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Die Stimme · 1929-07-30 · Heft 83 (30.7.1929) · page 7

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Journal
Die Stimme
Volume
2 (1929)
Issue
Heft 83 (30.7.1929)
Date
1929-07-30
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
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Nr. 88 PIE STIMME Die Konferenz des Jüdischen Nationalfonds (Eigenbericht der «Stimme».) sitiöfl zu betreiben. Dem Zionismus stehen schwere Zeiten bevor. Aber KKL bleibt die Säule des Zionlfran. V. Weltkonferenz der Wizo (Eigenbericht; diet «Stimme».) Misrachi und der XV|. Kongreß Aeu&erungen von Rabbi Meir Berlin und Qedalla Bublik SeKe 7 x nistische Weit sowie Palästina sehen erschüttert auf. Der KKL erleidet das Schickse! der Bibel. Alle verehren sie, aber man studiert sie nicht. Wir gehen zum Kongreß l’doran Ttfilla ul’fflüchamah (mit Geschenken, mit Gebeten, aber auch mit Kampfeswillen): Kampf für die Schaffung von Möglichkeiten zur Erwerbung hunderttausender neuer Dunatn Boden. Die Erde Erez Israels fleht uns seit Jahren an: Erlöset mich! Der Zionismus hört und schweigt. Was wir nicht getan, das tat der Mufti durch den Kauf im Sarontal. Ich zweifle nicht an den guten Beziehungen zu mir, aber der beste Dank wäre die Erwerbung der drei Ebenen. Ich glaube an unseren Sieg auf dem Kongreß und Im Leben. Die Zionisten Südafrikas Überwiesen die ersten 7000 Pfund. Es lebt ein jüdisches Volk, man müsse nur verstehen, dessen Herz zu erschließen. KKL ist der Schlüssel. Wie Wedgwood schon richtig sagte, der Schlüssel muß in unserer Hand sein, mit diesem werden wir das Land erschließen. Chasak!» Die Konferenz stimmt den Sang der «Hatikwah» daß 4er Aufbau Palästinas i/m Mittelpunkt des jüdischen Lebens steht, kommen zu uns und wollen helfen. Ueberall, wo Hilfe gebracht wird, entsteht ein leiser, Zweifel, Ob man, wenn man die Hiülfe an nimmt, nicht etwas von der eigenen Kraft verlieren wird. Deshalb muß wie überall auch im der Wizo die Gelegenheit ergriffen werden, zur Vertiefung der zionistischen Ideologie und alles, was die Wizo an Spezifischem schaffen und ausbildcn will, ' muß mit dem Gedanken an die Grundlagen geschieihnn, diie unser Werk geschaffen haben. Doch wir dürfen wicht vergessen., daß wir nicht alle in Palästina leben können und leiben wenden. Und die Juden draußen dürfen uns nicht verloren gehen. Sie bücken mit Spannung auf Palästina als den Mittelpunkt des jüdischen Lebens. Das aber erheischi von uns unsere Arbeit in ihrem gesamten weiten Umfang: Aufbau Palästinas, Aufbau des Judentums ln der Diaspora, Aufbau des jüdischen Volkes in Erez-Israet, Erhaltung des jüdischen Volkes, wo es auch leben mag. Hoffentlich wird die Wizo dieser Arbiet und diesem Werke ihre Kräfte und ihre Inspiration geben. (Stürmischer und sich Immer wieder erneuernder Beifall.) Infolge Raummangels ForSetzung in der nächsten Nummer. (Die Red.) Zürich, 24. Juli. M. M. Usslschkln, der Leiter dis Jüdischen Nationalfonds (Keren Kajemeth), Sföffflete am 23. Juli in Zürich die Konferenz des Jüdischen Nationalfonds. Er wies auf die Gefahren hin, die der Institution von «Geulath Haarez» (Auslösung des Bodens) seitens der arabischen Organisation für Bodenkauf drohen. Er stellte dem Nationalfonds drei Hauptaufgaben: Die jüdischen Siedlungen im Emek Jesreel sollen in der weise gekräftigt werden, daß den Kolonisten eine Bodenfläche von 25 Prozent des bisherigen Bodenbestandes der Kolonien neu zugeteilt werden. Der bisherige Bodenbesitz ist unzureichend. Auch die aiten jüdischen Kolonien benötigen mindestens 20.000 Dunam neuen Bodens, zu dessen Beschaffung 100.000 Pfund notwendig sind. Im allgemeinen benötigt man eine Million Pfund zur Sicherung von Boden für jüdische Kolonisation. Zur Aufbringung dieser Summe sei eine Losung für die nächsten zwei Jahre auszugeben für den Ankauf von Böden bei Acco und Gaza, sowie rings um die Arbeitsgebiete von Ruthenberg und Nowomeyski. Die Bedeutung dieser Böden wird sehr groß sein. Man muß sich beeilen, bevor es zu spät ist. Naive Menschen erhoffen ein großes Resultat von Böden, die die Regiterung zur Verfügung stellen wird auf Grund des Mandats, das ihr die Pflicht auferlegt, Staats* und Brachböden für eine dichte jüdische Kolonisation herzugeben. Man darf nicht aufhören, die Regierung an ihre Pflicht zu gemahnen, aber man soll davon keine Wunder erwarten. Der Nationalfonds benötigt ferner 100.000 Pfund für Ameliorierung in seinen Besitz gekommener Böden. Nicht die Kolonisationsform ist heute Wichtig, sondern von größter Wichtigkeit ist die Frage, ob der Boden in Palästina jüdisch oder nichtjiklisch sein wird. Zur Konferenz des Nationalfonds hatten sich etwa 100 Delegierte eingefunden. Am Präsidiumstisch hatten Miß Henrietta Szold, Dr. Stephen, S. Wise, Rabbi Meir Berlin, Wilkansky, Leib Jaffe, Leiter des Keren Hajessod, und Mrs. Freeman aus Kanada Platz genommen. Miß Szold begrüßte die Konferenz im Namen der Exekutive und betonte die Wichtigkeit der Erneuerung des jüdischen Menschen durch seine Verwurzelung mit dem Boden und der Erziehung der jungen jüdischen Generation in Palästina. An der Aussprache nahmen Ussischkin, Granowsky, Schein (London), Baer (Deutschland), Wilkansky (Palästina) teil. Hauptsächlich wurde die Frage des privaten jüdischen Grundbesitzes in Palästina erörtert. Harzfeld (Palästina) sprach sich gegen den privaten jüdischen Großgrundbesitz aus sozialen wie nationalen Gründen aus und erwähnte dabei die großen Bodenkäufe Lord Melchette und anderer jüdischer Kapitalisten. Er wies auch darauf hin, daß sogar die europäischen Großstaaten nach Mitteln suchen, um dem Vordringen des privaten Großgrundbesitzes Einhalt zu gebieten. Rabbi Meir Berlin polemisierte gegen Harzfeld und führte aus, auch der private jüdische Großgrundbesitz bedeute «Geulath Haarez». Ussischkin versuchte in seiner Antwort an die Kritiker von links und rechts vermittelnd und mäßigend zu wirken. Er könne, so führte er aus, nicht umhin, zu betonen (er führte Beispiele unter Nennung von Namen an), daß nur der Nationalfondsboden als für das jüdische Volk gesichert anzusehen ist, während man bei privatem Bodenbesitz mit Erbansprüchen sogar getaufter Kinder zu rechnen habe. Granowsky empfahl, daß der Nationalfonds neue Vereinbarungen mit den jüdischen Siedlern treffen solle, denen gemäß die Siedler berechtigt sind, ihre ’Pachtrechte zu vererben, zu verpfänden und sogar zu verkaufen. Indem der Nationalfonds den Siedlern diese Privilegien gibt, wird er auch diejenigen Kreise für sich gewinnen, die bisher den Eigenbesitz an Boden vorgezogen haben, Die ln den Referaten empfohlenen Resolutionen gelangten schließlich zu einstimmiger Annahme. Die Weltkonferen* des Keren Kajemeth Lejisrael (Jüdischer. Nation&lfonds) befaßte sich mit den Beziehungen des Nationalfonds zur Jewlsh Agency. M. M. Ussischkin führte aus, der Nationalfonds oleibt das einzige Institut für Bodenerwerb der Zionistischen Organisation. Er gab der Hoffnung Ausdruck, daß die Zionisten der ganzen Welt ihre Anstrengungen darauf richten werden, ditt Natlonalfondi in dieser entscheidenden Epoche zu stärken« Ei lit ferner Aufgabe der Zionisten, die Autonomie des Na* tionalfonds m schützenj die Direktoren sollen aus« schließlich durch zionistische Instanzen gewählt werden» Leo Motfkin begrüßt als Präsident de» A. C. die KKL-Tagung und bezeichnet den KKL als das Lieblingskind aller Zionisten. Redner lobt den fruchtbaren Starrsinn Usslschkins im Dienst« des KKL. Ussischkin wählte lieber diese Arbeit, anstatt oppomus. Wir werden uns alle mit dem ganzen Feuer in die Arbeit für den KKL hineinbegeben. Ussischkin schließt die Konferenz mit einer eindrucksvollen hebräischen Ansprache. Er spricht den Wunsch aus, daß der Nationalfonds durch Vereinigung der Kräfte in die Höhe gebracht werde und schließt: Wir stehen am Scheidewege. Motzkin sagt: «Zionisten», ich sage: «KKL». Entweder der Nfttlon&lfonds steigt in die Höhe oder er verschwindet von der Tagesordnung. Hinauf oder hinunter, eine Zwischenlage gibt es nicht. Man hat sich mit einer neuen Familie verschwägert, eine reiche, gute, adelige Familie, aber eine andere , . . Die zio- Zürkrh, 23. JuiM. | Montag, den 22. Juli, nach 0 Uhr abends, wurde im Gd/toen Saale des Hauses Zur Kaufte Uten in Zürich die fünfte Wehikonferenz der Wizo (Womens International Zionist Organisation) von der Ehrenpräsident in der Organisation, Lady Herbert Samuel, eröffnet. Es waren 00 Delegierte aus ata Teta der Welt erschienen. Lady Sa/m/ud eröffnete dfe Sitzung mit einer kurzen hebirälsohen Ansprache und wies dann, deutsch: fortfahrend, darauf hin, daß das Werk der Wizo ln den letzten awei Jahren an Ausdehnung wesentlich gewonnen hat, vor allem aber, daß die Wtoo-Organlsation ein Mittelpunkt geworden J«t, um dite Meinung der jüdischen Frau zum Ausdruck ai bringen. Im Namen der Exekutive der Zionistischen Weltorganisation begrüßte Frau Henriette Szold die Konferenz mit einer weit angelegten Ansprache, die begeistert ausgenommen wurde. Unter anderem sagte sie toCigiendss: Unser Land geht wieder der Genesung entgegen. Und es steht uns eine herrliche Zukunft bevor. Wir brauchen nur Kräfte, uni sie zu verwirklichen. Wieder bieten steh uns Gelegenheiten, um Herzls Altnetriand in die Wirklichkeit umzusetzen. Die anderen, die bisher nicht verstanden Zürich, 26. Juli. (J T. A.) In einem Gespräch des JTA-Vertreters mit dem Präsidenten des Welt- Misrachi Rabbi Meir, Berlin, äußerte sich dieser Führer des religiösen Zionismus über die Stellung des Misrachi zu den Problemen des XVI. Zionistenkongresses ungefähr wie folgt: Misrachi hat bei den Wahlen 2um XVI. Kongreß sehr gut abgeschnitten; Misrachi-Kandidaten wurden sogar in Ländern gewählt, in denen eine Misrachl- Organisation nicht besteht. Dies beweist das tiefe Interesse des religiösen Judentums für Zionismus und Palästina-Aufbau. Die wichtigsten Misrachi-Probleme des XVI. Kongresses sind das Budget für religiöse Angelegenheiten und Erziehungsarbeit, das Kolonisationswerk des Hapoel Hamisrachi und die Frage der Exekutive. Die Erziehungsfrage ist nicht eine Finanzfrage, sondern die Frage, ob Misrachi die Möglichkeit erhält, seine besondere Erziehungsarbeit fortzusetzen, ohne in der inneren Einrichtung der religiösen Schulen von irgendwer» abhängig zu sein. Die Exekutive gibt diesem Problem die politische Note, indem sie sich sogar der Hilfe der Regierung bedient, um das Misrachi-Schulwesen zu bekämpfen, ungeachtet dessen, daß es ihre Sache ist, voUkom* mene Freiheit für die innere Einrichtung der Schulen zu verlangen. Der Kongreß steht hier vor einem schwierigen Problem; Misrachi ist entschlossen, seinen Standpunkt kräftig zu betonen. Was das Budget Anbetrifft, so weiß Misrachi, daß der Keren Hajessod nicht imstande sei, das Budget für die religiöse Erziehung ganz zu decken; Misrachi wird darum die Sammlungen für den «Keren Erez Israel schal Hamisrachi» fortaetzen, aber dennoch eine Leistung des Keren Hajessod für die religiösen Bedürfnisse als der Grundlage von «Sinjan Haarez* fordern. Ir wird auch fordern, daß die Kolonisierung des Hapoel Hamisrachi nicht gegenüber der übrigen Kolonisation benachteiligt werde. Ueber die Stellung des Misrachi zü der Präge der Bildung der Exekutive führte Rabbi Meir, Berlin, aus: Selbstverständlich hält Misrachi an seiner bisherigen Meinung fest, daß eine zionistische Arbeit ohne Teilnahme aller großen zionistischen Parteien zu Mißerfolg verurteilt ist. Insbesondere jetzt, wo Palästina durch die Beteiligung der Nichtzionisten Sache des ganzen Volkes wird, fällt es schwer, sich vorzustellen, daß das religiöse Judentum ohne Einfluß bleiben sollte. Wir bedauern es, daß die Agudas Jisroel nicht in die Agency geht, um die religiöse Position zu verstärken. Ich begrüße die Rabbiner, die in die Agency eintreten; Misrachi wird mit ihnen Hand in Hand gehen. Ich glaube, daß auch die Agudah schließlich ihren Fehler erkennen und sich der gemeinsamen Aktion für den Aufbau Erez Israels anschiießen wird. Her Gedalia Bublik, der Präsident des amerikanischen Misrachi, erklärte, Misrachi nehme zu der Frage der Agency einen positiven Standpunkt ein. Erez Israel ist Sache des Klal Israel. Wir hoffen, daß die Nichtzionisten die religiösen und kulturellen Forderungen stützen werden. Die Abreise einer jugendlichen Zionistengruppe nach Zürich Unter Führung des Vereines «Erez Israel» begab sich eine geschlossene Gruppe Wiener zionistischer Jugend zum Kongreß nach Zürich. Es war ein erhebender Anblick, als eine große Schar Jugendlicher unter den Klängen der Hätickwäh die bi&u-Welß geschmückten Sonderwaggöns des Zuges nach Zürich bestieg. Ein Mitglied des Land&ftömltees erschien zur Verabschiedung am Bahnhof. Wie wir erfahren, wurden die Reisenden unterwegs an allen Stationen durch zionistische jugendverbähde begrüßt. Ein Großteil hat sich in Zürich dem Kongreßbürö zur Verfügung gestellt.! Unser aliverehrter Qberrabbiner Wilhelm Reich Wurde uii« nach fajst 50jähriger Amtstätigkeit nädb \ kurzem Leiden durch den Tod entrissen. D«r Vorstand der Israelitischen Kultus- gemeinde Baden bei Wietu I 1

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