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Die Stimme · 1929-02-07 · Heft 58 (7.2.1929) · page 2

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Journal
Die Stimme
Volume
2 (1929)
Issue
Heft 58 (7.2.1929)
Date
1929-02-07
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Sette 2 PIE STIMME Kr. 58 €a/£ Produktenbörse Wien, II., TaborslraßelO Monumentalstes Kaffeehaus Wiens Behaglloh durohwfirmM Reuoh-und dunstfrel! Ausgezsfohnet ventiliertI Am Abend: Treffpunkt der JQdtsoheo Intel fgenz und der Z’onlsten aller Richtungen sowie der jddisoh-akad'mlschen Korporationen und Vereine Aohfungl Zwei Prozent der gesamten Abendlosung werden allmonabloh dem Keren Hajessod abgeiOhrt BST Erleichterung der jüdischen Einwanderung für alle Klassen unverzüglich zu erreichen. Was die Verordnung üiber den öffentlichen Unterricht betrifft, fordern wir, daß das jüdische Schulwesen, das bis jetzt afe unter unserer Leitung stehend anerkannt war, autonom bleiben und — soweit es sich um Unterrichtsprotoleme handelt — der Aufsicht eines jüdischen Unterrichtsdirektors unterstehen soll, auf den die meisten Agenden des allgemeinen Direktors des Unterrichtswesens übergehen. Wir fordern, daß dieses einheitliche jüdische Schulsystem in der offiziellen Verordnung bezüglich des Unterrichtes ati&rk&nui werden soll. Wir betrachten diese Forderung als grundlegend; sie stimmt auch mit der Ansicht der jüdischen Bevölkerung Palästinas überein. Die Regierung hat Kommissionen zur Beratung der Fragen der E i s e n b a h n e n, Zölle, Steuern, Häfen usw. eingesetzt. Eine dieser Kommtssionen hat in der Angelegenheit von Tarifen die Meinung jüdischer Industrievertreter eingeholt; dabei wurden für eine große Zahl jüdischer Industrien beträchtliche Konzessionen erreicht. Wir haben die' Regierung ersucht, der Jewislh Agency eine V e r t r e tu n g in diesen amtlichen Kommissionen einzuräumen. Es wäre von großem Vorteil für die gesamte Zukunftsarbelt ln Palästina, wenn die Regierung und ihre Kommissionen vor irgendeiner Beschlußfassung die Meinung und.den Rat der Jewish Agency einholen, was einem Zustand vorzuziehen sei, in dem die Regierung und die Kommissionen Beschlüsse fassen und v/ir dann die Aufgabe haben, Revisionen und Verbesserungen vorzutragen. Wir haben diese Forderung dem Koloniaiamt unterbreitet, und wir hoffen, daß in dieser Hinsicht eine Ordnung Platz greifen wird, i ic als eine wichtige Entwicklung auf dem Wege der Herbeiführung einer engeren Zusammenarbeit zwischen der Jewish Agency und den von der Regierung ernannten Körperschaften hinsichtlich der praktischen Probleme des Palästina- Aufbaues angesehen werden wird.» Den Mitteilungen, die der Organisationsrefe/ent der zionistischen Exekutive, Dr. Rosenblüth, über die Arbeiten für die Erweiterung der Jewish Agency machte, ist zu entnehmen, daß das aus den Herren Dr. H a i p e r n, Harry Sacher, Leonhard Stein und Dr. Felix Rosenblüth bestehende Komitee zur Führung der Organisationsarbeit für die Jewish Agency seine Tätigkeit (ausgenommen Herrn Sacher, der in Palästina weilt) fortsetzt. Von den Beschlüssen der Berliner A. C.-Tagung, welche die Jewish Agency betreffen, hat Präsident Weizmann Herrn Louis M a r s h a 11 in einem offiziellen Schreiben Mitteilung gemacht. Dr. Weizmann übermittelte ferner eine längere Mitteilung dem Präsidenten des Organisaiionskomitees der amerikanischen Nichtzionisten, Herrn Felix M. W a r b u r g, ln welcher die Ansichten des A. C. über gewisse wichtige Fragen der Organisation im Zusammenhang mit der Verfassung der Jewish Agency dargetan wurden. Auf der Basis dieser und anderer dem Organisationskomitee der amerikanischen Nichtzionisten übermittelten Mitteilungen werden in Amerika Verhandlungen geführt. Dabei werden die zionistischen Interessen durch das von Dr. Weizmann vor seiner Abreise aus Amerika ernannte Komitee und durch Colonel Kish vertreten. Die Exekutive hat ferner die nötigen Schritte eingelötet, um die Verhandlungen über die Wahlen zum Agency Council in verschiedenen europäischen Ländern in Fluß zu bringen. Es wurden Anweisungen für die Ernennung von homitew zur Verhandlung mit den Nichtzionteten gemäß den Vorschriften des A. C. gegeben, ln dieser. KcmMees sind alle zionistischen Landesorganisationen und Fraktionen vertreten. Der 1, Februar wurde als <k< Tcnriin für die Ernennung dieser Komitees bestimmt. Nach ihrer Konstituierung werden diese Komitees eJne ,W a h 1 o r d n u n g für den Agency Council vorbereiten und sie bte spätestens 15. Februar der Exekutive zur BHIigi»ng unterbreiten. Sodann werden die eigent- Uchcrzi Verhandlungen mit den nich(zionistischen Kreisen beginnen können. in Deutschland haben Vorverhandlungen mit führenden ntehtzlonlstfechen Persönlichkeiten bereits stattgefunden, ln England handelt es sich nur um die Wiederaufnahme der vor mehreren Jahren mit der Anglo-Jewish Association und dem Board of Deputies begonnenen Verhandlungen. Alle von der Exekutive ergriffenen Maßnahmen sind in genauer Ueberelnstlmmung mit den Beschlüssen des Kongresses und des A. C. Auf diese Feststellung legt die Exekutive um so größeren Nachdruck im Hinblick auf die bei der Weltkonferenz der Zion’rsten-Revisionisten ohne jede Grundlage gemachte Behauptung, daß die A. C.-Beschlüsse und die in deren Konsequenz ergriffenen Maßnahmen der Exekutive mit den Resolutionen des 14. Kongresses im Widerspruch stünden. Dr. Rosenblüth besprach dann eine Reihe organisatorischer Fragen und schloß: «Die Exekutive hofft, daß die Schekel-Kampagne die zionistische Organisation«- und Propagandaarbeit in allen Ländern stärken wird. Es werden wohl alte Länder wünschen, auf dem kommenden Kongreß, dem große Bedeutung zukommt, möglichst stark vertreten zu sein. 1928 betrugen die Schekel-Eingänge 25.000 P f u n d, sie wenden im laufenden Jahsre mindestens 30.000 Pfund betragen.» Die jüdischen Arbeiter beim Haifaor Hafenbau Eine Erklärung des Oberkommissärs. Aus Jerusalem wird gemeldet: Der Oberkommissär für Palästina, Sir John Robert Chancellor, teilte soeben mit, daß schon in diesenTagen mit dem Bau des Hafens in Haifa begonnen werden wird, jüdische gelernte Arbeiter werden beim Hafenbau Beschäftigung finden, hingegen werden Araber als ungelernteArbeiter beschäftigt werden. ' Delegiertentag der österreichischen Zionisten Am 13. und 14. April 1929 Zionisten! Das zionistische Landeskomitee für Oesterreich hat den ordentlichen Delegiertentag der österreichischen Organisation für den 13. u n d 14. A p r i 1 1929 einberufen. Die Tagesordnung, welche noch separat bekanntgegeben wird, stellt eine Reihe von wichtigen Fragen zur Behandlung, deren Lösung unbedingt nötig ist, damit die aus hartem Boden in mühevoller Arbeit hervorgebrachten Ansätze einer gesunden Partei sich weiter entwickeln können. Der Weg zu dieser Lösung wird gefunden werden, wann alle Kräfte der Organisation in allen ihren Richtungen beim Delegiertentag in voller Stärke zum Ausdruck kommen. Dazu ist notwendig, daß sämtliche Orupen die Parteisteuer und den Schekel längstens bis zum 20. Februar 1. J. abführen und verrechnen, um die Wahl ihrer Delegierten in solcher Zahl, daß sie der vollen Stärke der einzelnen Organisationen und Gruppen entspricht, zu ermöglichen. Der Termin für die Einzahlung der Parteisteuer und des Schekels kann über das angegebene Datum hinaus nichterstreckt werden, da bereits am 27. Februar d. J. von 0 bis 10 Uhr abends die Wahlen der Delegierten für den Parteitag In ganz Oesterreich erfolgen. Zionisten! Ihr müsset Euren Delegiertentag so stark beschicken, daß schon daraus Euer fester Wille offenbar wird, die von Euch begonnene Arbeit der Festigung und Ausbreitung der österreichischen Organisation fortzuführen! Das zionistische Landeskomitee für Oesterreich. kn Zusammenhang mit dem oben angeküiKÜgten Delegiertentag der österreichischen Zionisten schreibt uns das Zionistische Landeskomitee für Oesterreich: «Zu der vom Verband der radikalen Zionisten veröffentlichten Erklärung sei folgendes bemerkt: Die zionistische Organisation Oesterreichs ist auf dem Territorialprinz 1 p aufgebaut; darnach kann Mitglied unserer Organisation nur derjenige sein, der einer Ortsgruppe oder Bezirkssektion beitritt, in deren Sprengel er seinen Wohnsitz bezw. seinen Geschäftsbetrieb hat. Für die Frauen, Jugendgruppen, Akademiker, Turner und Sportler bestehen eigene Sonderverbände. ' Da der Delegiertentag die Vertretung der Organisation und nicht eine Partelenvertretung nach Art ekles Parlaments dansteMt, ist es klar, daß jede Ortsgruppe und jeder anerkannte Sonderverband die Vertreter für den Delegierten tag zu wählen haben. Auf Grund unseres Statute sind die Vertreter zum letzten Delegierten tag vom 15. November 1927, bezw. 3. Dezember 1927 gewählt worden. An den Wahlen haben die Radikalen und Revisionisten teilgenommen, sie haben das Präsidium des Delegiertentages und die einzelnen Kommissionen des Delegiertentages beschickt, sich an der Wahl des Zionistischen Landeskomitees beteiligt, ja sogar ein Mitglied der radikalen Gruppe (Herrn Kandl) in das Landeskomitee entsendet. Die Gruppe der radikalen Zionisten hatte schon bei diesem Delegiertentag den Antrag auf Aenderung des Statuts eingebracht, dahingehend, daß die Wahlen in Wien in einem Wahlkreise vorgenommen werden sollen. Dieser Antrag wurde abgelehnt. Nichtsdestoweniger hat die Gruppe an den Wahlen zum Parteirat teilgenommen und nach Konstituierung desselben mitgea. beitet, ohne irgendwie den WaMmodus für den Parteirat zu beanständen. Am 19. März 1928 wunde von einem Parteiratsmitglied Im Parteirat der Antrag gestellt, dem Mitgtiede des Landeskomitees, Herrn Kandl (dem Vertreter der Radikalen) das Mißtrauen auszusprechen. Noch vor der Abstimmung über diesen Antrag erklärten sämtliche Mitglieder der radikalen Gruppe, die dem Parteirat angehörten, daß sie ihre Mandate zurücklegen. Es muß mit allem Nachdruck festgestellt werdendaß einzig und allein dieser Antrag auf Erteilung des Mißtrauensvotums den Anlaß dafür bildete, daß die Mitglieder der radikalen Vereinigung ihre Mandate zurüokgelegt und an den weiteren Arbeiten nicht mehr teilgenommen haben. Die Schaffung eines einheitlichen Wahlkreises, wie ihn die radikalen Zionisten fordern, ist weder Sache des Landeckomitees, noch des Parteirates, sondern kann einzig und allein durch den Delegiert e n t a g beschlossen werden. Bei den Verhandlungen mit den radikalen Zionisten über die Möglichkeit eines Zusammenarbeitens wurden von diesen zwei Forderungen aufgestellt, und zwar ihre Anerkennung als Sonde r b a n d und Schaffung eines einheitlichen Wahlkreises. Im ersten Punkt bestand die Geneigtheit aller in Betracht kommenden Gruppen, zuzustimmen. Dadurch hätte der Verband der radikalen Zionisten ohne weiteres die Möglichkeit, seine Stimmen zu sammeln und eine seiner Stärke entsprechende Vertretung auf dem Delegiertentage zu erlangen. Dagegen hat sich die Majorität g e g e n d e n e i n h e i t liehen Wahlkreis ausgesprochen, weil erst dadurch eine eigene Wahlgeometrie geschaffen und das Prinzip, auf dem unsere Organisation aufgebaut ist, aufgehoben worden wäre. So blieb dem Landeskomitee nichts anderes übrig, als den ordentlichen Delegierten tag, der für das Frühjahr 1929 statutengemäß einberufen werden muß, auszuschreiben. Die Einberufung eines außerordentlichen Deleglertentages zur Beratung der von den radikalen Zionisten gewünschten Statutenänderung, die, entgegen allen Behauptungen, diesen niemals zugesichert wurde, hätte, da ein außerordentlicher Delegiertcntag die gleiche Zusammensetzung hat, wie der letzte ordentliche, eine Durchsetzung des Antrages wohl nicht ergeben. Das Zionistische Landeskomitee muß das Ansinnen zurückweisen, eigenmächtig eine Aenderung der Statuten, die nicht in den Bereich seiner Kompetenz gehört, vorzunehmen. Den einzelnen Gruppen ist es unbenommen, beim nächsten Delegierten tag neuerdings den Antrag auf Schaffung eines einheitlichen Wahlkreises einzubringen. Wird dieser Antrag angenommen werden, so wird selbstverständlich eine neue Wahlordnung respektiert werden. Aber von der Annahme oder Ablehnung eines Antrages die Mitarbeit der antragstellenden Gruppe abhängig zu machen, widerspricht sowohl jeder Parteidisziplin als auch den demokratischen Prinzipien. Aus dem bestehenden legalen Zustand, der nur legal, d. h. durch Majoritätsbeschluß auf dem Delegiertentag geändert werden kann, die Folgerung abzutelten, daß man die von den Radikalen als rührig bezelchneten Elemente in der Organisation von der Mitarbeit möglichst ferrahalten wHl, ist nicht stichhältig? die „rührigen” Elemente halten sich selbst von der Mitarbeit fern und drohen mit Spaltung, wenn die Leitung der Partei nicht ihre Vorschläge auf statutenwidrige Maßnahmen akzeptiert.» , Namensglelchheit lieber diesbezügliches Ansuchen stellen wir gerne fest, daß Herr Dr. M an f r ed P apo. Sohn des verewigten langjährigen Rabbiners der Wiener Sephar. dim-Gemeinde Michael Papo, .gebürtig aus Wien, Absolvent des W i e n e r Rabbinerseminafß, früher Rabbiner zu Salzburg, derzeit Retigionsprofcssor an den MädchenrealgymnasJen in Wien, U., VI. utvd VIII., mit dem in Nr. 56 im Aufsätze «Ein wackerer Gottesstrcäter» genannten Dr. Papo weder identisch noch verwandt Ist, wiewohl auch et eine Zeltlang mit der KwHusgeiueinde Gablonz a. d Nelsse Verhandlungen geptlo-gen 'hat. — (Wie wir nachträglich erfahren, führt der ln unserer Notiz «Ei* wackerer Gottesstreiter» genannte Dr. Oskar Papo seinen Namen zu Unrecht Er heißt in WlrWohkeit Notel es und fiat sich das «Pseudonym» Papo woW am dem Grunde gewählt, weil sein wirklicher Name im Strafregister vorkommt — Die Red.)

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