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Die Stimme · 1929-01-24 · Heft 56 (24.1.1929) · page 1

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Journal
Die Stimme
Volume
2 (1929)
Issue
Heft 56 (24.1.1929)
Date
1929-01-24
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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nab » sroMHM v. ilm. Abbnnbmentpreise: Für Oesterreich: Monatl. S 1-S0, viertelj. S 420, ganrj. 16.— 7 Deutschland: Monatl. Goldmark 1.—,; Vierteil. Goldmark 3.— / Jttdisdie Zeitung ■ Crtdieliil ie4^n Donnerslaü Polen: Monatl. Zloty 2.30, viertelj. Zloty 6.50 / Ungarn: Monatl. Pengö 1.50,* viertelj. Pengö 4.20 / Rumänien: Monatl. Lei 45.—, viertelj. Lei 125.— / Bulgarien: Monatl. Lewa Tschechoslowakei: Monatlich Kc 7.—, vierteljähfllch Kc 19.— / Jugoslawien: Monatlich Dinar 14.—, vieiteljährlioh Dinar 40.— (Rcdmtktian und Administration: MUsn. 1., dldiiflonsfcfiiddäso 1 — (Tel. It 20-3-S4 30.—t, viertelj; Lewa 80.— / Belgien: Monatl Belga 2.—, viertelj. Belga 5.— / Uetoriges Ausland: Monat!. Schweizer Franken 1..5U 2. Jahrgang Wien, 24. JSnner 1029 (13. Schewat 5689) Nummer 56 10,000.000:50.000 Oie 10 Mllliotien^Dollar-Atileihe des Joint für die Judenkolonisation in Sibirien- Felix Warburg spendet 50.000 Dollar für das Palästinawerk Aus New York wird berichtet: Am 16. Jänner wurde Im Bureau des P/äsidenten des American Jewish Committee, Mr. Louis M a r s h a 11, von den Leitern der amerikanisch-jüdischen Gesellschaft für Landansiedluiig In Rußland «Agro-Joiht» (Felix M. Warb a r g, James N. R o s e n b e rg als Vizepräsident dnd Mr. H y man als Generalsekretär des Joiiif Dlstribüttöh Committee) in Anwesenheit des gegenwärtig in den Vereidigten Staaten wellenden Präsidenten der russischen Staatsbank, A.S che i m ad o, däsrA b^ k o m m e n uht er?te i eh n et, das «Agtö-jöint^ njlt: der R.eülb'r-u ng d O f%bwjet u nio nbezügUeli der Landausiedlung von Juden in verseht edeuen Gebieten küÖlands.: getroffen hat Der.Präsident :des «Amtorg», ,der russischen Handelsvertretung in Amerika, S. Bron, übernahm das Dokument zur: sofortigen Weiterleitung an die Sowjetregierung nach Moskau; sobald der Vertrag von dieser gegengezeichnet urtd ratifiziert ist; tritt das Abkommen in Kraft, auf Grund dessen eine n e u e S i e d 1 u n g säktion beginnen wird. Der Text des Abkommens.' wurde bisher nicht, veröffentlicht. A'tfs.dSn Mitteilungen, welche der'Vizepräsident der offiziellen russischen Kblonjsationsgesellschaft «Kprpzet», Herr Me reue hin, noch vor der Unterzeichnung gemacht hat (wir haben diese Angaben in unserervorigen Nummer veröffentlicht Die Red.) und ays einem Pressecommunique des Agro-Jolnt geht hervor,.daß .• f; - ‘ ■ AgrorJoint für eine Dauer von 10 Jahren je eine Million Dollar jährlich in das Siedlungswerk für Juden in Rußland investiert, insgesamt also 10 Mil- Hohen Dollar einbringt; den gleichen Betrag trägt die Sowjetregierung, ebenfalls: iss 10 Jahresquoten von je 1 Million Dollar, bet i Von dem Betralge, den Agro-joint beisteuert, gelten 0 Millionen Dollar als -Anleihe, für deren Rückzahlung samt 5 Prozent Zinsen durch die Kolonisten die S o w je tregierun:g die ' Garantie übernommen hat. Auf Grunddieses Abkommens soll in den zehn Jahren seiner Dauer mindestens * : / 15.000 jüdischen Familien (die russischen;Pröpagatoren und die iJoint^Communi-' ques reejinen'die$e;Zahl' ety^as.!,«zuversichtlich» auf 125.000' Seelen .dm; was achtköpfige Familien, annünmt!) die Ansiecllung auf dem Lande in v e r,s c h j e, d e n e n Geb i e t e n d e r ,S;o w j e t' u n io,n ermöglicht werden. Wie der riisisi-sclie Handelsvertreter.Bron erklärte, würden.dem jüdischen Kolonisationswerk weitere große Gebiete fruchtbaren Landes . . . ln der Krim und anderswo zur Verfügung gestellt werden, y/ie inan sieht, ist in diesen Mitteilungen, und Communjques das Wort «Sibirien» Jüezw.; «fBir^Bindschan» sorgfältig vermieden; die letzten BrkläTddgen Mereschins, auf; die schon obqn hjngewieeqn wurde, lassen, jedpeh keinen Zweifel.darüber zu, d#; die. Sowietregieruiig,: die “k.e f n e g r ör ßere ’Bodenflächen im. europäischen Ru ß 1 an d tu r y-e r f ü g u ng.h.at, Experiment der jüdischen Kolonisation im Sumpfgebiet des A m u r f 1 u s s e s; i n Sibirien, dessen kleiner An* fang im letzten Sommer ein katastrophales Ende genommen hat, in größerem Maßstabe wiederholen will. Der-Kolonisatiönsplan'der Sowjetregierung ist, wie aus den Erklärungen Mereschins mehr als deutlich hervorgeht, * v ein politischer Gegenstoß gegen die jüdische Kolonisation im britischen Mandatslande Palästina, und Mereschrn hat es gerügt, daß’ der Joint nicht iMasscnpröpagan d$ Unter den amerikanischen; : Juden betreibt, wiees .die zionistische Organisation';; tut; ■/' j Die jüdisoheh N o t a b'b’l-n ’Amerfkäs stellen den Sowjetplänen hiesig e M i11 e 1 zur Verfügung; Julius Rosehwald, Felix Warburg, James Rosenberg, Louis Marshall u. a.: haben - M ii i i o n e n b e t r ä g e in Dollar für.die Krimkolonisatibn hergegeben; für das zionistische Palästina-Werk:sind von dieser Seite bisher Vorschläge, Arbeitspläne und -bedingungen beigestellt worden. Felix W a r bürg,1 welcher Vorsitzender der Siebenefkömmissionist, die den nichtzionistischen Teil der erweiterten Jewish-Agency ernennen soll, hat vor knapp einem Jahre (im April v. J.) 50.000 Dollar für die Arbeitslosen in Palästina gespendet und jetzt, knapp vor der Unterzeichnung des Jomt-Sowjetvertrages, wie aus New York gemeldet wird, für den soeben eröffneten United Palestine Appeal 50.000 Dollar gezeichnet; zu der Summe von 10 Millionen Dollar, die der Joint jetzt laut Vertrag der Sowjetregierung zur Verfügung stellt, hat Felix Warburg 1 Million Dollar beigetrzjgen. Herrn. Mereschin aber genügt-das nicht; er will eine noch deutlichere Stellungnahme gegen das Palästina-Werit. Mein Gott, — Herr Mereschm hat. eben schon jetzt allen Anlaß, Bedingungen zu stellen! Die jüdischen Arbeiter Amerikas für das Palästina-Werk Aus New Y o r k whri berichtet: Die in etwa 1000 Ortsgruppen von U.;S. A. und Kanada gegliederte National jewish Workens Alliance (Jüdische Arbeiter- Allianz in Amerika), dlie während der Jahre 1921—1928 zirka 430;000 Dollar für das Palästina-Werk der Arbeij tersohaft aufbrachte, hat in ihrer soeben abgehaltenen .vierten Jahresversammlung, der 586 Delegierte, aus 34 Union-Staaten und 6 kanadischen Provinzen beiwohnten, den einstimmigen Beschluß gefaßt, im laufenden Jahre 300.000 Dollar für das Palästina- Werk d e r Arbeiterschaft aüfzuibringen und diese Leistqng als Minlmiim alljährlich zu Wiederholern 75:000 Dollar sind bereits gezeichnet. Nunmehr geht die Arbeiter-AHianiz daran, eine" Organisation von etwa 30.000 Spendern mit festen jährlichen Beiträgen für das Palästina-Arbeiterwerk zii schaffen. Der 16. Zionistenkongreß , Wie .die Zi.onistitejie Exekutive in London dem; zionistischen Organ\der. Schweiz <<Das jüdische Helm» telagrapj^lfftj entspre^A dfe Pressemeldungen -über die Waijl tZ ü r i c h s ijfli tayjup^ott des XVI. Zionletenkengree^e® n i cfi t den Tatsachen. Eine W a h I 1 «4? n oc h k e t n>e s w e g s g e t r o f 4 e n.; Die im redaktionellen Teil -befindlichen entgeltlichen Notizen sind durch ein beigefügtes E bezeichnet. Schluß mit der Willkürherrschaft in der Kultusgemeinde! Bei den Kultuswähien am 2. Dezember .1928 ist die «Union» zusammen mit der ihr verbündeten agudistischen Trenmmgsarthodoxie geschlagen worden. Für sie; haben nur 46,8 Prozent der Wähler',ges^m|iit,' welche: zur Urne gingen, wählend die Opposition “der Zionisten,; i|nd die anderen;Gruppen zusammen 53,2 Prozent' der , ab gegebenen. S|immen erhielten. Daß Ägudäh^öruppe die jtofte der Mandate im Kiilitusvorstande besetzen ^könnte, verdankt sie mir der Wofyitechnik der Koppelung. Schon die Mahdatsverteihmg macht es; jedem Einsichtigen klar, daß den oppositionellen Gruppen die Hälfte aller Sitze in den Verwaltungskörpern des Kultusvorstandes (Präsidium, Vertreterkollegium unid Kommissionen) gebührt Dies bedeutet natürlich, daß die Herrschaft der «Uiuon» and ihrer Verbündeten in der Kultusgemeinde ein Ende gefunden hat und das brachte auch der Wille der Wähiers'chaft am 2. Dezember klar zum Ausdruck. Gegen diesen deutlich kundgegebeueji Willen der Wähfeir und gegen die nach Recht und Gesetz sich daraus ergebenden Formen des Proporzes versucht jedoch die geschlagene Union-Aigudah-Cliqu e mit ungesetzHichcn, unrechtmäßig an gewendeten Mitteln künstlich ihre kontroHose Wirtschaft in der jüdischen Gemeinde w-eiterzuführen. .:: : Wtedie Wahl des Präsidiums und des Vertreterkollegiums erfolgt, i^t, wdohe statu-tenwidrigen Interpretationen der für diese Wahl geltenden Bestimmungen gewaltsam dabei angewendet wurden, haben wir bereits ausführlich erörtert. Aber die Ungesetzlichkeiten der, Union-Agudah-Minoritätwelche im Plenum des Kultusvorstandes . bei allen Abstimmungen nur höchstens 17 Stimmen äufbringen kann, da . der Präsident, außer bei Wahlen und im Dirimierüngsfallö, nicht mitstimmt, nehmen ihren Fortgang. Die Herren, welche die Gesetze der Mathematik und Logik, so sehr sie es auch bedauern mögen,, nicht abändern können, meiden das Plenum des KultiisVorstandes wie die. Pest und «erledigen» die Arbeit in stiller Klausur. Sie haben die Wahl der Kommissionen, welche dem Plenum obliegt, sabotiert und im Vertfeterkollegium, wo sie hübsch unter sich sind, Leiter für . die Agenden der einzelnen Kommissionen bestellt. Die Ernennung der laut Statut vom Kultirsyorstande zu nominierenden Hälfte der Be- Beachten Sie ln dieser Nummer u. a. folgende Aufsätze und Berichte: Die «Union» will erpressen. Gotthold Ephraim Lessing. Von Heinrich Heine, Der «jüdische» Lessing. Von E. G. Fried. König Salomos Lieblingsfrau, Karl Emil Franzos. Von Siegfried Schmitz. Zionistischer Kultuswahlsieg In Groß-Enzersdorf, Eip wackerer Gottesstreiter. Ein Pogromist als Instruktor der Sowjet-Armee. Der verschobene Prozeß, oder Judenmord ist straffrei. Sehn Jahre Grazer Hakoah. Sjchach, Rätsd.

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