Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 2 (1929)
- Issue
- Heft 57 (31.1.1929)
- Date
- 1929-01-31
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 57 OIE STIMME Selten FÜR MUSSESTUNDEN Rätselecke Redigiert von Joto Kreuzworträtsel* □ E □ 2 | 3 i J ■ 1« b; 6 10 ■ 11 i m i 18 J I« 15 m 1® 16 r is ■ 19 ssr a 2l m 22 25 i 24 8 2» ®!0 W M 16 | m 29 IU 51 M ■ 4 1 li SS m „ m 58 ■ 4" i i nnü 41 n u | m\ m 43 I 14 1 Wagrecht: 2. Baum. 4. Zeitabschnitt. 6. Was wir atmen. 9. Temperaturzustand. 11. Alter Mann. 12. Sachlich, wirklich. 14. Fahrt. 16. Passend, besonders. 18. Verpackungsgewicht. 21. Altdeutsche Schriftzeichen. 22. Seemann. 25. Altrömischer Faltenüberwurf. 26. Fluß in Italien. 28. Wasserraubtier. 30. Universitätshalle. 32. Nachtvogel. 35. Inneres Organ. 38. Schiffsteil. 39. Körperteil. 40. Gegerbte Felle. 41. Wechselbürgschaft. 42. Engl. Adelsrang. 43. Kamin. 44. Jüdischer Prophet. Senkrecht: 1. Ueberirdisci\-:s Wesen. 2. Stand, Stellung. 3. Weibliche Gestalt aus «Lohengrin». 4. Flächenraura. 5. Orientalischer Fürstentitel. 7. Weib. 8. Lotteriegewinn. HX Der Gattung untergeordneter Begriff. 13. Griechische Göttin. 15. Teemaschine. 17. Drücken, quetschen. 19. Tierbehausung. 20. Kraftmaschine. 23. Türkischer Befehlshaber. 24. Internationaler Hilferuf. 27. Verfallenes Gebäude. 29. Zögling. 30. Griechische Vorsilbe. 31. Geliebte des Zeus. 33. Erlaß des Zaren. 34. Fluß in Italien. 36. Früher gebräuchliches Längenmaß. 37. Teil des Mittelmeeres. 38. Griechischer Kriegsgott Auflösung des Kreuzworträtsels in Nr. 56. W a g r e c h t: 1. Nem. 4. Ale. 7. Autogramm. 10. Bett. 12. Ora. 13. Sole. 16. Aale. 17. Tirade. 19. Dann. 21. Bremen. 23. Freude. 25. Ton. 26. Met. 28. Fee. 29. Sen. 30. Pisa. 31. Auge. 33. Pan. 34. Nah. 35. Ave. 37. Senn. 39. Nota. 42. Ara. 44. Nie. 45. Est. 46. Gas. 48. Tomate. 51. Lawine. 53. Eber. 54. Lotto. 57. Erde. 58. Enns. 60. Boa. 61. Eile. 62. Eisenbahn. 65. Rar. 66. Ute. — Senkrecht: 1. Nut. 2. Et. 3. Moor. 4. Arad. 5. La. 6. Ems. 7. Atem. 8. Grab. 9. Mode. 10. Baron. 11. Elen. 14. Laus. 15. Emden. 16. Abt. 17. Ines. 18. Efeu. 20. Nen. 22. Eminent. 24. Regatta. 27. Tanne. 28. Fahne. 30. Pas. 32. Eva. 36. Probe. 38. Niel. 40. Oslo. 41. Bande. 42. Ate. 43. Amen. 46. Girl. 47. See. 49. Arne. 50. Eton. 52. Wein. 55. Obef. 5a Tabu. 59. Sir. 61. Ehe. 63. Sa. 64. A. T. Schach E. Ferber. m i ü abcdetgb Wefß: Kfl, Tb5, Lf2, Se8, g5, Bd2, e6, h3 (8 Steine). Schwarz: Kf4, Th8, Sal, Bg6, h4 (5 Steine). Weiß zieht und setzt im zweiten Zuge matt Lösungen der Schachaufgaben in Nr. 56 Zweizügcr: Tgj—hy. Dreizüger: i. Deß-raa, KXeV Tbjf i. ’ Kc4 2. Dez ' j. ' ab z. Tbjt i. SXc*3 (•—) 2. Scjf Eine Schach-Rundfrage Kürzlich erschien die erste Nummer des beginnenden siebenten Jahrganges der «Wiener Schach-Zeitung», die dein Exweltmeister Dr. Emanuel L a s k e r gewidmet ist. («Die Stimme» hat anläßlich, seines im Dezember v. J. begangenen sechzigsten Geburtstages in ihrer Nr. 51 die einzigartige Eischeinung Laskers ausführlich gewürdigt. Die Redaktion.) Das interessante Heft enthält Beiträge der hervorragendsten Schachmeister und Schachschriftsteller und stellt zum Schluß an die stetig sich vergrößernde Schachgemeinde d.‘e nachfolgenden 10 Rundfragen, deren auch teilweise Beantwortung seitons jedes Schachliebhabers an die Adresse der «Wiener Schach-Zeitung», Wien, IV., Schäffergasse 13a, bis längstens 31. März 1. J. erbeten wird. Interessante Antworten sollen veröffentlicht werden. Die Fragen lauten: 1. Welcher lebende Schachmeister, beziehungsweise Probletnkomponist ist Ihr Ideal? 2. Wer ist Ihrer Ansicht nach der würdigste Weltmeisterschaftskandidat? 3. Von welchem bekannten Spieler haben Sie das meiste gelernt? 4. Wer ist Ihr Lieblingsglossator? 5. Welches Schachbuch haben Sie zuerst gelesen? 6. Welches Schachbuch der Nachkriegszeit halten Sie für das wertvollste? 7. Welches Nachkriegsturnier halten Sie für das interessanteste? 8. Welche Unterscheidung der Schachspieler halten Sie für richtiger- Amateure und Pro-* fessionals, beziehungsweise Dilettanten und Meister? 9. Was halten Sie vom Remistod und welche Gegenmaßnahmen erscheinen Ihnen eventuell geeignet? 10. In welcher Richtung würden Sie eine Ausgestaltung der «Wiener Schach-Zeitung» wünschen: Partieteil, Problemteil, Theorie, Plauderei, Humor? Scherz und Humor Ein probates Mittet Fisch war ein leidenschaftlicher Spieler, der halbe Nächte bei den Karten verbrachte. Einer seiner Freunde machte ihm Vorwürfe uirrd zog dabei aiuoh düe Familie Fisch’ in die Debatte: «Ich "onstehe nsdnt, Fisch, wie kannst du das vor deiner Frau verantworten?» «Das tue ich immer; wenn ich im Spiel gewonnen habe, sage ich meiner Frau, ich hätte vertonen, and wenn ich verloren habe, sage ich, ich hätte gewonnen.» «Da# verstehe ich nicht!» «Das ist doch ganz einfach! Wenn meine FfW hört, daß ich gewonnen habe, schimpft sie nicht über meine Leidenschaft. Wenn sie aber schimpft, weil Ich sage, ich hätte verloren, so läßt mich das kalt: denn ichweiß jo, «cf» habe gewonnen!» Das Zeichen. Schamscbd fiat geheiratet. Er Hebt seine Frau, die ihn gleich einer Mutter 'betreut, und kann sogar sehr eifersüchtig sein. Eines Tages muß er in Geschäften auf die Dörfer; als er sich von seinem Frauchen verabschiedet, wird er traurig und fragt: «Wirst du auch an mich denken?» ’ «Gewiß werd, ich an dich denken!» «Wie werd’ ich aber wissen, daß du an mich denkst?», «Na», meint die Frau lächelnd, «immer wenn du nfe-\ sest, wird das ein Zeichen sein, daß ich an dich denk’> Zufrieden verläßt Schamschel sein Haus. Kaum hat er die Landstraße erreicht, begegnet ihm der Baßäänger der Synagoge. Als er an ihm vorb eigeht, geschieht es, daß der Sänger heftig niest. Da bekommt Schamscbd einen roten Kopf und murrt in sich hinein: «Kaum bin ich weg, denkt sie schon an den Baß...» Zarte Anspielung. Der berühmte östenreichisclve ReohtsgeJehrte und Staatsmann Unger traf einen Schriftsteller, der kurz vorher als Plagiator entlarvt worden war: «Wie geht es, Herr X?» «Danke, recht gut, Exzellenz.» «Schreiben Sie noch immer fleißig?» «Nun, so ab und zu, Exzellenz.» «So, so! Auch zu?!» — fragte Unger mit seinem liebenswürdigsten Lächeln. smm JÜDISCHER Zehn Jahre Grazer Hakoah IL Das Spiel selbst brachte der Hakoah einen Sieg und damit die Erstklassigkeit, die der jüdische Verein nun seit fünf Jahren verteidigt. Die Teilnahme an der Meisterschaft der ersten Liga brachte neue Kämpfe und Fallen. Besonders der deutschnationale Grazer Athletikklub (G. A. K.) sowie der Leobener Deutsche Sportverein waren es, die den Aufstieg der Hakoah in die erste Klasse verhindern wollten. Aber gerade in dieser Zelt war es. der steirische Meister, der F. C. Sturm, der sich der Hakoah annahm und die Berechtigung der Teilnahme des jüdischen Vereines in der ersten Klasse auf das Nachdrücklichste vertrat Wenn auch der G. A. K. unter diesem Drucke nachtgeben mußte, konnte der Leobener Deutsche Sportverein es nicht Ober sich bringen, gegen Juden zu spielen. In einer Generalversammlung dieser Germanen wurde fast einstimmig der Beschluß gefaßt, lieber aus dem Verband auszutreten und einen sicherlich bedeutenden steirischen Verein aufzulösen, als mit der Hakoah Meisterschaftsspiele zu bestreiten. Und der Leobener Deutsche Sportverein hat wirklich aufgehört. Der G. A. K. war der erste, der an die Spieikraft der Hakoah glauben mußte. Unter riesiger Anteilnahme der Bevölkerung kam das erste Meisterschaftsspiel auf dem Hakoaih-Platz zur Austragung. Anpöbelungen und Schreiereien des randalierenden Publikums konnte die brave Hakoah-Mannsohaft nicht aus dem Konzept bringen und mit einem 1 :1-Resultat mußte sich der G. A. K, zufrieden geben. Langsam entwickelte sich der Verein zu einem gefürchteten Gegner in der Meisterschaft. Seit Jahren besetzt die Hakoah den dritten Platz in der Tabelle. Pepi F a i s t (ehemals W. A, F.), Kotuanda (Wacker, Wien) und Ißo Gansl waren di« Trainer der Mannschaft, die das junge Material zu einer ansehnlichen Spielkraft emporhoben. Auch die Reisen der Mannschaft in den Jahren 1925 und 1926 nach Polen brachten ausgezeichnete Resultate, Jugoslawien wurde durchquert, Italien bereist und überall mit durchschlagendem Erfolg der Zionsstern vertreten. Das Jahr 1 9 2 7 brachte dem Klub einschneidende Veränderungen. Der Arierparagraph im Alpenverein Aus Berlin wird berichtet: Der Wiener Obmann des Deutsch-Oesterreichischen Alpenvereines, Professor K1 eb e 1 s b e r g, hat vor einigen Tagen erklärt, der Alpenverein sei eine unparteiische Organisation; einige österreichische Sektionen sowie ganz wenige reichsdeutsche Sektionen haben den Arierparagraphen beschlossen, ohne daß der Vorstand darauf hätte Einfluß nehmen können. Schon die Wiener Zeitungen hatten demgegenüber darauf hingewiesen, daß der Verein neutrale Sektionen wie «Donauland» ausschließt, uni hakenkreuzlerische Sektionen wie «Austria» behalten zu können. Hiezu bemerkt das «Berliner Tageblatt»: «Tatsache ist, daß so gut wie alle österreichischen und sehr viele reichsdeutsche Sektionen jüdische Mitglieder praktisch nicht mehr aufnehmen. In Berlin zum Beispiel gibt es keine Sektion, die Juden aufnimmt; die Sektion Berlin, die früher «neutral» war, hat bekanntlich neuerdings einen «Numerus clausus» für Juden eingeführt, der praktisch dem Ausschluß so gut wie gleichkommt. Infolgedessen wurde der neutrale «Deutsche Alpenverein Berlin E. V.» begründet, der jetzt in Breslau und anderen Orten schon Nachfolger gefunden hat Die Ausschließung der Sektion «Donauland» (Wien) auf der Tagung in Rosenheim, den sich der Vorstand des Deutsch-Oesterreichischen Alpenvereines widerstandslos ge« fallen ließ, ist der handgreifliche Beweis dafür, daß die «Unpolitik» des Vereines tatsächlich nur noch auf dem Papier steht und die antisemitische Praxis die früher so angesehene und nützliche Organisation beherrscht. Ein V e r« einsvorstand, der die Kulturwidrigkcit des Antisemitismus in seinen Reihen nicht hemmen kann, sondern sie sich ungehindert ausbreiten läßt, macht sich mitschuldig.» * Wir können nur wiederholen, daß das Verbleiben der «Geduldeten» in den von Judengeld geschaffenen Hakenkreuzvereinen unwürdig ist und daß bewußte Juden den Weg zu ihren jüdisch-nationalen Vereinigungen finden. Hazair Hagibor-Makkabi Ein jüdisches Sportjubiläum. Im März werden es zehn Jahre, daß einige jüdische Gymnasiasten in Wienreinen eigenen jüdischen Sportverein unter dem Namen «Hazair» schufen. Der Name wurde später geändert, aus dem «Hazair» wurde der «Hagibor-Makkabi» und aus dem kleinen Verein der zweitgrößte jüdische Allroundsporiverein Wiens. Welche Summe von Ideal und Energie während dieser Zeit verbraucht wurde, kann nur der ermessen, der irn jüdischen Sportleben steht Welch schweren Weg galt es zurückzulegen! Dennoch kämpfte sich der Verein von der Schutzgruppe bis in die zweite Amateurklasse durch und — das muß betont werden — steht erst jetzt am Beginn einer neuen Karriere, bedingt durch den jüngst erfolgten Zusammenschluß der beiden Vereine Hagibor und Makkabi. Der jüdische Verein geht daran, sein Jubiläum möglichst festlich zu begehen und unterhandelt auch mit auswärtigen Brudervereinen zum Zwecke von Gastspielen in Wien. Weiters sind Ping-Pong-Tumiere sowie verschiedene festliche Veranstaltungen geplant. Der rührige Verein gibt Gewähr dafür, unausgesetzt im Dienste der jüdischen Regeneratloiisbstrbungen erfolgreich mitzuwirken. m. t Jüdischer Turnverein Makkabi XV. Der diesjährige Tanzabend findet Sonntag, den 3. Februar 1929, im Vereinshause, Wien, XV., Herklotzgasse 21, statt. Beginn 8 Uhr. Alle jüdischen Vereinsbriider werden ersucht, diesen Tanzabend recht zahlreich zu besuchen. Das II. jüdische Kreistum- und Sportfest findet in Mähr.- Ostra-u vom 28. bis 30. Jtmi 1929 mit nachfolgendem Programm statt: Freitag, den 28. Juni, vormittags: Kampfrichter- Sitzung; nachmittags: Beginn des Wettumens aller Abteihiingen, Vorkäm-pfe in der Leichtathletik, Beginn des Tennisturniers. Samstag, den 29. Juni: Besichtigung der Stadt,- Jugendtagung; abends: Begrüßungsabend. Sonntag, den 30. Juni, vormittags: 8 Uhr früh Generalprobe, 10 Ul» ftatzug durch die Stadt; nachmittags: ah halb 3 Uhr fchatv