Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 2 (1929)
- Issue
- Heft 66 (4.4.1929)
- Date
- 1929-04-04
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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GrosdiM Zeitung von Verleger versendet Journal expedte par r&Htettr mmmmmammmmmmmmmmmai < ■ AbonnementpreUe: Für Oesterreich: Mona«. S 1-50, viertel]. S 420, ganz]. 16.^— / Deutschland: Monat!. Goidnwk 1.—vierteH. Goldmark 3.— / Tschechoslowakei; Monatlich Kc 7.—, vierteljährlich' K'c 19.— / Jugoslawien: Monatlich Dinar 14.—, vierteljährlich Dinar 40.— Jüdisdke Zeituni Ersci»«flni fedlem bommlel jtcdülMlon und JldiMnislfuflon: Wimm, fAoulkcnflclnddiiA I — (Tel. Wt 20-3-S4 Polen: Monatl. Zloty 2.30, viertelj. Zloty 6.30 / Ungarn: Monaitl. Pengö 1.50, viertelj. Pervgö 420 / Rumänien: Monatl. Lei 45.—, viertelj. Lei 125.— / Bulgarien: Monatl. Lewa 30.—, viertelj. Lewa 80.— / Belgien: Monatl. Belga 2.—, viertelj. Beiga 5.— / Uebriges Ausland: Monatl. Schweizer Franken 1.50 2. Jahrgang % Wien, 4. April 1929 (23. Weadar 5689) Nummer 66 Die letztem Tage 'haben die Stellungnahme einiger jüdischer Körperschaften zur Frage des Beitrittes rn die Jejvlsb Agency gebracht. Der Haupt Vorstand des Zentral-Vereines deutscher S t a a t s b ü r g e r jüdischen Giau/bens hat .in-einer. Resolution, die wir weiter unten abd,rucken, beschlossen, von .ejmer Entsendung von Vertretern in die Jewish Agency abzusehen. Der Zentralverein ‘ ist die zaMenmäßjg ‘ stärkste Vereinigung ion Judentum Deutschlands: Dies.versteht sich, iverinman daß Alter der Voreinigümg sowie ihr. Programm, berücksichtigt, das eigehttich nur den Schutz ^der staatsibürgej'licihen, Rechte "der demtscheh Juden ,umfaßt,.. .’^lsb• ihr engeren Sinne .programmatische Vejpfi&.fitoing auferlegt. Infolgedessen ist deV^ehträJ^eift'l^ijio.Tph^ich stark, geflossene Organisation,. sohdeffri riiehr-ein gut 'ausgebauter Apparat mit zahlreichen Ortsgruppen und vielen Mitgliedern, die ihre Pflicht erfülTf bäb.en,. wenn sie einen kleinen Mitgliedsbeitraig erlegen. ln' diesem Zentralverein wird diie Stellungnahme zur Palästinaifrage seit Jahren eifrig diskutiert und in seinem Vorstand gibt es neben antiziomistiskhen Heißspornen fahrende Mitglieder, die .aktiv am Keren Hajessod mitarbeiten und. dem deutschen Pro Palästina-Komitee; angehören. Der Verlauf der Debatte, welohe diesem Beschlüsse des Hauptvorfetandes voranging, ist lehrreich; sie hat erwiesen, daß die Palästinafrage immer stärker auch die Gemüter, der führenden Zentralvereinler beschäftigt und ' daß auch dort die positive Stellungnahme auf dem Wege ist, wenngleich diesmal die Opposition unterlegen: ist. Drei Richtungen kamen in der Debatte zumi Ausdruck: die eine erklärte, der C. V. sei seinem Aufgabenkreis nach unzuständig, «sich mit einem außerdeutschen jüdischen Problem zai befassen», eine zweite forderte die gesinnuingsmäßige Ablehnung jedes Palästina-Aufbaus auf national-jüdischer Grundlage,, während eine dritte Gruppe die Beteiligung des Vereines an der Jewish Agency forderte. . So ist auch die Resolution selbst Insoferne konzi- Want gefaßt, als die Ablehnung im wesentlichen mit der nicht einheitlichen Auffassung des Palästinaproblem« durch die. deutschen Juden begründet, wind.. Der ablehnende Beschluß selbst bindet nur da« Präs i'd i u ra, wäfhrnend äMe anderen Mitglieder, aiich die des Hauptvqrstandes. näeli eigenem Gutdünken Stellung nehmen können: Hält man noch dazu, daß die Majorität keinesfalls stark war und daß die führenden Menschen des C. V., dessen R e p rä s e n t a n t e n die Schöpfer seiner Ideologie, diesmal' zur Minorität gehören, so sieht man deutlich, .daß auch auf jeher Sedte der Palästinagedanke auf dem Marsche ist.; In E n g 1 a n d soll die Basis für einen Eintritt der Nichtzionisten in die Agency bekanntlichauf einer Konferenz am 21. April geschaffen werden. Die Vereinigung des englischen liberalen Judentums hat bereits ihre Beschlüsse gefaßt, die ihre NichtbeteiHgung gleichfalls mit der Verpflichtung zur Neutralität motivieren. Dagegen hat der Rat der viel wichtigeren Anglo Jewish Association, der eigentlich repräsentativen Körperschaft der. englischen .Jiidenheit,. mit allen gegen die eine Stimme des alten zionistischen Outsiders Dr. G a s t e r den Beitritt zut Agency, beschlossen. Alles in allem kann mau wiederholen — wir haben 06 schon bei früheren Anlässen geschrieben —, daß der Gedanke der all jüdischen Agency langsam .aber sicher an Terrain gewinnt. Es wird gewiß nicht mögT Die im redaktionellen Teil -befindlichen entgeltlichen Notizen sind durch ein beigefügtes E bezeichnet. lieh sein, mit einem Schlage die -ganze nichtzionisti- $che Judenheit, soferne sie irgendwie' organisiert ist, in die Agency einzubeziehen. Aber das hat auch kein urteilsfähiger Mensch erwartet. Was Wesentlich bleibt, ist, daß sich ein großes Programm allntählich durchzusetzen beginnt, das Programm der überparteiischen alljüdisohen Palästina-Plattform; der Gedanke, daß alle Kräfte im Judentum Zusammenwirken müssen an der einen Aufgabe, Palästina jüdisch zU machen und im Heimatlande des Judentums ein starkes jüdisches Zentrum mit allen Attributeneinfer lebendigen VaWosgememschaft zu konstituieren.- . EHe Resolution deis ZetitrBl^fefei^s - Nach Referate« der. HerrM; Jproles&qr, ,G,e,p;r g B e r «*• ö a r d -Berlinr.üer ' «len Eintritt/ des -' CentraJ-Vereins als Solchen befürwortete,, uijd Rechtsanwalt Alfred Lichtenberg-Hannover,/der ihn abHejupe, Wurde nach, einer 'eingehenden Aussprache eine Entschließuiig mit 48 Stimmen gegen 3.5 an«en Idle .lauten «Für den Ccntral-Verein ist die . satzunigsraäßtge wesentliche. Aufgabe, die Vertretung unserer Ideale und unserer Interessen in der deutschen Heimat. Allen voran steht uns deshalb die Wahrung der Geschlossenheit der deutschen Juden für diese Ziele. Die Tatsache allein schon, daß das Palästina-Werk.im Kreise der deutschen Juden nicht einheitlich' beurteilt Wird, und daß weite Kreiise die Mitarbeit hieran seiner nationaljüdischen Bedeutung und Wirkung wegen ablehnen — diese Tatsache allein: schon bestimmt' den Hauptvorstand unbeschadet aller anderen Gründe von einer Entsendung von Vertretern in die . Agency abzusehen.* Die liberale Vereinigung Englands lehnt den Eintritt in flie Jewish Agency ab Die Liberale Jüdische Synagoge hat du einer Konferenz den Beschluß gefaßt, der vom Board of Deputies an sie ergangenen Einladung, Delegierte zu .der r am 21. April in London , tattfindenden Konferenz zuf’Wahl von Vertretern der englischen -Judenheit im Rate der. Jewish Agency zu entsenden, nicht folge zu leisten. Mit 28 gegen 6 Stimmen stimmte die - Generahrersamimlung dom Entwurf eines Antwortschreibens an den- Board of Deputies zu, der von dem Präsidenten, Claude G. Montefdore, abgefaßt wurde und u. a. besagt: Unsere Congregatjon nimmt gegenüber dem Mandat wie. gegenüber der zionistischen Bewegung eine Haltung konsequenter Neutralität ein. Es bleibt noch hinzuzufügen/daß, wenn wir auch dn der Fjage der'Jewish Agency wegen ihrer Zusammenhänge emc erzielte Haltung .nicht. einnehmen können, wir gerne au jeder von der englischen Judenheit gemachten Anstrengung, den Juden iti anderen Ländern, dazu zu Verhelfen, ihre' wirtschaftlichen Möglichkeiten zu nutzen und ihre politischen und kulturellen Rechte, auf die sie Anspruch1 haben, zu sichern, teflnebmen würden. (Jfca.) Die Anglo-Jewish Association tritt in die Jewish Agency ein Aus London mehlet J- T A« Mit ,M Stimmen ge^eu die des Pr. Moses Güster beschloß der Rat der Angle- Jewish-Assoclatkm zur Entsendung von Delegierten &u der am 21. A p r H stattfindenden Konferenz der englischen Judenheit Folge au leisten" und an den Vorbereitungen zur Schaffung einer Vertretung der englisch-jüdischen Gemeinschaft im Rat der Jewish Agency tellzunehmeu. Im Verlauf der Aussprache erklärte der Präsident der Anglo-J ewish . Association, Leonard G. Mont efiore; er persönlich könne «ich nicht entschließen, eine ' aktive Rolle in der Agency zu spielen, obwohl er mit dem Palästinawefik, das er während seines Besuches im Heiligen Lande studiert habe, sympathisiere, ja. es bewundere. ‘ Palästina genieße .die Liebe vieler Menschen, die sonst vom Judentum'abgesehen wären; die Leistung für den Keren ■ Hajessod sei für.manche das letzte Glied, das sie an . den jüdischen. Glauben bindet. Aber die Gerneiride-Arbeit stelle ein. so ‘weites und vielgestaltiges Gebiet dar, daß einige der Gemeändemitgliedcr nicht neue VeraritWortufig : auf. &ich/lladlib;/soflten: ~ stimme .-aber.voMkorrtmfen dfep- Meinung zu, daä die Association der geplanten . Konferenz nicht fern bleiben .dürfe: \Vehn einer-der vier Vertreter dfir AssoCiataou - auf' der ‘■Konferenz zu; einem Mitglied der Agency gewählt wird, so wird dies die Association verpfiichteiv an der. 'K e-r e u -Hajes so d -Sammlung teilzunehme.n* Ghachäm D r. M- G a s t e r sagte, ä-l-s er vor 25. Jahren in der "Association über Zionismus sprach, habe er eisige Aufnahme gefunden. Als er dann seine Propaganda über das ganze Land trug, begegnete er stärkster Opposition, und sogar seine Position als Ghacham war gefährdet. Nun werde durch die erweiterte Agency der Gedanke einer nationalen jüdischen Auferstehung fallen gelassen und der Zionismus zu einer Sache der Pihilantropie und der Mildtätigkeit gemacht.; Er wünscht nicht, daß der Dollar oder der Sovereign ihre Herrschaft im Zipnismus .antreten., Er würde seine Lebensarbeit verleugnen, wenn er einer Politik zustimmte, die die Ideale des Zionismus zerstört. Rabbi’D r. D.a i cbes wandte sich in längeren Ausführungen sowohl gegen die zaghafte Art, mit der - sich Leonard G. Montefäore dem Gedanken des Palästinawerkes nähere, als auch gegen die überspannte Art des Dr. Gaster, der Gefahren sieht, die nicht existieren. Der Zionismus ist nicht derselbe wie vor der Balfour-Deklaration, er ist jetzt eine Bewegung der Tat und suche sein Werk auf der { breiten-Basis d e_s gan ze n Judentums aufzubauen. LLOYD TRIESTIMO . DIREKTE LINIE 1 TRIEST JAFFA UND RETOUR Abfahrten jeden zweiten Donnerstag 8 Uhr abends. Fahltdauer unter Berührung von Brindisi bloß 51/, Tage Fahrpreise: I. Kl. Lst. 22.-.-, II. Kl. Lst. 15.-.-, III. Kl. Lst. 5.—.— inklusive Kabine und Verpflegung. Eine Fahrt Triest—Jaffa—Haifa und zurück kostet In der III. Klaeio Inklusive Kabine und Verpflegung bloß öeterr. Sch. 345.—. Für Gesellschaftsreisen besondere Ermäßigung | Auskünfte: Lloyd Triestlno, Wien, I., Kärntnerring 6 . Telephon U 46-0-58, U 46-0-54, U 46-0-55 ■Ö