Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 2 (1929)
- Issue
- Heft 85 (6.8.1929)
- Date
- 1929-08-06
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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Nr. 88 DIfe STIMME Seite r kommen Sie zu uns! Badeanzög«, Frottlermäntal, Pyjamas, Damen-, WftrAOhJlllf Herfen- und KlnderWIsohe, Strumpf- und Sirlükweren etc, En groe - en detail Bergmann I«* fMUMMSTKIQ 8 (Ecke Seltenste tt engasse Der 25. Todestag Herzls Bevor Sie reisen - lahmte meiner Beulen ihwmiim) Die 5. Konferenz der Wizound der 16. Kongreß (Ori^inalbe rieht der «Stimme».) Es ist eigenartig — kein. Zufall, aber auch keine Nachahmung —, wenn die Probleme der 5. Konferenz der Wizo denen des Kongresses in auffallender Weise analog waren. Die Konferenz der Wizo wurde durch das Problem der Zusammenarbeit mit den Nichtzionistinnen in der Galuth und mit dien sozialarbeitenden, städtischen Frauen Palästinas beherrscht Die Kernfrage: «Was ist die Wizo? Zweckverband fttr Palästina-Hilfe, Geldsammeiinstitut? — oder Zionistische Frauenbewegung, deren Aufgabe es ist, außer der Geld- Sammlung die Ideologie des Zionismus unter die jüdischen Frauen aller Schichten zu tragen?» diese Kernfrage wurde nachdrücklich, ehrlich und konsequent gestellt, tind es Ist .vor allem-das Verdienst der österreichischen Delegation und der glänzenden Ausführungen deren Sprecherin, Dr. Martha Hofmann, wenn die Wizo den «Mut der Konsequenz» fand, lieber darauf zu verzichten, einfach um den Preis der Verwässerung ihrer Ideologie die Nicbtzionistinmen zu resorbieren. Vielmehr wurde der Weg gesucht, eine Kooperation mit diesen palästinophUen Frauengrüppen, analog etwa der Jewish Agency, vorzubereiten. Höchst schwierig, schwieriger als das erstgenannte Problem, gestaltete siCh die Frage der Zusammenarbeit mit der städtischen Frauenorganisation «Histadruth Nasohim Ivrioth» in Palästina. Hieß es bloß, das Arbeitsgebiet'der^W.izo im Bereiche der Kinderhilfe erweitern — oder hieß dies am Ende, den Akzent der Wizo-Arbeit in Erez Israel verschieben? Gerade die führenden Frauen der palästinensischen Wizo (Histadruth ^Arzith) schienen das letztere zu befürchten. Eine Frau vom Range und von der Persönlichkeit Hanna Meis.ei- Schochats gab diesen Befürchtungen Ausdruck, und wenn es einleuchtend schien, daß Ada Rschmann ihre Genossin hierin noch übertraf, so blieb die ganz analoge Stellungnahme Hadassa Samuels und Chaja Lichtenstein-Weizmanns überraschend. Dennoch kam auf' Grund eingehender Besprechungen mit den Vertreterinnen der Histadruth Naschim, die bis in'den frühen Morgen währten, eine Einigung zustande, auf Grund deren die Wizo das Budget für das Säuglingsii-eim '.'der H.. I. ln. Jerusalem und für die Tagesgrippe in Tel-Aviv übernimmt, wofür die H. N. I. sich zur «Affiliation», zunächst im Rahmen eines gemeinsamen Councils, bereit erklärt, und — 'was das Wesentliche ist auf eigene Agitation und Geldsammlmg in der Galuth — mit Ausnahme von Amerika — verzichtet. Dieser letztere Punkt gewährt die Perspektive einer endlich zu erzielenden, einheitlichen Frauenorganisation unter Führung der Wizo in allen Ländern außerhalb der Vereinigten Staaten. (Kanada, dessen hervorragende Führerin, Mrs, Freman, wesentlich zu dieser Einigung beitrug, gehört der Wizo an.) Für weitere Zukunft bleibt noch die Zusammenarbeit mit der amerikanischen «H ad ässah» anzustreben. Besonderer Nachdruck wurde auf der Konferenz zum erstenmale in diesem Ausmaße den Fragen der Kulturarbeit und Propaganda verliehen. Hier wurden drei überaus interssante, inhaltsreiche und geistig hochstehende Referate gehalten, u. zw. von Frau Benzion (Kanada) über ihre Propaganda im Orient, von Gerda Arlosoroff über Palästina-Information und Dr. Matha Hofmann über Kulturarbeit und» Propaganda in der Galuth. Namentlich die beiden letzten Referate fanden nachhaltigen Anklang und hoben wesentlich das Niveau der Tagung. Unter den angenommenen Resolutionen sei namentlich die österreichische (eirigebracht von Frau Löwenherz) erwähnt, die die Reinhaltung der zionistischen Ideologie der Wizo,/ die Namensänderung ln «Womens Interterritorial (statt wie bisher International) Zionist Organisation und die Bildung einer gemischten Kommission zwecks Ausarbeitung der Formen der Zusammenarbeit mit den neutralen Frauengruppen verlangte. Es ist bemerkenswert, daß die Vertreterin der Schweizer palästinophilen, neutralen Frauengruppe, Frau Anna Mayer, die seit Jahren überaus erfolgreich für die Frauenarbeit-in Palästina wirkt, sich mit diesem Abkommen einverstanden erklärte, so daß das Gelingen ier Kooperation wohl zu hoffen ist. Ferner ist die Annahme der Resolution Frau Sieff [London) über die Bedingungen des Palästina-Councils ron ausschlaggebender Bedeutung. Die zionistischen Frauen haben sechs Tage hindurch schwere Arbeit geleistet und in hingebungsvoller .Weise ihre Kräfte in den Dienst der großen Sache gestellt. Es ist zu hoffen, daß die Wizo künftighin in eine geregelte Beziehung zur allgemeinen zionistischen Organisation'treten wird und daß ihr in allen zionistischen Körperschaften die gebührende Repräsentanz emgeräumt werde. Noch sind wenige weibliche Delegierte (aus Palästina, Kanada, U'. S. A„ England, Oesterreich, Jugoslawien) auf dem Kongresse vertreten. Dr. L. R- '*»rich.) Herzl-Feicrn in ganz Palästina J e r u s a 1 e m, 3. August. Im ganzen Lande wurde der 25. Todestag Herzls unter starker Beteiligung aller Bevölkerungskreise gefeiert. Alle jüdischen Institutionen waren an diesem Tage geschlossen. In den Schulen wurden überall Vorträge über die Bedeutung Herzls gehalten. Große Herzl-Akodemie in New York N e vv Y o r k. Hier fand eine imposante Herzl-Akademie statt bei der verschiedene Vertreter des amerikanischen Judentums Ansprachen hielten. Der New Yorker Bürgermeister und Gouverneur schickten Sympathie- Die Trauerfeier am Kongreß für die verstorbenen Zionistenführer Zürich, 4. August. (Eigenbericht.) Bei der heutigen, Plenarsitzung hielt Nahum Sokolow eine längere Ansprache, welche zionistischen Führern gewidmet, war, die seit dem letzten Kongresse gestorben sind. Unter anderem gedachte er voll Trauer der großen Verdienste des Professor Chajes, Ingenieur Tomkin, Oberrabbiner Schmelkes und Dr. Dawidsohn. Schließlich gedachte Sokolow der zionistischen Märtyrer Sowjetrußlands, die in dep Gefängnissen und in Verbannung gestorben sind. Die Trauerrede Sokolows dauerte eine halbe Stunde und standen diese ganze Zeit über alle Delegierten im Saale. Der Kongreß trägt Herzl In das Goldene Buch des Nationalfonds ein Z ü r 1 c h, 2. August. (J. T. A.) ln der Sitzung des Kongresses von Freitag verkündete der Vorsitzende Motakwi, daß im Namen dies Kongresses und der Exekutive der Zionistischen Organisation der Name Theodor Herzls in das Goldene Buch des Jüdischen Nationalfonds als Symbol einer geschichtlichen Epoche eingetragen werden wird. Ansprache Sir John Chancellors an eine Abordnung der englischen Zionistischen Föderation DJo Palästkraverwaitung wird immer auf dem Mandat gegründet seän, — Stabilistehang und Sichetffe&t in Palästina wie noch nie zuvor. London. (J. T. A.) Der Oberkamm issär für Palästina Sir John Chancellor, der jetzt seinen Urlaub in England verbringt, empfing eine Abordnung der Föderation dier englischem Zionisten, bestehend aus dem Vorsitzenden des Propaganda- und E rzi-e hu ngskoan 11 e$s Rev. M. L. Perbweig und erklärte ihnen folgendes: «Die Verwaltung Palästinas wird sich stets von den in dem Mandat niedergelegten Prinzipien leiten lassen. Der Oberkommissär verbürgt sich dafür, daß die vom der Abordnung vargebrachtem Ansichten betreffend Einwanderung,, Beschäftigung jüdischer Arbeiter, Lamdesgesetzgebumg, jüdisches Gemeindegesetz und eine Anzahl politischer Fragen sorgfältigster Beachtung seitens der kompetenten Faktoren teilhaftig werden würden und schloß: loh freue mich darüber, daß im Verlauf des vergangenen Jahres beträchtliche Fortschritte in Palästina gemacht worden seien und daß in Palästina nunmehr ein Gefühl der Stabilität der Verhältnisse und der allgemeinen Sicherheit herrsche, wie es im Lande seit vielen Jahrein nicht mehr bestanden hat.» Die zweite Internationale und sozialistische Pro-Palästina- Komitees Zürich', 1. August. (J, T. A.) Friedrich Adler, der Generalsekretär der Zweiten Internationale, wandte sich an die Exekutive der Internationale, die gegenwärtig in Zürich eine .Tagung abhält, mit dem Ersuchen, über Ziele und Arbeit der sozialistischen Pro- Palästina-Komitees genaue Informationen einzuhoien. Die Exekutive der Internationale wandte sich ihrerseits an die Leitung der Poalö-Zion-Weltorganisation, mit der Bitte, das Memorandum Adlers entsprechend zu beantworten und das erbetene Material beizustellen, ln Kreisen des Zionistenkongresses hat der Schritt Adlers großes Interesse hervorgerufen, um so mehr, als seine Absichten bezüglich des erbetenen Memorandums unbekannt sind. kundgebungen. Auch in allen anderen amerikanischen Städten fanden Kundgebungen anläßlich des Todestages statt. Ein Radiovortrag über Herzl Berlin (Eigenbericht). Zur 25. Jahrzeit Herzls hielt Herr Sch. Fischer einen halbstündigen Radiovortrag über Herzls Leben und Tätigkeit. Dieser Vortrag wurde durch die größte deutsche Radiostation weiter geleitet. (Anm. d. Red.: Unsere österreichische Radiostation will scheinbar nichts von jüdischen Dingen verlauten lassen, obzwar ein Großteil ihrer Abonnenten Juden sind. Wie lange werden wir uns das bieten lassen?) Die Arbeits-Kommissionen Züricto, 1. August. (J. T. A.) Nach Beendigung der Sitzung von Donnerstag Vormittag beschloß der Kongreß, die nächste Sitzung erst am Freitag Nachmittag stattfimdem zu lassen, damit die Kommissionen ihre Arbeiten fortsetzen können. Nach Schluß der Plenarsitzung haben denn auch die Kommissionen sofort ihre Beratungen angenommen. Die Finanzkammission beriet die Anleihefrage. Das Problem steht so, ob man die Bestrebungen auf die Erlangung einer vom Völkerbund garantierten Anleihe richten oder sich mit einer inneren zionistischen Anleihe begnügen solle. Die Referenten der fmanizrw.isrtschafttichen zionistischen Institutionen wurden eingeladen, ihre Berichte zu erstatten, damit eine fachliche Prüfung und Kritik möglich ist. Die Kommission beriet inzwischen über die Vorschläge Florentis betreffend einer Vermehrung der Einkünfte der. zionistischen Fond”' Die Frage des Verhältnisses des Nationalfonds zur Exekutive (Eigenbericht der «Stimme».) Z ü r i c h, 1. August. In einer speziellen Beratung der cnglischen. Kongreßdel©gierten fand eine scharfe Auseinandersetzung zwischen M. M. Ussischkin, Leiter des Keren Kajemeth, und Harry Sacher, Mitglied der Palästina-Exekutive, über die Postiion des Jüdischen Nationalfonds statt. Sacher vertritt den Standpunkt, daß der Nationalfonds in einem Verhältnis der festen Verbundenheit zu der zionistischen Exekutive stehen solle, da sonst eine systematische Zusammenarbeit in Palästina, insbesondere auf dem Gebiete der Kolonisation, unmöglich sei. Ussischkin dagegen beharrte auf der Unabhängigkeit des Nationalfonds von der Exekutive und motivierte dies damit, daß die Hauptaufgabe des Nationalfonds die Schaffung einer Bodenreserve für das jüdische Volk sei und demnach von der laufenden Kolonisationsanbeit unbeeinflußt bleiben müsse. Ussischkin wies darauf hin, daß der Nationalfonds nur dank seiner eigenen Politik, unbeeinflußt von den Tagesaufgaben der Exekutive, in den letzten Jahren große Bodenkäufe tätigen könnte. Beide Standpunkte zählen Anhänger innerhalb der Exekutive. Man ist eifrig bemüht, einen beiden Seiten gerecht werdenden Ausgleich zu finden, um zu verhüten, daß der Nationalfondskonflikt vor das Plenum des Kongresses getragen werde. Einführung einer neuen Zigarrensorte Deutsche Raucher, die alljährlich in großer Zahl zum Sommeraufenthalte nach Oesterreich kommen, haben bisher trotz aller Wertschätzung der österreichischen Erzeugnisse immer Zigarren mit deutscher Fasson und Geschmack vermißt. Um dem Wunsche dieser Besucher zu entsprechen, hat sich die österreichische Tabakregie entschlossen, 3 neue Zigarrensorten, und zwar: «Gaisberg», «Großglockner» und «Frau Hitt», welche der deutschen Geschmacksrichtung Rechnung tragen sollen, zu erzeugen. Als erste dieser drei Sorten wird am 4. August 1. J. die «Gaisberg»-Zigarre zum Preise von 28 g per Stück in den Verschleiß gesetzt. Die «Gaisberg» ist eine aromatische Zigarre von länglicher, voller Fasison mit Stumpfschluß und leichtem, angenehmem Geschmack. Sie trägt einen Ring, auf welchem der «Gaisberg» mit dem Salzburger Landeswappen dargestellt ist. Die Zigarre ist in eleganten Erlenhoizkistchen, welche nach Entwürfen des Graphikers Josef Binder ausgestattet sind, zu 20 Stück eingelegt. Die Innenseite des Kistchendeckels ziert ein Motiv vom «Gaisberg» des Malers Rocca-Humpoletz in Offseth»7ipiv‘""sweise Kupfertiefdruck. iCEntgettiich^