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Die Stimme · 1928-12-28 · Heft 52 (28.12.1928) · page 1

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Journal
Die Stimme
Volume
1 (1928)
Issue
Heft 52 (28.12.1928)
Date
1928-12-28
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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v. b. b. Preis 35 Groschen Zeitung vom Verleger versendet Journal expedte par i*6ditetir «I Abonnementpreise: Für Oesterreich: Monatl. S 1.50, viertelj. S 4.20, ganzj. 16.-— / Deutschland: Monat!. Goldmark 1.—, viertelj. Goldmark 3.— / Tschechoslowakei: Monatlich Kc 7.—, vierteljährlich Kc 19.— / Jugoslawien: Monatlich Dinar 14.—, vierteljährlich Dinar 40.— Jüdische Zeitung ütedaftHon und JiaMwmimistrati&m: W&en, 1., <ftmwMfiiiGnstein&a&9e H — GTet. S& Polen: Monatl. Zloty 2.30, vierte!}. Zloty 6.50 / Ungarn: Monatl. Pengö 1.50, viertelj. Pengö 420 / Rumänien: Monatl. Lei 45.—, viertelj. Lei 125.— / Bulgarien: Monatl. Lewa 30.—, viertelj. Lewa 80.— / Belgien: Monat!. Belga 2.—, viertelj. Belga 5.— / Uebriges Ausland: Monatl. Schweizer Franken 1.50 1. Jahrgang Wien, 28. Dezember 1928 (15. Tebeth 5689) Nummer 52 Eine neue Phase im Aufbau der jüdischen Heimstätte Die Beschlüsse des zionistischen Aktionskomitees — Die Erweiterung der Jewish Agency — Der nächste Zionistenkongreß — Eine versäumte Gelegenheit Nach einem Meinungskampf, der durcdi fünf Jahre währte, hat das zionistische Aktionskomitee mit überwiegender Mehrheit die Konzeption Weizmafins auf Heranziehung der Nichtzionisterrzum Aufbau des jüdischen Palästina angenommen; die Jewish Agency, welche das zionistische Ziel der Errichtung einer nationalen Heimstätte für das jüdische Volk in Palästina gegenüber der Mandatarmacht und der gesamten internationalen politischen Oeffentlichkeit zu vertreten hat, wird nunmehr eine ebenso große Zahl nichtzionistischer wie zionistischer Vertreter umfassen. Dies ist das Ergebnis der Verhandlungen, welche Präsident Wcizmann mit amerikanischen Nichtzionisten, Louis Marshall an der Spitze, geführt hat, und auf dieser Grundlage sollen auch in Europa die Niclitzionisten zur Mitbestimmung an dem Aufbau Palästinas lieran-gezogen wenden. Dies ist der entscheidende Beschluß der vom 20. bis zum 24. Dezember stattgefundenen Aktionskomiteetagung in Berlin; er bedarf noch der Ratifizierung des Zionistenkongresses, welcher an dem Tage, da Theodor H e r z 1 vor 25 Jahren von uns gegangen ist, zusammentreten wird; doch schon jetzt ist, gewissermaßen in Vorwegnahme der souveränen Beschlüsse des Kongresses, die zionistische Exekutive ermächtigt, alles vorzukehren, damit gleich nach der Ratifizierung die erweiterte Jewish Agency gebildet werden kann. Der jüdische Palästinaaufbau tritt mit diesen Beschlüssen in eineneue Phase; wie weit sich die neue Konzeption auf das Tempo und den Umfang des Palästinawerkes auswirken wird, ist noch nicht zu übersehen; die neuen Partner haben sich darüber noch nicht bindend geäußert. Sicher aber ist, daß für die zionistische Organisation ideologisch eine sehr wichtige Phase nunmehr ihren Anfang nimmt: Der Aufbau Palästinas ist nach dem zionistischen Programm ein nationaler, mit einem nationalen Ziel, und die Zusammenarbeit mit den Niclitzionisten wird, mag auch bester Wille von dieser Seite anzunehmen sein, sicher in gar manohen diese nationalen Ziele berührenden Punkten Meinungsverschiedenheiten ergeben. Es handelt sich nun darum, den festen zionistischen Willen auf die Erhaltung des Grundcharakters des Aufbauwerkes zu konzentrieren. Das aber ist nur möglich, wenn die zionistischen Vertreter in der Jewish Agency eine starke Organisation und starke, souveräne Organe derselben hinter sich fühlen. Die neue Konzeption für den Palästinauaufbau ist daher weit davon entfernt, den Zionisten die Sache leicht zu machen; für sie wird die schwere Arbeit für die Erhaltung des nationalen Willens i in. Aufbauwerk verdoppelt, die unerläßliche Pflicht, über die nationale Sicherung desselben zu wachen, vermehrt. Mil der in der letzten Zeit so beliebten Neglegierung der organisatorischen Kraft wird dies bestimmt nicht möglich sein, im Gegenteil, ein weiteres Beharren solcher Tendenzen kann jetzt noch größeren Schaden bringen als bisher. Die zionistische Organisation wird doppelt, dreifach und vielfach so stark an Impuls und an Leistung sein müssen, als sie es bisher war, soll sie in d,er neuen Phase des Palästi’naaufbaues das ideologische Primat behaupten. Das ist die unabweisliche Folge aus den Beschlüssen, mit denen die große -Mehrheit des Aktionskomitees der Erweiterung der Jewish Agency endgültig zugestimmt hat. Die Tagung des Aktionskomitees hat aber eine Gelegenheit verabsäumt, welche sich bot, um den gerade jetzt doppelt so notwendigen Schwung der Bewegung durch eine Aktion starken demonstrativen Charakters zu manifestieren; im nächsten Jahre rundet sich ein Vierteljahrfhundert seit dem Tode Theodor Herds, des Begründers des politischen Zionismus. Seine sterblichen Ueberreste sollen seinem letzten Willen gemäß nach Erez Israel überführt werden. Es hätte keinen günstigeren Zeitpunkt für die Vollstreckung, dieses letzten Willens des großen Toten geben.können, als das kommende Gedenkjahr. Das Aktionskomitee hat j.docli einen diesbezüglichen Antrag abgelehnt. Dies ist gerade im Interesse der Manifestation des einheitlichen und unbesiegbaren politischzionistische Exekutive hat die Vollmacht, den Termin zionistische Etekutive hat die Vollmacht, den Termin der Ueberführung Kerzls nach Erez Israel zu bestimmen; sie möge noch jetzt, die Bedeutung des abgelebntcn Antrages ermessend, den darin vorgeschiagenen Termin in rasche Erwägung ziehen! Im nachstehenden geben wir ausführlichen Bericht über die bedeutungsvollen Verhandlungen der Tagung- Am 20. Dezember begann in Berlin die mit Spannung erwartete Sitzung des Zionistischen Aktionskomitees, welche über Wunsch der Exekutive einberufen wurde, um die Frage der Erweiterung der J e w i s h - A g e n c y zu behandeln. An der Sitzung nehmen teil: Beachten Sie in dieser Nummer u. a. folgende Aufsätze und Berichte: Nach dem Halsmann-Prozeß. Die neueste hebräische Literatur in Palästina. Von Nathan Bistricky (Jerusalem). Das jüdische Problem an den Hochschulen. Die Weltkonferenz der Revisionisten in Wien. Musik bei Granov/sky. Von Alice Jacob- Löwcnson. Sport, Schach, Rätsel, Humor. Wegen der durch den Neujahrstag bedingten Arbeitsruhe erscheint die nächste Nummer unseres Blattes Freitag, den 4. Jänner 1929 Von der E x e k u t i v e: Dr. Oiialm Weizman n, Sokolüv, Brodets-ky, L i p s k y, ‘ R o s.e nb i u e th, S a c h e r, Miß 5z ol d. s Von den Mitgliedern und Ersatzmitglfedern des A. C.: Dr. F c i w e 1-London, Dr. B i 1 e s k i-Berlin, Blumenfeld - Berlin, C o r a 1 n i k - New York, M o t z k i «-Paris, Rabbi Meir B c r 1 i n-Jerusalem, Dr. H a 1 p c r «-London, Dr. W a h r h a f t i g-Krakau, Dr. F c d e r b u s c h-Lemberg, Abg. N u r o k-Riga, S p r i n z a k-Jerusalem, T w c r s k i-PaTästina, R ü b as c h o w-Palästina, Dr. G 1 i c k s o n-Palästina, J. Grünbau m-Warschau, Dr. S o 1 o w e i t s c li i k- Berlin, Sam C o h e n-Palästina, Dr. Alexander G o Ids't ei n-Palästina, Moscheh K a li a n-Kowno, J. Skwirski-Paiästina, Dr. Nahum Goldmanu- Berlin, Dr. Alfred Landsbc rg-Wicsbaden, Dr. Ros e n b 1 a t t-Lodz, H. H a r z f e 1 d-Palästina, Dr. Josef R u f e i s e n-Mähr.-Ostrau, Dr. Isidor S c h a 1 i t-Wien, flie Mendeiso «-Jassy, Garfunke 1-Kowno, Leib J a f f e-Jerusalem, B a r a t z-Palästina (Waad Leumi), Fishman -New York, Dr. R e i c h-Lemberg, Doktor Nathan Melze r-Lemberg, Dr. M. H i n d e s-Warschau, L. L e w i n - E p s t e i n-Warschau, M. Schap i r a (Misraohi), M. Großman n-London, Remes- Jerusalcm, L i c h t h e i m-Berlin, Laz. Bart h-Berün, Dr. Tartakowe r-Lodz, L. L e w i t e-Warschau, H. F arb s t ei«-Warschau, Jean. Schrameck- Straßburg, Dr. Stephen W i s e-New York, Alfred Berge r-Berta (Ersatzmitgiied), Dr. A. H a n t k e- Jerusailem, I. A. N aid-it-sch-Paris, S. Schocken- Berliin (die letzten drei Herren als Vertreter des Keren Hajessoid, bezw. des Keren Kajemeth und der An leihekommission). Als K o n g r e ß - J u r i s t e n: S. G r o n e m a rr n- Berlin, Dr. A. Barth-Berlin, Dr. Moses-Zwickau. Insgesamt nahmen 46 stimmberechtigte Mitglieder an d er Tagung teil. Das Aktionskomitee genehmigte folgende, vom Präsidium vorgeschlagene Tagesordnung I. Die Resultate der Jewish Agency-Verhandlungeii in Amerika. a) Bericht des Präsidenten Dr. Weizmann. b) Bericht des Präsidenten Sokolow. c) Diskussion über die amerikanischen Vorschläge. II. Festsetzung der Grundsätze für die Jewish Agency- Vertretungen in den anderen Ländern außer Amerika. III. Festsetzung der inneren Verfassung der JeWish Agency. IV. Die politische Situation in Palästina und die Frage des Kotei Maaratoi. V. Interpellationen und Vorschläge. a) Fragen des Chlnuch (Vorschlag M. Berlin). b) Fragen der Alijah. v

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