Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 2 (1929)
- Issue
- Heft 82 (25.7.1929)
- Date
- 1929-07-25
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 80 die tranig qm SeHetnä kommen Sie zu unel BsdoancOff* PpQttltrmanttl, Pyjamas, Da man-, Warafiliana Herren- und KlnderAVasche, Strumpf- und und Strtflkwaren etc. Strumpf- En gros an detail Bergmann K% AABBNSYBia S (Eoke Seltenetettengnase) Bevor Sie reisen - Infolge meiner Regien ipottniuuf f Hin internationaler Studentenkongreß in Oesterreich Vom 30. Ju-ii bis 7. August wird in Krems eine Tagung des Weltstudentenwerfces stattlinden. Diese Organisation arbeitet auf der Basis völliger Unparteilichkeit, ohne Rücksicht auf Nationalität, Rasse, oder Religion. Das Weltstudentenwerk ist in sämtlichen europäischen Ländern tätig. Die Kremser Tagung wird sich unter anderem auch mit dem Antisemitismus auf den Hochschulen, wie auch mit den Konferenzen von jüdischen und nicht](Rüschen Studenten beschäftigen, Professor Heinrich Loewe 60 Jahre Berlin, iJuli. (J. T. A.) Professor Heinrich Loewe, der hervorragende jüdische Gelehrte, einer der Pioniere des Zionismus in Deutschland, vollendet am 11. Juli sein 60. Lebensjahr. Prof. Loewe wunde in Gr.-Wansleben, Provinz Sachsen, geboren und ist ans einer rein deutschen Umgebung und Erziehung hervorgegangen. Noch vor Henzl hat er für die Entwicklung und Ausbreitung der Palästina-Idee in Deutschland gearbeitet. Der modernen zionistischen Bewegung schloss er sich sofort nach deren Begründung an. Seit 22 Jahren ist Professor Dr. Heinrich Loewe Unive rsitätsbibli o t hekar in Berlin. Er ist ein führendes Mitglied der jüdischen Volkspartei, Mitglied der Preußischen Landesversammlung jüdischer Gemeinden und einer der glänzendsten Redner in der Repräsentanten-Versammlung der Jüdischen Gemeinde Berlin. Er ist Präsident der Montefiore- Loge und der Soncino -Gesellschaft und Redakteur der Monumenta Hebraica (Erstdrucke der hebräischen Literatur) in Berlin* Außer einer Reihe von Werken: «Die Sprache der Juden», «Juden in der katholischen Legende», «Schelme und Narren mit jüdischen Kappen», «Reste vom alten jüdischen Volkshumor», «Jüdische Voliksarbeit im Land« Israel», «Judentum und Orientalia» und viele andere Druckschriften, die teilweise mehrere Auflagen erfuhren, war Loewe vielfach Schriftleiter bei verschiedenen Zeitschriften, so 1894 bis 1895 «Jüdische Volkszeitung», 1895 bis 1896 «Zion», 1902 bis 1923 «Jüdischer Student», von 1902 bis 1908 «Die Jüdische Rundschau» u. a. m. Schon 1892 dichtete Heinrich Loewe national jüdische Lieder, die in seinem «Liederbuch für Jüdische Vereine» (erste Auflage 1894) mit erschienen sind. Breslauer Ortsausschuß für Russisch-Jüdische Flüchtlingshilfc Breslau, . Juli, (J. T. A.) In Breslau besteht seit kurzem ein Ortsausschuß für russisch-jüdische Flüchtlingshllfe. Die ‘ Gründungsvereammlung, die in den Räumen der Lessing-Loge stattfand, wurde von Justtzrat Peiser geleitet. Rechtsanwalt Dr. Alfred Klee, Staats- Tal Dr. Jacob Teitel und Rechtsanwalt A. Goldenweiser, die zur Einleitung der Aktion aus Berlin gekommen waren», gaben einen Ueberbliak über das gesamte Flüchtlingsproblem,, sowie über die Tätigkeit des Verbandes russischer Juden ln Deutschland, der seit nunmehr neun Jahren bemüht ist, aus eigenen Kräften der Not der Flüchtlinge abzuhelfen. An der Aussprache nahmen Dr. Posener namens der Breslauer U, 0. B. B.- Loge, der Gemeinderabbiner Dr. Vogelstein und der Seminar-Dozent Dr. Rabin teil, Es wurde beschlossen, eine Sammelaktion zu veranstalten und mindestens zweihundert Förderer-Mitglieder für den Ausschuß in Breslau zir werben. Der Ortsausschuß setzt sich aus folgenden Persönlichkeiten zusammen; Justizrat Peiser als Vorsitzenden, Dr. Israel Rabin als stellvertretenden Vorsitzenden, Lippmann Bloc, Bankdir., J. Fränkel, Geh, Justizrat Heilberg, Dozent Dr. Heinemann, Dr. B. Ltegner, Dipl. Ing. Mach, Obenreglerungsrat Marcus, Frau Paula Qllendorf, Prof, Dr, Roscnthal, Dr, Hugo Schachtel, Generalkonsul Smoaöhewcr, Bankdirektor M. Steuer und die Rabbiner Dr. Vogelstein, Dr. Hoffjnann, Dr. Sänger, Dr. Simonsohn. Auszeichnung eines jüdischen Studenten in Berlin Der amtliche preußifche Prefledicnft teilt mit, daß das yreußifdie Staatsminifterjum dem Berliner Studenten Leib Flidcrtnaus die große Rettungsmedaille am Bande wegen Rettung eines Menfcben unter Lebensgefahr vom fieberen Tode des Ertrinken« verliehen hat. Im «Neuen Jüdischen Theater» (Prateretraße 60) wird das erfolgreiche Gastspiel des jüdisch-amerikanischen Schauspielers Herrn Nathan Eisikowicz fortgesetzt. Samstag, den 27. Juli gelangt das vieraktige Lebensbild «Die drei Chassenes» von F, Zalatarow, Musik von M. Kreindler, zur Aufführung. Die Novität wird bi3 Dienstag, 30. Juli wiederholt. Mittwoch, den 31. Juli, Elirenabcnd der Schauspielerin Frau Saida Weinberg, Wien und das Jüdische Theater. M. Singer spricht Donnerstag, den 25, ds„ um 816 Uhr abends im Fosisaal der Voiksbiblioth-ek «Zion», II., Kl. Mohrengass c 3, Mw: -»Wien und das jüdische Theaters, Gäste Willkommen. Eintritt frei. Kleine Nachrichten Meeting des «Hechaluz». Anläßlich der Anwesenheit von -mehr als 30 jungen Chawerim aus Palästina veranstaltete der österreichische «Hechaluz» am 16. <H. ein großes Meeting. Es sprachen Benari und Resniczenko. Benari (Ejn-Charod) sagte, indem er von der neuen Alijah sprach: Palästina ist nicht mehr eine Angelegenheit der Zionisten allein. Erez-Israel wird aufgebaut und wird aufgebaut werden. Aber es ist der Zeitpunkt nicht ferne, wo es im Mittelpunkte internationaler Interessen stehen und dem internationalen Arbeitsmarkte geöffnet sein könnte, so daß mit der Möglichkeit gerechnet werden muß, daß auch fremde Arbeit (außer der arabischen) ins Land kommt, wo es ein Auswanderungsland wird, wie etwa Amerika oder Argentinien. Es ist daher Sache der jüdischen Arbeiterschaft und der CJialuzbewegung, dl« frei werdenden Positionen für die jüdische Arbeit zu erobern. Die Chaluzbewegung muß alles daransetzen, sich in der nächsten Zeit zu verdoppeln. Das Schicksal Palästinas Ist ausschließlich in unseren Händen gelegen. Resniczenko wies auf das Wunder hin, daß der Gedanke des Hechaluz, Insbesondere auch die westjüdische Jugend, von Grund auf revolutionieren konnte. Es gibt heute schon einen bestimmtem Typus in der Jugendbewegung, der sich stark von allen anderen unterscheidet, eben den chaluzischen Typus. Wo von einem jüdischen Bewußtsein längst nicht mehr die Rede 6eln konnte, waren doch schon die Eltern so völlig assimiliert (in Böhmen und Mähren etwa), da entstand es von Neuem, entwickelte es sich, verband sich mit der chassidisehen Melodie zur palästinensischen Hora — da wurde es zu einem Suchen nach neuen Formen des Lebens, einem Suchen nach einem jüdischen Inhalt. Dieses Wunder vollbrachte der Gedanke des «Hechaluz». Es war eine erhebende und eindrucksvolle Kundgebung. Todesfall, In Bad Isphl ist am 7. Juli d. J. der Weingroßhändler Adolf Wolf aus Eisenstadt, der Senior der bekannten Firma Leopold Wolf Söhne, im 92. Lebensjahr gestorben. Er war der Onkel des derzeitigen Firmachefs Sandor Wolf,’ der als Kenner jüdischer Altertümer großes Ansehn genießt. Die Leiche wurde von Bad Ischl nach Elsenstadt überführt, wo das Leichenbegängnis am 9. Juü unter großer Beteiligung stattgefunden hat. 1 "il Inter-University Jewish Federation and Inter- Üniversity Zionist Federation (Verband englisch-jüdischer and zionistischer Uoiversitätshörer) Sommer* Hochschule Die Verbände der englisch-jüdischen und zionistischen Universttätsbörer veranetalten unter gemeinsamer Leitung vom 9. bis 23. August 1929, in Mostyh House School, Parkgate (neben Chester, England), eine Somnier-Hoohechule. Die Verköstigung ist streng rituell, reichlich und abwechslungsreich, Schwimm-, Bade-, Tennis- und Cricketplätze stehen den Hörern zur Verfügung, Zwei Vorfesungsserfw werden gegeben. Die ernte Serie, veranstaltet durch die Verewigung jüdischer Universitätshörer, behandelt das Thema «Der jüdische Student» geschichtlich von der talmuddachen bis zur modernen Zeit und wind aus 5 Vorlesungen bestehen. Die zweite Serie, veranstaltet durch die Vereinigung zionistischer Hochschüler, wird moderne zionistische Probleme behandeln und besteht aus 4 Vorlesungen. Alle Vorlesungen werden von eminentesten englisch* jüdischen Persönlichkeiten abgehaften. Di« Gebühren betragen (für Vorlesungen, Wohnung und Verköstigung): Pfd. St. 6.6.0 für alle 14 Tage, PM. St. 3.3,0 für eine Woche, FM, St. 10.6 per Tag. Da die Zahl der Teilnehmenden beschränkt ist, haben Anmeldungen sofort auf die Adresse: Dr E. Newmann, 47, Park lau«, London, N. 16, zu erfolgen. Ehrungen lUr Oberrabbiner Ehrenpreis am seinem 60. Geburtstag Stockholm, J6, Juli. (J. T. A.) Oberrabbmer Dr. Marcus Ehrenpreis, der bekannte hebräische Gelehrt« und Kritiker, war aus Anlaß seines 60, Geburtstages Gegenstand zahlreicher Ehrungen aus Kreisen des ln- und Auslandes; Die «Judlsk Tidekrlft» gab eine Festnurnimer heraus, die Aufeiätzc über Ehrenpreis von Martin Buber, Dr. Jacob Klatskin', dem hebräischen Dichter Salman Schneur, Elkan M. Adler, Paul Goodman, Wladimir Oroßmann u, a. m. enthält. Aus allen Teilen der Welt langten Glüdcwtumschdepeschen ein, so vom Exkönig Ferdinand von Bulgarien (Dr, Ehrenpreis war früher Landesrabbiner von Bulgarien). Der „Beizer Rebbe14 tu Berlin Berlin. Seit einigen Tagen weilt in Berlin der weltberühmte «Beizer Rebbe» R o k e a c h, Der «Belzere Rebbe» ist der führende Rabbi Galiziens. Aber weit außerhalb der Grenzen Polens ist sein Name bekannt. Der Vater des jetzigen Beizer, welcher erst vor einigen Jahren verstorben ist, hat viel von sieh reden gemacht während seines Aufenthaltes in Munkacevo (Tschechoslowakei), wo er während der russischen Invasion Galiziens seinen Wohnsitz hatte. Damals kam ein ungarischer Adeliger, höherer Offizier, zu ihm, um einen jüdischen Wunderrabbi und seine Lebensart genau kennen zu lernen. Er hielt sich einige Tage ln der Umgebung des Rabbi auf, bis < en Entschluß faßte, zum Judentum überzugehen. Man konnte den ungarischen Offizier nicht bewegen, von seinem Entschluß zurückzutreten, er wurde Jude und, was noch interessanter Ist, verblieb in der nächsten Umgebung des Rabbi als «Gaböe». Dieser vom Offizier auf so seltsame Welse zum «Gabbe» avancierte ehemalige Offizier befindet sich nun auch in Berlin. — Der Rabbi kam mit eigenem Sonderzug und großem Gefolge an. Sogar eigenes Geschirr, zur strengen Beachtung der Ritualgesetze, wurde mitgebracht. Der Rabbi ist Gegenstand begeisterter Ovationen der ganzen orthodoxen jüdischen Bevölkerung Berlins. Er will hier einige »berühmte Aerzte konsultieren. Wie der Bobower Rebbe einen Juden vor großem Unheil rettet Jüdische und politische Blätter Polens bringen folgende Begebenheit, die sich wie ein Wunder anhört und zur Zeit das ganze jüdische Galizien in Atem hält. Im Dorfe Kamjonko in Galizien fand man die Leiche des Landwirts Roman Bilewki. Der Verdacht fiel auf den jüdischen Schankwirt in Kamjonko, Beier, der wenige Tage vorher einen heftigen Zusammenstoß mit BHewski hatte, wobei der Jude von dem Bauer sogar tätlich angegriffen und mißhandelt wurde. Es stand nun bei den Bauern und der Polizei fest, daß der Jude aus Rache den Bilewski meuchlings ermordet hatte. Beier wurde, obwohl er sich entschieden gegen diesen Verdacht wehrte und bei Gott, Himmel und Erde seine Unschuld beschwor, in Haft genommen. In seiner Verzweiflung begab sich der Sohn des Verhafteten zum Bobower Rebben, Er schüttete ihm da» Herz aus, schilderte unter Tränen die Gefahr, in der «ich sein Vater unverschuldeter Weise befand unid wußte zu erzählen, daß drei Bauern aus deim Dorfe Feinde des Bilewski waren und schon wiederholt ihn mit dem Tode bedrohten. Der Rebbe hieß den, jungen Beier sofort noch vor der Bestattung des Ermordeten nach Hause fahren. Er solle den Richter und die Polizei dazu bewogen, daß sowohl sein Vater wie die drei genannten Bauern an die Leiche des Ermordeten geführt werden. Alle vier sollten nacheinander der Leiche dl« Hand drücken. Wer von ihnen seine Hand von der des Toten nicht mehr los bekommt, sei der Mörder. Bei der gewaltigen Autorität, die der Bobower. Rebbe auch in den nichtjüdischen Kreisen Westgaliziens besitzt, ließ sich der Untersuchungsrichter auf den Versuch ein, obwohl er der. Sache sehr skeptisch gegenüberstand,. Im Beisein der Kriminalpolizei und der Untersuchungsbehönden wurden nun die vier Männer an die Leiche gebracht Als erster trat der Juge Beier an den Toten heran, drückte seine Hand und ging wieder an seinen Platz, Auch der eine Bauer konnte sich glatt vom Toten loslassen. Wie aber der zweite Bauer, mit Namen Jusef Palnik, des Toten Hand berührte, brach eT ln einen hysterischen Schreikrampf aus. Er fürchtete sieh vor dem Toten, daß er sich an ihm nicht räche. Und dann legte er im Angesicht der Leiche und in Gegenwart der Behörden ein umfassendes Geständnis ab. Er hatte schon lange mit Bilewski Differenzen wegen einer Feldgrenze. Sie lebten in Feindschaft, und er wollte nun dem Streite, da er ihn gerade auf einsamem Weg« traf, mit der Axt ein Ende machen. Jusef Palnik würde sofort in Haft genommen. Der jüdische Schenkwirt Beier ist auf freien Fuß gesetzt. Ob Wunder oder nur kluger Rat, das Eingreifen de« Rabbi hat zur Aufdeckung des Verbrechen« und zur Abwendung schweren Unheils vom Haupte eines Unschuldigen geführt. Jüdischer Sport Was die Makkabier vom Kongreß erwarten Wiederum ein Kongreß, wieder eine Tagung de* zionistischen Weltparlaments, da« die brennenden Fragen der Gegenwart und die Probleme der Zukunft des jüdischen Lebens und der jüdischen Welt klären und lösen helfen soll. Voll Erwartung steht die Schar der Makkabier, deren weltumspannende Arbeit für Wiedererweckung und Aufbau der jüdischnationalen Idee die soeben ln Mäh-risch-Ostrau zu End« gegangene Wedtvenband-Tagung so glanzvoll dokumentiert hat und hofft, endlich als Faktor legitimiead, vom Kongreß sein Mandat zu erhalten. Schöner tonnten die au« der ganzen Welt versammelten Delegierten der Makkabikreise die bisherige Pionierarbeit nicht