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Die Stimme · 1929-05-23 · Heft 73 (23.5.1929) · page 1

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Journal
Die Stimme
Volume
2 (1929)
Issue
Heft 73 (23.5.1929)
Date
1929-05-23
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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Preis 35 Grasdien V. b. h Zettmg vom Verleger versendet Journal expedte par r^dltetrr Abonnementpreise: Für Oesterreich: Monati. S 1.50, vierte!j. S 420, ganzj. 16,— / Deutschland: Monati, Qoldmark 1.—, vfertelj. Goldmark 3.— /’ Tschechoslowakei: Monatlich Kc 7.—, vierteljährlich Kc 19.— / Jugoslawien: Monatlich Dinar 14.—, vierteljährlich Dinar 40 — Jüdische Zeitung ErscBaeflrotf fettem Donnevito^ iRedahtimi und Jtdtministva&ian: Wien, 7., ^tauAensfoindasse I — &et. R 2Ö-3-S% 2. Jahrgang Wien, 23. Mai 1929 (13. Ijjar 5689) Polen: Monati. Zioty 2.30, viertelj. Zloty 6.50 / Ungarn: Monati. Pengö 1.50, viertelj. Pengö 4.20 / Rumänien: Monati. Lei 45.—, viertelj. Lei 125.— / Bulgarien: Monati. Lewa 30.—, viertelj. Lewa 80.— / Belgien: Monati. Belga 2.—, viertelj. Belga 5.— / Uebriges Ausland: Monati. Schweizer Franken 1.50 Nummer 73 SHe schwarze jfiste er ofterreichischen Kurorte antisemitisch verseuchte Fremdenverkehr ima JnmGm des fäfattes Die Im redaktionellen Teil -befindlichen entgeltlichen Notizen sind durch ein beigefiigtes E bezeichnet. Die Palästina- Äusstellung in London Feierliche Eröffnung — Kundgebungen des Kolonienministers Amery, Chancellors und Weizmanns — Ansprachen von Lord Melchett, Lord Plumer und Lord . Allenby. Aus London wird uns geschrieben: Am 13. Miai wurde die Palästina-Ausstellung und -Messe, die von eineni Komitee mit der Marquise of Re a ding, Gattin des Ex-Vizekönigs von Indien, an der Spitze arrangiert worden war, in der Queen’s Half durch einen feierlichen Akt eröffnet. Die Ausstellung verfolgt das Ziel,, die Fortschritte, die Palästina seit Uebernahme des Mandates durch England gemacht hat, zu demonstrieren, die Palästina-Industrie zu fördern, den Handel zwischen Palästina und Großbritannien entwickeln zu helfen und schließlich 25.000. Pfund für den Jüdisch ep Nationalfonds aufzubringen. Der Minister für die Kolonien, Amery, richtete aus Anlaß der Ausstellung an Lord Melchett ein Schreiben, in dem es heißt: «Es gibt immer noch viel zu viele Menschen, die der Meinung sind, Palästina sei nur das Land einer ruhmreichen Vergangenheit. Die Organisation der Ausstellung wird diese Menschen davon, überzeugen, daß es ein Land gibt, in welchem die Inspiration der Vergangenheit schöpferische Energien für die Verwirklichung einer Zukunft auslöst, die nach jeder Richtung hin v o 11 e r V e r s p r e c h e n ist.» Sir John Chancellor, der Oberkommissär für Palästina, schreibt: «Ich kann auf Grund meiner Beobachtungen auf den Reisen durch aas Land Zeugenschiaft »biegen für den großen W e r t d1 e r A r b e d t des jüdischen Nationa 1 fonds. Er führt die hohe Aufgabe durch, Sümpfe kulturfähig und seit Jahrhunderten vernachlässigte Regionen bewohnbar zu machen. Es läßt sich keine wirksamere Maßnahme zur Verwirklichung des Traumes des jüdischen Volkes, das alte Land seiner Väter wieder aufzubauen,- denken. Ich vertraue darauf, daß die Palästina-Ausstellung es erreichen wird, daß sich alle Teile der englischen Judenheit in der Arbeit für den Aufbau Palästinas vereinigen werden.» ■ Dr. Chaim Weizmann, der Präsident der Zionistischen Weltorganisation, sandte seine warmen Grüße und erklärte, in Palästina habe eine neue Blüte- Epoche eingesetzt. Ich bin, schloß er, voller Optimismus mit bezug auf die Zukunft. Wir werden gemeinsam mit unseren neuen Freunden einen energischen Schritt vorwärts in dem wirtschaftlichen Aufbau tun, vorausgesetzt, daß die n a tio nai en Fonds, die die größte Leistung zu vollbringen haben, angemessen ' unterstützt werden. . Der feierliche Erö.ffnungsakJ ..wurde durch eine; große Rede Lord Melchetts eingeleitet, der seiner Freude darüber Ausdruck gab, neben sich auf der Präsidiumstribüne zwei Männer zu wissen, die mit Palästina so eng verknüpft sind: L o r d A 11 e n b y und Lord Plumer. Nie hätte ich gedacht, sagte Melc h e 11, daß ich je die Rolle eines Königs der Schnorrer werde spielen müssen. Aber ich tue es um der Sache des geliebten Erez Israel willen, einer Sache, die äußerste Anstrengung und Opfer erfordert, um des Aufbaues des Jüdischen Nationialheims willen. Der Nationalfonds hat die Aufgabe, den Boden unserer Väter wieder auszulösen, er wird von unserem .Freunde Ussischkin energisch und geschickt geleitet. Mit seinen beschränkten Mitteln hat der Fondsgroße Arbeit getan. Sümpfe werden ausgetrocknet, ‘Malariagebiete saniert, Oedland in moderne Landwirtschaftskulturen umgewandelt. Kahle Hügel werden aufgeforstet. Ich zweifle nicht im ge’r i n gs te n an der wirtschaftlichen ZukunftPalästinas. Worüber ich Zweifel hege, ist dies: Welchen Anteil wird das jüdische Volk an diesem w i r t s c h a f 11 i c h e n G e d e i h e n h a b e n. Das ist ein ernstes Problem. Palästina ist heute kein Traum mehr, Palästina wird zur großen Landstraße der Welt; täglich gewinnen große nichtjüdische Unternehmungen an Terrain. Wenn wir uns nicht zu größeren Anstrengungen aufraffen, wird in ein paar Jahren kein Boden mehr sein, den der Jüdische Nationalfon d>s erwerben könnte. Daran könnte die Bewegung fehlschlagen. Lord Melchett forderte die Anwesenden zu rechtzeitiger, sohneifer und freigebiger Aktion für eine Sache auf, deren Gelingen für das Judentum wie für die Weltzivilisation von weitreichender Bedeutung sein würde. Lord Plumer sprach in bewegten Worten von den drei glücklichen Jahren, die er in Palästina als Oberkommissär verbracht hat; er regte an, daß als Ergebnis der Ausstellung ein ständiges Lager und eine Agentur für die Unterbringung von Palästina-Waren in England errichtet werde. Lord Allenby führte aus, er habe wenig mit dem Nationalheim zu tun gehabt, aber er habe das Loch gegraben, in das der Grundstein gelegt wurde. Den Aufschwung brachten Sir Herbert Samuel und Lord Plumer. Er sei überzeugt, daß der gegenwärtige High Commissioner das begonnene gute Werk erfolgreich fortführen werde. Sir Herbert Sa-m-uel hat zu dem Ausstellungskatalog ein Vorwort geschrieben, in welchem es u. a, heißt; Das jüdische Heim in Palästina muß auf eigenem jüdischen Boden erbaut werden. Der jüdische Nationalifonds sichert diesen Boden mit Hilfe freiwilliger Beiträge der Juden der ganzen Welt. Eine besondere Verpflichtung haben die Juden Großbritanniens als die Bürger der Mandatsregierung Palästinas. . Auch der -.zweite .Tag der Palästma-Auisstelhmg und -Messe in London wurde mit einer Zeremonie' eröffnet, die sehr eindrucksvoll verlieh Lord CecII erklärte, die zwei größten Resultate des Krieges und der Friedensschlüsse seien der Völkerbund und das . jüdische Nationalheini in Palästina. Bisher hatten einzelne Juden die Völker geistig befruchten können, nunmehr wird das Jüdische Nationalheim der Welt ein Beispiel geben. „Spanien sieht es gern, wenn Juden ins Land kommen“ Erklärung der spanischen Regierung Sofia. Auf das von der «Stimme» seinerzeit wiedergegebene Telegramm von Dr. Säul Me z an, Präsident der jüdischen Völkerbund-Liga in Bulgarien, an den spanischen Regierungschef Prirno de Rivera, das die Bitte enthielt, öffentlich zu erklären, daß das spanische Judenaustreibungsediikt von 1492 offiziell abgeschafft ist, da sonst die Vertreter der jüdischen Völkerbundligen nicht zu dem in Madrid stattfindenden Kongreß der Union der Völkerbundgesellschaften werden kommen wollen, erwiderte die spanische Regierung in einem Schreiben an Dr. Saul Mezan, es bestünden gegenwärtig keinerlei Beschränkungen gegen Juden in Spanien, Spanien sehe es gerne, wenn Juden ins han? kommen. Die Friedhofsschänder von Cleveland Unter der Beschuldigung, den jüdischen Friedhof zu Cleveland geschändet und mehrere Grabmäler zerstört zu haben, wurden drei Personen verhaftet, von denen zwei bereits ein Geständnis abgelegt haben. Sie werden dem Gericht überantwortet werden. Die Polizei gibt die Namen der Verhafteten nicht an, sondern teilt nur mit, daß es sich um einen Polen, einen Slowaken und einen Deutschen handelt. Don Quichotte-Ludendorff. .. Seit 1. Mai gibt General Ludendorff in München die «Volkswirte» heraus, in der immer wieder Thema von den dunklen Mächten Rom, Judentum und Freimaurerei abgewandelt wird. Der «Regensburger Anzeiger», das Blatt des Ministerpräsidenten Dr. Held, schreibt: «Was ist von dem großen General Luidendorff übrig geblieben? Ein Stück Dou-Quichotteriej mehrt zajm Mdtf-eld als zum Zorne wme

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