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Die Stimme · 1929-05-30 · Heft 74 (30.5.1929) · page 11

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Journal
Die Stimme
Volume
2 (1929)
Issue
Heft 74 (30.5.1929)
Date
1929-05-30
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Nr. 7t DIE STIMME Seite Tl TI Der Uutersctiled Sagt Reb Treite!: «Wir sind doch nebbich auf alle Selten geschlagen. Wenn t Goi Durst hat, trinkt er fünf KrügerJ Lager und gut ist. Und wenn e Jud hat Durst, läßt er sich nebbich untersuchen ml Zu eher.» Lebensweisheit Reb Meier Feigl pflegte zu sagen: «Der Tod Ist kein Unglück. Besser freilich ist es, erst gar nicht geboren zu sein, Alber das ist ein Glück, was passiert unter Tausenden höchstens einem!» Vereinsnachrichten Sium-Feler Im Malmonldes-Instltut, Der Schlußvortrag Übwr «More Nebuchlm» wird Im Maimonldea-Instltut mit besonderer Feierlichkeit begangen. Am 10. Juni 1929, um halb 7 Uhr abends, wird Herr Dr. Kaminka in den Räumen des Institutes in Wien, II., Darwingasse 21, den Schlußvortrag halten. Anschließend ein Bankett im Restaurant Barschak, zu weichem bloß die Geladenen Zutritt haben. (Beginn 8 Uhr abends.) Jüdischer Jugepdbund St Pölten. Am 26. Mal fand die diesjährige Lag-Baomen-Wanderung statt, die in die Wachau führte und an der die gesamte jüdische Jugend von St. Pölten und Krems teilnahm. Nach einem kleinen Sportfest sprach Gefährte Rudolf Gewing über die Bedeutung des Tages und über die Notwendigkeit des Zusammenarbeitens der jüdischen Jugend in der Provinz. Talmud Thora. Die Einschreibungen in die Jüdische Volks- und Hauptschule für Knaben und Mädchen mit Oeffentlichkeitsrecht, 11, Malzgasse 16, finden vom 9. bis 13. Juni zwischen 9 und U Uhr vormittags in der Kanzlei der Schule, II., Malzgasse 16, statt. Gleichzeitig finden die Anmeldungen für die rituelle Schülerausspeisung statt. Krems au d. D. Samstag, den 25. d. M. hielt der Organisationsreferent des Zion. Landeskomitees, Herr Dr. Finkeistein, im Heim vor einem zahlreichen Publikum einen Vortrag über «Die Profleme des XVI, Kongresses». Der außerordentlich instruktive und interessante Vortrag beschäftigte sich ln der Hauptsache mit der bevorstehenden Schaffung der erweiterten Jewish-Agency, die — so führte der Redner aus — entgegen den Behauptungen dar oppositionellen Gruppen tatsächlich die Krönung der großen Herzischen Konzeption ist. Reicher Beifall belohnte den Referenten, der mit seinen Ausführungen wesentlich zur Vertiefung des Zionismus in Krems i betgetragen hat. Verband zionistischer Mittelschüler, Sektion V (V., Margaretenstraße 10). Herr Steiner: Dia Bedeutung der Chaluzinth für die zionistische Jugendbewegung. — Sektion IX (IX., Währingerstraße 15). A. Schwertfinger: Zionistische Führer nach Herzl. StaatswissenschaftUche Arbeitsgemeinschaft des Verbandes der zionistisch-akademischen Verbindungen und Vereine Oesterreichs. Dienstag, den 4, Juni, 8 Uhr abends, in der Lese- und Redehalle, IX., Türkenstraße 9, findet die nächste Zusammenkunft der politischen Arbeitsgemeinschaft statt. An der Tagesordnung: Vortrag des Herrn Mendel Singer über «Die Theorie des Zionismus». Gäste willkommen. FamiUengartenfest Am 9. Juni veranstaltet die zionistische Bezlrkssektion Wieden-Margareten ein Familengartenfest im Gartenrestaurant «Zur Weintraube», Mauer, Hauptplatz 2. Beginn 2 Uhr, Ende 11 Uhr. — Jüdisches Schallplattenkonzert: Das Reinerträgnis fließt dem Fonds zur Errichtung eines jüdischen Heimes und Kindergartens zu. Vorverkaufskarten im zionistischen Bureau und bei den Ausschußmitgliedern. Eintrittskarten für eine Person S L50, Famüienkarten für zwei Erwachsene und zwei Kinder S 3,30. Klub der vereinigten Zionisten-Revisioniaten, Dienstag, den 4. d. M., um 8 Uhr abends, im Cäffc Metropol, IX., Berggasse 33, Klubversammlung. Die Zionistische Bezirkssektion X veranstaltet Mittwoch, den 5. Juni, um 8 Uhr abends, in ihrem Heime, X-, Humboldtgasse 24, einen literarischen Abend, an dem die Herren Samuel Schwager und Segall-Rosenbach mitwirken. Das Reinerträgnis fließt zur Gänze dem Keren Kajemeth 1$ Jisrael zu. Bezirkssektion Marlahilf-Neubau, Jugendsektion. Unsere Jugendgruppen treffen sich zu ihrem ersten Tagesausflug Sonntag, den 2. Juni, um halb 9 Uhr, Kreuzung Mariahilferstraße und Gürtel (gegenüber Cafä «Westend»). Burschen und Mädchen im Alter von 10 bis 15 und 14 bis 17 sind herz-;Uch$t eingeladen. Näheres bei Max Appenzeller, Vl„ Brückenga»c 4, Tel. 8-22-7-68, cand. jur, Walter Eckstein, VI., Hugo- Wolf-Qasse 1, Tel. B-36-6-78. Jüdischer Sflort Hakoahs Rekord-Siegeslauf Auch 4m loteten Punktekampf ln der zweiten Klasse gewonnen Ein großer jüdischer Sporterfolg hat «odben sein« l'JCpönimg gefunden. Die FußbaHm anm Schaft der iWfcner Ha ko ab ist nach einjähriger Mitwirkung in Idter zweiten Liga, in die ste durch den Verlust der Erstklassigkeit aibgestiegen war, wieder io die Gruppe der tft&ifcsten Vereine des ÖSterretehteohen FußbaUsportes gelangt. Am Sonntag wurde da« tatet« der 24 Spiele, welche die Bleu-Weißen in der »weiten Klasse auszutragen 'hatten, absolviert. Es wurde ebenso, wie alle ibteherigen Punktokämpfe in der zweiten Liga, von idw* jüdischen Mannschaft glatt gewonnen. 24 Siege aus ebensoviel Spielen, also 48 Punkte, 104 erzielte and 18 erhaltene Treffer, das Ist sportlich die ziffernmäßige Bilanz der Teflnahme der Hakoah an der Meisterschaft der zweiten Klasse. Stolze Ziffern sind es, die den Weg des jüdischen 'Vereines »um abermaligen sportlichen Aufstieg beileuchten. Bin Stegeszug sondergleichen, wie er in der IGwohtehte des Fußballsportes noch kmwn zuvor zu Iverzetehnen war. 1 Ein ganz neuartiger Rekord knüpft steh nun m die beste Tradition des jüdischen Vereines. Daran kann auch die Tatsache nichts ändern, daß die Hakoah von Haus aus allen In dieser Gruppe mitwirkenden Vereinen überlegen war. Denn vierundzwanzig Kämpfe siegreich zu bestehen, bedeutet Kraft, Energie und Siegeswillen, dem auch der Mangel an entsprechender Gegenwirkung nichts von seiner Größe nehmen kann. Der dornige Weg durch das Gestrüpp der Niederungen wurde erfolgreich zurüokgelegt und die Hakoah Ist jetzt dank dem Zusammenwirken aller Faktoren, der Spieler wie der Führer und Funktionäre, nicht zuletzt aber der moralischen Unterstützung durch di« seltene Treue des jüdischen Publikums wieder zur Höhe emporgestiegen. Ein Jahr schwerer Arbeit, Hingabe, Opfer und Konsolidierung ist vorüber, Hakoah nimmt Im Fußbad wieder den Platz an der Sonne ein. Wird sie ihn behaupten können? Es kann heute nicht darüber debattiert werden,, ob die jüdische Sportbewegung einer professionellen Spitzenmannschaft bedarf. Gewiß ist das Ziel der körperlichen Erziehung der jüdischen Jugend die auf Amateurgrundlage basierende Einstellung für den nationalen Aufbau. Aber als gutes Mittel zum Zweck hat sich di« Propaganda des Sportes erwiesen, und hier wiederum können nur Spitzenleistungen begeisternd und werbend wirken. Der Professionallsmue ist eine Erschein u ng derzeit, zumal de" wirtschaftlichen Not unserer Regionen und entbehrt darum nicht der Propaganda Wirkung. Die Gründe des Abstieges der Hakoah sind bekannt. Amerika hat das Gros der jüdischen Klassespieler absorbiert und betrachtet den Kontinent, insbesondere die Wiener Hakoah, augenscheinlich als Ersatzkader. Es ist nicht unsere Sache, jene Männer, die in der Reorganisierung der Hakoah ao viel Klugheit, Geschicklichkeit und Ausdauer bewiesen haben, in ihrer Arbeit zu beraten. Aber es wäre verfehlt, die Situation des Vorjahres nach einem weiteren Jahr« zu wiederholen und nach der ersten Kampagne in der Oberliga wieder zurückzufallen. Das verträgt der jüdische Sport nicht mehr und das kann das jüdische Publikum nicht wollen. Der letzte Sieg: 6:0 gegen Moravla. Heß schießt den 100, Treffer Der letzte Gegner war der S. C. Moravla, gegen den die Hakoah im vorigen Herbst ln der zweiten Klasse auch debütiert hatte. Die Regisseure des jüdischen Vereines hatten zur Feier des Tages entsprechende Vorbereitungen getroffen. Eine Musikkapelle, Blumen, Geschenke waren bereftgeateUt, schon um den Eindruck des Spieles vom Vortag gegen Z i d e n i c e ln Brünn vergessen zu lassen, wo die Blau-Weißen nach Tumultszenen und Halbzeitführung von 3:1 schließlich durch schiedsrichterliche Willkür 3:5 unterlagen, Moravla ist ein tschechischer Verein und wurde daher durch di« tschechische Hymn« begrüßt. 3500 Zuschauer hatten sich eingefunden, die Zeugen eines sehr fairen Spieles wurden, Hakoah verlegt gleich das Spiel in die gegnerische Hälfte, In der 5. Minute schießt Ster n, Mälek paßt zu kurz, so daß der herbeispringende Mawsner den Ball eindrüöken kann. Nun beginnt der Kampf um das Jubiläumstor, ln der 15. Minute erhält Heß den Ball von Stern und schießt placiert ein. Musik, Kranzüberreichung, Jubel und Rührung, Zehn Minuten darauf tat L ö w I ng c r mit schönem Kopftor erfolgreich. In der 30. Minute erhöht Neufeld mit vehementem Schuß den Vorsprung, Bald darauf lenkt K a t z den Pall ins Netz, Gleich nach WI e d e r b e gl n n spielt «ich Stern durch und schießt unhaltbar ein. Kate scheidet für kurze Zeit au«. Das Spie! wird sehr flau, Stern verhaut mehrere gute Chancen, Einen scharfen Schuß von Jancek meistert Oppenheim, In der 35. Minute scheidet Neufeld Infolge einer Knieverletzung aus, Knapp vor Ende vergibt Mausner eine glänzende Torgelegenheit, Hakoah bestritt den letzten Kampf in folgender Aufstellung! Oppenheim! Berson, Feldmann; Wortmann, Löwinger, Powner; Neufeld, Heß, Stern, Mausner, Katz, Hakoah Mannschaftsmeister von Oesterreich. Sonntag wurden hn Linzer Voiksgartenrestaurant di« Mannschaftsmeisterschaften von Oesterreich im Ringen durchgeftthrt, Dte Hakoah besiegte die Austria mit 14:8 Punkten und gegen den Linzer A. K. kämpfte sie 10:10 unentechteden, wodurch sie Meisterschaftsmeteter von Oesterreich wurde und auch den Wanderpreis gewann, $te hatte in Schlang er, der in einem herrlichen Kampfe Meder (Austria) nach Punkten schlug, und In Ochsen Horn ausgezeichnete Leute. Das Hoekeytuniier der Prager Hagibor um den Herzl-Pokal, Die deutsche ElshockeygeseUsehaft liegt durch dos Los Da« Internationale Turnier des H a g 1 b o r um den Herzi-Wanderpokal wurde-mit zwei Spielen emgeleitet, Die Deutsche Eishacke ygesetlschaft schlug Podo 11 6:1, nachdem die Tschechen mit 2:1 in der Führung waren. Dann mußte di« Wiener Hakoah durch Hagibor «ln« verdiente 1 :Q-N!ederlage hhwietoman. Bel der Hakoah war nur dte Verteidigung auf der Höhe. Hagibor verdankt seinen Sieg der hervorragenden Läuferreihe sowie Margo ubd Dr. Lagus, Der Letztere war auch der Schütze des einzigen Treffers. Der zweite Tag brachte für Hakoah abermals einen Mißerfolg; sie unterlag dem Sp. K. Podoll 0:2. Den Entscheidungskampf trugen Deutsche Eishockeygesellschaft und Hagibor aus; das Treffen endete trotz zweimaliger Verlängerung um je zehn Minuten torlos. Hagibor war gegen Schluß sterk überlegen, vermochte jedoch nicht den Treffer, der ihren Sieg herbeigeführt hätte, zu erzielen. Es wurde dann die Entscheidung durch das Los getroffen und dies entschied zugunsten der Deutschen Eishockeygesellschaft, die nun zum erstenmal in den Besitz der Trophäe gelangt. Hakoah, die Verteidigerin des Herzl-Preises, endete al« Vierter. Die jüdischen Aamateurverelne hatten am letzten Sonntag Erfolge zu verzeichnen. Hasmonea schlug D. H. C. 6:2 (3:1), Menorah gewann gegen Vik# toria III 4:3 (3:1). Jüdische Touristik (Touristik* und Ski-Klub «Hakoah».) Tourenprogramm für Sonntag, den 2. Juni: Fußtouren: Hagenbachklamm (8 Uhr, Straßenbahnende 39); Kieneck. Näheres Freitag von 20 bis 22 Uhr im Klubheim, I., Wipplingerstraße 24 (Durchgang Caf6 Altes Rathaus), Gäste willkommen! — Kletterkurs: Raxalpe. — Jugendgruppe: Tulbingerkogel. Näheres Donnerstag von 19 bis 22 Uhr im Gruppenheim, VIII., Bennoplatz 1 b. Gäste willkommen! AmtlicheVerlautbarungen der Israelitischen Kultusgemeinde Wien lieber Ersuchen des „Hilfsverein der Deutschen Juden in Berlin“ und zufolge einer Nachfrage aus Texas wird verlautbart: Ein Herr Hersch N a c h t i g o 1 d, der während des Krieges im Infanterieregiment Nr. 55 der österr.-Ungar. Armee, 9. Kompagnie, gedient hat und in Kolomea stationiert war, wird zu eruieren gesuoht. Etwaige Nachrichten erbeten an die Amtsdirektion der Israel, Kultusgemeinde Wien, I., Seitenstettengasse 4. IsraeHtischeKultuegemeinde Wien. %. 646 ex 1929. Wien, im Mai 1929. Kundmachung. Die Konfirmation der Mädchen in den Gemeindetempeln findet im Jahre 1929 an folgenden Tag«! statt: L Bezirk (Stadttempel): I,, Seitenstettengasse 4; S o n n t a, den 16, Juni um 10 U h r, vormi 11 ag s; 2. Bezirk (Leopoldstädter-Tempel): II„ Tempeigasse ö: Sonntag, den 2. J u n i u m 9 Uhr. vormittags, 15. Bezirk (Fünfhauser-Tempel): KV,, Turnergasse 22: Sonntag, den 2. Juni um % 11 Uhr vormittags. 16, Bezirk (Qttakringer-Tempel): XVI., Huhergasse ß: Sonntag, den 16. Juni um 9 Uhr vormittage. Der Vorstand der israel. Kultusgesraeinde Wien. laraelitiecheKultuegemeinde Wien. 25. 3281 ex 1929. Wien, im Mai 1929. Kundmachung. Die Frivatistenprüfungen aus Israelitischer Religion füFBohtiler und Schülerinnen, an Volks-, Bürger- und Hauptschulen ftir das II. Halbjahr des Schuljahres 1928/29 finden durch die zuständigen Religionslehrer in den Sammeletatlonen statt, Die Termine für die Prüfungen können bei den Schulleitungen oder im Schulamte der israelitischen Kultusgemeinde Wien, L, Seitenstettengasse 4, 3. Stock, in der Zeit von 9 bis 12 Uhr vormittags ab 2, Juni 1929 erfragt werden. Die Prüfungstaxe beträgt 5 Schilling pro Halbjahr und ist im Vorhinein an der Kassa der israelitischen Kultusgemeinde Wien, I., Seiten- «tettengasse 4, 1. Stock oder bei den Bezirksämtern XV., Turnergasse 22, XVI,, Hubergasee Nr. 8, und XXI., Holzmeistergasse 12, in der Zeit von 9 bis 12 Uhr vormittags bzw. beim Bezirksamte XVIII,, Schoppenhauerstraße 89, von 3 bis 5 Uhr nachmittags zu erlegen, Die Quittung ist dem zuständigen Religionslehrer vor der Prüfung zu übergeben. Der schriftliche Bescheid des Stadt- bzw. Ortsschulrates über die bewilligte Dispens vom Besuche des öffentlichen israelitischen Religionsunterrichtes ist dem Prüfer vorzuweisen, Der Vorstand der israel. Kultusgemeinde . Wien.

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