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Die Stimme · 1929-06-20 · Heft 77 (20.6.1929) · page 1

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Journal
Die Stimme
Volume
2 (1929)
Issue
Heft 77 (20.6.1929)
Date
1929-06-20
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Preis 35 Groschen v. b. b. Zeitung vom Verleger versendet Journal expedfö par rechtem- Abonnementpreise; Für Oesterreich: Monatl. S 1.50, viertel]. S 4.20, ganzj. 16.— / Deutschland: Monatl. Goldmark 1.—, viertel]. Goldmark 3.— / Tschechoslowakei: Monatlich Kc 7.—, vierteljährlich Kc 19.— / Jugoslawien: Monatlich Dinar 14.—, vierteljährlich Dinar 40.— Jüdische Zeitung CrscflidBitf feden Donnersto^ (DedoMiora und Administration: Wien, V., (ttauikenstetn&asse V — (Tel, R 20-3-S4 Polen: Monatl. Zloty 2.30, viertel]. Zloty 6.50 / Ungarn: Monatl. Pengö 1.50, viertelj. Pengö 420 / Rumänien: Monatl. Lei 45.—, viertelj. Lei 125.— / Bulgarien: Monatl. Lewa 30.—, viertelj. Lewa 80.— / Belgien: Monatl. Belga 2.—, viertelj. Belga*5.— /. Uebriges Ausland: Monatl. Schweizer Franken 1.50 2. Jahrgang Wien, 20. Juni 1929 (12. Siwan 5689) Nummer 77 Theodor Merzt Zur 25. Wieder fteltr seines (Todestages Ueber Theodor H e r z 1 ist soviel geschrieben und gesagt worden, daß, um ein Klassikerzitat in sein ,Qegenteil zu variieren, noch alles zu sagen übrigbleibt. Denn der Versuch, das Phänomen Herzl , zu erklären, war immer damit verbunden, seine Erscheinung in irgend eine historische Entwicklung hinein zu denken. Mit mühsamem Fleiß hat man alles zusammengetragen, was sogenannte Vorläufer des Zionismus an Plänen und Handlungen für eine Repatriierung von Juden in Erez-Israel oder anderswärts seit vielen Jahrhunderten gedacht und getan haben. Von den falschen Messiasen bis zur Kattowitzer Konferenz und dem Odessaer Komitee ist alles dieser Art irgendwie als Vorbereitung des Bodens für Herzl betrachtet worden. Es liegt in der Natur Menschlicher Betrachtung aller Erscheinungen des Lebens,. Analogieschlüsse zu ziehen. Wenn irgendwo, ^i$$\sie hier am wenigsten angebracht; denn Herzl hWwrin Analogon und wird keines haben. Niemand vQ&Jhni prägte den Satz: «Wenn Ihr wollt, ist es kein Märchen», jenen Satz, in dem sich das Unvergleichliche und völlig Neue der Herzischen Konzeption offenbart. Alles, was der Präzionismus in allen seinen Formen aussprach, mochte es auch in dieser oder jener Hinsicht zu einem Tun sich verdichten, war aus dem subjektiven Wunsch hervorgegangen, der in Ge¬ Die im redaktionellen Teil -befindlichen entgeltlichen Notizen sind durch ein beigefügtes E bezeichnet. schichte und Schicksal des Judenvolkes gewissermaßen unterirdisch wirkte. Herzl gelang zum ersten Male seit 2000 Jahren etwas anderes: Dieses Wünschen zu einem einheitlichen Wollen zu formen und gewissermaßen durch die Tatsache zu objektivieren. Darin eben liegt das unerhört Neue der. Erscheinung Herzls. Jedes Wollen letzt nämlich Denken voraus, setzt voraus, daß man sich zunächst über alle Umstände klar ist, aus denen heraus sich irgend ein Zustand gebildet hat, daß man die Gegebenheiten erfaßt und die Richtlinien erkennt, die die Entwicklung einschlagen wird und denen man den Willen anpassen muß. Theodor Herzl war dieser verstehende Gegenwartssinn, diese klare Erkenntnis seines Volkes, daher verkörperte er den Willen des jüdischen Volkes. Denn nie zuvor war der Versuch gemacht worden, ein Volksproblem von solch komplizierter Art zu einer formal-politischen Lösung zu bringen. Herzl sah vor sich eine dissoziierte Masse, der durch ihre ständige geradezu historisch gewordene Stellung als Minderheit nicht einmal mehr begrifflich der Name Volk gegeben werden konnte. Er unternahm es nun,. dieser Masse den Willen zu einer Volkswerdurig aufzuzwingen. Das M o v e n s für solches Ziel war für ihn die ta t s ä ch I i c h gegebene Judennot, also jener abnormale Zustand in der wirtschaftlichen und sozialen Gliederung der Judenmasse, verstärkt durch die Unmöglichkeit, diesem Zustande in der dauernden Existenz als Minderheit ein Ende zu setzen. Es galt für ihn dieses in jeder Hinsicht dissoziierte Element zu einer einheitlichen Bewegung zu bringen, der er Richtung gab durch den Hinweis auf den Boden, mit dem jeder Mensch über die Einzelgeneration hinausgehend verbunden bleiben muß, dann durch den Hinweis auf den historisch, durch die Tradition als eigengehörig gefühlten Boden, auf das Land Erez Israel. Diese Konzeption, für welche. Zangwill den Satz geprägt hat: «Gebt dem Volke ohne Land, das Land ohne Volk» war gewaltig. Sie ist aus dem Judenleben nicht nur seither nicht verschwunden, sondern kann auch nicht mehr aus ihm weggedacht werden. Das Wort «Zionismus» ist, wie wir wissen, Fußleiden - eine jüdische Krankheit??? Sie vernachlässigen Ihre Pflichten gegen sich und Ihr Volk, wenn Sie nicht rechtzeitig Ihr Fußleiden beheben lassen. Kommen Sie sofort in das Spezialinstitut für Fußheilbehelfe und Bandagen BsMttndft& Wfimft, 1., TdnfaltolHlOe nur « (beim Burgtheater) Telephon U 26-2-94 Kostenlose Untersuchung nud Betatung

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