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Die Stimme · 1929-05-16 · Heft 72 (16.5.1929) · page 1

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Journal
Die Stimme
Volume
2 (1929)
Issue
Heft 72 (16.5.1929)
Date
1929-05-16
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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Preis 3s firascfein jv.fe.fe. Abonnementprefce: Für Oesterreich: Monat!. S 1 -50, viertelj. S 4.20, ganzj. 16.—- / Deutschland: Moflatl. Goldmark 1.—, vtertelj. Goldmark 3.— / Jüdisdfke Zettunä Polen: Monat!. Zloty 2.30, vierte^. Zlo'ty 6.50 / Ungarn: Monat!. PengÖ 1,30, viertelj. Pengö 420 / Rumänien: MonatL Lei 45.—, viertelj. Lei 125.— /Bulgarien: Monati. Lewa Tschechoslowakei Monatlich Kc . 7.—, vierteljährlich Kc |9.— / Jugoslawien: Monatlich Dinar 14.—, vierteljährlich Dinar 40.— itteiimütion und Administration: WUsm, I.. ftquAeiasieintfasse I '-7-!teil Ä 20-9*S% 30.—, viertelj. Lewa 80.— '/, Belgien: Monatl. Belga 2.—, viertelj. Belga 5.— / Uebriges Ausland: Monatl. Schweizer Franken 1:50 2. Jahrgang Wien, 16. Mal 1929 (6. IJJar 5689) Nummer 72 Tcnu sende: rußlcldende - loben - Sanitfas-Fußsiiiizen ‘.da sie In kurzer Zelt von ihren Fußleiden befreit wurden. Durch unsere Spezial-, ‘Tel. U 26-2-94 methode Beratung auch brieflich möglich! Tel. U 26-2-94 Inatlut für FußhellbeHelfe und Bandagen % Siton ~ ~ Sanltäfthais „Sanftni", Hlin, I., TilnfaltstraBe nur Hr. I Die im redaktionellen Teil -befindlichen entgeltlichen Notizen sind durch ein beigefügtes E bezeichnet. Die Sitzung des Aktionskomitees Konstituierung der Jewish Agency unmittelbar nach dem Kongreß. — Die Einwanderungsfrage Wie der J. T. A. aus zuftändiger Quelle mitgeteilt Wird, wird die konftituicrendc Verl am ml ü n g: der Jcwilh Agency wahr 1 ch e i n lidi : 1 di o n a m 15. Auguft in Z ü r ich ftattfinden, und zwar - unmittelbar nach dem 16. Zioniftenkongrcß. . ' ’ \ Um die Zioniftifche, Exekutive'.inVäfe'tage zü verfetten, die notwendigen Schritte für 'die 'Eihberiifxihg. der Ägertcy'-iet-•- greifen zu können, wird das Aktionskomitee dÄfV^i.Ön- Ofgänifation am. 30. Mai in London züfämmentreten. Dieje Tsigün&- wird in erfter Reihe das Abkommen zwilchen oer Zion. Exekutive und den Nichtzioniften bezüglich. der jcyiffi Agency zu ratifizieren haben. Würde die Ratifizierung, erft dem Kongreß überlaßen bleiben, fo könnte die. Agency nicht vor. Mitte September zufammentreten; dies wäre aber ein lehr ungünftiger Zeitpunkt, da viele Amerikaner zu dieler Zeit nicht mehr in Europa. weilen werden. Eine Herbfttagung. der Jewilh Agency würde auch eine Verzögerung der Kampagne zugunften der zioniftifchen F.onds in Amerika ni.it' lieh-bringen. In zweiter Reihe wird lieh das Aktionskomitee bei einer Mai-Tagung mit der Einwanderungsfrage zu befallen haben. Die Zioniftifche Exekutive hat bei der Paläftiria-Regierung ünj die Gewährung von 2800 Ein w ander efrzertifik a t e n angefucht. Die wirtfchaftlidi Lage in Paläftina hat fich nun in einem folchen Maße gehoben, daß die - Zioniftifche Exekutive die Zeit für gekommen erachtet, die E i n w ä n d e r u n g im großen Seile wieder aufzunehmeri. Da aber der Exekutive die für eine vergrößerte Einwanderung ,upd für eine Obfarge zugunften der Einwanderer .notwendigen Summen fehlen, wird das Aktionskomitee über „die Schritte zur Aufbringung der. notwendigen Fonds zu beraten und zu befchließen haben.; : Ein Chaim Weizmann- Lehrstuhl für internationalen Frieden Aus London wird uns geschrieben: Ein englischer Zionist hat die Anregung gegeben, an ler Hebräischen Universität zu Jerusalem einen Lehrstuhl für interna t i o’h a 1 e Fri edensarbeit einzurichten und* diesem Lehrstuhl den Namen des Präsidenten der Zionistischen Weltorganisation ProL GhaimrWeizmaxin zu geben. Der Anreger hat gleichzeitig einen Betrag von 15.000 Pfund zur-Erhaltung des Lehrstuhles gestiftet. Dr. Weizmann sandte an den Stifter'ein Telegramm, in welchem er ihm im Namen der Universität i und im eigenen Namen den Dank für die Anregung und die hochherzige Stiftung zum Ausdruck bringt. Chancellor sichert die Beschäftigung jüdischer Arbeiter zu Jerusalem, 10. Mai. (J. T. A.) Bei einer sup $. Mai len Regie mnsshause stattgefumlenen Z^iumewtounft/ bei der Oberkoinnmsär Chancellor, Ohefsejcretär Luke, Hiltfssekretär H. Mijls and andere hohe Regieraingsbeamte, sowie die Mitglieder der Zionistischen Executive und die Führer der jüdischen Arbeiterschaft in Fafästtoa anwesend waren, stellten die ,jüdischen Arbeitervertreter die Fordern« auf, jüdische Arbeiter bei.' Regjterunsjs- und Magistratsarbeiten zu beschäftigen. Der Oberkommissär Sir Johji’ Chaljeklör. erklärte, :daß .er ge&eftwättig mit dem ..'.|t«6niaramL.ttodr.;mese Frage 'in''»ine.® Memungsadstausoh ‘ stehe, und daß.1er .eine. angemessene EleteiUgun« lüdfecher Arbeiter bei'.Regfe.ruii^sa'ribeiten,' besonder:' ‘bei dem. Bau des Härtens Von .Balfiai.’zius'ichern möchte.. Hilfe für das osteuropäische Judentum Appell des Präsidenten Hoover Der/Präsident der , Vereinigten Staaten Herbert; /Hööyör -hat bekanntlich' dem in New York stattgefundenen Ort-;Bankett seine Grüße übermittelt: Dak Telegramm lautet: „Ich möchte das amerikanische' Judentum zu seiner bedeutenden und weitherzigen Mitarbeit an der von Ort eingeleiteten Aktion zum Zwecke des industriellen und ökonomischen Wiederaufbaues der notleidenden * jüdischen Bevölkerung Osteuropas herzlichet beglückwünschen und meine besten Wünsche allen denjenigen ausdrücken, die sich zum Ort-Reconstruction-Bankett -in New York zur Förderung dieses humanen Programms versammelt haben. Herbert Hoover,: Präsident.“ Die holländische Gesellschaft „Israel“ für das jüdische Aufbauwerk* in Osteuropa Amsterdam* Pie Gesellschaft „Israel“ setzt ihre Aktion zugunsten des jüdischen Aufbauwerkes in Osteuropa mit großem Erfolg.fort. Im Haag, in Rotterdam, Utrecht, Groningen usw. werden Sammlungen durchgeführt. Neue „Israel-Komitees wurden in Haarlem, Zutphen und in. anderen Städten Hollands gegründet. Juden als amerikanische Botschafter In Deutschland Der amerikanifche Botfchäfter in r Berlin, Jacob G. Shurman, der am 22. Mai 75/Jahre ak'wird, fcheidet demnächft von feinem Porten. Der Präfident der Vereinigten Staaten, H o o v c r, hat bereits als amerikanifchcn Botfchäfter in Berlin Eugene Meyer beftimmt, der als Sohn aus dem Elfaß eingewandertcr jüdifdier Eltern im Jahre 187$ in Los Angeles geboren wurde. Eugene Meyer war im Kriege Mitglied des Verteidigungsrates der Vereinigten Staaten, 1918 ernannte ihn Präfident Woodrow Wiifon zum Direktor der Kriegsfinanzicrungsgefellfchaft. Audi unter den Präfidenten Harding und Coolidge bjieb er im Staatsdicnft, zuletzt als Vorfitzender des Direktoriums für landwirtfchaftliche Kredite in Wafhington, In Spanien New York, 7. Mai (I. T. A.). Amerikanifche Zeitungen melden, daß AJb'ert Ottingcr, bckapntlidi ein Führer des fozialen jüdifchen Lebens in den Vereinigten Staaten und Schwager Louis Marfhalls, diefer Tage zum Botfchäfter der Vereinigten Staaten m Spanien ernannt werden wird. Der „judenreine Geist“ Wozu In Oesterreich Steuergelder verwendet werden. —• Der rote und der weiße Straßenterror. — Die Juden haben zu zahlen Oesterreich bat die sogenannte "Sanieruiigsanleihe, die es unter Garantie des Völkerbundes eiihalten hat, verbraucht und sucht seit drei Jahren neues Geld im Auslande. Es ist heute kein Geheimnis* mehr, daß Dr. S e i p e l vornehmlich aus dem Grunde, demissioniert hat, weil das Ausland seiner -Regierung ■ keine Anleihe geben wollte. Nicht' weil Dr. Seipel persönlich «unten durch»- wäre, sondern weil .Oeisferreich '.durbh das Regierungssystem, das hier herrscht und fü£ das Dr. Seipel' verantwortlich. war, den pol i tischen K r e d i t v e r 1 o r e n hat. Man hat iim Auslande bereits erkannt, daß in Oesterreich nicht produktiv ge - wirtschaftet wird, sondern politisch. Als die Sozialdemokratie in Oesterreich das sogenannte Recht a*utf die Straße zu mißbrauchen begann, wurde dieser Mißbrauch von der Seipel-Regierung nicht mit politischen Mitteln m die gehörigen Schranken zurückgewiesen, sondern mit einem gleichen Mißbrauch beantwortet: und seit mehr als einem Jahre steht Oesterreich im Zeichen der roten und des weißen Straßenterrors. Dr. Seipel hat die Heimwehren protegiert und so eine Bewegung großgezogen, weiche offen und unverhüllt dem Regime der B a n d e n d i k t a t u r zusteuert. Man •hat im Auslande diese Tendenzen rasch erkannt und die anfängliche Bereitschaft, Oesterreich wieder Kredite einzuräumen, ist rasch abgekühlt Dr. Seipel* ist zurückgetreten und hat eine Orientreise unternommen, ließ jedoch seiner Partei ein gefährliches politisches Konzept zurück: das Spiel mit der außerparlamentarischen Diktatur, womit die Opposition eingesohüchtert werden sollte. Daher konnte es geschehen, daß die Heimwehrbanden, das Instrument, auf welohes sich eine solche Diktatur stützen soll, rasch Oberwasser bekamen, und bei der Bildung der neuen Regierung mit «Forderungen» auf traten. Da sie sich heute als wichtige Figur im politischen Spiel sehen, setzen sie natürlich: alles daran, um ihrem Endziel näher zu kommen. So wird in den letzten .Wochen systematisch eine Atmosphäre s t ä n d i g e r U. nr u h e geschaffen, noch verstärkt durch die Gegenaktionen der Sozialdemokraten. Seit .Wochen wird Sonntag für Sonntag dem Straßenterror freier Lauf gelassen. Und die Zeche bezahlt — der österreichische Steuerträger: ein Aufmarschsonntag in St. Pölten kostete für die «Aufrechterhaltung der Ordnung» etwa 300.000 Schilling und der 12. Mai, wo in W. i e n aufmarschiert wurde, ist mit 800.000 Schilling an «Ordnungsspesen» gering veranschlagt. Des alles wird aus Steuengeldem bestritten. In Oesterreich leisten die 4 Prozent der j üdischen Be völkeiiung fast ein Viertel aller Steuern. Und dällBr haben sie die Ehre, sich anhören zu können, wenn der «Bumdesfühhet» der Hefrmwehr, Dr. Pfriem er, mrf D3B

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