Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 1 (1928)
- Issue
- Heft 52 (28.12.1928)
- Date
- 1928-12-28
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nr. 52 DTE STIMME Seite 11 Kunstchronik Die Zehnjahrfeier der Habimah. Der zehnte Jahrestag des Beftehens des hcbräifchen Theaters Habimah wurde, wie uns aus Jerufalcm berichtet wird, in der Ausllellungshalle von Tel Aviv in Anwefenhcit von mehr als x y o o Perfonen fcftlidi begangen. Aus ganz Paläftina waren die Freunde von Habimah herbeigeftrömt. Die Feftredc hielt der berühmte hebräifche Dichter Chaim Nachmann B i a 1 i k. Namens der zioniftifdien Exekutive und des Waad Lcumi brachte Doktor Benzion Meffinfon der Habimah die Glückwünfdic dar* Vizebürgermeifter R o k a ch überbrachte die Grüße der Stadt Tel Aviv. Aus Moskau, New York, London, Berlin, Warfchau und aus zahlreichen anderen Zentren des jüdifchcn Lebens in den verfchiedenen Ländern waren briefliche und telegraphiMie Glückwünfche eingetroffen, darunter von der Exekutive der Zioniftifchen Weltorganifation in London, von der Witwe des Habimah-RegilTeurs Wachtangow, vom Generalintendanten Dr. Leopold Jeßner, Dr. Alfred Kerr, Arnold Zweig, S. Groneraann, von den jetzt in Amerika weilenden Mitgliedern der Habimah ufw. Im Namen der Habimah dankte der Schaufpieler T f di e r m e r i n fk i für die Huldigung. Nach feiner Rede erhoben fich alle Zuhörer und brachten der Habimah eine über zehn Minuten dauernde Ovation dar. Ein jüdidies Stadttheater in Kiew wurde über Anregung der Kulturfcktion der Stadt Ende November d. J. eröffnet. Die erfte Aufführung des neuen Theaters war Schoiem Alechans Komödie „Die Goldgräber“ in der Infzenierung von S. Win. Das auftralifche Parlament für die Jüdifdic Nationalbibliothek. Die Leitung der Jcrufalemer Bibliothek erhielt vom Bibliothekar des Parlaments von Auftralien Ln Canberra den folgenden Brief: „Entfprechcnd einem von Herrn Doktor S ch a 1 i t in Melbourne eingebrachten Antrag habe ich Sie zu informieren, daß unfer Bibliothekskomitee das Vergnügen hat, Ihnen drei Büchcrkiften zu überfenden, welche es der Jüdifchcn National- und Univerfitätsbibliothek in Paläftina zum Gefchenk zu geben beabfichtigt. Die Kiften enthalten außer einzelnen Duplikaten unferer Bibliothek eine vollftändige Serie der hiftorifchen Erinnerungen Auftraliensin 33 Bänden und eine Serie der Parlamentsprotokollc von Auftralien von 1924 angefangen. Ich möchte erwähnen, daß Vorforge getroffen worden ift, daß Ihnen diefe beiden Serien auch in Zukunft zugehen. Indem unfer Komitee Ihnen diefes Gefchenk macht, wollte es fein Intereffc und feine Sympathien für die Entwicklung Ihres großen nationalen Unter nenm-ns zum Ausdruck bringen.“ Die Moskauer Gefellfchaft für jüdifdic MuCk, die feinerzeit von erheblicher Bedeutung war, aber in den letzten Jahren nicht arbeiten konnte, ift nunmehr rcorganifiert worden und hat ihre Tätigkeit mit einem mufikalichen Abend eröffnet, welcher mit einem Vortrag des Komponiften M.'Gneffin über die Spuren des Volksfchaffcns in den Werken der jüdischen Komponiften eingelcitet wurde. Es folgten dann Aufführungen von Werken der Komponiften Engel, Gneffin, Krein, Weprik, Milncr und Streicher. Ein jüdifchcr Mufeumsverein in Berlin. In diefen Tagen fand eine vorbereitende Sitzung für die Gründung eines Jüdifchen Mufeumsvereines in Berlin ftatt, der es fich zur Aufgabe machen will, das allgemeine Intereffc für jüdifchc Kunft und Kultur zu wecken und insbefonderc die Kunftfammlung der jüdifchen Gemeinde zu einem Mufeum auszubauen. Konzert des Wiener Jüdifchen Gctangvcreines. Der Wiener Jüdifchc Gefangverein veranftaltet am 12. Jänner 1929, um 8 Uhr abends, im Feftfaale des Induftriehaufes, III., Schwarzenbergplatz 4, unter der Leitung des Chormeifters A. Dzimitr o w f kund unter Mitwirkung von Igor Grünberg (Bariton) und Jakob Gimpel (Klaviervirtuofe) ein Konzert jüdifcher Mufik Das Programm enthält vorwiegend Erftaufführungen, und zwar Chöre von Achron, Engel, Ljow, Sfaninfky, Rubinftein u. a., Klavierwerke von Alexander Krein und Weprik. Karten von S 1,— bis 3,— bei R. Löwit, Rotcnturmftraße. Rcnaiffanccbühnc. Für Hanfi N i e f e haben iie Brüder Goiz einige dankbare Spiclmöglichksiten zuammcngeftellt, aus denen mit Hilfe belanglofer und alter Einfälle ein Schwank ,Etp» eßhochzeit“ zufammengckleiftert wurde. Hanl Nie'c huf in diefen drei Akten Gelegenheit, eine Köchin zu fpielen, die p'ötzlich zur Baronin wird. Sie tut dies mit einen* glänzenden V itr, der raeift über den gegebenen Anlaß hinausgeht und ihn vergeben macht, und erfüllte eine Gefangsfzene mit feinem Witnei Sentiment. Die Künftlerin trägt den A.oend mit ihter großen Funft. Sie hat in Herrn N e dt a m m einen ausgezeichneten Partner. Das übrige Enfemble, voran Frau W 11 d n e r, entledigt fich feiner Aufgabe mit beweglicher Luftigkeit; nur ein jicvcr Mann, Hv A.rnold, ift unmöglich. ~tz. Neues Jüdifches Theater (Künftlerkabarctt, II., Prater« ftraße 60). Wochenfpielplan: Freitag, den 28. Dezember Erftaufführung „Anftändige Menfchen“, Lebensbild mit Gelang in drei Akten von Max Gcbel, mit Fräulein B. Rofcnberg, Frau Cilly Urich, L. Jungwirth, A. Grimminger und A. Bell in den Hauptrollen. — Samstag, den 29. und Sonntag, den 30. Dezember, wird die Novität wiederholt. —Montag, den 31. Dezember, große Silveftervorftellung, Doppclprogramm. — Dienstag, 1. Jänner, „Chawer in Leben“. — Mittwoch, 2. Jänner, „Stärker als die Liebe.“ — Donnerstag, 3. Jänner, „Rcifele von China.“ Kunftabend Lerescu. Das Künftlerpaar Adela und Samuel Lerescu, das bisher an der „Jüdifchen Bühne“ mit großem Erfolg aufgetreten ift, veranftaltet am Sonntag, den 30. Dezember, 9 Uhr abends im Hotel ,, Port“ einen Kunftabend mit reichhaltigem Programm. Unter anderem werden einzelne Akte aus „S u 1 a m i c h“ und „Davids Geige“ aufgcführc. Bekannte Künftler haben ihr Auftreten zugefagt. Unverlangte Manuskripte, denen kein Rückporto beüiegt, werden nicht zurückgesendet^ Schach Von K. A. L. Kubbel. Endspielstudie a b c d e f g b (Weiß 3 Steine: Kfy; Dh3; Bea. Schwarz 6 Steine: Kf4; Das; Bd3; d£; eö; I14.) Weiß zieht und gewinnt. Die Löfung fowic die Namen der Löfcr veröffentlichen wir in der nächften Nummer. Rätselecke Redigiert von Joto Kreuz worträt «el. i 2 8 |4 3 f | 8 1 «r 13 ÜT 1 B 14 iS j fl IS n 1 18 * m 20 I3*' 1«. ■r i fl -8 24 L ■" m ■ Ifl fl 27 f ■ *1 ■r ■ 31 1 3» m fl -ifl ■ 84 35 r ar i *7» fl «8 "i M ia 41 U 48 i m 44 r fl 47 i 48 ■T b: r " 1 5* i Wag recht: 1. Rüge. 6, Türkenvolk. 8. Franzöfifcher Phyfiker (geft, 1853). 10. Mufikinftrument. 13. Nachtlokal. 14. Vorname einer amerikanifchen Filmdiva. 16. Artikel. 7. Fluß. 19. Ständiger Geldertrag. 21. Griechifche Göttin des Unheils. 22. Buchabfchnitt. 23. Jüidifcher Hohepriefter. 25. Schmerz, Pein. 27. Spanifcher Fräuenname. 28. Chemifches Zeichen für Gallium. 29. Zahlwort. 30. Zahlungsmittel. 31. Vorfilbc. 32. Gricchifcher Licbcsgbtt. 34. Türkifcher männlicher Vorname. 36. Strom in Aegypten. 37. Höhere Lehranftalt. 38. Eins (englifch). 39. Franzöfifcher weiblicher Vorname. 41. Trinkfpruch. 43. Vorfilbe. 44. Türkifcher Titel. 46. Lebensbund. 47. Drüfe der weiblichen Säugetiere. 49. Tödlich, yr. Auslage, Schaubrett, yj. Bericht, Verftändigung. Senkrecht: 1. Zeitabfchnitt. 2. Kleinfter unteilbarer Bcftandteil eines Körpers. 3. Umftandswort. 4. Baum. y. Weibliche Bibelgeftalt. 6. Kartenfpiel. 7. Mehlfpeife. 8. Klöftcrliches Stift. 9. Selten, 11. Zehn (englifch). 12. Finnifcher Volksftamm. iy. Lebhaft, beweglich. 17. Gereinigter Talg. iS. Teil der Tfchcchofiowakei. 19. Abtrünniger. 20. Modern, vornehm. 21. Wafferpflanzen. 24. Nebenfluß der Rhone. 26. Artikel. 27. Kunftfprache. 33. Frucht des Oelbaumes. 33 a. Haft. 3y. Nebenfluß des Rheins. 37. Art, Gattung. 37 a. Färbung. 40. Ungebraucht. 42. Ausruf. 44. Anftändig, fittfam. 4y. Gefäß. 48. Gricchifcher Buchftabc. so. Ich (lateinifch). 52. Chmcfifches Wegmaß. Füllt ätsel ooooorrrrr Himmelsrichtung. Mahlzeit. Fifch. Wechfel. Adelsrang. Mufikinftrument Verzeichnis, Tabelle. Stimmlage. Nebenfluß der Donau. iijkllmmmnnnnn sssssttttü. Aus obigen Budhftabcn find neun Wörter der angegebenen Bedeutung zu bilden, fo daß die fenkredite Mittelrcihc einen erft unlangft verdorbenen deutfehen Dichter nennt. Auflösung der Rätsel in Nummer 52. Kreuzworträtfcl: Wag recht: 1. Tara. 5. Afot. 9. Robefpierre. xi. Marone. 12. Satire. 14. Ate. 16. Tom. 17. Niere. 19. Ute. 21. Dofis. 23. Al. 24. Operation. 27. Ne. 28. Bad. 30. Oka. 31. Oer. 32. Tee. 33. Niefcn. 35. Nanfen. 37. Adam. 39. Arzt. 41. Gig. 42. Aar. 44. Gar. 45. Karl. 47. Altar. 48. Laft. 50. La. <(2. Lid. 54. Si. jy. Amfel. 58. Boefc. 60. Mineralogie. 63. Rain. 64. Ar cs. — Senkrecht: 1. Totere. 2. Abo. 3. Renn. 4. Afe. y. Ais. 6. Seal. 7. Ort. 8. Triton. 9. Rate. 10. Eros. 11. Mailand. 13. Eminenz, iy. Eta. 17. Nab. 18. Epos. 19. Uran. 20. Eton. 21. Dorn. 22. Sec. -5. Ekel. 26. Jean. 29. Diagramm. 32. Tcrraffc. 34. Emil. 36. Saal. 37. Alk. 38. Patina. 40. Tot. 42. All. 43. Rad. 46. Ala. 49. Sie. yx. Lena. S3. Loge. 56. Sir. 57. Lei. y8. Bor. 59. Eis. 61. R. N. 62. La. Silbenrätfel: 1. Valencia. 2. Olive. 3. Medianik. 4. Echfe. 5. Riegel. 6. Hongkong. 7. Alibi. 8. Bismarck. 9. Entente. 10. Nonne, xx. Etüde. 12. Nirwana. 13. Ziege. 14. Uniform, iy. Manometer. 16. Luftfpicl. 17. Afche. 18. Erheben. 19. Ceres. 20. Haififdi. 21. Eftland. 22. Rettig. (Vorn Erhabenen zum Lächerlichen ift nur ein Schritt.) JÜDISCHER SPORT Die jüdische Sportbewegung in Rumänien Die zielbewußte jüdische Sportbewegung in Rumänien ist sehr jungen Datums. Es gab wohl schon seit langem nominell einen dem Makkabi-Weltverbande angeschlossenen Kreis Rumänien, ebenso im Lande viele Makkabivereine, die aber in keinem Kontakt zueinander gestanden sind. In dieser Hinsicht istvor2Jahren eine grundlegende Aenderung eingetreten. Dank den Bemühungen der Herren Ing. Löwy, Advokat, Wcinberg-Verea (Bukarest), Ing. Schindler (Czernowitz), Ing. Calmanovicl (Jassy) und Ripsmann (Kischinew) wurde die Exekutive in Bukarest reorganisiert. Das Land wurde ln 5 Regionen eingetellt (Bukarest, Jassy, Kischinew, Czernowltz und Brai- 1 a). Leider waren die Bestrebungen auf Anschluß der Vereine aus Siebenbürgen bis nun erfolglos. In den genannten Regionen konstituierten sich die Unterverbände, welche die Organisierung der Vereine ihrer Region in die Wege leiteten. Das Jahr 1927 war vornehmlich dieser Aufgabe gewidmet, welche auch zu großem Teile gelungen ist. Die eisten Auswirkungen machten sich im Jahre 1928 geltend. Ueber Beschluß der Reichsexekutive wurde in diesem Jahre die erste Ferienkolonie, deren Hauptzweck die Ausbildung von Instruktoren war, gegründet. Die Durchführung wurde dem Makkabi-Czernowitz übertragen, der seine Aufgabe in glänzender Weise erledigte. In einer landschaftlich reizvollen Gegend, in einem von (lichtbewaldeten Bergen umgebenen Talkessel der Bukowina, wurde die erste rumänische Makkabl-Ko'ome aufgeschlagen. Dl« Kolonie war für eine beschränkte Anzahl von Teilnehmern und, wie erwähnt, zur sportlichen und kulturellen Ausbildung von Instruktoren eingerichtet. Die administrative und sportliche Leitung übernahm der Makkabi-Czernowitz (durch die Herren Ebner und Schneider), die kulturelle der Ma’kkabi-Jassy (Herr Weißberg). Die Moschawah war von den Vereinen der Regionen Bukarest, Jassy, Czernowitz und Kischinew beschickt. Der erste Versuch Kann als gelungen bezeichnet werden. Viele Teilnehmer, die auf dem Flachland leben, haben zum ersten Male Gelegenheit gehabt, die Schönheiten der Gebirgsnatur zu bewundern, wozu die häufigen Touren in die Berge beigetragen haben. Im Lager herrschte musterhafte Disziplin und nebst dar sportlichen Tätigkeit wurde viel Gewicht auf eine geistige Ausbildung gelegt. Abwechselnd am Vor- und Naohmittag eines jeden Tages wurden Vorträge gehalten, welche systematisch die Grundprobleme jüdischen Wissens vermittelten. Das Hauptaktivum der Ferienkolonie war, daß die Teilnehmer der verschiedenen Gaue während Ihres vierwöchigen Beisammenseins einander näher gekommen sind, was zur Verinnerlichung des jüdischen Sportgedankens beigetragen hat Als weitere Aktivpost im laufenden Jahre ist die Veranstaltung der II. jüdischen Sport-Reunion der Makkabi- Vereine Rumäniens zu buchen. Die I. Reunion fand im Vorjahre in Bukarest statt. Es ist klar, daß im ersten Jahre seit dem Bestände der reorganisierten Makkabi- Bewegumg in Rumänien der Erfolg kein voller war, jedoch muß anerkannt werden, daß der Makkabi-Bukarest sich die größte Mühe zum Gelingen der Veranstaltung gegeben hat. Die Makkabi-Exckutivc hat beschlossen, alljährlich in einer anderen Regional- Hauptstadt die Reunion abzuhalten, einerseits, um vor der breiten jüdischen Oeffentlichkeit von der geleisteten Arbeit Zeugnis abzulegen und auch hiedurch propagandistisch zu wirken, anderseits um die Vereine einander näher zu bringen. Mit dem Arrangement der diesjährigen Veranstaltung wunde der Makkabi-Czernow'iz betraut, der ganze Arbeit geleistet hat. Der propagandistische, technische und sp&rÄche ■ Teil klappte voibildlich* obwohl dies keine leichte