestine Electric Corporation. Die Kommissionen Nachstehend geben wir eine vollständige Liste der Vorsitzenden der Kommissionen: 1. Permanenzausschuß: Vorsitzender: Dr. Mossinsohn; Stellvertr. Vors.: Goldiberg, Bubliik, Brudny. 2. Politische Kommission: Vors,: Dr. Ringel; Stellvertr. Vors,: Dr, Nurok, Dr. Arlosoroff. 3. Jewish Agaticy-Kom<mi8sion: Vors.: Dr. H a 1 p e r n; Stellvertr. Vors,; Sprinzak, Rabb. Dr. Mark. 4. Organisations-Kommission: Vors.: Dr. Barth; Stellvertr. Vors.: Dr. S. Moses, Dr. Hellmann. 5. Budget-Kommission; Vors.: D i z e n g o f f; Stellvertr, Vors,: Gesundheit 6. Finanz-Kommission: Vors,: Dr, Rufeisen; Stellvertr. Vors.: Schiff. 7. landwlrschaftliche Kolonisation: Vors.: Kaplan* sky; Stellvertr, Vors.: Schapira, Schocken, 8. Städtische Kolonisation: Vors.: Suprasky. 9. Immigration: Vors.: Dr. .T art a k oiw e r; Stellvertr. Vors.: Schechter, Untermann. 10, Erziehung-Kommission: Vors, Jawnieli; Stellvertr. Vors,: Raw Ostrowski, Frau Peritz. 11, Gesundheits-Kommission: Vors,; Dr, Brutz-km; Stellvertr. Vors.: Frau Freeman, Frau Jacobs. 12, Resolutions-Kommission: Vors.: Dr, Ringel. Aus Palästina Abermals Störung des Jüdischen Gottesdienstes an der Klagemauer, Je ru salem, 5. August, (J. T, Ä.) Während des jüdischen Gottesdienstes an der Klagemauer am letzten Freitagabend haben Araber zweimal versucht, die Andacht zu stören. Nach dom ersten Vorfall gelang es, einen Ruhestörer festzunehmen; er wurde sofort zu sieben Tagen Gefängnis verurteilt. Im Zusammenhang mit dem zweiten Störungsversuch wurden ein Jude und zwei Araber vor Gericht geladen. Jemsoten&r jüdische Schülerinnen in Hebron von Ambern überfallen. Jerusalem, 5. August. (J. T. A.) Eine Gruppe Schülerinnen der jüdischen Mädchenschule ln Jerusalem, die sich mit den Lehrerinnen nach Hebron begeben hatte, um die Höhle Machpeiah, die Begräbnisstätte der Erzväter und Erzmtitter zu besuchen, wurde auf dem Wege zur Höhle von einer Gruppe arabischer Burschen überfallen. Die Araber eröffneten gegen die Mädchen ein Steinbombardement, einer von ihnen schlich sich an die Mädchengruppe -heran und setzte die Kleider einer der Schülerinnen in Brand. Eines der Mädchen wurde verschleppt und konnte erst nach großen Anstrengungen den Händen der Räuber wieder entrissen werden. Die Schülerinnengruppe verließ Hebron, ohne Machpeiah besucht zu haben. Palästina-Wanderbewegung im Juni. Jerusalem, 5. August. (J. T. A.) Im Verlauf des Monats Juni kamen 282 Einwanderer, unter ihnen 205 Juden, nach Palästina. 254 Auswanderer, unter ihnen 179 Juden, verließen in dem gleichen Monat das Land. Die Herzl-N ummer der »Stimme« mit Aufsätzen von Adolf Böhm, Z. F. Finkeistein, Dr. Leo Goldhammer, Dr. Martha Hoffmann, Doktor Dawid Rothblum u. a. ist noch in einer kleineren Anzahl von Exemplaren erhältlich. Bestellungen in Sr Administration BbHes. Clusiusbad