Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 2 (1929)
- Issue
- Heft 58 (7.2.1929)
- Date
- 1929-02-07
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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V. b. b. Preis 35 Groschen Zeitung vom Verleger versendet Journal expedte par rSdltettr Abonnementpreise: Für Oesterreich; Monatl. S 1 .50, viertelj. S 420, ganzj. 16.~ / Deutschland: Monatl. Goldmark 1.—. viertelj. Goldmark 3.— / Tschechoslowakei: Monatlich Kc 7.—, vierteljährlich Kc 19.— / Jugoslawien: Monatlich Dinar 14.—, vierteljährlich Dinar 40.— Jlkdisthe Zeitunit ErMtoelntf feden Donnerstod dtedaftMon und Jfdmmistvation; Wien. V., ^aulSrenstein^osse 1 — {Tel. R Polen: Monatl. Zloty 2.30, viertelj. Zloty 6.50 / Ungarn: Monatl. Pengö 1.50, viertelj. Pengö 420 / Rumänien: Monatl. Ui 45.—, viertelj. Lei 125.— / Bulgarien: Monatl. Lewa 30.—, viertelj. Lewa 80.— / Belgien: Monatl. Belga 2.—, viertelj. Beiga 5.— / Uebriges Ausland: Monat! Schwieizer Franken 1.50 2. Jahrgang Wien, 7. Februar 1929 (27. Schewat 5689) Nummer 58 Palästina wird neue Einwanderer brauchen Die aktuellen politischen Fragen im Zionismus — Eine Pressekonferenz in der zionistischen Exekutive Die im redaktionellen Teil -befindlichen entgeltlichen Notizen sind durch ein beigefügtes E bezeichnet. Der Lehrerstreik in Palästina beendet Aus Jerusalem wird gemeldet: Die Zionistische Exekutive in Palästina hat sämtliche Forderungen der Lehrerschaft der hebräischen Schulen bewilligt, wodurch der begonnene Streik sein schnelles Ende gefunden hat. Der U n t e r r i c h t wurde an allen Schulen w i eder aufgenommen. Die rumänische Regierung über den Zionismus SWne offizielle Erklärung zum Wahlpakt Aus B'ti k ar e s t wird gemeldet: Der 'rumänische Justizminis'ter Juni an hat in der. Kammererklärt, die Regierung habe darum ein Wahlbündnis mit den Zionisten geschlossen, weil der Zionismus j ü d i s c h e jW a s s e n in Rumänien hinter sich, hat, eine idealistische Bewegung darstellt und von allen zivilisierten Staaten1 unterstützt wird; Die Regierung, schloß er^ ist der-Ueberzeugimg, daß die zionist isehen Bestrebungen d en 1 n t er essen des r u rii ä n i s c h e n Staates i n keiner Weis e e n tig e g e n g e s e t z t sind. 500.000 Dollar für dasPalästina- ■■ ■ werk Erfolgreicher Auftakt zum amerikanischen United Palestine Appeal. Aus Ney/ York wird berichtet: Zu Ehren des soeben hier einige,tröffenen Mitgliedes der Zionistischen Exekutive in Palästina, Colonel F; H. Kish, gab das Komitee für den United Palestine Appeal einen Empfang in der New Yorker Stadthaliie, dem der Bürgermeister von New York, W a lke.r, beiwohnte, im Verlaufe des Abends hielten Ansprachen Herr Felix M. W a r b'U r g, Präsident des American.Joint Distribution Committee, der Vizegouverneur von New York, Herbert L e h m a n, Herr Al'bert 011 i n g e r, ferner Morris Rothenberg'uud zum Schluß Bürgermeister Walker. Colonel Kish dankte für die'ihm dargebrachte Ehrung und gab einen Ueberblick über die Lage des Aufbaues in Palästina. Noch im Verlaufe dieses A'bends wurde eilte Sammlung für das. Palästina-Werk veranstaltet, die 450.000 Dollar ergab, darunter - einen B e i t r a g von M a r s h a 11 in d e r H ö he v o n 5000 Dollar. (Felix Warburg hatte bekanntlich schon bei Gelegenheit der Konstituierung des Komitees für den Appeal 50.000 Dollar gespendet.), So ist bisher insgesamt ein Betrag von 500.000 Doll ar aufgebrnchv Leo Motzkin in WiwUi per Präsident des Aktionskomitees der zionistischen Weitorganisation, Leo Mot i k i n, weilte auf der Durchreise am 4. Februar in Wien, wo er an den Sitzungen des Präsidiums des Minöritätenkongr e s s e s teilnahm. In wenigen Wochen wird Motzkin wieder in Wien kurzen Aufenthalt nehmen; bei dieser Gelegenheit wird er Über Einladung des Zionistischen L a n d e s k o m i t e e s für Oesterreich einen öffentlichen Vortrag über «Die Position des jüdischen Volkes jm internationalen Leben» halten. Näheres wind noch bekanntgegeben werden. Aus London wird gemeldet: Vor einigen Tagen fand im hiesigen Hauptbureau der Zionistischen Weltorganisation eine Pressekonferenz statt, bei der die Mitglieder der Exekutive Dr. Felix R o s e n b 1 ü th und Professor Brödetsky Informationen über aktuelle zionistische Angelegenheiten gaben. Professor Brödetsky, der das politische Referat irinÄt, erörterte an Stelle des Präsidenten Professor Weizmann, welcher aus G es ti n d h e its r ü c k s i c h t e n eine m e h rwöchige Arbeitspause außerhalb Londons v e r b r i n g t, die. aktuellen politischen Fragen im Zionismus. .Er führte u. a. aus: «Das wichtigste politische Ereignis der letzten Periode ist die Uebernafome des Oberkontniissariats über Palästina durch Sir John Robert Chancellor. Nach seinen bisherigen Erklärungen ist der neue Oberkommissar offenbar: entschlossen, seine Amtsperiode zu einer Periode, positiver Entwicklung des Landes zu gestalten. Er hat ausdrücklich auf die Notwendigkeit einer Vermehrung der Landesbevölkerung hingewiesen; damit kann er nur eine Zunahme der jüdischen Einwanderung gemeint haben. Ich möchte auf einen besonderen Punkt in Chancellors Erklärungen hinweisen, nämlich auf seine arabische Politik, Er'hat das ihm von der arabischen Exekutive überreichte Memorandum hinsichtlich der Einführung eines Legislative Council oder Parlaments dahin .beantwortet, . er sei nicht in der Lage,. schon heute, irgendwelche Ansichten .über das Thema vonzubringen, er hoffe, die Angelegenheit im kommenden Sommer während seines Urlaubes mit deim Kölonialamt erörtern zu können. Die Exekutive der Zionistischen Organisation wird darauf sehen, daß eine vorgezeichnete einheitliche Politik betreffs des gesamten Fragenkomplexes der zukünftigen politischen Entwicklung Palästinas in : Geltung tritt. Colonel K i sh hat während seiner Anwesenheit in London mit dem Unterstaatsseikretär im Kolonialamt Ormsby-Gore über verschiedene wichtige Punkte verhandelt, besonders über die Fragen der Klagern a u e r und der Einwanderung. Wir hoffen, durch einen f r e u n d s c h a f 11 i c h e n M e i n u n g saustausch mit1 den moslemitischen Be- Behörden zu einem endgültigen Uebereinkommen hinsichtlich der Frage der Benützung des Platzes vor der Mauer zu gelangen. Die britische Regierung folgt den Verhandlungen betreffs Erweiterung der Jewish Agency mit sehr großem Interesse. Wir haben ihr ein M e ni or a nd um über den gegenwärtigen Stand der Agency- Frag® überreicht. Wir haben das Gefühl, daß die Regierung der Angelegenheit eine sehr weitgehende Sympathie entgegenbringt, und wir vertrauen darauf, daß die von uns unternommenen Schritte mit voller Sicherheit unternommen werden durften und daß sie nicht allein zu einer erhöhten jüdischen Teilnahme an der Palästina-Arbeit, sondern wohl auch zu einer beschleunigten Teilnahme der Reglern n g a n dem j üdisch e n W erke führen werden, * . Den Fragen der Einwanderung und der Verordnung.;bezüglich des Unterrichtes wenden wir besondere Aufmerksamkeit zu. Bevor ich mich jedoch mit der Einwanderung befasse, möchte ich dk Hafenfrage berühren. Vor einigen Monaten erwarteten wir noch, daß die Arbeitsangebote bis Oktober erledigt sein werden; dies war nicht der Fall, es trat eine beträchtliche Verzögerung ein. Wir erwarten, daß die entstandenen Schwierigkeiten bald überwunden sein werden. Wir fordern nicht allein, daß den Juden Gelegenheit gegeben werde, physische Arbeit zu leisten, sondern wir bestehen auf einer definitiven Festsetzung einer bestimmten beträchtlichen Proportion jüdischer Arbeit beim Hafenbau von Iiaifa. Ein Beschluß hierüber ist noch nicht gefaßt worden. Wir sehen in dem Plan des Hafenbaues einen Anlaß, um eine erhöhte Einwanderung zu f o rd e r n. Es sollten mehrere hundert Juden im Zusammenhang mit dem Hafenbau Beschäftigung erhalten. In diesem Falle wird sich ein ' ■ Mangel an jüdischen Arbeitskräften fühlbar machen, wodurch die Forderung nach jüdischer Einwanderung Nachdruck erhält. Wir sind jetzt dabei, ein Memorandum über die Einwanderungsfrage auszuarbeiten, das demnächst dem Kolonialamt unterbreitet werden wird. Das Memorandum betrifft nicht allein die Cthaluz im -Ein Wanderung, sondern auch die Einwanderung von Elementen, die über ein gewisses K a p i t a 1 verfügen. Wir verhandeln mit dem Kolonialamt über Gewährung von Erleichterungen und Konzessionen für diesen Einwanderertyp und hoffen, mancherlei durchzusetzen. Zu unserem Bedauern kann uns Herr Dr. W e i z m a n n in diesen Wochen nicht zur Seite stehen, aber in Anbetracht der .Una-ufschiehbarkeit machen wir alle Anstrengungen, um eine Beachten Sie in dieser Nummer u. a. folgende Aufsätze und Berichte: Der Rechtszustand in der Wiener Kultusgemeinde wiederhergestellt. Die tote Stadt Von R. A. Forschner. Antisemitischer Exzeß in Köln? Zionistische, nicht Fraktionsschulen! Von Dr. Hugo Bergmann (Jerusalem). Die Juden im Irak. Eine 125 Jahre alte jüdische Schule. Wie Jacob H. Schiff das zaristische Ruffland schlug. Die Kotzker Chassidim lm Kino. Von Büchern, Sport, Schach, Rätsel, Humor.