Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 2 (1929)
- Issue
- Heft 60 (21.2.1929)
- Date
- 1929-02-21
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/3053752-3053805-3053813--0883-3056192- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
$e*te6 DIB STIMME Nr. 60 Josef u. Rebekka Preiss beehren sich hiermit, die Geburt einer Tochter mit den Namen _MIRJAM an2uzeigen Zionisten! Ihr müsset Euren Delegiertentag so stark beschicken, daß schon daraus Euer fester Wille offenbar wird, die von Euch begonnene Arbeit der Festigung und Ausbreitung der österreichischen Organisation fortzuführen! Das zionistische Landeskomitee für Oesterreich. Zahlet den Schekel! Das Zionistische Landeskomitee für Oesterreich teilt mit: Wie aus der weiter unten folgenden Zusammenstellung hervorgeht, haben eine Reihe von dem Landesverband angeschlossenen Korporationen die übernommenen Schekalim noch nicht verrechnet und zurückgestellt. Die Ausgabe derSchekalitn für das laufende Jahr kann jedoch insolange nicht erfolgen, als die vorjährigen Blocks nicht zur Gänze zurüokgestellt resp. bezahlt werden. Wir machen insbesondere jene Korporationen, die zugleich mit den Mitgliedsbeiträgen den Betrag für den Schekel einheben, darauf aufmerksam, daß sie diese eingehobanen Beträge bis längstens 10. März abzuführen haben, weil sie sonst ihre Mitglieder des Wahlrechtes für den bevorstehenden Delegiertentag berauben. Doch auch aus einem anderen Grunde ist es notwendig, daß eine unverzügliche Verrechnung der Schekalim vorgenommen wird; in diesem Jahre werden die Wahlen für den 16. Zionistenkongreß, der am 28. Juli L J. eröffnet wird, stattfinden. Wir können daher unter gar keiner Bedingung ein Einreißen des Mißstandes zulassen, daß durch Verwendung der Schekelgelder für die Bedürfnisse der Bezirks- oder sonstigen Korporationen die Mitglieder der zionistischen Organisationen vom Wahlrecht für den Kongreß ausgeschlossen werden. Die ordentliche Parteisteuer Voraussetzung für das Wahlrecht zum Delegiertentag ist <Se zeitgerechte Zahlung der Parteisteuer. Bis zum 31. Jänner 1929 haben die Sektionen und Verbände die nachstehenden Beträge auf die ordentliche Part eist euer abgeführt: Wien: Sektion 11 . . , , .ä S 550.— Sektion Prater 4 . tt 194.— Sektion 111 . . * » 11 9t 300.— Sektion IV/V * 9* 301.— Sektion VI/VI1I , n 250.— Sektion IX . . j» ft 310.97 Sektion X . « , , tt 160.— Sektion XII/XV . . * •4 . n 40.— Sektion XIII t . 4 « » 18.— Sektion XVIII , . * « , >» 60.— Sektion XIX , . . * . 91 220.— Sektion XX 4 1 , M 155.— Sektion Zwischenbrücken 4 H 21 .r— Frauenorganisation ♦ . k H 878^— Twm/verband . . , 19 70.— Jugendverband (Mirjam) M tt ea— rovinz: Leoben . - C m w ff 24— Linz-Salzburg . . , . to « ff 296.— Möcüsmg . „ . . - m - »1 123.— St Pölten . , . . 0 « ff 50.— Krems . * * . . . 91 90.— Summe . . . S 4170.97 Zionisten! Nützet cBe Frist bis 10. März L J. und verrechnet die bereits eingehobene Parteisteuer, damit nicht die Mitglieder der Sektionen und Gruppen um ihr Wahlrecht gebracht werden! Das zionistische Landeskomitee für Oesterreich. Repräsentatlonsball der Zionisten Oesterreichs Am 2. März 1929 findet ln dem Räumen des Konzerthauses der erste Repräsentatfons/ball der österreichischen Zioairsten statt. Dieser Ball steht unter dem Ehrenprotektorat eines aus ersten Kreisen der Wiener Gesellschaft bestehenden Ehrenkomitees, dem bis heute u. a. noch bei- «etreten sind: AtcIi- Dr. Ins. Baiurat Prof. Clemens Holzmeister, Akademie der bildenden Künste, Felix Salten, Schriftsteller, Chefarzt Dr. Max Berliner, Karl Schwarz (Graz). Nach den bis heute d/urcbgefiihrten Vorarbeiten verspricht der Ball einen glänzenden Verlauf zu nehmen. Die Ballmusik besorgt die Kapelle Mlscha aus dem Moulin Rouge- Die Nachfrage nach Karten Ist eine äußerst rege; es ist daher zu empfehlen, daß die Gesinnungsgenossen und Freunde sich schon jetzt der Karten versichern. Uvn den Gesinnungsgenossen in den äußeren Bezirken den Bezug iler Karten zu erleichtern, hat das Ballkouwiee nachstehende Vorverkamsstellen errichteU JCammermt Kobn, VL, Marfahflferstraße 101; Hermann Greif, VH», Gwnpendorferstpaße 93, Tel. B. 22-1-97; fol Josef Fischmann, X„ Viktor Adlerplatz 1; Buchtandhmg R. Löwit» L, Rotencurmstraße 22. Logen und Kartenbestellungen bn Ballkomitee, U Kärntnerstraße 28, Tet R. 27-4-65/86, alb 6 Uhr abends, IL ZSnkusgsse 33, Tel. R. 49-9-96. Für ein Theodor Herzl- Denkmal > Wir erhalten folgende Zuschrift; Ein Vierteljahrhundert ist vergangen, seit Theodor Herzl der Wegbereiter des neuen Judentums sein großes, unsterbliches Wirken beschloß. Ihm ein würdiges Denkmal zu errichten, ist schon lange der Wunsch des Volkes, das sein Leben und sein Werk bewundernd nachzuleben sucht. Der bekannte Bildhauer Alexander Jaray hat ein solches Denkmal erdacht und modelliert, nun soll es in Stein gehauen und an einem würdigen Platze zur Aufstellung gebracht werden. Das drei Meter hohe Denkmal ist als ein Symbol gedacht, als sinnfälliger Ausdruck des wieder erwachenden Volkes. Die Jugend erweckt das Alter, die Jungen nehmen die Alten ins Schlepptau und reißen sie mit fort, in eine glücklichere Zukunft. Das Denkmal stellt einen jungen Juden dar, einen Chaluz, der eine Gruppe alter Juden führt. Vorwärts geht es mit ungestümen Schritten in das Land, das uns Herzl gewiesen. Aus den mächtigen Sockel blickt das edle Antlitz Theodor Herzls. Und nun soll diese Stein gewordene Allegorisierung des zionistischen Gedankens zur Ausführung gelangen. Der Entwurf war in einer Sonderausstellung der Arbeiten des Bildhauers Jaray vor kurzem in Berlin ausgestellt und hat dort so lebhaften Anklang gefunden, daß sich spontan ein Komitee bildete, welches sich die Aufbringung der Mittel für dieses Denkmal zur Aufgabe machte. Dem Komitee gehören eine Reihe der hervorragendsten Persönlichkeiten des jüdischen Berlin sowohl auf geistigem als auch wirtschaftlichem Gebiete an. Für die Fertigstellung des Denkmals wird ein ungefährer Betrag von 80.000 M ar k genannt. Ein Drittel dieses Betrages wurde durch das Berliner Komitee bereits aufgebracht. Nun sollen ähnliche Komitees in London, New York und auch in Wien gebildet werden. Für Wien hat Frau Lea B o n d y, Wien, I., Weihburggasse 9 (Kunsthandlung Würthle) die Bildung des Komitees übernommen, das die für Wien entfallende Summe auf bringen soll. Noch ist der Platz für die Aufstellung des Denkmals nicht bestimmt. Erez Israel ist der einzige Ort, der ernstlich in Frage kommt. Die Stadtverwaltung in Haifa hat sich bereit erklärt, einen bevorzugten Platz für das Denkmal einzuräumen. Wenn es gelingt, die nötigen Mittel aufzubringen, soll schon am 25. Todestag Herzls das Denkmal von seiner hehren Lebensarbeit Zeugnis geben. Die Ueberführung Herzls nach Erez Israel. Die von den, Zionisten Oesterreichs und Amerikas angeregte Ueberführung der Gebeine Theodor Herzls nach Erez Israel zur Zeit der 25. Wiederkehr seines Todestages ist, wie wir seinerzeit berichtet haben, von der letzten Aktionskomiteesitzung mit Rücksicht auf damals noch vorhandene Schwierigkeiten der zionistischen Exekutive überwiesen worden. Obwohl seither die Schwierigkeiten, besonders durch die dem Präsidenten der zionistischen Organisation Oesterreichs,. Dr. Goldhammer, zu verdankende Auffindung des Originaltestamentes Herzls, beseitigt wurden, hat sich die zionistische Exekutive doch nicht veranlaßt gesehen, die Anregung der österreichischen und amerikanischen Zionisten, die auch in vielen anderen Ländern zustimmmenden Widerhall fand, auszuführen. So wird die Ueberführung Herzls nach Erez Israel heuer nicht statt finden. Aus diesem Grunde wird auch die P alästina-Reise des Zionistischen Landeskomitees für Oesterreich, die im Zusammenhang mit der Ueberführung Herzls hätte stattfinden sollen, auf einen späteren Zeitpunkt verschöbe n. Aus der misrachfstfschen Jugendbewegung Galt einst als oberster Grundsatz für jegliche Jugendwerbung, die Jugend durch äußere Mittel, wie etwa imposante Kundgebungen, glänzende Feste u. dgl. zu gewinnen (in welchem Falle, wenn dies gelang, man von einem «moralischen» Erfolg sprach) und diese politischen «Grünlinge» hernach, durch Heranziehung zur intensiven Aktivität innerhalb der praktischen Parteiarbeit, eben an Hand dieser Arbeit (also quasi durch Anschauungsunterricht), ideologisch heranzubilden, so hat dieser Grundsatz, bei der Wochen-Kalender Februar 1929 Gedenktage TUt trenn 21 Donnerstag 167? — Barucb Spinoza in 8che* vertagen gestorben. 1898 — der Sozialphilosoph Josef Popper (-Ly nkeus) ln Kolln geboren. 1866 — Prof. August von Wassermann. der Entdecker der Wassermanneohen ReakUon, ln Bamberg geboren. 11 - tt’ 2t Freitag 12 — 23 Samstag 1488 — Erster Druck einer hebräischen Bibel (in Sonder). 1820 — der Lustspieldtohter David Kalsloh ln Breslau geboren. IliHuih atbo ben>odom bagar 24 Sonntag H — T Klein- Purim 23 Montag 1840 — der Llederkomponlst und Pianist Alexis Holländer ln Ratibor geboren. 1897 — der Literarhistoriker Prof. Michael Bernays ln Karlsruhe gestorbon. 15-1Ö klein-9cho»cuaii tu« 26 Dienstag 16 — 27 Mittwoch 1880 —i der Dirigent Prot. Julius Stern, Begründer des nach Ihm benannten Berliner Konservatorlums, gestorben. 1902 — Gründung der Anglo- Palestine-Company. 17 — p derzeitigen geistigen Struktur und der mehr auf Zweck uni Ziel gerichteten Jugend, zum Teil'seine Gültigkeit verloren. Es ist heute, namentlich bei der reiferen Jugend, nicht mehr möglich, für eine Jugendbewegung zu werben, ohne gleichzeitig Idee, Sinn und Ziel dieser Bewegung, eindeutig, klar und prägnant anzugeben. Nicht zum geringsten Teil hat die Misrachistische Jugendbewegung in der letzten Zeit ihren enormen Zuwachs an jugendlichen Mitarbeitern dieser Erkenntnis zu verdanken. Durch die «Thorah w’Awodah»-Losung, was kurz den gesamt2n Idleem- und Aufgabenetat der misrachistisohen Jugend bezeichnet, durch Propagierung und Ausdeutung dieser Idee, welche den gesamten religiösen, nationalen, und nicht zuletzt sozialen Fragenkomplex des modernen Jischuw/ Erez Israels umfaßt und zu lösen versucht, ist es gelungen, daß heute tausende und abertausende arbeitender junger Menschen in Erez Israel, auf diese Idee schwören, ja sie leben, und daß ebenso im Galuth stets neue Scharen die Reihen des Jungmisrachi füllen. Wenngleich die «Thorah w'Awodah»-Losung keine wesentlich neuen Momente in die wahre Misrachi-Ideologie bringt und auch keine Aenderung derselben bezweckt, so bedeutet sie dennoch ihre Erweiterung und Anpassung an neue, aus dem Leben in Erez Israel resultierende Erfahrungen. Auch die Wiener Misrachi-Jugendorganisation hat der «Thorah w’Awodah»-Parole ein erfreuliches Anwachsen ihrer Mitgliedschaft zu verdanken. Es kam ihr hiebei die Anwesenheit eines leitenden Mitgliedes des Hapoel Hamisrachi in Erez Israel, Herrn Bin-Nun aus Jerusalem, besonders zustatten. So wurden in letzter Zeit, außer den bereits bestehenden Gruppen «Zeire w’Hechaluz Hamisrachi» und «Britb Noar Hamisrachi» (Misrachi-Jugendbund) folgende Gruppe? neu gebildet: Igud Akademi «Thorah w'Awodah», Misrachi- Jugendbund Bezirksgruppe XX, «Zeiroth Hamisrachi» (Misrachi-Mädchengruppe), «Bne Misrachi» (B-Gruppe des Jugendbundes) und schließlich der «Haschomer Hadathi». Alle diese Gruppen sind Teile der Misrachi-Jugendorganisation für Oesterreich und letztere bildet auch deren oberste Leitung, die in prinzipiellen und politischen Fragen zu entscheiden hat. Die Bildung dieser Gruppen entspricht den speziellen Aufgabenkreisen und gesonderten Tätigkeitsgebieten sowie auch den Altersunterschieden. Ein bedauerliches Hindernis für eine rasche und aufstrebende Entwicklung dieser Gruppen bildet allerdings der Mangel geeigneter und zentral gelegener Lokalitäten. Vielleicht werden gar diese Zeilen dazu beitragen und Gesinnungsverwandte zur Hilfe veranlassen. Mordechai Halevi Tür kl. Das Jubll3um des {üdlsch-akademlschen Philosophenvereines Anläßlich des 4ofemeftrigen Stiftungsfeftes des Jüd.-akad. Philofophen-Vereines fand am 13. Februar abends im kleinen Feftfaal der Univerfitäc zu Wien eine Feier ftatt. Den Ehrenvorficz führte der Förderer diefer Vereinigung, Hofrat Prof. Dr. S. Frankfurter. Nach Begrüßung der erfchienenen Gäftc, insbcfondere des Rektors Prof. Dr. Th. Innitzer, des Präfidcnten der Ifraelitifchen Kultusgemeinde, Prof. Dr. Alois Pick, des Präfidcnten der Zioniftifchen Landesorganifation, Dr. Leo Goldhammer, fowie der zahlreich erfchienenen Univerfitätsprofefioren legte der Obmann cand. phil. und ing. Philip P i ck h o 1 z die Gründungsgefchichte, Tätigkeit und die Ziele des Vereines dar. Hierauf hielt Hofrat Prof. Dr. Frankfurter eine warm empfundene Anfprache, die in einem Appell an die jüdifche Studentenfchaft gipfelte, ftets den Zufammenhang mit Univcrfität und Lehrkörper zu wahren. Als Vorbild empfahl er jene jüdifdicn ProfelTorcn, die in der Ruhmeshalie in der Univerlität ihren Ehrenplatz gefunden haben. Nach diefen Ausführungen, die in der Studentenfchaft ftarken Widerhall fanden, würdigte Rektor Prof. Innitzer